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Das kann iOS 11: iPhone und iPad werden schlauer

16.08.2017 | 10:25 Uhr |

Machine Learning, Augmented Reality und mehr smarte Assistenz: Wie innovativ ist iOS 11 und auf welchen Geräten funktioniert es?

Update 16.08.2017:

Seit vorgestern Abend steht die nächste Version von iOS 11 Beta für registrierte Entwickler und freiwillige Tester online. Neben unterschiedlichen Fehlerberichtigungen wie zum Beispiel bei der Wiederherstellung von Notes oder einem seltsamen Bug bei der Nutzung von Apple Pencil hat Apple auch an der Oberfläche etwas geändert: Die Icons des App Stores, der Karten-App und der Erinnerungen-App sind verändert. Bei der Erinnerungen-App kehren die Bullet-Points auf ihren alten Platz auf der linken Seite zurück. Der App Store zeigt nun den Pinsel, den Stift und das Lineal nur noch sehr schematisch. Prompt hat es zu dem neuen Icon gleich Kritik gehagelt. Der Satire-Account Not Jony Ive hat sogar die nächste Version des Icons für iOS 12 vorgestellt:

Und in der Karten-App bzw. in deren Icon versteckt sich ein Osterei: Statt des Stadtteils um Infinitive Loop zeigt die kleine Karte nun den Ausschnitt mit dem neuen Apple Park.

Update 07.07.2017:

Seit gestern Abend können sich registrierte Entwickler eine aktuelle Beta-Version von iOS 11 herunterladen. Diese kommt bereits in der fünften Variante, man kann also noch von drei bis vier Versionen bis September ausgehen. In dieser Iteration hat Apple eine neue Option nicht hinzugefügt, sondern abgeschaltet. Die angekündigte Synchronisierung der iMessage-Nachrichten über iCloud ist wieder deaktiviert worden. Gründe dafür werden nicht genannt, die Verschiebung ist aber von temporärer Natur, die Funktion dürfte wohl mit iOS 11.0.1 oder iOS 11.1 erscheinen. Dazu hat sich im Kontrollzentrum die Oberfläche der Musik-App geändert: Diese zeigt jetzt, welche Geräte zum Abspielen des Sounds in der Nähe sind. Die beiden Icons der Kamera- und der Einstellungen-App haben ihr Aussehen verändert, bei den Bildschirmaufnahmen hat sich der Info-Balken in der Status-Leiste von Blau auf Rot geändert. So sieht der Nutzer prominenter, dass es gerade auf dem iPhone eine Bildschirmaufnahme stattfindet.

Update 25.07.2017:

Kurz nach der Veröffentlichung der vierten Beta-Version für Entwickler steht nun die dritte Beta von iOS 11 für alle angemeldeten Tester zur Verfügung. Im Unterschied zum vorigen Update ist die Liste der Neuerungen nicht so lang. Vor allem hat Apple die Steuerung der Benachrichtigungen in der Benachrichtigungszentrale etwas aufgebohrt. Die Option "Anzeigen" oder "Öffnen" wandert von links nach rechts: Heißt, eine Wischgeste nach rechts kann nun die gewünschte News aus Apple News öffnen oder die Benachrichtigung komplett anzeigen. In der aktuellen Version von iOS ist die Option bei der Wischgeste nach links untergebracht. Genauso wie macOS High Sierra hat das Kontakte-Icon nun eine weibliche Silhouette. Die Fotos-App bekommt mehr Andenken-Funktionen, den Batteriespar-Modus kann man nun direkt im Kontrollzentrum aktivieren.

Update 11.07.2017: Gleichzeitig mit der dritten Beta von High Sierra können die Entwickler mit dem Ausprobieren von iOS 11 Beta 3 beginnen. Ähnlich wie bei High Sierra ist die Liste der behobenen Bugs und neuen Features lang. Hier eine Übersicht:

Die Daten-App nimmt Gestalt an: Apple hat in der neuen Beta als mögliche Speicherorte OS X Server und Dropbox hinzugefügt. Für deutsche Nutzer erstmals uninteressant, aber Apple weitet sein Deal mit TV-Sendern aus, nun können sich die Nutzer in den USA direkt in iOS (11) bei mehr Anbietern anmelden. Mit dabei sind Comcast, Time Warner Cable und mehrere anderen Kabelfernseher-Provider wie Cox. Ob und wann das Single-Sign-On in Deutschland ankommt, ist bis jetzt unbekannt, denn der Hersteller muss nicht nur die technischen Hürden nehmen, sondern die Verträge mit einzelnen Martktteilnehmern aushandeln. Wie zäh die Verhandlungen sein können, zeigen die Beispiele von Apple Pay in Deutschland und (Nicht-)Vorhandensein der tvOS-Apps der privaten Fernsehsender wie Sat1 oder RTL im tvOS-Store.

