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Zwei neue Mainboards, Ersatz-Macbook: Dabei war nur die Helligkeit falsch eingestellt.

12.06.2019 | 17:25 Uhr | Stephan Wiesend

Ein Macbook-Pro-Besitzer berichtet, erst nach Garantiereparaturen und einem Austausch des Gerätes habe der Apple Store sein Problem gelöst: Eine falsche Helligkeitseinstellung.

Nach dem bereits vierten Problem mit seinem knapp 7000 Dollar teuren Macbook Pro war der Fotograf Greg Benz wohl doch etwas überrascht. Es handelte sich nämlich bereits um ein Austauschgerät, bei dem nun der gleiche Fehler auftrat wie bei seinem Macbook: Der Bildschirm blieb nach dem Einschalten schwarz, nur der Lüfter zeigte, dass der Rechner hochgefahren war. Bei dem ersten Gerät hatten weder zwei neue Motherboards, neue Kabel und diagnostische Tests – sowohl im Apples Store und einer Reparatur-Werkstätte von Apple – weiterhelfen können. Beim Austauschgerät fand der Apple-Mitarbeiter dann aber nach 20 Minuten das Problem: Die Bildschirmhelligkeit des Macbook Pro war komplett zurückgestellt. Durch das Anleuchten mit einem Smartphone konnte er das Symbol für den noch nicht angemeldeten Nutzer sichtbar machen und sich nach Eingabe der Anmeldedaten am Rechner anmelden.

Die Geschichte klingt fast schon unglaubwürdig, in diversen Foren und Webseiten erzeugte sie einiges Aufsehen. Viele erfahrene Anwender wollten sie kaum glauben. Wie Benz berichtet, gab es aber einige Besonderheiten in seinem Fall: Da er den Rechner zugeklappt an einem externen Monitor betreibt, reduzierte er die Bildschirmhelligkeit in diesem Modus auf das Minimum. Nach dem nächsten Booten bleibt aber diese Helligkeitseinstellung bestehen und vor dem Anmelden kann man die Helligkeit bei einem neuen Macbook Pro nicht ändern – auch mit einer externen Tastatur nicht. Auch ein externer Monitor zeigt vor der Anmeldung kein Bild. Der Fall ist gar nicht so einfach zu lösen: Was in einem solchen Fall viele erfahrene Anwender in Kommentaren vorschlugen, ist das Zurücksetzen des PRAM – das hätte auch die Einstellung des Monitors zurückgesetzt. Diesen Standard-Eingriff hatten die Apple Techniker aber wohl vergeblich versucht: Bei einem aktuellen Macbook Pro mit T2-Chip und Firmware-Passwort (wie beim Nutzer) ist dieses Zurücksetzen nämlich nicht mehr möglich.

Die einzige Lösung die funktioniert hätte, wäre das (blinde) Eingeben von Nutzername und Passwort gewesen. Danach schaltet sich nämlich auch der Bildschirm automatisch mit minimaler Helligkeit ein. Im Nachhinein ärgert sich der Anwender vor allem über die verschwendete Zeit, hatten ihn doch die Reparaturversuche des ersten Macbook etwa zwei Wochen beschäftigt. Enttäuscht ist er aber vom (anfänglichen) Support durch Apple und hofft nun, dass Apple Softwareentwickler eine Lösung finden.

Unsere Meinung:

Die Geschichte mag man kaum glauben, allerdings sind aktuelle Macbook Pro weit stärker gegen Zugriffe von außen abgeschottet als ältere Modelle. Das kann in ungünstigen Fällen wohl auch bei Reparaturen und der Fehlersuche zum Problem werden. Wir vermuten, dass Apples Techniker beim ersten Gerät einfach keinen Defekt gefunden haben und das Mainboard auf Verdacht ausgetauscht haben. Zumindest finanziell ist dem Anwender außerdem ja kein Schaden entstanden, auch wenn er vielleicht nicht ganz unschuldig an seinem Support-Problem war.

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