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Die besten Bluetooth-Kopfhörer für iPhone, iPad und Mac

04.10.2019 | 08:30 Uhr | Peter Müller

Auch Bluetooth-Kopfhörer spielen Audio in hoher Qualität ab. Wir haben die besten gestestet.

Für digitale Nomaden sind Kopfhörer eines der wichtigsten Utensilien. Zwar könnte man bei so manchen auffälligen Over-Ear-Modellen fast an ein Lifestyle-Produkt denken, aber im Grunde geht es um den perfekten Klang.

Richtig genießen kann man diesen erst, wenn nicht nur der Tragekomfort stimmt, sondern auch die Bedienung überzeugt. Für den Tragekomfort verantwortlich sind wohl geformte Ohrpolster, die idealerweise mit echtem Leder bezogen sind. Das ist viel angenehmer als Stoff oder zum Schwitzen neigendes Kunstleder. Die größeren Over-Ear-Modelle, die über das komplette Ohr gehen, sind hierbei meist auch angenehmer und sitzen besser als die kompakten ohraufliegenden On-Ear-Modelle .

Beim Bedienungskomfort sind gerade die drahtlosen Bluetooth-Kopfhörer im Vorteil; hier stört kein Kabel, man bleibt nicht an der Kleidung hängen und das Kabel kann man weder verlieren noch versehentlich abreißen. Vor allem aber sind für das iPhone ab der Generation 7 von 2016 Bluetooth-Kopfhörer mit die erste Wahl, denn auf die Klinkenbuchse verzichtet Apple seither – nur wenige Hersteller haben sich daran angepasst und liefern ihre Kopfhörer mit Lightning- statt Klinkenkabel aus.

Gerade im High-End kommt es auf den Klang an, einige Hersteller bieten bei ihren Modellen auch Methoden an, um individuelle Klangprofile zu erstellen. Das Nuraphone etwa vermisst den Gehörgang, während Hersteller wie Beyerdynamic oder Sennheiser in ihren zu den Kopfhörern gehörenden Apps eine Art Hörtest verwenden, um die Lautsprecher zu optimieren.

Sehen Sie hier eine Auswahl der besten Over-Ear-Kopfhörer.

Beyerdynamic Lagoon ANC: Leichtgewicht mit persönlichem Sound

Der Lagoon von Beyerdynamic bietet nicht nur hohen Bedinekomfort mit dem Touchpad auf dem rechten Ohrpolster, sondern auch ein überzeugendes Lichtkonzept: Die LEDs sind innen angebracht, wenn der Kopfhörer einen niedrigen Ladezustand andeutet oder ein eingehendes Gespräch, stört kein Blinklicht die Umgebung.

Vor allem aber will der Lagoon ANC mit Sound überzeugen – und das gelingt ihm mit und auch ohne aktive Geräuschunterdrückung. In der mitgelieferten App MIY will Beyerdynamik den Klang noch weiter optimieren, die Technik dazu nennt der Hersteller Mosayc. Im Prinzip unterziehen wir uns bei der Einrichtung des Kopfhörers einem Hörtest, halten eine Schaltfläche auf dem iPhone gedrückt, so lange wir einen Ton hören, in unterschiedlichen Frequenzen und in geringer Lautstärke. Der Test dauert für jedes Ohr gut zwei Minuten. Das Ergebnis war in unserem Test nicht ganz eindeutig: Ein wenig besser ist der Sound mit zugeschaltetem Profil schon, doch gilt das auch für die Ohren anderer - deren Profile klingen für uns nicht ungewöhnlich. Optimierung also ja, Individualisierung eher nicht. Das haben wir bei den Nuraphones anders erlebt, siehe dort.

Lagoon ANC Exporer bei Amazon kaufen (399 Euro)

In Sachen Klangqualität, Komfort, ANC und Bedienbarkeit hat uns der Lagoon ANC jedoch überzeugt. Das Klangprofil hingegen sehen wir ein wenig ambivalent: Ohne Frage hat es den Sound noch einmal verbessert. Unterschiedliche Profile lassen sich aber nicht hinterlegen, um etwa den Kopfhörer auf mehrere Personen aufzuteilen. Dass diese ein Profil gleich empfinden, kommt aber nicht immer vor. Ohne Frage ist der Beyerdynamik Lagoon ANC ein sehr guter OverEar-Kopfhörer mit überzeugendem ANC, der Preis von 400 Euro ist aber recht sportlich. Zum ausführlichen Test geht es hier…. pm

Hersteller

Beyerdynamic

Modell

Lagoon ANC

Preis

399,-

Vorteile

Guter Klang, mit Profil noch verbessert, leicht, gut bedienbares Touchfeld

Nachteile

Hoher Preis

Nuraphone: Die Brille für die Ohren

Der oktoakustischen Hörtest, den man bei der Einrichtung des Nuraphones über die App des Kopfhörers absolvieren muss, funktioniert im Prinzip so: Der Lautsprecher sendet über einen großen Frequenzbereich Töne in das Ohr des Nutzers und misst mit seinen sensiblen Mikrofonen den Schall, der zurück kommt. Denn das von äußerem Schall zum Schwingen angeregte Innenohr sendet auch einen kaum wahrnehmbaren Schall zurück. Und je nachdem, welche Amplitude die Elektronik zur definierten Frequenz misst, erstellt die Software ein individuelles Hörprofil. Denn wir nehmen unterschiedliche Frequenzen nun einmal unterschiedlich stark wahr – und brauchen bei manchen etwas mehr Lautstärke, bei anderen weniger für ein ausgewogenes Hörempfinden. Das ist bei jedem Ohr anders – was zu überraschenden Ergebnissen führt. Denn wenn wir den Kopfhörer für unsere Ohren optimiert haben, merken wir einen deutlichen Unterschied, wenn wir das Profil aus- und wieder anschalten: So als ob wir die Brille ab- und wieder aufsetzen. Der Vergelich zur Sehhilfe ist auch in anderer Weise treffend: Denn andere Leute können mit unserem Klangprofil nichts anfangen – und wir nicht mit derem.