Einige Verbesserungen haben in der Benachrichtigungszentrale: Apple hat nun die beiden Bildschirme – chronologisch geordnete Benachrichtigungen und die Zusammenfassung von heutigen Ereignissen – auf eine Ebene gebracht. In iOS 10 muss man beispielsweise nach links in der Benachrichtigungszentrale wischen, um die Ansicht von aktuellen Events aufzurufen.

Die iMessages zeigen nun an, wie viele noch mit iCloud synchronisiert werden müssen.

Apple hat bereits die Public Betas von iOS 11 und macOS Sierra veröffentlicht, so ist damit zu rechnen, dass die besagten Funktionen im Laufe der Woche auch den freiwilligen Testern zur Verfügung stehen werden. Wie man die Public Betas richtig installiert, haben wir hier beschrieben .

Ursprünglicher Artikel:

Das meistgenannte Stichwort rund um Apples neue Software: Machine Learning. Apple setzt stark darauf, dass sich unsere persönlichen Geräte unserem Verhalten und unseren ebenso persönlichen Vorlieben anpassen. Apple verwendet das Stichwort "Machine Learning" Dutzende Male an diesem Abend. Passend dazu gibt es ein eigenes Framework: CoreML - für Machine Learning. Auch Entwickler können die Mitlernfunktionen von iOS 11 nutzen. Dabei soll alles auf dem Gerät selber passieren, zwar auf andere persönliche Apple-Geräte übertragen werden, aber nur von den eigenen Apple-Geräten entschlüsselt werden können. Apple lese nicht mit.

Wir können Ihnen auch nicht genau sagen, was dort passiert.
Vergrößern Wir können Ihnen auch nicht genau sagen, was dort passiert.
© Apple

iOS soll wissen, was der Nutzer als nächstes möchte

Eines der Beispiele für die Intelligenz der Maschinen ist Siri. Damit meint Apple nicht nur, dass Siri in Zukunft eine neue Stimme und neue, natürlichere Varianten der Aussprache erhält. Auch Übersetzungen wird Siri können. Zumindest in einigen wenigen Sprachen und vorerst nur als "Beta"-Version - Deutsch ist dabei. Dennoch funktioniert dies vorerst nur mit der englischen Version von Siri. Es tut sich noch mehr in Sachen künstlicher Intelligenz, denn unter "Siri" hat Apple schon zuvor auch Funktionen bezeichnet, die nicht direkt mit Sprachsteuerung zusammenhängen. Die App-Vorschläge je nach Tageszeit oder häufig genutzten Anwendungen beispielsweise. Kontextbezogene Vorschläge nennt Apple auch "Siri". Dies wird mit iOS 11 noch deutlich erweitert, so Apple.

iOS soll viele Dinge aus den Kontext erschließen. Beispielsweise einen neuen Kalendereintrag aus einer Onlinebuchung.
Vergrößern iOS soll viele Dinge aus den Kontext erschließen. Beispielsweise einen neuen Kalendereintrag aus einer Onlinebuchung.
© Apple

So soll iOS 11 hier noch deutlich weiter gehen. Wir haben Konzertkarten via Safari gekauft? iOS 11 soll uns direkt vorschlagen, dieses Ereignis als Kalendereintrag zu speichern. Wir sind auf dem Weg zu einem Termin? In der Nachrichten-App erscheint automatisch ein Knopf mit dem wir unsere Entfernung zum Zielort senden können. Auch wenn wir uns im Netz über bestimmte Themen informieren, soll iOS dies verstehen und beispielsweise Nachrichten (in der hierzulande noch nicht erhältlichen App) passend dazu anzeigen. Dies alles passiert jedoch lokal auf dem Gerät und soll keine Datenspionage enthalten.

iPad im Fokus?

Die größten funktionalen Änderungen gibt es dieses Jahr für das iPad. Deshalb haben wir den Besonderheiten von iOS 11 auf dem iPad einen eigenen Artikel gewidmet.

