2568191

Zuckerberg: "Wir müssen Apple wehtun"

15.02.2021 | 17:18 Uhr | Halyna Kubiv

Der öffentliche Streit zwischen Facebook und Apple schwillt schon einige Zeit an. Facebooks CEO Mark Zuckerberg nimmt die Diskussion persönlich.

In einer längeren Recherche über Facebooks Einstellung zu Apple ist es dem " Wall Street Journal " gelungen, Einblicke in die interne Kommunikation von Facebook zu gewinnen. Somit wird verständlicher, wie es zu dem öffentlichen Schlagabtausch Ende vergangenen Jahres kommen konnte. Das Verhältnis begann bereits vor Jahren zu bröseln. Nach einem Fernseh-Interview von Tim Cook und einem Seitenhieb auf Facebook antwortete Mark Zuckerberg in der Presse, dass Cooks Kritik, Facebooks Geschäftsidee besteht darin, seine Nutzer zu monetarisieren, nicht wahr sei. Privat war Facebooks CEO noch radikaler: "Wir müssen Apple wehtun", mit dieser Nachricht hat er sich an sein Team gewendet.

Facebook hat davon abgesehen, den Streit in der Öffentlichkeit auszutragen. Die Firma hat jedoch Lobbyisten eingestellt und bei jeder Gelegenheit gegenüber den Behörden und Politikern behauptet, dass Apple seine Macht auf dem Markt missbraucht und mehr Regulierungen verdient. Als Epic sich für eine Klage gegen Apple entschieden hat, wollte das soziale Netzwerk den Spiele-Entwicker mit eigenen Argumenten unterstützen. Die Gräber wurden noch tiefer, als Facebook als Reaktion auf iOS-14-Funktionen mehrere Zeitungsanzeigen geschaltet hat, strengerer Datenschutz auf iPhones und iPads bedrohe die Existenz der kleinen Firmen, die per Facebook so ihre potentielle Kunden nicht erreichen können.

Einige Wochen später schoss Tim Cook zurück, Apples CEO nannte Facebook nicht direkt, sondern kritisierte im EU-Parlament aktuelle Geschäftsmodelle : "Wenn ein Geschäft darauf gegründet ist, seine Nutzer zu täuschen, Daten zu missbrauchen, und angebliche Auswahl ohne Wahl zu präsentieren, dann verdient es nicht unser Lob, sondern eine Reform."

Unsere Meinung: Der Streit zwischen Facebook und Apple ist längst noch nicht ausgetragen. Cook und Zuckerberg stehen nicht nur für die Firmen, die sie leiten, sondern für unterschiedliche Zukunftsvisionen, wohin sich die digitale Wirtschaft entwickeln kann. Ob die Nutzer die Inhalte im Netz gratis erhalten, dafür jedoch mit ihrer Privatsphäre zahlen, oder ob sie teure Geräte sich anschaffen und mit einigen zweifelhaften Entscheidungen des Herstellers leben müssen, dafür Werbung, Spam und allzu neugierige Augen sperren können – oder ob ein Kompromiss aus beiden Visionen möglich ist, dies wird sich erst in einigen Jahren zeigen.

Macwelt Marktplatz

2568191