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iPhone: Wie Apple Leaks verhindert

18.07.2019 | 10:23 Uhr |

Neue Produkte vor Marktstart geheim zu halten wird immer schwieriger. Das musste Apple schon am eigenen Leib erfahren. Seitdem hat der Konzern viel unternommen, um kĂŒnftige Leaks zu verhindern.

Seit den Leaks vor der Veröffentlichung des iPhone 5C in 2013 hat Apple Schritte unternommen, um potentielle Leaks und DiebstĂ€hle aus den Fabriken von Zulieferern zu verhindern. DarĂŒber berichtet " The Information ". Um kĂŒnftig zu verhindern, dass Informationen ĂŒber noch nicht veröffentlichte GerĂ€te an die Öffentlichkeit gelangen, hat Apple eine eigene Sicherheitseinheit geschaffen. Das "New Product Security Team" (kurz NPS) ist dafĂŒr zustĂ€ndig, Leaks zu verhindern und bei den Lieferanten fĂŒr Sicherheit zu sorgen.

Details über das iPhone 5c wurden bereits vor der Präsentation des neuen Modells geleakt.
VergrĂ¶ĂŸern Details ĂŒber das iPhone 5c wurden bereits vor der PrĂ€sentation des neuen Modells geleakt.
© Apple

Details ĂŒber das iPhone 5C wurden geleakt, nachdem ein Mitarbeiter von Jabil, einem Lieferanten Apples, mehrere GehĂ€use des 5C in verschiedenen Farben entwendeten. Ein Wachmann, der in der Fabrik stationiert war, half ihm dabei. Bilder der GehĂ€use machten kurz darauf online die Runde und verrieten viele Details ĂŒber das neue, noch nicht offiziell angekĂŒndigte iPhone.

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Apple kauft eigene Teile zurĂŒck

Seit der GrĂŒndung des NPS konnten viele Ă€hnliche Versuche verhindert werden. Unter anderem versuchten Mitarbeiter eines Lieferanten, einen Tunnel aus der Fabrik heraus zu graben, um durch diesen Einzelteile verschwinden lassen zu können. Sie flogen jedoch auf.

Wenn Apple auf einen Leak aufmerksam wird, geht der Konzern damit bemerkenswert ruhig und bedacht um. Zwei Mitarbeiter, ebenfalls vom Lieferanten Jabil, stahlen 180 GehĂ€use des iPhones 6S, mit dem Ziel, diese auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Apple kaufte einfach alle 180 GehĂ€use selbst zurĂŒck und verhinderte so, dass Details an die Öffentlichkeit gelangen.

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Rechtliche Schritte werden kaum unternommen

Gegen die TĂ€ter rechtlich vorzugehen ist offenbar so schwierig, dass Apple grĂ¶ĂŸtenteils davon absieht. Da die Taten meist im Ausland, allen voran in China begangen werden, mĂŒsste Apple im Ausland klagen. Um im Falle eines Leaks zu klagen, mĂŒsste Apple den Gerichten genaue Beschreibungen der gestohlenen Teile liefern. Nicht gerade ein Schritt, der zu mehr Geheimhaltung fĂŒhren wĂŒrde. Außerdem möchte Apple einen Medienrummel um mögliche Leaks unbedingt vermeiden. Aus diesen GrĂŒnden werden Diebe meist nur auf den materiellen Wert der gestohlenen GegenstĂ€nde angeklagt, nicht auf (wesentlich höheren) Wert des geistigen Eigentums

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