Komplett neuer App Store

Die vielleicht größte sichtbare Änderung gibt es beim App Store. Apples Softwarequelle für iOS wird völlig anders aussehen. Das Design und die Struktur ändern sich gravierend. Es gibt neue Hauptpunkte, die "Heute", "Spiele", "Apps", "Updates" und "Suche" heißen. Apple trennt also Spiele von "anderen Apps". Die "Heute"-Ansicht soll zum Entdecken von Neuerscheinungen dienen und eine Art Feed neuerer Apps zeigen, die wir wie Karten durchscrollen können.

Der App Store erhält ein komplett neues Layout.
Vergrößern Der App Store erhält ein komplett neues Layout.
© Apple

Dass Spiele einen eigenen Hauptpunkt erhalten und bald sogar neue In-App-Käufe als eigener Punkt in der "Heute"-Ansicht auftauchen, ist sicherlich wirtschaftlichen Gegebenheiten zu verdanken. Denn Free-to-Play-Spiele mit In-App-Käufen sind inzwischen ein Milliardengeschäft.

Den bei der WWDC anwesenden Entwicklern verspricht Apple besseren Service in Form von schnelleren Freigaben von Updates und sogar schubweisen Auslieferungen von Releases, sodass nicht alle Nutzer zur gleichen Zeit ein Update erhalten, sondern erst nach und nach.

Augmented Reality mit dem iPhone und iPad

Jedes iPhone ab dem iPhone 5S und jedes iPad ab dem iPad Air soll in Zukunft Augmented Reality unterstützen. Damit wäre iOS auf einen Schlag die mit Abstand größte Plattform für augmentierte Anwendungen, so Apple. In der Demo zeigt das Unternehmen, wie Tischoberflächen lebendig werden und interaktive Welten entstehen, die sich manipulieren und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten lassen, die Technologie ist seit kurzem patentiert. Apple ist nicht das erste Unternehmen, das AR und Smartphones zusammenbringt. Und doch überrascht dieser Vorstoß. Denn iPhone und iPad haben keine AR-spezifische Hardware. Alleine mit der Kamera, Lage- und Bewegungssensoren und den zugehörigen Koprozessoren sollen die Geräte virtuelle Objekte im echten Raum darstellen und deren Position präzise tracken können. Die Demos bei Apples Keynote sehen vielversprechend aus.

iPads und iPhones werden mit iOS 11 AR-tauglich. Nur: wie gut?
Vergrößern iPads und iPhones werden mit iOS 11 AR-tauglich. Nur: wie gut?
© Apple

Echtes Augmented Reality ohne 3D-Sensoren?

Doch bleiben hierbei einige Fragen offen. Denn die AR-Demos zeigen jeweils Objekte und Welten, die auf eine plane Oberfläche projiziert werden. Einen Tisch beispielsweise. iPhone und iPad zeigen hier, wie diese Oberflächen virtuell augmentiert werden. Das Tracking der Bewegungen des Gerätes funktioniert hierbei offensichtlich gut. Was Apple jedoch nicht zeigt: können die Geräte auch komplexere Augmentierungen berechnen? Denn iPhone und iPad fehlen Sensoren, die Tiefe oder Entfernungen zu einem Objekt im Raum erfassen können. Diese Tiefeninformationen sind wichtig, um einen Raum tatsächlich in 3D scannen und berechnen zu können. Anwendungen wie die 3D-Vermessung von Räumen oder das Erkennen von Strukturen wird mit der reinen Softwarelösung schwierig.

Neues Kontrollzentrum

Die Schnelleinstellungen, die von unten hochgeschoben werden, sind eines der praktischsten Menüs in iOS. Mit iOS 11 gestaltet Apple dieses Menü komplett neu. Die Einstellungen sind wieder auf einer Seite zusammengefasst, anstatt wie in iOS 10 in Einstellungen und Mediensteuerung getrennt zu sein. Hinter den aufgeräumten Knöpfen verstecken sich Großansichten, die erst per 3D-Touch geöffnet werden.

Das neue Kontrollzentrum ist wieder auf einer einzigen Seite zuhause.
Vergrößern Das neue Kontrollzentrum ist wieder auf einer einzigen Seite zuhause.
© Apple

Airplay 2

Airplay ist Apples Methode, um Audio oder Video umgebende Lautsprecher oder Apple TVs zu streamen. iOS 11 erhält eine neue Iteration dieses Dienstes. Airplay 2 ermöglicht es, Inhalte gezielt auf einzelne oder mehrere Geräte gleichzeitig zu übertragen oder sogar auf alle gleichzeitig - für Musik im ganzen Haus. Eventuell sei dafür jedoch ein Update der Lautsprecher nötig, so Apple.

