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Zu viele Apple-Treffer: Algorithmus im App Store geändert

10.09.2019 | 10:25 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Apple ändert den Suchalgorithmus im App Store, weil die eigenen Apps ungewöhnlich hohe Positionen eingenommen hatten.

Apple muss sich in diversen Kartellprozessen des Vorwurfs erwehren, im App Store seine eigenen Anwendungen gegenüber der der Konkurrenz vorzuziehen, auch wenn diese weniger populär sind. Laut " New York Times " passt Apple seine Suchalgorithmen an, um diesen Vorwürfen zu begegnen, dennoch landen Apple-Apps bei manchen allgemeinen Suchen noch weit vor der Konkurrenz.

Der Bericht fußt auf den Daten von Sensor Tower, einer Marketing-Firma, die sich auf die Vermarktung im App Store spezialisiert hat. Sensor Tower speichert auch historische Suchdaten, so haben die Autoren festgestellt, dass Apple seit 2016 seine Apps in der App-Store-Suche darstellt. Im Sommer 2018 führten Änderungen des Suchalgorithmus zu besonders auffallenden Ergebnissen: Bei der Suche nach einer Podcast-App musste ein Nutzer im App Store mehr als zehn Positionen nach unten scrollen, weil alle Position oberhalb mit Apple-Apps besetzt waren, selbst wenn sie nichts mit Podcasts zu tun hätten. Apple erklärt, man bewerte die Apps nach 42 Kriterien, unter anderem Popularität bei anderen Nutzern. Demnach entscheidet der Suchalgorithmus, welche Apps an welcher Stelle anzuzeigen ist. Man wolle aber nicht zu viel verraten, weil sich immer wieder die Nutzer finden, die diese Infos ausnutzen, um den Algorithmus zu manipulieren.

Gegenüber der "New York Times" erklärt Apple unter anderem, Treffer von Anbietern zu gruppieren, sodass auch selten gebräuchliche Apple-Angebote in einem Cluster ganz oben in den Suchergebnissen landeten. Vor dieser Vorgehensweise profitierte unter anderem auch Microsoft, weil man bei der Suche nach "office" noch weitere Microsoft-Apps zu sehen bekam. Im Juli habe man Anpassungen vorgenommen, die jedoch das Problem noch nicht ganz behoben haben, wie Apples Phil Schiller und Eddy Cue einräumen.

Unsere Meinung: Apple erlaubt es seit iOS 11, die vorinstallierten Apps auf dem iPhone oder iPad zu löschen. So ist es kein Wunder, dass der Hersteller wollte, diese ungenutzten Apps dem Anwender im Store zu präsentieren. Allerdings selbst nach Änderung des Suchalgorithmus werden die Apple-App bei den bestimmten Suchen auf den oberen Plätzen erscheinen, denn das Bevorzugen eigener Apps findet deutlich früher statt: Die meisten Apple-Apps haben allesamt generischen Namen: Die Mail-Anwendung heißt Mail, die Kalender-App – Kalender, die Mail für Kompass – Kompass, einzig Safari tanzt aus dieser Reihe und heißt nicht "Browser" oder "Internet". Sucht ein Anwender nach einer (alternativen) Kalender-App, wird er in den Suchergebnissen auch die Apple-Kreation sehen, weil der Name der App genau dem Suchbegriff entspricht.

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