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iPhone SE 3: Warum das “alte” Design modern ist

09.03.2022 | 10:50 Uhr |

Das iPhone SE der dritten Generation ist da - und für viele Nutzer wohl eine große Enttäuschung. Optisch hat sich nicht viel geändert und trotzdem geht Apple genau in die richtige Richtung. Ein Kommentar..

Obwohl wir eigentlich damit gerechnet haben, machte sich im ersten Moment der Vorstellung doch etwas Enttäuschung breit. Das iPhone SE der dritten Generation bietet optisch im Vergleich zu seinem Vorgänger keine großen Veränderungen. Heißt: Neben einem 4,7 Zoll großen Display kommt das SE 3 weiterhin mit einem Home-Button, dementsprechend spielt Notch inklusive Face-ID keine Rolle. Touch-ID ist und bleibt weiterhin die schnellste Methode, um das Einsteiger-iPhone zu sichern und zu entsperren.

Dafür hat sich unter der Haube was getan: Das neue SE 3 kommt nun mit 5G, welches neben dem iPhone 13 und iPhone 12 kein anderes iPhone bietet. Außerdem spendiert Apple der dritten Generation den A15-Chip, der dem Einsteiger-iPhone mehr Power in Sachen Foto, Akku und allgemeiner Performance verleihen soll. In dem Punkt hat Apple sich auf der Keynote recht bedeckt gehalten, inwiefern das iPhone SE 3 im Vergleich zu seinem Vorgänger wirklich besser ist, müssen Praxistests zeigen. 

Apple hat das iPhone SE 3 vorgestellt und im Vergleich zum Vorgänger muss man schon ziemlich genau hinschauen, um die Unterschiede zu bemerken. Alles, was ihr zu dem neuen Einsteiger-iPhone wissen müsst, verrät euch Simon in diesem Video.  ► Zum Technikliebe T-Shirt-Shop: shop.spreadshirt.de/technikliebe/

Das SE 3 ist jedoch ein perfekte Beispiel für Apples großes “Gerüchte-Problem” . Natürlich war vielen Leakern im Vorfeld klar, dass das SE 3 sich optisch nicht großartig vom Vorgänger unterscheiden wird. Das war auch den Medien bewusst, die darüber berichteten. Trotzdem kursierten seit den ersten Gerüchte-Artikeln rund um das SE 3 entsprechende Konzept-Renderings, die ein “moderneres” Design zeigten. Eine Fusion aus iPhone SE 2 und iPhone 11, ein Notch-Display in Kombination mit “altem” Kamera-Design auf der Geräterückseite. Bilder brennen sich besser in unser Hirn als Worte – und natürlich richteten sich dementsprechend die Erwartungen gen Apple: “Vielleicht überrascht uns Apple ja doch und bringt ein iPhone SE 3 mit modernem Design auf den Markt”. Solche Gedanken sind wahrscheinlich jedem Apple-Fan vor der Keynote durch den Kopf geschossen. 

Altes Design. Trotzdem modern. 

Aber was heißt eigentlich “modern”? Für Nutzer, die sich ein iPhone 13 (Pro) als Vorbild nehmen, ist natürlich alles andere automatisch unmodern. Kantiges Design, schmale Notch, ProMotion-Display, ein hochentwickeltes Kamerasystem: Wenn das die Kriterien sind, wonach ein Smartphone im Jahr 2022 in “modern” und “veraltet” kategorisiert wird, dann ist das iPhone SE 3 in der Tat alles andere als modern. 

Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass es da draußen nicht nur Smartphone-Enthusiasten gibt, die in einem Smartphone ein High-End-Produkt sehen, dass auf allen möglichen Gebieten die bestmögliche Leistung bringen muss. Es gibt auch Nutzer, die die absoluten Smartphone-Basics im Alltag benötigen: 

  • Telefonieren

  • Nachrichten empfangen/verschicken

  • Internet browsen

Und diese Zielgruppe ist alles andere als klein: Junge Nutzer im Kindesalter, ältere Personen, die mit zu viel Technik leicht überfordert sind und tatsächlich einfach Nutzer, die nicht das Beste vom Besten wollen - oder im Zweifel nicht viel Geld für ein Smartphone ausgeben möchten oder können. 

Diejenigen, die das iPhone SE 3 als “unmodern” beschimpfen, gehören aus Apples Sicht schlichtweg der falschen Zielgruppe an. Immerhin bietet Apple mit dem iPhone 13 Line-Up für alle Kritiker vier weitere Modelle an, die alle anderen Features abdecken. Und wem das iPhone 13 zu teuer ist, aber trotzdem ein modernes Design möchte, kann bei Apple zur Not immer noch auf das iPhone 11 zurückgreifen. 

Das iPhone SE war und ist auch mit der dritten Generation ein Smartphone, welches eine bestimmte Zielgruppe anspricht. Das Design mag für viele Nutzer nicht modern sein, doch für die von Apple vorgesehene Zielgruppe ist das Design genau das richtige: Einfach zu bedienen, Basic-Features und das alles zu einem halbwegs vernünftigen Einstiegs-Preis. Das iPhone SE 3 soll keine Alternative für iPhone-Pro-Nutzer sein. “Modern” ist Definitionssache, für Heavy-User sieht ein modernes iPhone anders aus als für Einsteiger. So ist Apple mit dem iPhone SE 3 ein durchaus modernes Smartphone gelungen - für die entsprechende Zielgruppe wohlgemerkt. 

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