Neues Format für Fotos und Videos

Mit dem Videoformat, beziehungsweise der Kompressionsmethode H.264 wurden heutige Internetvideos erst möglich. Apple integriert jetzt den Nachfolger, H.265 in iOS. Damit wird die Kompression von Videos - und Fotos - doppelt so effizient. Apple will dies nutzen, um die Qualität von Foto- und Videoaufnahmen zu verbessern. Demnach werden die Dateien in der Praxis einen Kompromiss machen: ungefähr halb so viel Speicherplatz verwenden, aber auch mehr Detailinformationen enthalten. Wie sich dies auf die Kompatibilität mit anderen Geräten auswirkt, hat Apple noch nicht verraten, hier wird es womöglich eine automatische Exportfunktion geben.

Die Verbesserungen der Fotos-App
Vergrößern Die Verbesserungen der Fotos-App

In der Fotos-App gibt es zudem weitere neue Funktionen. So werden Live Photos deutlich mächtiger. Nutzer können in iOS 11 Schlüsselfotos aus Live-Fotos selbst auswählen und so den fotogensten Moment sichern. Dazu kommt eine Loop-Funktion, um schicke Endlosschleifen aus einer Bewegung zu machen. Auch ein Effekt für die Simulation von Langzeitbelichtungen kommt zu Live Photos hinzu. Beispielsweise für hübsch verschwommene Bäche. Algorithmen helfen dabei, diese künstlichen Effekte der Endlosschleifen oder Langzeitaufnahmen gelingen zu lassen.

Bessere Navigation

Apples Kartenapp stand lange in der Kritik und funktional stets einen Schritt hinter der Konkurrenz von Google Maps. Mit iOS 11 soll sich dieser Abstand etwas verkleinern. Die Kartenapp erhält jetzt auch einen Abbiege- beziehungsweise Spurassistenten, der den Fahrer berät, wo er sich einordnen sollte. Dazu kommen Ansätze von Indoor-Navigation. Eine kleine Firma, die sich darauf spezialisiert hat, hat Apple bereits 2013 gekauft. In einigen Einkaufszentren und Flughäfen soll "Karten" bald auch drinnen zeigen können, wo es lang geht. Hier sind jedoch nur die Berliner Flughäfen (TXL und SXF, nicht BER) als einzige deutsche Orte dabei.

Ruhe beim Fahren

iOS 11 bringt einen neuen "Nicht stören"-Modus. Dieser heißt "Nicht stören beim Fahren" und bedeutet genau dies. Anhand der Bluetooth-Verbindung zum Auto oder sogar anhand von WiFi-Dopplermessung erkennt das iPhone, dass es sich gerade in einem Auto befindet. Dann bleibt es schwarz und Mitteilungen sind stumm. Auf Wunsch kann unser iPhone sogar automatisch auf SMS antworten, dass wir gerade fahren und nur im Notfall gestört werden dürfen.

Unterwegs im Auto bleibt das iPhone stumm.
Vergrößern Unterwegs im Auto bleibt das iPhone stumm.
© Apple

iOS 11: Welche Geräte sind kompatibel?

Alle iPhones ab dem iPhone 5S stehen auf der Kompatibilitätsliste. Das bedeutet, dass iPhone 5 und iPhone 5C leider draußen sind. Beim iPad werden alle Modelle ab dem iPad Air noch unterstützt. Bei den "Mini"-Varianten sind alle außer der ersten Generation inbegriffen. Die Liste der unterstützten iPod Touches ist kurz: nur die 6. Generation darf bei iOS 11 mitspielen.

Weitere Neuerungen

Die Liste der zusätzlichen Änderungen, die Apple nicht in den Fokus gestellt hat, ist relativ lang. Darunter befinden sich interessante Neuerungen wie "Screen-Recording", "NFC-Reader", gesprochene Untertitel für Videos oder die Taschenlampenfunktion für das iPad Pro 9,7 Zoll. Dazu gibt es einen neuen Assistenten, mit dem sich Einstellungen und Passwörter blitzschnell auf ein neues iOS-Gerät übertragen lassen sollen.

Die Liste der Neuerungen in iOS 11.
Vergrößern Die Liste der Neuerungen in iOS 11.
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