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iMac-Chip von 1998 steuert Mars-Rover Perseverance

04.03.2021 | 11:14 Uhr | Peter Müller

Der kürzlich auf dem Mars gelandete Roboter Perseverance arbeitet mit robuster Technik, die einem bekannt vorkommt.

Die bisher beste Technikgeschichte des Jahres 2021 schrieb die NASA mit der geglückten Landung des Mars-Rovers Perseverance . Eine kuriose Geschichte hinter der Geschichte schreibt Gizmodo über den zentralen Prozessor der Mission, der Apple-Anwendern bekannt sein dürfte. Denn es handelt sich hier um eine Version des PowerPC 750, den Apple in den Original-iMac des Jahres 1998 verbaute.

Der 233-MHz-Prozessor mit seinem einzigen Rechenkern ist mit dem aus dem iMac Bondi Blue aber nur bedingt zu vergleichen, denn die von BAE System gebaute Version RAD750 ist vor allem robust gegen Strahlung und Temperaturschwankungen. Zwischen -55 und 125 Grad Celsius muss der in ein Strahlung abschirmendes Gehäuse gepackte Chip aushalten.

Nun ist die Entwicklung eines Rovers für die Marsoberfläche ein langwieriger Prozess, allein der Flug zum Nachbarplaneten kann eine Zeit in Anspruch nehmen, in der Apple sein iPhone von A12 auf A14 aktualisiert - allerneueste Chips sind also an Bord der Maschine nicht zu erwarten. Perseverance verließ am 30. Juli 2020 die Erde, im Oktober vergangenen Jahres waren sich die Planeten so nahe wie selten.

Robustheit schlägt Geschwindigkeit

Die NASA hat gute Gründe, ältere, aber bewährte Technik einzusetzen, ein Versagen des Chips, der etwa acht bis 24 Lichtminuten entfernt ist, kann man sich nicht leisten. Robustheit schlägt also Geschwindigkeit, derzeit sind etwa 100 Satelliten in der Erdumlaufbahn mit dem gleichen RAD750 ausgestattet.

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