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iPhone 14: Warum niemand ein Pro-Modell braucht

17.06.2022 | 10:40 Uhr |

Das iPhone 14 wird wohl Features der aktuellen iPhone-13-Pro-Serie bekommen. Wer braucht dann noch ein iPhone 14 Pro?

Es beginnt schon bei der Frage des Preises: Sind Sie bereit, für ein iPhone 13 Pro mindestens 1.149 Euro auszugeben? Vielleicht schon, denn immerhin bekommen Sie für das Geld die neuesten Features, die Apple derzeit in seinen Smartphones verbaut. Neuestes Design, neueste Kamera, neueste Display-Technologie – das alles ist in diesem stolzen Preis mit inbegriffen. Nun weiß man leider vor dem Kauf nicht genau, ob man diese neuen Features überhaupt im Alltag nutzen oder wertschätzen wird. In diesem Erfahrungsbericht erkläre ich Ihnen, weshalb ein iPhone 13 Pro bis auf wenige Features nicht notwendig ist und warum sich die Frage nach der Notwendigkeit eines Pro-Modells mit der nächsten iPhone-14-Generation vielleicht ohnehin nicht mehr stellen wird. 

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iPhone 13 Pro: Wer es braucht – und wer nicht

Das iPhone 13 Pro hat nur wenige neue Features spendiert bekommen: 

  • 20 Prozent schmalere Notch 

  • Eine neue Farbe: Alpingrün (eingeführt im März 2022)

  • Pro-Motion-Display mit adaptiven Bildwiederhol­raten bis 120 Hz

  • Makro-Kamera-Modus

  • Kinomodus in 1080p mit 30fps

  • 6x optischen Zoom 

  • Besserer Akku 

  • Bis zu 1 TB Speicher

  • A15-Chip

Was auf dem Papier nach einer Menge Veränderungen aussieht, stellt sich in der Praxis als recht eintönig heraus. Die 20 Prozent schmalere Notch fällt nicht wirklich ins Gewicht, da sie noch immer sehr präsent auf dem Bildschirm ist. Wer sich bereits an der großen Notch gestört hat, wird auch mit der „kleineren“ Notch seine Probleme haben. Die neuen Farben (blau und grün) sind ebenfalls ein nebensächliches Feature, tragen die meisten Nutzer bei so teureren Geräten doch meist eine Hülle, sodass von der Gehäusefarbe am Ende nicht viel zu sehen ist.

Das 120Hz-Display ist tatsächlich ein Feature, welches mich seit dem Erscheinen des iPhone 13 Pro überzeugt hat. Wer erst einmal ein so flüssiges iOS-Erlebnis genießen konnte, will so schnell nicht wieder zurück. Ich kenne aber genügend Freunde und Bekannte, denen der Unterschied zwischen dem Pro-Motion-Display und dem Super Retina XDR Display (welches auch im iPhone 12 Pro oder iPhone 11 Pro verbaut ist) nicht wirklich auffällt. 

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Der Makro-Modus ist ganz nett und wurde gerade in der Anfangsphase ausgiebig getestet und genutzt. Ist der erste Anflug von Begeisterung erst einmal verflogen, geht man dann doch recht schnell zur normalen Weitwinkelkamera über oder nutzt mal den neuen verbesserten Zoom, der aber ruhig noch etwas besser sein kann. Apropos Kamera: Auch der neue Kino-Modus ist eher ein lustiges Feature zum Herumspielen, doch sind die Ergebnisse am Ende meist nicht so gut, als dass man diesen gerne öfter nutzen würde. Wer nicht gerade ein Film-Student ist oder das iPhone viel zum Hobby-Filmen nutzt, wird den Kino-Modus wahrscheinlich noch nicht einmal entdeckt haben. 

Der verbesserte Akku ist hingegen ein echter Kaufgrund. Bis zu 22 Stunden Videowiedergabe verspricht Apple, beim iPhone 13 sind es 19 Stunden, beim iPhone 12 hingegen nur 17 Stunden. Pro-Features benötigen eben auch einen Pro-Akku. 1 TB Speicher sind zwar nett, doch erstens viel zu teuer und zweitens für den Durchschnittsnutzer viel zu übertrieben. Insofern hat Apple hier eine Neuerung geschaffen, die für den Großteil der Nutzer ohnehin irrelevant sein dürfte. Genauso wie der A15-Chip. Da dieser in allen Modellen verbaut wird, muss man sich nicht mit der Frage quälen, ob der neueste Chip für die individuelle Nutzung überhaupt ausreicht oder ob ein älterer Chip die bessere Wahl ist. Er ist da – und das ist auch gut so. 

