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iOS 14 Widgets-Konzept: Was uns bei WhatsApp, Twitter & Co erwarten könnte

25.06.2020 | 13:43 Uhr |

Seit der Vorstellung von iOS 14 im Rahmen der WWDC wissen wir: Apple hat mit dem Betriebssystem Großes vor. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die kleinen Apps, wie wir sie bisher kennen, verschwinden teilweise mit iOS 14. Stattdessen kommen die sogenannten Widgets, die bis zu 16 Apps ersetzen können und den neuen Home-Screen dominieren. Bisher sind nur Apples hauseigene Widgets bekannt. Doch was, wenn auch Dritthersteller Widgets herausbringen? Wir verraten anhand eines eigenen Konzept-Designs, was wir bei Widgets von WhatsApp, Instagram, Twitter und YouTube erwarten könnten - und was auf keinen Fall!

iOS 14 bringt viele neue Veränderungen mit sich: Eine App-Mediathek, Bild-in-Bild-Video, neue Nachrichten-Features, die Karten-App wird grüner, App-Clips und und und... Um bei so vielen neuen Features nicht die Übersicht zu verlieren, können Sie in unserem Extra-Artikel alles rund um die neuen Top-Features von iOS 14 nachlesen.

Eine der spannendsten Funktionen wird ohne Zweifel das neue Widget-Feature sein. Bei einem Widget handelt es sich um eine Anwendung, die direkt auf dem Home-Screen platziert werden kann und bestimmte, App-spezifische Informationen anzeigt. So müssen Sie beispielsweise nicht erst die Wetter-App öffnen, um zu sehen, wie warm es heute draußen ist. (Beziehungsweise, welche Temperatur der Algorithmus für ihren Ort rät.)

Mit iOS 14 kommen Widgets auf das iPhone.
Vergrößern Mit iOS 14 kommen Widgets auf das iPhone.
© Apple

Die Widgets kennen wir im Prinzip bereits: Zum einen aus der „Today-View“-Anzeige, die wir erreichen, wenn wir auf unserem Start-Home-Screen einmal nach links wischen. Dort finden wir Widgets wie Wetter, News, Aktivität, Batterien, Fotos, Kalender und noch viele weitere. Zum anderen ist das Konzept der Widgets von der Apple Watch kopiert, genauer gesagt von den dort zu findenden Komplikationen.

Warum die Widgets so revolutionär sind

Nun haben es die Widgets auch auf den Home Screen von iOS-Geräten geschafft. Das Besondere: Zum ersten Mal seit der Einführung des ersten iPhone im Jahr 2007 überarbeitet Apple damit das App-Layout. Denn wer Widgets auf seinem iPhone angezeigt haben möchte, der bringt das alt bekannte App-Layout ziemlich durcheinander.

Ein Widget kann verschiedene Größen haben. Diese können zuvor eingestellt werden: Je größer ein Widget, desto mehr Informationen können angezeigt werden, doch um so mehr Apps müssen dafür auch weichen. Je nach Größe ersetzt ein Widget vier, acht oder sogar 16 Apps. Das hat es bisher noch nicht gegeben. Zusammen mit der App-Bibliothek, die wir mit zu den neuen Top-Features von iOS 14 zählen, hat sich Apple da schon echt was ziemlich Cooles einfallen, beziehungsweise sich inspirieren lassen. Denn unter Android gibt es ähnliche Funktionen nämlich schon recht lange.

Welche Widgets gibt es?

Derzeit sind die Anzahl an Widgets noch recht begrenzt. Das macht aber auch nichts, denn der Großteil der iOS-Nutzer wird sich das Update ohnehin erst im Herbst herunterladen, wenn iOS 14 offiziell zum Download zur Verfügung steht. Bis dahin haben die Entwickler noch genügend Zeit, eigene Widgets zu erstellen. Eine Public Beta wird es ab Juli geben, wir rechnen mit etwa Mitte des Monats.

Diejenigen, die die Beta-Version von iOS 14 nutzen, müssen sich zunächst noch mit den Standard-Widgets von Apple begnügen. Dazu zählen folgende Widgets:

  • Smart Stack

  • Batterie

  • Kalender

  • Karten

  • Musik

  • News

  • Notizen

  • Fotos

  • Podcasts

  • Erinnerungen

  • Bildschirmzeit

  • Shortcuts

  • Siri-Vorschläge

  • Aktien

  • Tips

  • Wetter

WhatsApp, Twitter und Co.: Wie könnten Widgets von Drittanbietern aussehen?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst verstehen, welche Aufgabe die Widgets überhaupt erfüllen. Die Widgets zeigen bestimmte Informationen ihrer Apps vergrößert an. Ist beispielsweise das Wetter-Widget auf dem Home-Screen platziert, kann der Nutzer die Wetterbedingungen des zuvor gewählten Standorts ansehen. Möchte man jedoch das Wetter einer anderen Stadt sehen, muss man dafür extra in die App gehen. Das ist mit einem einfachen Tippen auf das Widget erledigt. Alternativ kann man das Widget bearbeiten und dort verschiedene Standorte auswählen.

