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iOS 10: Mobilbrowser mit Tracking-Filter von Mozilla

17.11.2016 | 15:00 Uhr |

Die Firefox-Entwickler haben einen neuen iOS-Browser vorgestellt, der vor Datensammlern wie Werbenetzwerken und sozialen Netzwerken schützt.

Beim Surfen wird man mittlerweile von dutzenden an Datensammlern beobachtet, die jede Aktion erfassen. Dazu gehören neben Google und Facebook eine Vielzahl an Werbenetzwerken. Will man dies unterbinden, hat Firefox für iOS-Anwender die neue Software Firefox Focus 2.0 im Angebot, einen eigenständigen Browser mit integriertem Privatsphäre-Schutz. Die App soll in Kürze auch in Deutschland verfügbar sein, aktuell ist sie nur über den US-Store zu haben. Automatisch werden Ad-Tracker, Analytics-Tracker (etwa von Google) und Social-Tracker (zum Beispiel von Facebook) geblockt. Über die Voreinstellungen kann man diese Tracker bei Bedarf auch zulassen. Zusätzlich kann man mit einem Klick alle Surfspuren löschen, etwa den Seitenverlauf entfernen.

Über die Voreinstellungen wählt man aus, was geblockt werden soll.
Vergrößern Über die Voreinstellungen wählt man aus, was geblockt werden soll.

Firefox Focus verhindert zwar ebenfalls die Anzeige mancher Werbebanner, im Unterschied zu den umstrittenen Adblockern wie Adblock Plus steht aber der Datenschutz im Vordergrund. Grundlage sind offenbar wie bei der Desktop-Version von Firefox die Blocklisten der Datenschutz-Initiative Disconnect. Diese bemüht sich, einen Ausgleich zwischen den Wünschen der Werbetreibenden und Surfer zu finden.

Optional kann man noch weitere Tracker blockieren, was aber laut Hersteller die Anzeige mancher Webseiten und Videos verhindern kann. Nicht nur mehr Privatsphäre soll der neue Browser garantieren, zusätzlich kann das Blocken der Tracker die Darstellung vieler Webseiten beschleunigen. Komplett ersetzen kann das Tool Safari außerdem nicht, so fehlt etwa eine Lesezeichenverwaltung.

Das Tool kann aber auch sehr gut in Safari integriert werden. Über einen Button lädt man eine Seite in Apples Browser, etwa wenn es Probleme mit der Darstellung gibt. Außerdem kann das Tool als reiner Werbeblocker für Safari agieren. Nach der Installation ist das Tool nämlich in den Voreinstellungen von Safari als Inhalteblocker auswählbar.

In Deutschland erscheint die App etwas später und trägt statt Firefox Focus den Namen „Klar by Firefox“. Der gleichnamige Safari-Werbeblocker, dessen Voreinstellungen fast identisch sind, bleibt weiterhin verfügbar (in den USA heißt übrigens der Werbeblocker „Focus by Firefox“). Dieser ist nicht mit der iOS-Version von Firefox kompatibel und kann nur über als Content Blocker in Safari genutzt werden. Der Grund für diese etwas merkwürdige Umbenennung in „Klar“ ist das deutsche Magazin „Focus“ mit dem die App nicht verwechselt werden soll. Ist der Focus-Herausgeber Burda doch ein Partner von Mozilla. Im Unterschied zu Konkurrenten verhinderte der Blocker Focus bzw. Klar übrigens nicht den Besuch von Werbeblocker abweisenden Seiten wie Bild.de.

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