Warum ich kein iPhone Pro brauche  – und Sie wahrscheinlich auch nicht

Das iPhone 13 Pro ist ein schönes Gerät – keine Frage. Und ich will niemandem das Recht absprechen, sich ein solches Gerät zuzulegen, obwohl nicht alle neuen Features genutzt werden. Wer es sich leisten kann, soll tun und lassen, was er oder sie möchte. Am Ende ist es wichtig, dass man Spaß mit dem Produkt hat und das wird man mit dem Pro-Gerät auf jeden Fall. 

Ich nutze das iPhone 13 Pro nun seit zehn Monaten und nach all dieser Zeit kann ich ganz ehrlich sagen: Nur wenige der aufgezählten neuen Features machten sich am Ende für mich bezahlt. Das neue Pro-Motion-Display finde ich phänomenal und auch der bessere Akku ist für mich als Power-User ein großer Vorteil. Doch sind es diese Features, die ein iPhone zu einem iPhone Pro machen? Wohl kaum, meine persönlichen technischen Präferenzen gibt es leider nur in einem iPhone 13 Pro zu kaufen, weshalb ich unweigerlich zum Pro-Modell greifen und 250 Euro mehr auf den Tisch legen muss. 250 Euro sind eine Menge Geld, wenn man bedenkt, dass man am Ende eigentlich nur zwei Features nutzt, die es in einem Standard-Modell wie dem iPhone 13 nicht gibt. Die iPhone-13-Pro-Modelle sind dazu recht schwer, im Vergleich zum iPhone 13 exakt 30 Gramm, um genau zu sein. Aus meiner Sicht ein klarer Nachteil. 

Die Grenzen zwischen Pro und Nicht-Pro verschwimmen auch beim iPhone immer mehr, genau wie bei Apples Mac- und iPad-Linie. Wüssten Sie etwa im Detail, was der Unterschied zwischen einem iPad Air mit M1-Chip oder einem iPad Pro mit M1-Chip ist? Falls nicht, finden Sie hier die Antwort. Mit dem iPhone 14 könnte Apple jedoch endlich wieder für eine klare Unterscheidung sorgen. 

iPhone 14: Immer noch Pro, aber …

Eine genaue Übersicht über alle Informationen, Leaks und Gerüchte rund um das diesjährige Apple-Smartphone finden Sie in unserem großen iPhone-14-Gerüchte-Artikel . Darin beschrieben ist auch das Portfolio, welches wir für diesen Herbst erwarten. Das iPhone Mini fällt weg, dafür gibt es neben dem regulären iPhone 14 eine größere Variante, welche vermutlich iPhone 14 Max heißen wird. Die Pro-Modelle wird es auch beim iPhone 14 noch geben, jeweils als kleines und großes Modell. Doch sind nicht unbedingt die Größen das ausschlaggebende Argument für Pro oder Nicht-Pro, sondern die Features, welche die aktuelle Generation besitzt. 

Aktuellen Gerüchten zufolge sollen alle Modelle eine neue Notch bekommen, die nicht mehr wirklich viel mit der aktuellen Einkerbung am oberen Bildschirmrand gemeinsam hat. Und auch die Pro-Motion-Display-Technologie soll in alle Modelle wandeln, nicht nur die Pro-Modelle. Apple wird sicherlich wieder irgendwelche Argumente liefern, warum die Nutzer lieber zu den Pro-Modellen greifen sollen. Aktuell steht eine 2-TB-Speicherversion im Raum und auch, dass Apple nur den Pro-Modellen einen besseren Chip spendiert, während die Nicht-Pro-Modelle weiterhin mit dem A15-Chip aus der aktuellen Generation auskommen müssen. Dies wäre mal wieder ein echter Unterschied zwischen Pro und Nicht-Pro. Der Unterschied wäre sogar noch größer, sollte Apple tatsächlich mal wieder ein bedeutendes Kamera-Update auf die Pro-Modelle bringen. 

Nach dem aktuellen Kenntnisstand wird Apple die Nicht-Pro-Modelle im iPhone 14 aber einem solch großen Upgrade unterziehen, dass in diesem Jahr sich viele Nutzerinnen und Nutzer die Frage stellen werden: Brauche ich nun eigentlich wirklich ein Pro-iPhone? Oder reicht auch ein „normales“? 

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