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iPhone: Apple patentiert unsichtbare Buttons und Tastatur

16.07.2021 | 17:05 Uhr | Halyna Kubiv

Bei manchen Patenten denkt man sich: "Das könnte nur Apple einfallen", genau so geht es mit diesem Patent für unsichtbare Buttons.

Apples größte Stärke ist das industrielle Design und so ist das aktuelle Patent 20210109567 (via " Appleinsider ") damit begründet, dass der aktuelle Elektronik-Markt mit den Smartphones bereits gesättigt ist. Es fällt zunehmend schwerer, Alleinstellungsmerkmale zu bringen, dazu werden die Nutzer immer anspruchsvoller. 

Eine solche Funktion, die die Apple-Erfindungen von allen anderen unterscheiden wird, beschreiben nun die Erfinder in ihrem Patent – die unsichtbaren Knöpfe und sogar Tastaturen. Die Idee an sich ist bereits in einigen Macs und Macbooks implementiert: Ist ein Mac Mini ausgeschaltet, ist praktisch unmöglich zu sagen, wo genau im Gehäuse sich das Indikator-Licht befindet, das auf das eingeschaltete Geräte hinweist. Ist dieses Licht aus, sieht die Oberfläche komplett eben aus, das Bedienelement verschwindet also, wenn es nicht benötigt wird.

Nach dem gleichen Prinzip sind unsichtbare Knöpfe, Regler, Schalter und sogar einzelne Tasten im neuen Patent konzipiert. Den Erfindern schwebt Aluminium als Ausgangsmaterial vor. Die Oberfläche eines Geräts wird zwei Schichten davon haben, dazwischen soll sich eine Schicht vom nicht-leitenden Material befinden, sei es Luft oder eine Art von Gel. In der oberen Aluminiumschicht können nach Bedarf kleinere Löcher oder größere Auslassungen eingearbeitet werden, die das Drücken der Oberfläche erleichtern und zudem dazu dienen, auf die aktiven "Stellen" hinzuweisen, denn diese kann man aus dem Hintergrund mit den LED-Elementen beleuchten. Drückt der Nutzer auf die Oberfläche, ändert sich im Inneren der Druck und somit die Kapazität, ein Stromkreis wird geschaltet und aktiviert so die angeschlossene Funktion. Apple geht es sogar so weit, im gleichen Patent eine Oberfläche mit mehreren solchen aktiven Stellen darzustellen, eine Art unsichtbare Tastatur also.

Wird das Patent irgendwann mal in der Praxis implementiert, kann es weitreichende Folgen haben. Die einfachste Neuerung wäre ein unsichtbarer Trackpad bei den Macbooks, die heutigen haben noch Rahmen drum herum. Das mechanische Drücken simuliert Apple seit dem Macbook 12 Zoll und dem Macbook Pro aus dem Jahr 2015. Mit der Erfindung kann auch dieser Rahmen noch verschwinden und das Macbook eine einheitliche Oberfläche unterhalb der Tastatur bieten. Aber auch mobile Geräte wie iPhones und iPads können von der Erfindung profitieren. eSIM verschwindet im Inneren und wird fortan nur per Software aktiviert, die restlichen Knöpfe wie Power-Button, Leiser- und Lauter-Tasten können so verschwinden und ein iPhone ein komplett geschlossenes Gehäuse (abgesehen von Lautsprecher) bringen. Nur noch den Lightning-Anschluss muss Apple sterben lassen...

Aber nicht nur für Knöpfe und Tastaturen ist die Erfindung interessant, die Patent-Autoren überlegen eine Möglichkeit, neuartige Bildschirme aus dieser Art Kondensator zu erschaffen. Anders als die Multitouch-Displays in den aktuellen iPhones lassen sich solche Geräte auch in den Handschuhen und mit einem einfachen Stylus bedienen, die aktuellen Bildschirme setzen auf die Weiterleitung von Stromsignal mit dem menschlichen Finger.

Wie immer bei solchen Patenten gilt: Nicht alle Erfindungen aus Apples Entwicklungsabteilung schaffen es in die Praxis. Es ist aber interessant zu beobachten, in welche Richtung Apples Ingenieure denken und forschen.

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