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iMac 27-Zoll für 1.465 Euro im Preisverfall – Wo liegt der Haken?

12.07.2021 | 15:00 Uhr | Stephan Wiesend

Kurz vor Erscheinen neuer Profi-Macs bietet Amazon hohe Rabatte auf iMacs. Lohnt sich der Kauf noch?

Aktuell gibt es Apples aktuelle 27-Zoll-iMacs bei Amazon stark vergünstigt. Das Einstiegsmodell mit 5K-Display und 256 GB gibt es aktuell für 1.500 statt 1.999 Euro, auch ein 21,5-Zoll-Modell ist mit hohen Rabatten zu haben .

iMac 27 Zoll bei Amazon

Diese hohen Rabatte sind ungewöhnlich, Amazon bietet sie aber wohl nicht ohne Grund: Apple hat einen Wechsel von der Intel- zur ARM-Plattform angekündigt und alle Intel-Modelle gehören damit eigentlich zum „Alteisen“. Apples neue 24-Zoll-iMacs sind sehr gefragt und schon bald wird Apple neue Profi-iMacs vorstellen, den „echten“ Nachfolger des 27-Zoll-iMacs.

iMac 21,5 Zoll bei Amazon

Mit 1.500 Euro kostet der 5K aber gerade einmal so viel wie der aktuelle M1-iMac. Nicht zu vergessen: Das kommende Pro-Modell wird sicher deutlich mehr kosten, als Einstiegsmodell wohl ab etwa 2.000 Euro. Kauft man aber jetzt noch einen Intel-iMac sollte man einige Dinge beachten:

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Bildschirm

Apple neuer 24-Zoll-iMac ist ein bahnbrechender Erfolg, allerdings ist er vor allem als kompaktes Gerät konzipiert. Statt eines großzügig bemessenen 27-Zoll-Displays steht nur eine 24-Zoll Bildschirmdiagonale zur Verfügung. Hat man sich an einen großen Bildschirm gewöhnt, sind 24 Zoll ein echter Rückschritt. Der kommende größere iMac soll aber angeblich sogar 31 Zoll Bildschirmdiagonale bieten, also einen noch besseren Bildschirm als der 5K-iMac.

Aufrüstbarkeit

Ein Vorteil für den Intel-Mac: Der neue iMac und wohl auch die kommenden Profi-Modelle sind nicht mehr aufrüstbar. RAM und SSD sind fest verlötet. Leider gilt dies auch für die SSD des aktuellen iMac 5K, zumindest den Arbeitsspeicher kann man aber problemlos aufrüsten, auf Wunsch sogar mit bis zu 128 GB. Auch das kommende Pro-Modell wird es wohl mit mehr Arbeitsspeicher geben, vermutlich aber zu satten Aufpreisen.

Grafikleistung

Das Einstiegsmodell bietet eine AMD Radeon Pro 5300 mit 4 GB, eine eher mittelmäßige Grafikkarte, die kaum schneller als die Grafikkarte der M1-Macs ist.  Ein Vorteil des alten Intel-Modells: Man kann eine externe Grafikkarte über Thunderbolt anschließen. Diese eGPUs werden von M1-Macs bisher nicht unterstützt, über die Grafikleistung der Pro-Modelle oder Aufrüstmodelle (etwa MPX wie beim Mac Pro) ist nichts bekannt, sie wird aber deutlich über der einer Radeon Pro 5300 liegen.

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CPU

Die Modelle von 2020 bieten als Basisausstattung eine 6-Kern-CPU von Intel mit guter Leistung (Geekbench: 5839 Punkte im Multiscore, 1119 im Single Score), ein M1-Mac ist allerdings bei optimierter Software deutlich schneller. Schon ein Mac Mini  M1 schafft allerdings 7361 bzw. 1700 Punkte, die kommende Pro-Version des M1-Macs wird noch deutlich schneller sein . Für die meisten Anwender sollte aber der Intel-iMac noch Jahre ausreichend Leistungsreserven bieten.

Ausstattung und Design

Der 5K-iMac bietet seit 2011 ein sehr ähnliches Design, der neue filigrane und superdünne iMac 24 war da eine wohltuende Neuerung. Allerdings hat das ältere Gehäuse auch Vorteile: So bieten die aktuellen Intel-Geräte einen SD-Leser und neben zwei Thunderbolt-Schnittstellen vier USB-Ports. Die 2020-Modelle bieten zudem eine etwas verbesserte Facetime-Kamera. Es gibt im Unterschied zum 24-Zöller auch Versionen mit mattem Nanotexturglas, diese Modelle sind aber aktuell nicht günstiger zu haben.

Softwareunterstützung

Ein Pluspunkt der Intel-Modelle: Die Installation von Windows ist möglich, wahlweise über Bootcamp oder eine Virtualisierungslösung. Bei den M1-Macs kann man nur die ARM-Version von Windows nutzen, und dies nur über eine Virtualisierungssoftware.

Schade: Apple wird einige neue Funktionen von macOS nur noch bei M1-Macs bieten, etwa Diktierfunktionen oder Text-to-Speech.

Unsere Meinung

Der iMac 5K ist eigentlich noch immer ein erstklassiger Rechner mit tollem Bildschirm. Einen Kauf sollte man sich heute aber gut überlegen, vor allem die verlötete SSD ist nach unserer Meinung ein echtes Ärgernis. Apple hat dagegen die ersten Anfangsprobleme der M1-Macs mittlerweile beseitigt und wird vermutlich bald einen würdigen Nachfolger des 5K-iMac vorstellen. Sparsamen Anwendern, denen der 24-Zoll iMac zu klein ist, würden wir eher zu einem Mac Mini raten und das Ersparnis in ein gutes Display zu investieren.

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