2455025

iPad 7 vs. iPad Air 3 im Vergleich

11.09.2019 | 15:36 Uhr | Stephan Wiesend

Das neue iPad der siebten Generation mit 10,2-Zoll-Bildschirm ist sehr günstig und zeigt überraschend viele Übereinstimmungen mit dem deutlich teureren iPad Air 3.

Das alte iPad mit 9,7-Zoll-Bildschirm ist das meistverkaufte Tablet in Deutschland, knapp gefolgt vom iPad Air. Mit dem neuen 10,2-Zoll-Modell könnte sich dieser Erfolg fortsetzen. Das Konzept des neuen iPad der siebten Generation bietet aber einige Überraschungen: Es ist das erste iPad mit dieser Bildschirmgröße und kostet kaum mehr als das iPad mit 9,7-Zoll-Display. Beim Kauf eines neuen iPad werden deshalb noch mehr Käufer vor der Frage stehen: Nehme ich das iPad oder das iPad Air 3? Die beiden Geräte haben nämlich viele Gemeinsamkeiten.

Gleiches Gehäuse?

Vergleicht man die Abmessungen des iPad Air und des iPad 7, ist man etwas überrascht: Höhe und Breite der beiden iPads ist identisch, beide sind etwas größer als das alte iPad mit 9,7-Zoll-Display. Allerdings ist das iPad mit 7,5 mm Tiefe etwas dicker als das 6,1 mm flache Air und Wi-Fi-Modell ist mit 483 Gramm auch 27 Gramm schwerer als das iPad Air: Dieses wird somit nebenbei seinem Namen wieder gerecht.

Grund für diese kleinen Unterschiede ist offensichtlich das nicht-laminierte Display des iPad. Dieses ist etwas dicker und schwerer als das des Air.

Design

Das Design beider Geräte-Gehäuse ist eigentlich nicht ganz neu: Für iPad-Kenner wirken beide Geräte vertraut, das Design des iPads ist ja fast identisch mit dem alten iPad Air von 2013, das Design des neuen iPad Air ist dagegen mit dem des iPad Pro 10,5-Zoll. Drei Farben stehen jeweils zur Wahl: Silber, Gold und Spacegrau. Lobenswert: Die iPads bestehen aus recyceltem Aluminium.

CPU

Das neue iPad Air sollte die deutlich bessere Performance bieten als das iPad und kann sich hier klar absetzen. Apple verbaut im Air einen A12 Bionic Chip mit 64‑Bit Architektur, Neural Engine und integriertem M12 Coprozessor – der auch im iPhone XS steckt. Das iPad muss sich wie der Vorgänger mit dem angejahrten A10 Fusion-Chip des iPhone 7 zufriedengeben – ohne die sogenannte Neural-Engine. Für Arcade und auch anspruchsvolle Apps ist das iPad aber nach unserer Einschränkung trotzdem gut tauglich, wie der Vorgänger der sechsten Generation. Über die Ausstattung mit Arbeitsspeicher liegen uns leider bisher keine Informationen vor.

Laut Apple soll sich das neue iPad auch gut für Apple Arcade und andere Spiel eignen.
Vergrößern Laut Apple soll sich das neue iPad auch gut für Apple Arcade und andere Spiel eignen.
© Apple

Display

Das Display des iPad Air ist nicht nur flacher, es ist deutlich hochwertiger. Mit 10,5-Zoll (2224 x 1668 Pixel) ist es zwar etwas größer als das 10,2-Zoll-Display des iPad (2160 x 1620 Pixel), der Abstand macht aber nun nur noch wenige Pixel aus.

Apple hat dem Air ein sogenanntes laminiertes Display mit Antireflex-Beschichtung gestattet, was nicht nur besser aussieht, sondern auch weniger Reflexionen bedeutet. Im Unterschied zum iPad unterstützt das Air zudem die Technologie True Tone: Durch diese Technologie passt sich die Bildschirmdarstellung automatisch an das Umgebungslicht an. Zusätzlich unterstützt es den P3-Farbraum. Letzterer ist ein größerer Farbraum als sRGB und wird auch von neueren iPhone-Kameras unterstützt, das ist aber wohl eher für Fotografen von Belang. Die Helligkeit ist mit 500 Nits identisch.

Über das Display des alten iPad hatte sich aber schon kaum jemand beschwert, arbeitet man viel im Außenbereich, würden wir aber eher zum weniger reflektierenden Air-Display raten.

Schnittstellen

Beide iPads haben nun einen Smart Connector an der linken Seite und können deshalb mit einer Apple-Tastatur gekoppelt werden. Dabei handelt es sich um keine neue Tastatur, sondern um einen alten Bekannten: Das für das iPad vorgesehene Smartkeyboard erschien ursprünglich für das iPad Pro 10,5 und unterstützt neben dem iPad Air nun auch das neue iPad – für 179 Euro.

