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Mac wird heiß: Diese Mittel helfen

17.06.2021 | 14:00 Uhr | Stephan Wiesend, Thomas Armbrüster

Mit sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad und darüber kommt der menschliche Körper besser klar als manch ein Mac oder iPad. Wir zeigen, was die Ursachen für überhitzte Rechner sind und wie man seinen Mac in diesen Tagen kühl hält.

Das Wetter einzelner Tage ist kein Beleg für den Klimawandel, widerlegt die Theorie aber nicht. Selbst das eher durchwachsene Wetter in April und Mai in den hiesigen Breiten, das zu unterdurchschnittlichen Temperaturen in der Betrachtung der letzten 30 Jahre führte, spricht die Menschheit von Verantwortung nicht frei. Denn zeitgleich erlebte die Arktis eine erste Hitzewelle, ungewöhnlich früh im Jahr. Und kaum steht der Sommer in den Startlöchern – meteorologischer Beginn am 1. Juni, astronomischer am 21. Juni – wird es bei uns erstmals im Jahr 2021 richtig heiß.

Da hilft nur: sich selbst kühlen und viel Wasser trinken. Sollten abends die Temperaturen wieder merklich sinken, spricht auch nichts gegen das ein oder andere kühle Bier oder einen frischen Rosé.

Wenn unser Büro eine Klimaanlage hat oder wir im Home-Office im Garten einen schattigen Platz finden: Wunderbar, dann kann man zu den üblichen Zeiten arbeiten. Wenn das nicht der Fall ist: Warum dann nicht einmal mediterrane Arbeitszeiten einlegen, früh morgens und später am Tag, dazwischen eine lange Siesta? In jedem Fall lohnt sich bei der Hitze eine frühe Bürofahrt und eine späte Heimreise, eventuell mit Zwischenstation im Biergarten oder am Badesee. Nicht vergessen: Die Temperaturen hinken dem Sonnenhöchststand hinterher und "Mittagshitze" gibt es nicht. Am heißesten ist es meist zwischen 17 und 18 Uhr, wenn wir gerade wieder aus der Siesta zurückgekehrt sind. Im Hochsommer werden abends die Schatten kaum länger, immerhin wechseln sie dann ihren Ort. Viel trinken ist natürlich wichtig und immer für einen leichten Durchzug sorgen, der Wind lässt unseren Schweiß langsam verdunsten, der Körper kühlt ab.

Für unsere Elektronik müssen wir uns andere Methoden überlegen, denn auch Mac, iPad und iPhone können unter der Hitze leiden: Prozessor, Grafik-Chip sowie SSD und Festplatte eines Mac verbrauchen Energie und müssen diese in Form von Wärme wieder an die Umgebung abgeben – das gilt sogar für Apples neue Apple-Silicon-CPUs. Je höher dort die Temperaturen sind, desto schwieriger wird die Kühlung. Analog gilt das auch für iPad und iPhone. Apple hat alle seine Geräte für den Betrieb bis 35 Grad Umgebungstemperatur ausgelegt – darüber kann es kritisch werden.

Durch die Verwendung von energiesparenden Bauteilen und ausgeklügelter Kühlung sind Überhitzungsprobleme immer seltener geworden. Das eine oder andere Modell kommt aber mit der Hitze schlechter zurecht als andere Geräte und schaltet vorsichtshalber ab. Das traf schon auf das lüfterlose Macbook 12 Zoll zu, ebenso auf das ebenfalls passiv gekühlte neue Macbook Air M1. Diese Geräte reduzieren zwar automatisch die Leistungsaufnahme des Prozessors, wenn es im Inneren zu heiß wird, doch kann es im Sommer schneller an seine Grenzen geraten als Modelle mit Lüfter. Panik ist aber nicht angebracht, wir haben am heißesten Sommertag des Jahres 2015 das damals neue Macbook voll belastet und bekamen erst im geschlossenen Auto Probleme mit dem Betrieb. Die damaligen Ergebnisse gelten auch noch 2021 .

Warum ein Mac zu heiß wird: Viel Leistung, viel Wärme

Ein Hinweis auf die Wärmeempfindlichkeit der verschiedenen Macs sind die Tests, die wir unter voller Belas­tung durchführen. So lässt das Macbook Pro 16 Zoll unter Vollast beim Rendern oder in aufwendigen 3D-Spielen seine Lüfter mit hoher Geschwindigkeit arbeiten, um die Hitze wieder aus dem Gerät zu bekommen. Manchmal kann es sogar an der Auflösung des externen Monitors liegen. Beim 16-Zöller hat Apple das Lüfterdesign aber zuletzt weiter verbessert, größere Lüfter machen weit mehr Wind – weshalb das Macbook Pro mit starken Leistungswerten glänzt aber einfach kein Leisetreter ist. Speziell für dieses Modell gibt es deshalb sogar Apps wie Turbo Boost Switcher, die die Leistung absichtlich verringern .

Unserer Erfahrung nach beanspruchen  die großen Macbook Pro mit eigener Grafikkarte die Lüfter in besonderer Weise, vor allem wenn man sie zusätzlich noch an einem externen Monitor betreibt. Hingegen sind Modelle mit integriertem Grafikkern von Intel weit genügsamer und müssen weniger Last unter Hitze abführen – auch akustisch ein echter Vorteil. Vor allem aber die neuen M1-Modelle haben sich bisher als nur moderat erwärmende Geräte erwiesen, auch die neuen M1-iPads .

