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Arlo Pro 3 Flutlichkamera: Die Nacht hell erleuchtet

09.11.2020 | 11:19 Uhr | Peter Müller

Für größere Grundstücke ist die Flutlichtkamera von Arlo bestens geeignet. Auf die Dauer reicht aber der Akku nicht aus.

Beim Einrichten kommt schon recht früh die Warnung: Wenn man jetzt auf diese Schaltfläche drücke, dann werde das Flutlicht angehen – und da es sehr hell sei, kann das zur Erblindung führen, blicke man direkt hinein. An derartige Vorschläge zur Wahrung der Gesundheit halten wir uns natürlich und die Lampe von uns weg – sind aber dennoch geflasht, wie hell es auf einmal im Raum wird und wie stark das Licht sich im Fernsehapparat spiegelt – Arlo verspricht mit dem Flutlichstrahler nicht zu wenig. Bevor wir dann die Sicherheitskamera mit ihrer hellen Lampe in unserem Testszenario am Schuppen montieren, drehen wir in der App die Helligkeit deutlich zurück. Wenn wir aus dem Schuppen in der morgendlichen Dunkelheit das Fahrrad hervorholen, wollen wir das Schloss erkennen, aber nicht die Landebahnbefeuerung des nahen Fliegerhorsts übertönen.

Schon 14 Prozent der maximalen Helligkeit genügen vollkommen.
Vergrößern Schon 14 Prozent der maximalen Helligkeit genügen vollkommen.

Gut, letzterer Vergleich mag übertrieben sein, aber die Lampe ist in der Tat hell, sehr hell – und bei Vollausschlag in unserer Reihenhaussiedlung ohne Frage zu hell. Die meiste Zeit halten wie die Helligkeit bei etwa 15 Prozent. Das ist hell genug und immer noch etwas leuchtstärker als die zuvor am Schuppen montierte Arlo Pro 3 , die für unsere Zwecke völlig ausreichte. Ohne Zweifel hat die Flutlichtkamera des gleichen Herstellers das Potential, weit größere Grundstücke als das unsere auszuleuchten – bis zu 3000 Lumen Lichtstrom gibt Arlo in der technischen Beschreibung an. Die maximale Ausbeute ist aber nur möglich, wenn die Kamera ständig am Strom hängt. Im Batteriebetrieb ist bei 2000 Lumen Schluss – das ist hell genug. Das Ladegerät lässt sich per Magnet fixieren, will man direkt einen leeren Akku aufladen, entnimmt man das Gerät aus der Hülle und verbindet es per Micro-USB mit einem Ladegerät.

Das Solarpanel (rechts oben) steht jetzt zu lange im Schatten, das Licht muss zu früh wieder angehen – Laden immer wieder erforderlich
Vergrößern Das Solarpanel (rechts oben) steht jetzt zu lange im Schatten, das Licht muss zu früh wieder angehen – Laden immer wieder erforderlich

Je heller man die Lampe benötigt, umso schneller geht der Akku leer, der laut Produktbeschreibung immerhin eine Ladung von 13000 mAh fasst und in fünf Stunden komplett aufgeladen sein soll. Wir hatten die Kamera mit einer Vorladung von etwa 60 Prozent montiert und erst acht Wochen später die Arlo Pro 3 Flutlicht wieder zum Laden abbauen müssen. Das hatte noch einen Grund: Vom Test der Arlo Pro 3 war noch ein Solarpanel am Schuppendach montiert. Während dieses aber auch im Winter ausreichend Strom erzeugte, um der kleinen Kamera den Dauerbetrieb zu gewährleisten, forderte uns die Arlo-App eben nach gut zwei Monaten dazu auf, die Batterie wieder zu laden. Mit niedrigerem Sonnenstand ist aber das Solarpanel nicht mehr gut genug montiert, innerhalb weniger Tage sind wir wieder auf einem Ladestand, der die Steckdose erfordert.

Arlo Pro 3 Flutlichkamera bei Amazon

Die Montage indes geht leicht von der Hand, Schrauben für die Halterung in die Wand bohren, die Kamera einsetzen, fertig. Ebenso leicht ging aber der Rückweg – nun ist aber eben die Kamera derart hell, dass etwaige Eindringlinge eher nicht in ihren Lichtkegel treten wollen, um sie von der Wand zu reißen.