Das zeigt aber, was wir von Widgets von Dritt-Anbietern erwarten dürfen. Die Widgets sind nämlich kein App-Ersatz. Man bekommt lediglich spezifische Informationen, für weiterführende Informationen muss man direkt in die App.

Nun stellt sich die Frage: Schreibt Apple vor, welchen Funktionsumfang ein Widget haben darf oder überlässt Apple diese Entscheidung den App-Entwicklern? Und selbst wenn dem so wäre: Wie weit würden die Entwickler gehen? Anhand der Apps Instagram, WhatsApp, YouTube und Twitter wollen wir herausfinden, welche App-Features wir zukünftig vielleicht in den Widgets sehen könnten.

Unser Widget-Konzept von Instagram, YouTube, Twitter und WhatsApp

Macwelt-Widget-Konzept: So könnten sie aussehen.
Vergrößern Macwelt-Widget-Konzept: So könnten sie aussehen.
© IDG

Natürlich können wir an dieser Stelle nur mutmaßen, ob und in welcher Form die Widgets für Instagram, YouTube, Twitter oder WhatsApp überhaupt erscheinen werden. Denn eines muss man vorweg noch einmal betonen: Die Entwickler könnten sich mit einem Widget auch ins eigene Bein schießen. Die App-Entwickler wollen letztendlich, dass wir so viel Zeit wie möglich mit ihren Apps verbringen. Widgets dürfen also nicht den Reiz nehmen, die eigentliche App zu öffnen. Vielmehr müssen Sie den Nutzer dazu anreizen, die App zu öffnen.

Instagram könnte beispielsweise eine Funktion einführen, dass man neue Posts bestimmter Nutzer bereits im Widget angezeigt bekommt. Oder - ähnlich wie in der YouTube-App – eine Anzeige darüber, welcher der Instagram-Freunde gerade eine neue Insta-Story hochgeladen hat.
In unserem Konzept würden wir uns wünschen, dass man innerhalb der Widgets auch wischen kann. Dies geht zurzeit nur in den sogenannten „Smart-Stapel“, eine Collage mehrerer Widgets in einem Widget-Layout.

YouTube könnte den Nutzern Informationen darüber geben, welcher ihrer Lieblings-YouTuber gerade ein neues Video hochgeladen hat. Dass man innerhalb des Widgets bereits Videos sieht, halten wir für unwahrscheinlich. Denn dadurch würde der Reiz verloren gehen, die eigentliche YouTube-App zu öffnen.

Twitter könnte wie das News-Widget funktionieren. Die Twitter-App scannt die Twitter-Timeline des Nutzers nach gefolgten Accounts und zeigt innerhalb des Widgets Tweets an, welche Twitter als besonders interessant oder für den Nutzer relevant erachtet. Mögliche Indikatoren für passende Tweets wären in diesem Fall die Anzahl der Likes, Retweets oder Replies.

WhatsApp könnte etwa dem Nutzer ungelesene Nachrichten anzeigen und von welchem Absender diese stammen.

Doch wie realistisch sind diese Vorstellungen?

Sind die Widgets eigentlich totaler Quatsch?

Denkt man genauer über die Widgets nach, stellt sich die Frage: Braucht man überhaupt für jede App ein eigenes Widget? Klar, sie sehen cool aus, aber ist deren Nutzen am Ende so groß, dass man dafür, vier, acht oder sogar 16 andere Apps opfern mag?

Um diese Frage zu beantworten, werfen wir einen Blick auf Android. Dort gibt es Widgets schon deutlich länger – und dennoch gibt es von den beliebtesten Apps, wie etwa Instagram oder YouTube, keine Widgets. Warum? Weil es eben manchmal keinen Sinn ergibt. Vor einigen Jahren gab es sogar mal ein YouTube-Widget, welches nach kurzer Zeit aber wieder eingestellt wurde. Der Grund: zu wenig Nutzer.

Denkbar wäre ebenfalls, dass Widgets das ehemalige 3D-Touch- oder das derzeitige Haptic-Touch-Feature aufgreifen und quasi Shortcuts bestimmter Apps ermöglichen. So könnte Instagram etwa ein Widget erstellen, in dem wir keine Bilder oder Story-Benachrichtungen zu sehen bekommen, sondern die Möglichkeit erhalten, das Konto zu wechseln, Aktivitäten anzuzeigen, einen neuen Beitrag zu erstellen oder die Kamera zu öffnen. Die Frage ist nur: Will man sich ein solches Widget auf den Home-Screen legen? Wahrscheinlich eher nicht, denn letztendlich soll es ja immer noch gut aussehen und nicht nur funktional sein.

Unser Konzept mag vielleicht gut aussehen, doch es ist fraglich, ob es sich für die Entwickler überhaupt lohnt, Zeit und Geld in Widgets zu stecken, die am Ende eh nicht genutzt werden, weil man auch weiterhin ganz einfach die App nutzen kann. Für manche Apps sind Widgets daher totaler Quatsch, für andere dahingegen ziemlich praktisch. Wir sind auf jeden Fall schon ziemlich gespannt, was sich die Entwickler dazu in Zukunft einfallen lassen – bereits in der Public-Beta-Phase sollten wir mehr erfahren.

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