Beide sind außerdem mit dem Apple Pencil der ersten Generation kompatibel, nicht jedoch mit dem Pencil 2.

Über den Lightning-Connector stehen weitere Optionen zur Verfügung, so kann man dank iPadOS auch Speicherkarten anschließen, per Lightning-Adapter Displays und USB-Peripherie.

Der Pencil der ersten Generation wird unterstützt.
Vergrößern Der Pencil der ersten Generation wird unterstützt.
© Apple

Kapazität und Preis

Nur zwei Speicherausstattungen stehen beim Air zur Wahl: Ab 549 Euro gibt es die WiFi-Version mit 64 GB und für 719 Euro die Version mit 256 GB. Das iPad bietet Apple dagegen nur mit den Kapazitäten 32 GB und 128 GB an – zu Preisen ab 379 bzw. ab 479 Euro. Relativ teuer erscheinen die Versionen mit LTE, hier verlangt Apple 519 bzw. 619 Euro.

Offensichtlich sollen die unterschiedlichen Speicherangebote die beiden Modelle etwas voneinander abheben: Benötigt jemand 256 GB Speicher, muss er zum Air greifen.

Im Handel ist das iPad allerdings vermutlich bald günstiger zu haben, das Air gibt es aktuell etwa bei Amazon für 499 Euro. Was die Kaufentscheidung nicht einfacher macht: 32 GB Speicher sind schon recht knapp, aber für den Preis des 128 GB-Modells bekommt man fast schon das iPad Air mit 64 GB.

Kameras

Die Rück- oder Hauptkameras der beiden iPad sind anscheinend identisch, es handelt sich um 8 Megapixel-Kameras mit der Blende f 2,4 – deutlich schlechter als bei einem aktuellen iPhone, aber recht solide. HDR- und Panorama-Fotos sind möglich, es gibt aber keinen Blitz. Die Face-Time-Kamera des iPad Air ist dagegen deutlich besser als beim iPad, sie unterstützt 7 statt 1,2 Megapixel und kann statt 720p auch 1080p-Videos aufnehmen – gut für Videotelefonie. Im Unterschied zum iPad wird außerdem Auto HDR unterstützt. Mit den Frontkameras der aktuellen iPhones können die iPads aber längst nicht mehr mithalten.

Lautsprecher

Die Zahl der Lautsprecher ist bei beiden iPad auf zwei Stück begrenzt, die Pro-Modelle bieten dagegen vier Lautsprecher.

Netzwerkunterstützun

Beide Geräte sind auf Wunsch als LTE-Version verfügbar, beide unterstützten aktuelle WLAN-Standards. Ein kleiner Unterschied: Das iPad Air unterstützt das leistungsfähigere Bluetooth 5.0, das iPad nur die Version 4.2.

Akkulaufzeit

Laut Apple unterstützen beide iPad bis zu 10 Stunden Surfen im Web, durch die unterschiedlichen CPUs sind aber abweichende Laufzeiten möglich. Das werden aber erste Messungen zeigen.

Unsere erste Einschätzung

Die beiden Geräten ähneln sich mehr, das iPad Air ist aber eindeutig das hochwertigere Gerät: Sowohl Leistung als auch Display sind besser, das minimal geringere Gewicht und geringere Dicke sind dagegen wohl weniger von Belang. Für die meisten Anwender sollte das neue iPad aber alle Ansprüche erfüllen.

Interessant für Sparsame: Das alte iPad mit 9,7-Zoll-Display sollte bald zu günstigen Preisen im Angebot sein und ist nicht ohne Grund bei den Anwendern sehr beliebt.

iPad Air

iPad 10,2 -Zoll

Preis

ab 549 Euro

ab 379 Euro

Speicher

64 oder 256 GB

32 oder 128 Gb

Abmessungen

250,6 x 174,1 x 6,1mm

250,6 x 174,1 x 7,5 mm

Gewicht

456 (Wi-Fi) bzw. 464 Gramm (LTE)

483 (Wi-Fi) bzw. 493 Gramm

CPU

A12X

A10

Display

10,5 Zoll (2224 x 1668 Pixel)

10,2 Zoll (2160 x 1620 Pixel)

Smartconnector

ja

ja

Miniklinke (Kopfhörer)

ja

ja

Lightning

ja

ja

Rückenkamera

8 MP/ f2,4

8 MP/ f2,4

Frontkamera

7 MP

1,2 MP

Bluetooth

5.0

4.2

Akku

30,2 Wh

n.b.

TouchID

ja

ja

P3-Farbraum

ja

nein

TrueTone

ja

nein

Antireflex-Beschichtung

ja

nein

Macwelt Marktplatz

2455025