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iPad und iPadOS: Das plant Apple für 2021

24.12.2020 | 10:40 Uhr | Stephan Wiesend

Neben den neuen Macs und iPhones sind die iPads etwas in den Hintergrund gerückt – dabei gehören diese Geräte zu den beliebtesten Produkten von Apple.

Das zweite Halbjahr 2020 stand wohl komplett unter dem Eindruck der neuen Apple Silicon-Macs, was wohl auch die iPads beeinflussen wird. So nutzen die drei neuen Macs doch nun die gleiche CPU-Architektur wie die iPhones und auch iPad. Das ändert aber nichts daran, dass iPads und Macbooks ein völlig unterschiedliches Betriebssystem verwenden und auch das Bedienkonzept und Ausstattung völlig anders sind. Die Bedeutung der Tablets für Apple sollte aber nicht unterschätzt werden, trugen sie doch 2020 über zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei – fast so viel wie die Mac-Sparte. Hier wird Apple auch 2021 viele Neuerungen vorstellen.

Diese iPads kommen neu auf den Markt

iPad Pro mit Mini-LED-Display

Spannend wird das nächste iPad Pro: Ein neues Pro-Modell ist überfällig, hat doch das neue iPad Air zum Top-iPad aufgeschlossen. Das 2018 vorgestellte iPad Pro hatte Apple schließlich 2020 nur wenig verbessert, abgesehen von einer zusätzlichen Weitwinkelkamera und LiDAR-Sensor erhielt es nur eine leicht optimierte CPU. Das kommende iPad Pro wird aber wieder eine deutlich schnellere CPU als das iPad Air bekommen, vermutlich eine A14Z mit mehr Hochleistungskernen als die A14-CPU des iPad Air.

Große Änderungen beim Design erwarten wir nicht, das fast rahmenlose neue Design mit Face-ID und flachem Metallgehäuse wird Apple  2021 beibehalten. 11-Zoll-Display und 12,9-Zoll-Display haben sich als Bildschirmgrößen bewährt und bieten eine klare Abgrenzung zum iPad Air oder gar iPad 10,2. Es gibt noch einen anderen Grund, dass Apple hier nur wenig Freiheiten hat: Die neue Magic Tastatur wurde gerade erst eingeführt worden und auf den Millimeter auf Schnittstellen und Gehäuseabmessungen zugeschnitten.

Eine kleine Revolution versprechen Insider beim Display: In den aktuellen iPads kommen noch immer herkömmliche LCD-Displays zur Verwendung, in allen neuen iPhones dagegen OLED-Displays. Apple wird aber wohl in den kommenden iPad-Pro-Modellen weniger auf OLED-Displays setzen, als auf eine wenig bekannte neue Technologie: Mini-LED-Displays. Laut Digitimes und auch Ming-Chi Kuo soll noch im ersten Quartal 2021 ein erstes Modell auf den Markt kommen, auch kommende Macbooks sollen diese neuen Panels erhalten. Sicher wird sich Apple für die neue Technologie einen gut klingenden Namen einfallen lassen.

Die Besonderheit: Statt einer einzelnen Hintergrundbeleuchtung (wie bei LCDs) besteht die Hintergrundbeleuchtung aus tausenden winzigen LEDs. Da diese gezielt angesteuert werden, soll dies höhere Leuchtkraft und besseren Kontrast ermöglichen. Auch HDR-Inhalte sind dadurch besser darstellbar, da ein gezieltes Abdimmen von Zonen möglich ist.

Eigentlich wäre auch 5G angemessen. Gut möglich, dass die Pro-Modelle schon im nächsten Jahr auf den neuen Standard aufgerüstet werden.