Bei neueren Macbook Air mit Intel-CPU sind nicht besonders leistungsfähige Komponenten die Ursache für einen schnell drehenden  und nervigen Lüfter, sondern der begrenzte Raum für Kühlung und mäßige Kühlung. Gerade die schnelleren Macbook-Air-Modelle (Intel) können darum unter Last und hohen Außentemperaturen auch mal ins Schwitzen geraten und müssen die Lüfter hörbar in Aktion setzen. Vor allem bei älteren Macbooks kann außerdem das gleichzeitige intensive Nutzen und Aufladen des Akkus für schnelle Erwärmung sorgen. Was man wissen sollte: Das Metallgehäuse eines Macbook dient der Wärmeableitung. Wird das Gerät warm, ist das noch kein Grund zur Sorge.

Entspannter sieht es bei den Desktop-Rechnern aus. Mit wenigen Ausnahmen gehen die Lüfter der von uns getesteten iMacs auch unter Last nicht zu hohen Drehzahlen über. Beschwerden gibt es allenfalls von Nutzern, die zum Top-Modell mit i7-CPU und leistungsstärkster Grafikkarte gegriffen haben. Weit besser ist dagegen der iMac Pro gekühlt, der auch unter höchster Last leise bleibt. Und um die Lüfter des Mac Pro überhaupt einmal zu hören, muss man schon seine Abdeckung schief aufsetzen oder ihm schier unmögliche Rechenaufgaben stellen. Generell müssen die mit Top-Grafikkarten ausgestatteten Spitzenmodelle der Desktops der eine deutlich hörbare Kühlung unter Last entgegensetzen. Bei den bisher von uns getesteten Mac Minis sind ebenfalls nur die Top-Modelle unter Last hörbar, die schlichteren Modelle mit gemächlich arbeitendem i3-Prozessor aber auch das neue M1-Modell können ihren Lüfter auch bei hoher Auslastung bei geringer Drehzahl laufen lassen.

iPad und iPhone haben alle keine Lüfter, und können deshalb bei drohender Überhitzung nur bestimmte Prozesse abschalten oder sich ausschalten. Wird es dem Gerät zu heiß, kann es unter anderem das Display abdunkeln oder ausschalten, Ladevorgänge stoppen und den Mobilfunk-Chip in den Stromsparmodus versetzen. Hilft das nicht, erscheint ein Hinweis, dass sich das Gerät erst abkühlen muss, bis es wieder einsatzfähig ist – das kann übrigens schon nach wenigen Minuten auf sonnigen Südterrassen passieren, schuld ist dann aber weniger die Rechenleistung, sondern das Sonnenlicht. Man schaltet das Gerät dann ab und wartet am besten im Schatten, bis es sich erholt hat. Testet man ein Beta-System auf iPhone und iPad, kann außerdem ein fehlerhafter Prozess zu hoher Systemlast und starker Erwärmung führen.

Tools für die Überwachung

iStat Menus zeigt im Menü die Temperatur der CPU sowie der anderen Systemkomponenten sowie die Lüftergeschwindigkeit an.
Vergrößern iStat Menus zeigt im Menü die Temperatur der CPU sowie der anderen Systemkomponenten sowie die Lüftergeschwindigkeit an.

Möchte man sich auf einem Mac die Lüftergeschwindigkeit sowie die Temperatur von Prozessor und anderen Systemkomponenten anzeigen lassen, gibt es hierfür eine Reihe an Hilfsprogrammen. Die umfassendsten Informationen erhält man mit der App iStat Menus von Bjango . Das rund fünfzehn Euro teure Programm zeigt über die Menüleiste nicht nur die Temperaturen der einzelnen Systemkomponenten und die Lüftergeschwindigkeit an, sondern auch die Auslastung von Speicher und Prozessor und den Ladezustand der Batterie. Für 29 Euro im Jahr gibt es auch das Systeminfo-Tool Sensei, dass ebenfalls Temperaturdaten und das Lüfter-Tempo anzeigen kann.

Sensei zeigt die aktuelle Temperatur der wichtigsten Komponenten und die Lüfterdrehzahl.
Vergrößern Sensei zeigt die aktuelle Temperatur der wichtigsten Komponenten und die Lüfterdrehzahl.

Interessant, falls man einen Mac als Server nutzt: Man kann man mit dem Zusatztool iStat Server auch die Temperatur entfernter Mac abrufen. Alternativ kann man zum Intel Power Gadget greifen, das Tool zeigt die CPU-Temperatur eines Intel-Macs an.

Coconut Battery zeigt die Temperatur des Macbook und iPhone-Akkus an.
Vergrößern Coconut Battery zeigt die Temperatur des Macbook und iPhone-Akkus an.

Daneben gibt es kostenlose Programme zur Überwachung der Lüfter und der Temperatur wie Macs Fan Control . Mit diesen Programmen lässt sich auch die Lüftergeschwindigkeit steuern, die normalerweise vom System automatisch geregelt wird. Ein großer Vorteil: Man kann bei hohen Temperaturen die Lüfter etwas schneller laufen lassen, was für bessere Kühlung sorgt. Das ist aber eher etwas für Profis, in der Regel sollte man bei den vorgegebenen Einstellungen von Apple bleiben.

Macs Fan Control eignet sich aber auch gut, um die Funktion der Lüfter zu überprüfen. Bei allen Geräten kann nämlich ein verschmutzter Lüfter für Probleme bei der Kühlung sorgen. Symptome dafür sind Lüfter, die schon beim normalen Betrieb ständig auf Hochtouren laufen oder laute Geräusche von sich geben. Eine Reinigung, etwa mit Druckluftspray, ist bei Macs leider nicht ganz einfach .

Empfehlenswert finden wir auch das kostenlos nutzbare Coconut Battery, das vor allem für die Anzeige der Akkukapazität bekannt ist. Zusätzlich kann es aber ebenfalls die Temperatur des Akkus im Auge behalten – sowohl beim Mac als auch bei einem angeschlossenen iPad und iPhone.

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