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Zuckerberg: "Krieg" gegen Google Plus

07.06.2016 | 12:46 Uhr | Thomas Hartmann

Ein ehemaliger Facebook-Mitarbeiter beschreibt, wie es nach seinen Erfahrungen im Inneren des sozialen Netzwerks zugeht.

Der ehemalige Facebook-Angestellte Antonio GarcĂ­a MartĂ­nez veröffentlicht demnĂ€chst ein Buch ĂŒber seine Zeit unter Mark Zuckerberg, dem GrĂŒnder und Chef des erfolgreichsten sozialen Netzwerks. ZDNet berichtet davon im Anschluss an AuszĂŒge aus dem Buch bei Vanity Fair . Unter anderem, meint MartĂ­nez, sei Zuckerberg nicht so sehr mit einem Produktgenie wie Steve Jobs zu vergleichen, dazu habe Facebook zu viele Produkt-Entwicklungen wie "Home" oder "Paper" in den Sand gesetzt. Zuckerberg sei eher ein "old school"-Genie und vergleichbar mit messianischen AnfĂŒhrern wie Jefferson, NapolĂ©on, Alexander... oder gar dem Scientology-BegrĂŒnder L. Ron Hubbard. Er sei von seiner Vision ĂŒberzeugt und möchte sie mit allen Mitteln umsetzen, von seinen Mitarbeitern erwartet er entsprechende begeisterungsfĂ€hige und unbedingte Gefolgschaft.

Als im Jahr 2011 Google Plus als direkter Konkurrent und in gewisser Hinsicht "Klon" von Facebook startete, reagierte Zuckerberg Ă€ußerst heftig, versammelte die gesamte Belegschaft und verkĂŒndigte einen "Lockdown" ĂŒber Facebook, was einer militĂ€rischen Abriegelung des GelĂ€ndes entspricht, also ein Begriff, der aus dem Kriegsvokabular stammt. Ganz gezielt berief er sich dabei demnach auch auf den legendĂ€ren altlateinischen Redner und Staatsmann Cato dem Älteren (234–149 v. Chr), der in jeder Senatssitzung forderte, dass Karthago als wichtigster Widersacher zerstört werden mĂŒsse ("Ceterum autem censeo Carthaginem esse delendam"). Dies fĂŒhrte schließlich zum dritten punischen Krieg und der Zerstörung Karthagos .

Zuckerberg soll bei seiner Brandrede gegen Google Plus gesagt haben, dass er jetzt aus irgendeinem Grund an die klassischen Worte Catos denken mĂŒsse. Dieses Motto habe dann bei Facebook auch an den WĂ€nden gehangen, in einer martialisch anmutenden WK-II-Typografie. Eine Folge war, dass bei Facebook auch an den Wochenenden intensiv gearbeitet wurde, wĂ€hrend auf dem Google-Campus der Parkplatz praktisch leer gewesen sei.

Wilde Rituale

Außerdem wĂŒrden alle Angestellten am Jahrestag ihres Eintritts in die Firma eigens gefeiert, an einem Tag, den man "Faceversary" nennt und an dem ein jeder Kollege gratuliert. VerlĂ€sst jemand Facebook, betrachte man das wie ein "BegrĂ€bnis" fĂŒr den wechselwilligen Angestellten. Den Film The Social Network , der als "Biopic" den Aufstieg von Mark Zuckerberg, Facebook und die Konflikte dabei beschreibt, schĂ€tzt Martinez in Wahrheitsgehalt und Wirkung eher kritisch ein.

Spannend dagegen ist es, den Roman von Dave Eggers wie eine Folie dagegen zu halten, der vielleicht gar nicht so fiktiv ausmalt, wie in einer nahen Zukunft  die Firma namens " The Circle "  als einer Kombination aus Google, Apple, Facebook und Twitter quasi-religiöse und den kompletten Mitarbeiter vereinnahmende Eigenschaften aufzeigt.

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