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Airpods 2 im Probehören: Besserer Klang, gleiche Reichweite

04.04.2019 | 17:31 Uhr | Halyna Kubiv

Die Airpods 2 kann man als Zwischengeneration einstufen: Nicht viel hat sich geändert, außer man legt sich die drahtlose Ladehülle zu.

Zu den Unterschieden zwischen Airpods 2 und Airpods 1 wurde eigentlich schon zur Genüge geschrieben . Wir haben in unserem Test deshalb einige Behauptungen von Apple genauer überprüft und doch noch einiges Neues herausgefunden.

  • Produkt: Airpods 2

  • Preis: 229 Euro / 179 Euro

  • Vorteile: Besserer Klang, "Hey, Siri"

  • Nachteile: momentan ausverkauft (Stand April 2019)

  • Note: 1,8 gut

Bluetooth 5 vs. Bluetooth 4.2 LE

Apple klärt in den technischen Spezifikationen der beiden Airpods nicht darüber auf, welche Generation von Bluetooth unterstützt wird. Anhand der Registrationsdokumente beim Bluetooth-Konstortium kann man aber relativ einfach herausfinden, dass die neuen Airpods die aktuelle Version 5 unterstützen. Bis zu 200 Meter Reichweite wären laut Spezifikation eigentlich möglich, doch ein solcher Vorteil verschwindet unter normalen Bürobedingungen: Hat man sein iPhone in einen Raum vergessen und spaziert mit Apples Kopfhörern weiter, bricht die Verbindung genau an der gleichen Stelle ab wie schon bei den Airpods 1! Ok, bis die Verbindung abbricht, hatten wir drei Büroräume und einen Flur benötigt, zwischen iPhone und beiden Paaren der Airpods befanden sich dann vier Bürowände. Wir hatten aber dennoch erwartet, dass die Airpods 2 eine etwas längere "digitale Leine" bieten würden.

Neue Hülle mit einem offensichtlichen Vorteil

Apple verkauft nun zwei Varianten seiner neuen Kopfhörer: Einmal mit drahtloser Ladehülle für 229 Euro und einmal mit normaler Hülle zum unveränderten Preis von 179 Euro. Wer sich mit einer drahtlosen Ladematte eingedeckt hat, weiß die Vorteile zu schätzen: Man muss die Airpods im Case nur am richtigen Ort ablegen, schon werden sie aufgeladen. Etwas schade finden wir, dass Apple auch bei der normalen Hülle das Signallämpchen weiter im Inneren belassen hat – bei täglicher Nutzung würde das grüne oder orange Aufleuchten an der Oberfläche nämlich mehr zur Übersicht des Ladezustandes beitragen. Der Grund: Das Lämpchen der neuen Hülle leuchtet selbst nach dem Schließen oder Auflegen auf die Ladematte noch ein paar Sekunden weiter. Dieses verlängerte optische Signal bleibt dadurch weit besser in Erinnerung. "Wie war das nochmal? War das Lämpchen gerade eben grün oder gelb? Muss ich die Hülle jetzt aufladen oder nicht?" – diese Frage haben wir uns bei den Airpods 1 des Öfteren gestellt, sobald die Hülle schon zugeklappt war.

Form, Oberfläche, Sensoren

Bei der äußeren Erscheinung der Airpods hat sich nichts geändert. Sowohl die Hülle als auch die Kopfhörer nutzen die gleichen Sensoren, die Oberfläche bleibt so weiß und glatt wie bei den Vorgängern. Es gab zwar vor einiger Zeit Gerüchte, Apple würde zusätzliche Sensoren und eine andere, nicht so glatte Oberfläche einführen, dies hat sich aber nicht bestätigt. Wir vermuten, dass die Airpods 2 eine Zwischengeneration sind, die mit der bereits gekündigten Ladematte Airpower erscheinen sollte. Auf unserer Verpackung der Airpods 2 wird nämlich darauf hingewiesen, dass sie bereits 2018 verpackt worden waren. Apple hat vermutlich so lange die Ankündigung der neuen Airpods verzögert, bis die Hardware-Abteilung einsehen musste, dass die Airpower nie fertig wird.

Besserer Klang im Blindtest

Weder auf der Keynote noch im Produktmeeting hatte Apple etwas zur Klangqualität der neuen Ohrhörer gesagt, angeblich ist sie die gleiche wie bei der Vorgeneration. Diese Tatsache scheint sich bei den ersten Testsongs zu bestätigen: Der dunkle Elektro-Refrain wie zum Beispiel in " Siren Song " von Maruv klingt über Airpods 1 und 2 identisch. Die ersten Zweifel kommen aber beim Hören von "My December " von Linkin Park: Das ruhige Gitarrenintro und vor allem die klare Stimme von Chester Bennington klingen in Airpods 2 deutlich präziser als in den Vorgänger-Kopfhörern. Der Kollege Müller, ein Hobby-Musiker und wandelnde Musik-Wikipedia gleichzeitig, teil unsere Eindrücke nicht: Bei einem Testsong von Kate Bush "50 Words of Snow" fallen ihm keine Unterschiede auf.

Daher machen wir einen Blindtest:

Wir versuchen zu erraten, ob wir gerade einen Airpod 1 oder 2 benutzen. Der Ablauf: Wir hören abwechselnd Songs mit teils hohen Klanglagen. Einer startet und stoppt die Wiedergabe und reicht dem anderen Teilnehmer entweder Airpods 2 oder Airpods 1. Da sich die beiden Airpod-Paare weder optisch noch haptisch unterscheiden, versuchen wir nur über den Klang festzustellen, um welche Generation es sich handelt.

Die drei ersten Songs: " Snowed in At Wheeler Street " von Kate Bush, " Raw Meat " von Fish und eine Eigenkreation von Peter Müller " Paula Squeks " hören wir mit jedem Paar. Beim vierten Song " Memphis Train " von Melissa Etheridge raten wir nach einem Mal Hören, um welche Airpods es sich handelte (hier also kein Vergleichshören). Das Ergebnis ist eindeutig: In vier von vier Fällen kann man die Unterschiede mit einem relativ ungeschulten Ohr wahrnehmen. Insbesondere bei hohen vor allem weiblichen Stimmen und Instrumentalintros ohne Bass ist ein Unterschied deutlich: Bei den Airpods 1 sind die höhere Klangbereiche etwas gedämpft, so als ob man die Musik durch eine dicke Mütze hören würde. Bei den Airpods 2 sind die gleichen Stellen sehr prägnant und klar, man hört auch Details im Hintergrund besser. Hier muss man aber anmerken, dass diese Empfindlichkeit in höheren Stimmlagen wohl sehr individuell ist – zwei weitere Redaktionsmitarbeiter können keine Unterschiede feststellen.

Fazit

Falls man schon die Airpods 1 sein Eigen nennt und deren Akku sich noch wacker schlägt, lohnt sich der Umstieg nicht: Zu minimal sind die Unterschiede. Wenn man sich überlegt, neue drahtlosen Kopfhörer zu kaufen, würden wir aber gleich zu der Version mit drahtloser Ladehülle raten. Nicht zuletzt hat man durch das Signallämpchen auf der äußeren Seite den Ladezustand deutlich besser im Blick. Die Sound-Qualität hat sich zwar etwas verbessert, doch außerhalb unserer "Laborbedingungen" wird man das kaum bemerken. Und wenn doch, haben Ihre Ohren eigentlich hochqualitative OverEars verdient .

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