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iOS-Apps auf dem M1: Was bisher enttäuscht

28.11.2020 | 12:06 Uhr |

In der Theorie klingt das Feature super, in der Praxis enttäuscht es die Nutzer: iOS-Apps auf dem Mac, dank Apple Silicon eigentlich kein Problem. Und trotzdem läuft es noch nicht rund. Woran es liegt.

Was Apple im Rahmen des letzten Apple-Events rund um die neuen M1-Macs als neues und interessantes Feature vorstellte, entpuppte sich im Nachhinein als ziemlich große Enttäuschung: iOS-Apps auf dem Mac. Es hätte eine revolutionäre Verschmelzung von Apples Plattformen und gleichzeitig eine massive Erweiterung der Mac-Software sein können. Doch derzeit ist es leider alles andere spektakulär. 

Das Ausführen von iOS-Anwendungen auf dem Mac kann schon ein wenig seltsam sein. Aber manchmal ist es auch überraschend gut – viel besser, als man vielleicht gedacht hätte. Aktuell sind aber leider viele interessante iOS-Anwendungen überhaupt nicht verfügbar, weil ihre Entwickler sie – aus teils nachvollziehbaren Gründen – erst gar nicht für den Mac bereitstellen.

So hat sich Apple das nicht vorgestellt, es besteht noch viel Verbesserungsbedarf. Im folgenden Artikel stellen wir einige Möglichkeiten vor, wie iOS-Apps auf dem Mac besser werden. 

Was Entwickler tun können

Obwohl iOS-Entwickler ihre Anwendungen für den Mac mit dem sogenannten "Apple Silicon Developer Transition Kit" frühzeitig erstellen und ausführen konnten, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sie unter MacOS funktionieren würden, verstehe ich, warum sich viele Entwickler dagegen entschlossen haben. Viele fühlten sich dabei unwohl, ihre iOS-Apps auf keinem echten M1-Mac auszuprobieren. Daher ist es verständlich, dass sich viele Entwickler dafür entschieden haben, einfach auf Nummer Sicher zu gehen und Ihre Anwendungen nicht für den Mac bereitzustellen. 

Ich hoffe allerdings, dass es sich dabei nur um eine vorübergehende Situation handelt. Obwohl iPad- und iPhone-Apps im Mac-Kontext einige Macken haben, funktionieren sie ehrlich gesagt besser, als ich erwartet hatte. Und ich denke, dass Benutzer wahrscheinlich nachsichtiger mit Macken umgehen, als vielleicht Entwickler. Ich hoffe, dass das Perfekte nicht der Feind des Guten sein wird und die Nutzer nicht unter den sehr hohen Standards der Entwickler leiden. 

Ich hoffe, dass die Entwickler sich anschauen werden, wie (und ob) ihre iOS-Anwendungen auf dem Mac funktionieren und anschließend entscheiden, ob sie sie auf dem Mac haben wollen – und dass sie dazu angetrieben werden, sie auch zu verbessern. Und Entwickler können sogar noch weitergehen: Indem sie etwa Catalyst einsetzen, um die iOS-Apps als vollständige Mac-Apps und anderen Mac-Anpassungen auszuführen. (Anwendungen, die mit Catalyst laufen, werden auch auf der installierten Basis von Intel-Macs laufen, was die Mehrheit der Macs auch in absehbarer Zukunft ausmachen wird).

Was Apple tun kann

Das ist nicht nur eine Frage der Entwickler. Wenn Apple davon profitieren will, dass iOS-Anwendungen auf aller zukünftigen Mac-Hardware ausgeführt werden können, muss Apple noch weiter Druck ausüben.

Apple muss Catalyst weiter entwickeln und es für iOS-Entwickler so einfach wie möglich machen, Apps zu entwickeln, die sowohl auf iPads mit angeschlossener Magic Keyboard als auch auf Macs hervorragend funktionieren. Je weniger Arbeit die Entwickler tun müssen, um ihre Anwendungen für eine breite Palette von Apple-Geräten zu optimieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass am Ende mehr iOS-Apps auf den Mac kommen.

Den größten Einfluss wird Apple mit Entscheidungen bezüglich seiner Hardware bewirken können. Der Grund dafür, dass sich einige iOS-Anwendungen auf dem Mac seltsam anfühlen, ist, dass sie für den Touchscreen und nicht für einen Cursor und eine Tastatur entwickelt wurden. Die Einführung von Macs mit Touchscreens wird den Status des Mac als Maus nicht verändern, aber es wird alternative Eingabemodi bieten und eine bessere Kompatibilität mit einigen iOS-Anwendungen ermöglichen.

Und stellen Sie sich vor, Apple würde ein konvertierbares Macbook mit zwei Geräten in einem herstellen – mit einem Bildschirm, der um die Rückseite gedreht werden könnte, um ihn vorübergehend eher wie ein iPad aussehen zu lassen. Viele Benutzer würden einen Laptop lieben, der sich von Zeit zu Zeit in ein Tablet verwandeln ließe. Voraussetzung dafür sind die entsprechenden Apps.

Was Benutzer tun können

Die Entwickler haben es alles andere als leicht. Sie haben den ganzen Sommer damit verbracht, sich mit einigen großen Änderungen in macOS Big Sur herumzuschlagen, vom Übergang zu Apple-Silicon ganz zu schweigen. Sie verdienen Ihren Respekt und Höflichkeit.

Soll heißen: Wenn es eine iOS-App gibt, die Ihnen gefällt und die nicht auf dem Mac verfügbar ist, dann lohnt es sich, den Entwickler höflich zu kontaktieren. Erklären Sie ihnen höflich, warum Sie diese App auf dem Mac ausführen möchten und warum die App eine bessere Option ist als die heutige Mac-Lösung. Je mehr Nachfrage die Entwickler hören, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie der Einführung ihrer iOS-Anwendung auf dem Mac Vorrang einräumen.

Am Ende müssen wir alle nur etwas Geduld haben. Das sind die allerersten Tage für Apple-Silicon auf dem Mac. Ich habe mit einigen Entwicklern gesprochen, die seit der ersten Ankündigung von Mac Catalyst im Sommer 2019 daran arbeiten, ihre iOS-Anwendungen auf den Mac zu bringen – und die Arbeit ist noch lange nicht zu Ende. Die erste Version von Catalyst war limitiert, und so warteten viele der Entwickler auf die Version in Big Sur. Es braucht Zeit, um es richtigzumachen. Ich bin zuversichtlich, dass weitere Apps auf dem Weg sind.

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