Das „Nur“-iPad

Zugegeben, das iPad 10,2 ist mit seinem alten Design eigentlich veraltet. Der breite Rahmen des günstigen Modells wirkt altmodisch, ebenso der große Home Button. Andererseits ist es dadurch auch ohne komplizierte Gesten benutzbar, das Entsperren per Fingerabdruck einfach und eingängig. Der größte Vorteil für Apple: Durch jahrelange Produktion ist die Herstellung sehr günstig und nur so ist ein günstiger Preis für Schulen und preisbewusste Kunden möglich. Auch 2021 wird Apple sein iPad aktualisieren, vermutlich mit einer aktuellen CPU. Toll fänden wir ein Einstiegsmodell mit 64 statt 32 GB Speicher, leider würde das iPad dann dem iPad Air wohl noch mehr Konkurrenz machen. Auch bei der mäßigen Kamera und etwas stärker spiegelndem Display wird Apple wohl leider nichts ändern.

iPad Mini 6?

Das iPad Mini hat große Fans, vielen ist das iPad 10,2 zu schwer und das iPad Air zu groß. Für den Heimanwender ist das edle und leichte iPad Mini eine tolle Alternative, wir erwarten aber 2021 eine Version mit iPad-Air-Design – bzw. ein geschrumpftes iPad Air. Das iPad Mini erhält dann ein randloses Display und einen Einschaltknopf mit integriertem Fingerabdrucksensor. Auch der Preis wird aber wohl etwas steigen und genau in die Lücke zwischen iPad 10,2 und iPad Air passen.

iPad OS 15: Was gibt es zu erwarten

Über das kommende iPad OS 15 ist wenig bekannt, es deuten sich aber weitere Verbesserungen „unter der Haube“ in den Bereichen Siri und Suchfunktion an. Hier hat Apple in den letzten Jahren viel Zeit und Geld investiert. So munkelte man sogar über eine Ablösung der in iOS voreingestellten Google-Suchmaschine, das ist aber noch sehr umstritten. Weiterhin legt Apple viel Wert auf sein Versprechen von gutem Datenschutz und einem sicheren System. Hier gibt es weitere Verbesserungen, so scheint Apple ja etwa mit Cloudflare und Fastly an einer zusätzlichen Absicherung zu arbeiten. Eine neue Technologie namens Oblivious DNS könnte das Surfen besser vor Hackern und Datenspionen absichern, auch ein einfacher VPN-Dienst wäre denkbar.

Trotz der neuen Tastatur Magic Keyboard und Pencil 2 bleibt ein iPad aber ein Tablet – es ist ideal für die mobile Nutzung und gerade für Heimanwender oft das optimale Surf-Gerät. Weiterhin sind iOS und iPadOS nah verwandt und unterscheiden sich stark vom Desktop-System macOS. Das gilt aber nicht für Apps: Durch die native Unterstützung von iPad-Apps wird sich aber wohl das Softwareangebot für Mac und iPad weiter angleichen und viele Apps sind bereits gleichermaßen auf dem iPad als auch dem Mac nutzbar. Welche Auswirkungen die Unterstützung von iPad-Apps auf den Macs mit Apple Silicon haben wird, lässt sich aber bisher schwer voraussagen.

Vermutlich wird iOS 15 nur noch iPhones ab dem A10-Chip unterstützt, allerdings wird dies für iPad wohl nicht gelten. Das iPad Mini 4 mit A8-Chip hat Apple noch bis 2019 verkauft, das iPad 5 mit A9-Chip sogar bis 2018.

LiDAR und AR

Augmented Reality lässt noch eine Weile auf sich warten, wenn auch neben dem iPad Pro 2020 nun ebenfalls das iPhone 12 Pro einen LiDAR-Scanner bekam. Eine AR-Brille von Apple wird aber weiterhin erst 2022 erwartet, allerdings wird es zu diesem Thema vielleicht zur WWDC 2021 mehr Informationen geben. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.

Fazit:

Für 2021 stehen iPad Pro mit neuen Displays und schnelleren CPU auf dem Plan, aber auch ein Nachfolger des iPad Mini. Vor allem die neue Display-Technologie klingt vielversprechend – auf die AR-Revolution werden wir aber bis übernächstes Jahr warten müssen.

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