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iCloud, Music und Co: Apple gibt Mehrwertsteuersenkung nicht weiter

02.07.2020 | 13:40 Uhr | Peter Müller

Die seit gestern und bis Ende des Jahres geltende Mehrwertsteuersenkung gibt Apple bei Hardware an die Kunden weiter, bei Software und Services nicht.

Wer dieser Tage den Apple Store aufsucht, online wie offline, findet bei der Hardware reichlich krumme Preise – und damit sind nicht die üblichen 9,99 gemeint. Das iPhone SE kostet beispielsweise nun ab 466,90 statt 479 Euro . Das ist der Tatsache geschuldet, dass Apple mit dem Stichtag 1. Juli die von 19 auf 16 Prozent gesunkene Mehrwertsteuer an die Kunden weiter gibt – für den Endverbraucher wird die Hardware also um 2,5 Prozent günstiger, wir berichteten . Das gilt offenbar auch für die meisten, wenn nicht alle, Hardwareprodukte von Dritten, die Apple über seine Stores vertreibt – auch diese sind nun günstiger zu haben.

Anders ist es bei Software und Services, wie diejenigen bereits bemerkt haben, die gestern oder heute eine Rechnung über Abo-Verlängerungen oder Käufe von Apps, Büchern und Filmen bekamen: Apple weist nun auf der Rechnung zwar 16 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer aus, der Bruttopreis bleibt also der Gleiche, für einen Leihfilm beispielsweise die üblichen 0,99 oder 3,99 Euro statt zu erwarteten knapp 0,93 Euro. Das sieht man etwa auch, wenn man Apple Music abonnieren möchte oder seinen iCloud-Speicher erweitert: Die zu zahlenden Endpreise bleiben gleich.

Für das zweite Halbjahr hat Apple also die Nettopreise für seine eigenen Dienste wie iCloud-Speicher, Apple Music oder Apple Arcade erhöht, ebenso steigen die Nettopreise für Apps, Bücher, Kauf- und Leihfilme. Dahinter könnten logistische Gründe stecken, für die Preise für Apps beispielsweise schreibt Apple gewisse Stufen vor, einige Abonnements für Apps oder Dienste wie Apple Music werden teilweise auch für ein ganzes Jahr erhoben.

Bei der Preisfestlegung sollten aber auch andere Faktoren mit eingehen, gezwungen ist Apple wie auch andere Unternehmen nicht, die Mehrwertsteuersenkung immer und überall an die Kunden weiterzugeben. Dass dies bei Hardware geschieht , ist immerhin eine gute Nachricht.

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