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iOS 14 bringt Interaktion in der „Nähe“

22.07.2020 | 10:18 Uhr | Mark Zimmermann

Mit Nearby Interaction hat Apple auf der WWDC 2020 eine neue Funktion für iOS 14 angekündigt. Dieses neue Feature erlaubt es einem Gerät, mithilfe des U1-Chips seine Nähe zu anderen Geräten auszuwerten.

Bislang war Airdrop die bekannteste Funktion, die auf den Fähigkeiten des U1-Chips mit Ultrawideband -Technik aufsetzte: Mit iOS 13 und einem iPhone 11 (Pro, Max) erhält der Anwender eine Top-Auswahl der am "nächsten" befindlichen Anwender – sofern diese ebenfalls ein iOS-Gerät mit U1-Chip besitzen, dieser ist (aktuell) nur in den iPhone 11 vorhanden. Im Anschluss kann der Nutzer sein Device auf das bevorzugte Gerät ausrichten, um die Datenübermittlung zu optimieren.

Mit dem Nearby Interaction Framework gibt Apple diese Funktion nun auch für Entwickler frei. Das Framework erlaubt es, räumliche Interaktionen basierend auf den relativen Positionen (Entfernung und Richtung) von zwei oder mehr iOS-Geräten zu erstellen.

Wie Nearby Interaction funktioniert

Diese auch als "Räumliches Bewusstsein" bezeichnende Fähigkeit bedeutet im Wesentlichen, dass iOS-Geräte die physische Welt um sich herum besser verstehen und mit ihr interagieren können. Das Framework für die "Interaktion in der Nähe" funktioniert auf Opt-In-Basis. Entsprechend müssen Anwender jedes Mal, wenn sie eine App mit diesem Framework öffnen, die Erlaubnis für die Nutzung des U1-Chips geben. Die Freigabe bleibt so lange bestehen, bis die App beendet wird.

Haben Anwender auf beiden Seiten die Berechtigung erteilt, beginnen ihre Apps auf den iOS-Geräten zu "verstehen", wie weit sie voneinander entfernt sind und in welcher relativen Richtung sich das jeweils andere Gerät befindet. Solange eine Session einer App besteht, kann diese auf einen kontinuierlichen Strom von Aktualisierungen mit Entfernungs- und Richtungsinformationen zugreifen. Dabei nutzt eine App eine Session pro erkanntes Gerät (mit aktivierter App).

Ähnlich wie bei Mustern in anderen Apple-Frameworks, etwa ARKit , geben App-Entwickler dem Session-Objekt eine Konfiguration, mit der es ausgeführt werden soll. Angenommen, zwei oder mehr Anwender führen eine App aus und möchten auf räumliche Weise miteinander interagieren. Bevor dies geschehen kann, muss eine App das System auf beiden Seiten darüber informieren, wie das andere Gerät in der Nähe identifiziert werden kann. Hierfür steht aus Datenschutzgründen ein sogenannter Discovery Token zur Verfügung.

Aktuell sind die Einsatzmöglichkeiten noch etwas beschränkt, da es mit dem iPhone 11 nur diese eine Geräteklasse mit U1-Chip gibt und auch Apple zeigte in seiner WWDC-Session kein wirklich überzeugendes Szenario. Sobald mehr Geräte diesen Chip haben, könnte es sicher zu spannenden Interaktionsmöglichkeiten kommen. (mb)

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