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Atlas VPN mit Freemium-Modell im Test

29.05.2022 | 09:34 Uhr | Frank Ziemann

Atlas VPN bietet neben seinem kostenpflichtigen Premium-Dienst auch ein Gratis-Modell mit einigen Einschränkungen. Wir haben Atlas VPN für Sie ausprobiert.

Der VPN-Anbieter Atlas wurde erst 2019 in den USA gegründet und gehört seit 2021 zu Tefincom & Co S.A. ( NordVPN ), das in Panama registriert ist, seinen Hauptsitz jedoch in Vilnius, Litauen, hat. Auch Surfshark gehört mittlerweile dazu. Atlas ist einer der wenigen VPN-Anbieter, die auch eine dauerhaft kostenlose Nutzung des VPN-Dienstes ermöglichen. Das so genannte Freemium-Modell bietet die Möglichkeit, den Dienst ohne Zeitdruck auszuprobieren, um dann bei Gefallen zum uneingeschränkten Premium-Abo zu wechseln, das deutlich mehr zu bieten hat.

Jetzt Atlas VPN testen

Die Atlas VPN-Software unterstützt Windows, macOS, Android und iOS. Außerdem gibt es Apps für Android TV und Amazon Fire TV. Die Software ist zurzeit nur in englischer Sprache erhältlich, deutsche Versionen sollen jedoch folgen. Die Website ist nur auf den ersten Ebenen deutschsprachig, wer etwas genauer nachlesen möchte, sollte Englisch verstehen. Atlas bietet die VPN-Protokolle IPsec/IKEv2 sowie das noch recht junge und schlanke Wireguard. Sie können mit einem Premium-Konto beliebig viele Geräte schützen und unterliegen keinen Einschränkungen bei der Bandbreite oder beim Datenvolumen.

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Wie praktisch alle Anbieter wirbt auch Atlas mit einer so genannten „No-Logs-Policy“, speichert demnach also keine Nutzungsdaten, die Behörden anfordern könnten. In der aktuellen Android-App (Version 3.11.5) findet Exodus Privacy allerdings vier Tracker: neben den zwei gängigen Google-Trackern auch AppsFlyer und Kochava. Welche Daten hier gesammelt und ausgewertet werden, bleibt unklar.

Atlas VPN Server-Standorte
Vergrößern Atlas VPN Server-Standorte

Atlas VPN betreibt nach eigenen Angaben mehr als 750 Server in 40 Ländern, die meisten davon in Europa. Auf der Website listet Atlas alle Standorte auf und kennzeichnet, welche Funktionen die Server jeweils unterstützen. Dazu gehören etwa Streaming, P2P oder SafeSwap.

Spezielle Funktionen


Mit SafeSwap bietet Atlas VPN eine zusätzliche Schutzebene für die Privatsphäre. SafeSwap-Server verfügen über mehrere IP-Adressen und rotieren diese automatisch. Das bedeutet, dass SafeSwap-Server für jede durch den Benutzer aufgerufene Website eine andere IP-Adresse benutzen. Das soll Tracking und Nachverfolgung durch Dritte weiter erschweren. Nach eigener Darstellung ist Atlas der einzige VPN-Dienst, der das bietet.

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Auch MultiHop+ wird als Alleinstellungsmerkmal beworben. Dabei wird MultiHop mit SafeSwap kombiniert. Bei MultiHop werden mehrere, meist nur zwei, VPN-Server an unterschiedlichen Standorten hintereinander geschaltet. Der Datenverkehr wird dadurch doppelt verschlüsselt, ein Datenleck in einem Server soll durch den zweiten abgefangen werden. Bei MultiHop+ kommt das zuvor beschriebene SafeSwap hinzu – der Exit-Node, also der VPN-Server, dessen IP-Adresse ein Web-Server sieht, wechselt bei jeder besuchten Website die IP-Adresse.

Atlas VPN Tracker-Blocker
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Weniger exklusive Premium-Funktionen sind der Tracker-Blocker und der Data Breach Monitor. Ersterer soll schädliche Websites sowie Werbe-Tracker ausfiltern, die Nutzer über mehrere Websites hinweg verfolgbar machen. Letzterer soll nach Eingabe Ihrer Mail-Adresse feststellen, ob die Zugangsdaten für Ihr Mail-Konto bereits Allgemeingut geworden sind.

Freemium: Free vs. Premium

Funktion

Free

Premium

Standorte

3

40

simultane Verbindungen

2

unbegrenzt

Datenvolumen

2 GB/Tag

unbegrenzt

sichere Verschlüsselung

Streaming-Server

SafeSwap Server

MultiHop+ Server

Tracker-Blocker

Data Breach Monitor

Apps für Android TV und Fire TV


Um das Gratis-Angebot zu nutzen, müssen Sie sich nach der Installation der Software lediglich mit einer Mail-Adresse registrieren, an die Sie einen Freischalt-Link erhalten. Mit der kostenlosen Variante unterliegen Sie einigen Einschränkungen, die je nach beabsichtigter Nutzung mehr oder weniger gravierend sind. Sie haben lediglich drei Server-Standorte zur Auswahl: einen in den Niederlanden und zwei in den USA (Los Angeles und New York). Sie können lediglich zwei Geräte gleichzeitig schützen. Das nutzbare Datenvolumen ist auf zwei Gigabytes täglich begrenzt, was für umsonst recht viel ist. Für Streaming optimierte Server stehen ebenso wenig zur Verfügung wie SafeSwap, MultiHop+, Tracker-Blocker, Support per Live-Chat rund um die Uhr oder die Apps für Android TV und Amazon Fire TV. Support erhalten Sie nur per Mail.

