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Zwanzig Jahre Keynotes mit Steve Jobs

24.02.2021 | 10:30 Uhr | Thomas Hartmann

Auf der Diskussionsplattform Cake beantwortet Wayne Goodrich zahlreiche Fragen. Er hat früher zwei Jahrzehnte lang die legendären Keynotes für Steve Jobs vorbereitet.

Cake ist eine an Themen orientierte Plattform für Diskussionen mit interessierten Usern. So geht es dort im Moment beispielsweise um das Buch von Bill Gates, wie man eine Klimakatastrophe verhindern könne . Es dürfen aber auch deutlich ”profanere” Debatten sein wie Erfahrungen mit einem BMW R 18-Motorrad nach drei Tagen, aber natürlich spielen auch Diskussionen um die Coronakrise in allen Varianten eine Rolle.

Schon älter, konkret aus dem Jahr 2018, ist dort die digitale Podiumsdiskussion mit Wayne Goodrich , der an einem Buch über seine internen Erfahrungen mit Steve Jobs bei Next und Apple sowie Pixar im Zusammenhang mit der Vorbereitung von Keynotes schreibt. Dieses ist aber noch nicht erschienen, wie eine kurze Recherche bei Amazon zeigt. Doch spannend dürfte das auf jeden Fall werden, denn er hat einiges zu berichten und auch aufzuarbeiten, nachdem er 2011 von Apple gefeuert wurde und seitdem auf Schadenersatz klagt, wir berichteten .

Steve Jobs: Produkte einer Karriere

In seinem Buch – dass er weiter daran arbeitet, aber ohne ihm höchste Priorität zu geben, bescheinigt Goodrich hier – will er beschreiben, wie es wirklich war, mit Steve Jobs zu arbeiten. Die Diskussion bei Cake, wo er viele User-Fragen beantwortet, gibt dazu bereits interessante Einblicke.

Überraschend zum Beispiel, wie der Stil von Pixar, dessen Chef Steve Jobs ebenfalls einmal war, durch das Storytelling der Animationsgeschichten Einfluss auf die Präsentationen der Keynotes etwa des ersten iPhones genommen habe – so gibt es dort Gute und Böse, bestimmte Farbmuster über eine Dauer von 90 Minuten, das klassische Kinoformat und emotionale Wendungen. Sogar ”Actionszenen”, Humor und plötzliche ”Plottwists” habe man ganz im Stil des Pixar-Vorbilds implementiert, um das Publikum auf keinen Fall zu langweilen. Dies habe Steve Jobs besser verstanden und umgesetzt als jeder andere, so Goodrich.

Zehn Präsentationstechniken von Steve Jobs

Natürlich geht es auch um das viel zitierte und problematisierte Verhalten von Steve Jobs, bei dem es Berichten nach sein konnte, dass man mit ihm oben in den Aufzug stieg und unten gefeuert war. Auch Wayne Goodrich kannte dies – er wurde insgesamt dreimal entlassen, manchmal aber auch nur sozusagen über Nacht. Er meint, wenn man Steve Jobs genau kannte und länger mit ihm gearbeitet hatte, konnte man damit umgehen und überlebte sozusagen. Einfach war es freilich nie mit ihm, aber immer herausfordernd, so Goodrich. Er habe auch immer das Beste aus seinen Leuten herausgekitzelt. In diesem Rahmen war Jobs dann auch sehr fürsorglich: So habe er Goodrichs Tochter  ab dem Alter von vier Jahren immer wieder zu Premieren und Events bei Apple eingeladen und sie sogar gelegentlich nach ihrer Meinung zu bestimmten Details etwa einer bestimmten Grafik gefragt, wenn sich das Team nicht entscheiden konnte.

Zehn kaum bekannte Fakten über Steve Jobs

Das gesamte Interview in englischer Sprache unter der Leitung von Chris ist lang, aber auch ausgesprochen aufschlussreich. Wir können es nur empfehlen und hoffen sehr, dass das Buch von Goodrich unbeschadet der rechtlichen Auseinandersetzungen mit Apple irgendwann erscheint – denn es verspricht intensive, detaillierte und persönliche Einsichten in die Art und Arbeitsweise des Mannes, der Apple mit gegründet hat, den Stil dort nachhaltig prägte und im Übrigen heute, am 24. Februar 2021, Geburtstag gehabt hätte – er wäre heute 66 Jahre alt geworden.

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