Detailreiches Bild bei Tag und Nacht

Das Bild, das die Arlo Pro 3 Flutlicht aufnimmt, liegt in 2K-Auflösung vor, Details sind also gut zu erkennen. Anstatt nach dem Erkennen einer Bewegung das Licht immer gleich gleißen zu lassen, kann man die Kamera auch im Nachtmodus betreiben. So löst die Katze auf ihren nächtlichen Streifzügen nicht immer gleich das Flutlicht aus, mithilfe eines Zeitplans legen wir in der App fest, dass zu den erwarteten Zeiten für uns dann wieder das Flutlicht angeht, wenn wir uns der Schuppentür nähern.

Die Kamera weiß, ob ein Tier oder eine Person den Alarm ausgelöst hat
Vergrößern Die Kamera weiß, ob ein Tier oder eine Person den Alarm ausgelöst hat

Ob aber nun die Katze vor der Kamera rumturnt, oder eine Person, das erkennt die KI auf der Kamera, sagt uns aber nicht, welche Person hier in das Blickfeld geraten ist oder welches Tier. Für derartige Erkenntnisse bräuchte es Rechenleistung aus der Cloud.

Die versprochene Paketerkennung haben wir diesmal nicht getestet, die hatte bei der kleinen Arlo Pro 3 schon nicht gehalten, was sie verspricht. Problem dabei war aber auch, dass ein echter Test aus rechtlichen Gründen nicht möglich war. Denn wir können keine Kamera an der Vordertür montieren, ohne in den öffentlichen Bereich zu filmen, was untersagt ist. An sich schade, denn gerade in diesem Jahr lassen wir mehr liefern als sonst – und nicht immer legen die Zusteller ihre Pakete dort ab, wo sie sollten oder auch nur dürften. So fanden wir etwa Ende Oktober per Zufall zwei Pakete unter der Außentreppe, die ein Subunternehmer des großen Versandhändlers aus Seattle im Februar (!) dort abgelegt hatte. Selbst ohne eine zuverlässige Paketerkennung hätte uns eine rechtskonform montierte Kamera hier geholfen – und sei es, wenn wir sie als Gegensprechanlage genutzt hätten, um vom Büro (da waren im Februar wir ja noch, tempi passsati...) aus dem vergeblich klingelnden Boten gesagt hätten, wo er denn bitte die Pakete ablegen kann, damit sie auch am Abend noch da liegen – und wir sie auch finden. Die Gegensprechanlage der Arlo Pro 3 Flutlicht zeigt sich mit den erwartbaren Latenzen, für den beschriebenen Einsatzzweck aber als tauglich: Die Tonausgabe ist recht laut, wenn man sie auf 100 Prozent stellt. Weswegen wir die Sirene lieber nicht ausprobieren wollten.

Drei Monate gratis in der Cloud, dann ab 9 Euro

In der Cloud des Anbieters speichern wir die von der Kamera aufgenommenen Filme, die ersten drei Monate sind gratis, danach kostet das Vergnügen ab 8,99 Euro im Monat, bis zu fünf Kameras kann man in diesem Tarif verwalten. Filme werden bis 30 Tage lang vorgehalten, auch schon in der Probeversion. Will man durchgängige Aufnahmen und diese einen Monat lang auf den Arlo-Servern speichern, kostet dies pro Monat noch pro Kamera 10 US-Dollar zusätzlich, wie sich der Website des Anbieters entnehmen lässt.

Arlo verspricht zudem auch die Anbindung an Apples HomeKit, was insofern interessant wäre, als dass wir dann keine zusätzliche App außer der Home benötigten – und die Filme sicher auf Apples Servern speichern lassen könnten. Diesen Test konnte wir bisher aber nicht umsetzen, denn dafür benötigt die Arlo Pro 3 Flutlicht eine an Router angeschlossene Basisstation. Wir versuchen es mit zwei unterschiedlichen Basisstationen aus unseren Testbeständen, haben aber kein Glück: Keine der beiden lässt sich von der Arlo App finden, auch dann nicht, wenn sie nicht via Hub an die Fritzbox angeschlossen sind, sondern direkt. Immerhin erlangen wir so die Erkenntnis, dass die Basisstation nicht unbedingt für den Betrieb vonnöten ist, wir sind dann eben auf die Arlo-App und den dahinter liegenden Web-Dienst angewiesen.

Fazit

Die Arlo Pro 3 Flutlichkamera macht die Nacht zum Tag, wen es erforderlich ist. Die Bewegungssensoren reagieren sehr gut, dass die Kamera von alleine Mensch und Tier unterscheiden kann, ist gut, reicht aber nicht aus, da wir gerne das Licht (und gegebenenfalls den Alarm) aus ließen. In der App war dazu aber keine Einstellung zu finden. Der Preis von rund 300 Euro (UVP) ist angemessen, für den Reihenhaushalt tun es aber auch weit geringer dimensionierte Kameras.

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