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38-Zoll-Monitor Viewsonic VP3881 im Test

08.06.2020 | 08:31 Uhr |

Gerade beim Videoschnitt kann der Bildschirm nicht breit genug sein, da kommt der Viewsonic VP3881 mit seinen 38 Zoll gerade recht.

Alleine schon die Verpackung ist beeindruckend und damit der VP3881 mit seiner AnzeigeflĂ€che von rund 88 × 37 cm auf dem Schreibtisch Platz hat, sollte man aufrĂ€umen. Der Monitor richtet sich an Fotografen und Videofilmer und ist daher Hardware-kalibrierbar. Einzig benötigt man hierfĂŒr ein KalibriergerĂ€t von X-Rite, entweder das i1 Display Pro oder das i1 Pro 2.

Das IPS Curved-Display löst 3840 × 1600 Bildpunkte auf, unterstĂŒtzt HDR10 und 10-Bit Farben. Es werden sRGB, EBU, SMPTE-C und REC.709 abgedeckt. Fotografen werden etwas enttĂ€uscht sein, das Adobe RGB nur zu 75 % und DCI-P3 nur zu 79 % abgedeckt wird. Der Monitor wird vorkalibriert ausgeliefert, Messprotokolle liegen bei.

FĂŒr die Ergonomie wichtig, ist der Monitor in der Höhe und Neigung verstellbar und TÜV-zertifizierte Flicker-Free- und Blaulichtfilter-Technologie minimiert die ErmĂŒdung der Augen auch bei lĂ€ngerer Betrachtung des Bildschirms.

Anschluss findet der VP3881 standesgemĂ€ĂŸ ĂŒber USB Typ-C, DisplayPort und zwei HDMI-EingĂ€ngen. Drei weitere USB3.1 AnschlĂŒsse sind passend fĂŒr Tastatur oder Speicherkartenleser. Was es dabei zu beachten gibt spĂ€ter. Eigentlich ist es fĂŒr Videobearbeiter nicht wirklich wichtig, aber der VP3881 verfĂŒgt auch ĂŒber ganz ordentliche Lautsprecher.

Die Anschlussvielfalt mit USB-C, HDMI, DisplayPort und Audio weiß zu überzeugen.
VergrĂ¶ĂŸern Die Anschlussvielfalt mit USB-C, HDMI, DisplayPort und Audio weiß zu ĂŒberzeugen.
© Viewsonic

Bedienung und Messwerte

Bis hierher liest sich alles nach einem richtig großen Wurf und auch ist der Preis im Fachhandel von rund 1400,- Euro der GrĂ¶ĂŸe angemessen.

Der grĂ¶ĂŸte Haken am Umgang mit dem VP3881 sind die Taster zur Bedienung. Sie liegen versteckt auf der rechten Seite hinter dem Display. Den Ein/Ausschalter findet man noch leicht, die anderen Schalter trifft man nicht immer auf Anhieb. Zwar wird im Display eingeblendet, was die einzelnen Taster auslösen, nur hat man keinen Anhaltspunkt, ob man auf der richtigen Höhe drĂŒckt. Und so ist es mir sehr oft passiert, dass ich den Taster darĂŒber oder darunter gedrĂŒckt habe. Das nervt mit der Zeit.

Die Bedienung gehört nicht zu den Highlights am VP3881. Die versteckten Tasten auf der Rückseite sind nur schwer den Einblendungen zuzuordnen.
VergrĂ¶ĂŸern Die Bedienung gehört nicht zu den Highlights am VP3881. Die versteckten Tasten auf der RĂŒckseite sind nur schwer den Einblendungen zuzuordnen.
© Thomas Bergbold

Positiv sind die Ergebnisse der Messung mit dem Spyder X Elite MQA Tool, einem Programm, mit dem man den Monitor vermessen kann. Die Messung ist sehr einfach und am Ende kommt ein ausfĂŒhrliches Messprotokoll heraus. Wie zu erwarten ist die Helligkeitsverteilung ĂŒber das sehr große Display nicht perfekt, aber noch gut. Sehr erfreulich ist sowohl der Farbumfang, als auch die FarbhomogenitĂ€t im vorkalibrierten sRGB-Farbraum und sehr gut mit 5 von 5 Punkten bewertet. Farbtreue und Tonwerte sind mit 4,5 auch sehr gut.

Nach der Hardwarekalibrierung verbessern sich die Tonwerte auf 5 Punkte. Mit diesem Ergebnis mĂŒsste der VP3881 nicht unbedingt Hardware-kalibriert werden.

Empfehlung

Extrabreite 38 Zoll klingt nach Luxus der Extraklasse und in der Tat ist das riesige Bild beeindruckend. Kommt man von einem 4K oder 5K Monitor, wird einem direkt die grĂ¶ĂŸeren Pixel auffallen. Mit der Zeit tritt das aber in den Hintergrund, dann ist nur noch die Bildschirmbreite beispielsweise in Lightroom oder Final Cut Pro wichtig. Nach einigen Monaten im tĂ€glichen Einsatz war das Verlangen nach 5K nicht mehr groß.

Eine EnttÀuschung erleben wir beim eingebauten USB-Hub. Wir messen maximale Datenraten von 37 MB/s beim Schreiben und 39 MB/s beim Lesen. Das kommt uns vom Test des Eizo EV3285 bekannt vor. Bei einer Bildschirmfrequenz von 60 Hz wird der USB-Hub stark eingebremst und erst bei 30 Hz messen wir maximal 414 MB/s beim Schreiben und 421 MB/s beim Lesen.

Diese EinschrĂ€nkung lĂ€sst sich aber umgehen, nĂ€mlich indem man nicht den USB-C-Anschluss fĂŒr das Bild nutzt, sondern DisplayPort. Dann sind maximal 406 MB/s beim Schreiben und 425 MB/s beim Lesen drin. Also ideal fĂŒr Speicherkartenleser oder USB-Sticks. FĂŒr Nutzer, die auf eine eGPU setzen, gibt es also keine EinschrĂ€nkungen.

Die Messwerte bestĂ€tigen den sehr guten Eindruck bei der Arbeit am VP3881. FĂŒr Kreative ist der Monitor damit sehr gut geeignet. FĂŒr Fotografen, die fĂŒr den Druck arbeiten, ist er wegen des kleineren sRGB-Farbraums nur eingeschrĂ€nkt empfehlenswert. Hier bedarf es viel Erfahrung, wobei die Arbeit in Lightroom durch den breiten Bildschirm schon eine Freude ist.

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