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Atlas VPN Einstellungen
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Einrichtung unter Windows
Die Installation der Windows-Software ist schnell erledigt und wirft keine Fragen auf, wenn Sie ein wenig Englisch verstehen. In den Einstellungen (Settings/Security) können Sie festlegen, ob Atlas VPN immer mit Windows gestartet werden soll und ob automatisch eine VPN-Verbindung aufgebaut werden soll. Ferner können Sie den Kill-Switch aktivieren, der verhindert, dass Sie bei einer VPN-Störung plötzlich ungeschützt im Internet unterwegs sind. Ferner können Sie die Wahl des VPN-Protokolls entweder der Automatik überlassen oder sich fix für eines der beiden Protokolle entscheiden (Settings/Protocols). Unter Settings/App settings können Sie einstellen, ob die Software Analysedaten an den Hersteller senden darf und nach Software-Updates suchen.

Atlas VPN App-Einstellungen
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Einrichtung unter Android
Die Android-App ist ganz ähnlich strukturiert wie ihr Windows-Pendant. Den Kill-Switch finden Sie unter „General Options“. Eine Funktion, die unter Windows nicht zur Verfügung steht, ist das „Split-Tunneling“. Hier können Sie festlegen, welche Apps durch das VPN geschützt werden und welche daran vorbei direkt auf das Internet zugreifen dürfen. Wenn etwa Ihre Mail-App scheinbar aus den Ausland auf Ihr Mail-Konto zugreift, könnte das bei Ihrem Mail-Provider Alarm auslösen, weil er einen Konto-Hack vermutet. Im Unterschied zur Windows-App sind die Server-Standorte alphabetisch sortiert, was das Auffinden des gewünschten Standorts erleichtert.

Atlas VPN Android Einstellungen
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Probefahrt

Im Grunde können Sie nach der Installation gleich loslegen, wenn Ihnen die vorgenannten Einstellungen nicht so wichtig sind. Wenn Sie einen Server-Standort anklicken, baut die Software sogleich eine Verbindung auf, was in aller Regel recht flott geht. Auch die noch seltenen SafeSwap- und MultiHop+ Server sind schnell erreichbar und kosten kaum Geschwindigkeit. Diese finden Sie unter „Privacy Pro“.

Beim Streaming bei geo-blockierten Diensten ergibt sich ein gemischtes Bild. Netflix US und BBC iPlayer funktionierten zum Testzeitpunkt gut. Nicht nur für Formel-1 -Fans interessant: Während der Live-Stream bei ServusTV AT nutzbar war, gab es mit der TVthek des ORF und dem Live-Stream des SRF in der Schweiz Probleme. Atlas VPN hat weder für Österreich noch für die Schweiz explizite Streaming-Server. Laut Auskunft des freundlichen und hilfsbereiten Support-Mitarbeiters im Live-Chat sollte jedoch zumindest beim ORF der Zugriff klappen, da dies von den Atlas-Servern in Österreich unterstützt würde.  Da müssten die Techniker ran. Auch ob eine bislang nicht bestehende Unterstützung für SRF machbar ist, soll geprüft werden. Leider haben die Atlas-Techniker beide Fälle bislang nicht lösen können.

Zur gleichen Zeit ging bei Cyberghost VPN in Sachen ORF gar nichts, trotz dediziertem Streaming-Server für den ORF, doch SRF lief flüssig. Bei Surfshark hingegen klappte es mit ORF und SRF problemlos.

Wann immer Sie Schwierigkeiten haben, einen Streaming-Dienst per VPN zu erreichen, wenden Sie sich an den Support Ihres VPN-Anbieters. Die Unternehmen werben mit dem Zugriff auf geo-blockierte Streaming-Angebote – das muss dann auch funktionieren. Daher sind sie im Duell mit den Streaming-Diensten ständig bemüht, deren Blockaden zu umgehen. Wer gerade einen Schritt voraus ist, bleibt stets eine Momentaufnahme.

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Downloads beim File-Sharing-Hoster ZippyShare, der Nutzer aus Deutschland aussperrt, funktionieren einwandfrei, wenn Sie einen VPN-Standort etwa in den Niederlanden oder in Österreich wählen. Eine einfache VPN-Verbindung kostet im Vergleich zum ungeschützten Download nur wenig mehr Zeit, kaum 10 Prozent. Der Einsatz von MultiHop+ kostet kaum zusätzliche Zeit.

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Die Preise


Bei allem Preismodellen können Sie eine unbegrenzte Anzahl Geräte gleichzeitig nutzen. Eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie ist in allen Premium-Angeboten enthalten. Das Monats-Abo kostet 9,69 Euro, das Jahres-Abo 34,76 Euro (2,90 Euro im Monat) im ersten Jahr, danach 116,28 Euro. Am meisten sparen Sie mit dem Zweijahres-Abo, das Sie für 43,37 Euro (1,81 Euro im Monat) für die ersten zwei Jahre erhalten.

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