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Alfred 3 - Spotlight auf Steroiden

30.05.2016 | 09:41 Uhr |

Alfred ist vormals als eine Spotlight-Alternative entstanden, doch in der dritten Version kann die App deutlich mehr.

Lange bevor Apple das Eingabefeld für Spotlight in die Mitte des Bildschirms verlagert hat, hatte das eine kleine App schon lange umgesetzt: Alfred . Anfangs bot Alfred einfach nur eine verbesserte Spotlight-Suche an. Mit gezielten Verbesserungen und einer Fülle an Funktionen war man Apple und dem Verbesserungen in Spotlight, die Apple regelmäßig in OS-X-Updates einfließen ließ, immer mehrere Schritte voraus. Version 3 bietet jetzt eine verbesserte Zwischenablage und vieles mehr.

Alfred erregte Aufmerksamkeit durch die Idee, das Eingabefenster zentral in der Mitte des Bildschirms zu platzieren. Damals eine Neuerung, die nicht nur Tastaturliebhabern gefallen hat. Diese Version von Alfred ist bis heute erhalten, und kann kostenlos auf jeden Mac installiert werden. Was diese Anwendung jedoch besonders macht, ist das Powerpack.

Powerpack schaltet unzählige Funktionen frei

Für circa 23 Euro (oder 42 Euro für eine lebenslange Lizenz), bietet die App eine Fülle an erweiterten Funktionen an: Vom Steuern von Spotify über das Navigieren durch das Dateisystem bis hin zum erstellen eigener Arbeitsabläufe beim Ausführen von einzelner Kommandos. Die Version 3 hebt das ganze noch einmal auf ein neues Level.

Historie der Zwischenablage

Eine der Neuerungen in Version 3 ist das Speichern der Zwischenablage. Alfred zeichnet jedes cmd + c intern auf, und listet alle kopierten Texte, Bilder, Videos, Links etc. in einer Liste auf. Wer noch nie ein Hilfsprogramm für das Aufzeichnen der Zwischenablage verwendet hat, sollte dies unbedingt versuchen. Bei jeglicher Art von Arbeit am Mac erleichtert und verbessert das den Arbeitsablauf enorm.

Alfred beherrschte schon vorher das Speichern des Verlaufs der Zwischenablage. Neu hinzugekommen sind jetzt Multimedia Dateien wie Bilder, HEX Farben und Dateilisten.
Vergrößern Alfred beherrschte schon vorher das Speichern des Verlaufs der Zwischenablage. Neu hinzugekommen sind jetzt Multimedia Dateien wie Bilder, HEX Farben und Dateilisten.

Alfred konnte dies schon immer, jedoch kommen jetzt auch kopierte Bilder und andere Multimedia-Daten hinzu. Außerdem lassen sich kopierte Texte mit einem sogenannten Snippet abspeichern. Also einem Kurzkommando mit dem sich der kopierte Text einfach wieder ausrufen lässt. Ein Beispiel: Kopiert man zum x-ten Mal die eigene IBAN Nummer, und ist es Leid, ständig in der Historie zu kramen um sie wieder zu finden: Mit einem cmd + s im sogenannten Clipboard Viewer lässt sich diese IBAN jetzt hinter einem Kürzel (wie „IBAN“) legen. Wenn auch immer Sie jetzt „IBAN“ eingeben erscheint die eigene IBAN-Nummer.

Vordefinierte Arbeitsabläufe

Was aber Alfred von allen anderen Hilfstools unterscheidet, ist die Möglichkeit, Arbeitsschritte zu konstruieren. Apples Automator lässt grüßen . Anders als in Apples Variante konzentriert sich Alfred auf das eigene Eingabefeld. So lassen sich bestimmte Schlüsselbegriffe wie „film“ festlegen, und mit von einem Leerzeichen getrennten Parameter ausführen

Die Workflow Ansicht hat sich in Version 3 drastisch verbessert. Es ist nun möglich einzelne Blöcke mit Notizen zu versehen und die einzelnen Bausteine frei auf der Arbeitsfläche zu verteilen und verbinden. Außerdem stehen dem Nutzer eine Reihe von neuen Blöcken zur Verfügung.
Vergrößern Die Workflow Ansicht hat sich in Version 3 drastisch verbessert. Es ist nun möglich einzelne Blöcke mit Notizen zu versehen und die einzelnen Bausteine frei auf der Arbeitsfläche zu verteilen und verbinden. Außerdem stehen dem Nutzer eine Reihe von neuen Blöcken zur Verfügung.

