2648298

iCloud Private Relay in Großbritannien in der Kritik

15.03.2022 | 15:00 Uhr | Michael Söldner

Britische Mobilfunkbetreiber haben sich über die Auswirkungen von Apples iCloud Private Relay beschwert.

Apples iCloud Private Relay soll die Sicherheit von Apple-Nutzern erhöhen. In Großbritannien steht die Bezahlfunktion von Apple nun aber in der Kritik. Eine Gruppe von britischen Mobilfunkbetreibern sieht in Apples Service, der einem VPN ähnelt, einen Eingriff in das Wettbewerbsrecht. Gleichzeitig würden staatliche Kontrollmaßnahmen dadurch erschwert, die auf ernsthafte Straftaten abzielen.

iCloud Private Relay als eigene App

Die Mobilfunkbetreiber EE, Virgin Media O2, Three und Vodafone wünschen sich eine stärkere Regulierung von iCloud Private Relay. Der Dienst solle darüber hinaus standardmäßig deaktiviert sein und in eine separate App ausgelagert werden, anstelle tief in iOS und iPadOS integriert zu sein. In einem  sechsseitigen Dokument  fordern die Mobilfunkbetreiber mehrere Eingriffe. Auch Microsoft zeigte sich mit iCloud Private Relay unzufrieden.

Finanzielle Interessen

Der Dienst iCloud Private Relay von Apple ähnelt in seiner Funktion einem VPN-Tunnel. Einmal aktiviert, soll der Dienst beim Surfen alle Aktivitäten verschlüsseln und die Identität des Nutzers verschleiern. Dritte Parteien haben dadurch keinen Zugriff mehr auf die aufgerufenen Daten. Dies sorgt bei Internetbetreibern für Frust, da diese Daten einen wichtigen Teil des Geschäftsmodells darstellen. Der Verlust dieser Daten könne nach Ansicht der Mobilfunkbetreiber die Optimierungen und Investitionen in die Netzwerke einschränken. Generell verwundert es nicht, dass sich Netzwerk-Betreiber von derartigen Methoden der Identitätsverschleierung ihre finanziellen Interessen bedroht sehen. Das Argument der Mobilfunkallianz ist aber ein anderes: Aufklärung von Verbrechen würde erschwert.

iCloud+ Private Relay erklärt: Anders als VPN

Macwelt Marktplatz

2648298