Ein Arbeitsablauf könnte also so aussehen: Wenn ein Nutzer „film Steve Jobs“ eingibt, so will er IMDB, Youtube und Netflix mit dem Titel durchsuchen. Bei IMDB sucht das Programm dabei nach dem Titel, bei Youtube nach „Trailer Steve Jobs“ und bei Netflix durchsucht es die Bibliothek nach dem Titel. Filmabende lassen sich so gezielt und einfach vorbereiten.

Alfred bietet hier auf der eigenen Seite zahlreiche, vordefinierte Beispiele. Über Amazon-Bewertungen, bis hin zum Steuern von Spotify ist alles dabei. Die gewünschten Abläufe lassen sich einfach herunterladen und in das eigene Alfred integrieren. Nach einem ausreichenden Studium der Beispiele können zudem kinderleicht eigene Routinen festgelegt und abgespeichert werden.

Anhand der zahlreichen Beispiele können vor allem Einsteiger lernen, wie mit Blöcken und Workflows im Allgemeinen umgegangen werden kann. Die Beispiel sind zudem nicht nur Lernmaterial sondern tatsächlich auf Anhieb sehr nützlich.
Vergrößern Anhand der zahlreichen Beispiele können vor allem Einsteiger lernen, wie mit Blöcken und Workflows im Allgemeinen umgegangen werden kann. Die Beispiel sind zudem nicht nur Lernmaterial sondern tatsächlich auf Anhieb sehr nützlich.

Alfred macht es hier wesentlich leichter als zum Beispiel Automator. Die ausgewählten Schritte sind farblich hinterlegt, und einfache aber prägnante Texte weisen den Nutzer auf Möglichkeiten und Sinn des jeweiligen Bausteins hin.

Alfred bislang nur in englisch

Das kleine Entwicklerteam kämpft schon seit Jahren mit dem integrierten Spotlight um die Vorherrschaft der Suchzeile unter OS X. Beachtlich ist hierbei dass die Entwickler sehr schnell auf Kundenanfragen oder andere technische Probleme antworten. Der Nachteil für das große internationale Publikum ist dabei, dass Alfred wohl die ersten Monate nur in englischer Sprache verfügbar sein wird.

Einziger Nachteil für das deutsche Publikum ist die fehlende, deutsche Sprachunterstützung. Die Menüs und Einstellungen sind durch die Bank in englisch. Dank der großartigen Gliederung fällt die Navigation hingegen sehr leicht.
Vergrößern Einziger Nachteil für das deutsche Publikum ist die fehlende, deutsche Sprachunterstützung. Die Menüs und Einstellungen sind durch die Bank in englisch. Dank der großartigen Gliederung fällt die Navigation hingegen sehr leicht.

Benutzer, die der englischen Sprache nicht so mächtig sind, könnten beim Erstellen der Arbeitsabläufe (Workflows) wohl ihre Schwierigkeiten haben. Auch die vielen Einstellungen innerhalb der Anwendung sind nur in englisch aufgelistet und erklärt.

Fazit

Da Alfred in der Standardversion kostenlos ist, kann jedem Nutzer nur ans Herz gelegt werden, die Anwendung einmal auszuprobieren. Für die komplexen Arbeitsabläufe und das Verwalten der Zwischenablage muss man jedoch zahlen. Alfred ist hier eine der Anwendungen, die mit viel Liebe und engem Kontakt zur Apple-Philosophie entwickelt wird. Sie fügt sich nahtlos in das Benutzererlebnis ein, und stört hierbei zu keiner Zeit.

Im Gegenteil. Einmal an die so mächtige Eingabeleiste und ihre Befehle gewöhnt, vermisst man all die Funktionen sobald man an einem Mac sitzt, der Alfred nicht installiert hat. Alfred selbst wird hier schon seit Jahren gepflegt und gewartet, sodass auch eine lebenslange Lizenz sich schon bei Alfred 4 bezahlt machen würde. Eine lebendige Community hinter dem Tool setzt hier das Sahnehäubchen oben drauf, und erinnert daran, was den Mac so einzigartig macht.

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