Nurpahone erstellt individuelles Hörprofil
Vergrößern Nurpahone erstellt individuelles Hörprofil
© Nura

Der optimierte Klang des Nuraphones ist schlicht überragend, der Tragekomfort jedoch ein anderer als bei anderen Overears: Denn nur der Basslautsprecher ist in den Ohrmuscheln untergebracht, damit wir die tiefen Frequenzen auch schön über Knochenleitung wahrnehmen. Mitten und Höhen stecken in einem Stöpsel, den wir in den Gehörgang einführen – so ist der Abschluss gegenüber Außengeräusche auch sehr stark. Nur in einem Detail übertreibt es der australische Hersteller in unseren Augen, ähh, Ohren, ein wenig: Die Immersion genannte Bassanhebung ist in voller Stufe ("erste Reihe") deutlich zu heftig: Als ob man nicht vor den Boxen oder dem Orchester stehen würde, sondern mitten drin im Lautsprecher oder im Orchestergraben neben dem Donnerblech.

Nura wagt aber einen ungewöhnlichen Ansatz und die Idee der "Brille für die Ohren" geht prinzipiell auch auf: Nehmen wir uns die Zeit und Muße, unsere Ohren von der Elektronik überprüfen zu lassen, werden wir mit einem imposanten Klang belohnt, den wir nicht nur hören, sondern auch fühlen dürfen. Der Preis von 400 Euro ist zwar nicht ohne und an die gewissermaßen gleichzeitige Verwendung von OverEar und InEar muss man sich erst gewöhnen. In Deutschland ist das Nuraphone bei Cyberport und bei Thomann jeweils zum Preis von 399 Euro erhältlich. Den ausführlichen Test lesen Sie hier . pm

Nuraphones

Hersteller:

Nura

Vorzüge:

Echte Klangindividualisierung durch oktoakustischen Test, hervorragender Sound

Nachteile:

Hoher Preis, gewöhnungsbedürftiger Tragekomfort

Preis:

400 Euro

Kygo A9/600: Mehr Bass für die Disco

Kygo A9/600: DJ-Kopfhörer
Vergrößern Kygo A9/600: DJ-Kopfhörer
© Kygo

Ganz auf die Musik konzentrieren lässt uns der Kygo A9/600 auch ohne aktives Noisecancelling: Die Abschirmung ist auch so schon sehr gut. Vor allem bei Dance-Musik des Namenspatrons aus Norwegen und verwandter Genres mag der Kygo A9/600 gefallen, allenfalls bei Klassik fehlt es ihm ein wenig an Umfang. Geschickt gelöst ist der grafische Equalizer der iOS-App, doch auch auf dem Mac macht der elegante OverEar eine gute Figur. Den ausführlichen Test lesen Sie hier. pm

Beyerdynamic Amiron Wireless Copper: Kupferner Klang mit Profil

Wie auch beim Lagoon ANC setzt der Amiron Wireless Copper auf eine Individualisierung des Hörprofils über den Hörtest in der App MIY. Und wie beim Lagoon ANC sind wir einerseits vom Klang begeistert und andererseits von der Individualisierung nicht völllig überzeugt. Der Sound wird etwas lauter und klarer, Profile für mehrere Personen lassen sich nicht hinterlegen und die Optimierungen scheinen den Hörern abseits ihrer eigenen Hörfähigkeiten weiter zu helfen.

Vergrößern
© Beyerdynamic

Noch ein Punkt hat uns beim zweifelsohne hervorragenden Kopfhörer ein wenig gestört: der Preis. Dieser ist mit rund 800 Euro nicht nur außerordentlich hoch, sondern auch deutich höher als der für das Standardmodell Amiron Wireless. Der Unterschied ist das namensgebende Kupfer, das nicht nur aus technischen Gründen zum Einsatz kommt, sondern auch als Zierde in den Ohrmuscheln und dem Kopfbügel. Den ausführlichen Test lesen Sie hier …   pm

Amiron Wireless Copper bei Amazon kaufen (799 €)

Amiron Wireless Copper

Hersteller

Beyerdynamic

Preis

799 €

Vorzüge

Ausgezeichneter Klang, Unterstützung von High-End-Formaten, Individueles Klangprofil

Nachteile

Hoher Preis

Geladen wird der Akku wie üblich über eine Micro-USB Buchse, ein passendes Kabel ist im Lieferumfang enthalten.
Vergrößern Geladen wird der Akku wie üblich über eine Micro-USB Buchse, ein passendes Kabel ist im Lieferumfang enthalten.
© Bowers & Wilkins

Marshall Mid A.N.C.: Party in Klein

Gott, ist der süß – das könnten die ersten Worte sein, wenn man den Mid A.N.C. das erste Mal in den Händen hält. Trotz der geringen Größe hat Marshall nicht nur einen 40-mm-Treiber unter bekommen, sondern auch einen ordentlichen Akku mit rund 30 Stunden Laufzeit. Bei eingeschalteter aktiver Geräuschunterdrückung sind es rund 20 Stunden. Die restliche Ausstattung ist mit Bluetooth aptX und einem Kabel-Anschluss Standard. Sehr nobel ist die Transportbox aus Leder ausgefallen.

Der Mid A.N.C. ist ein süßer kleiner Kopfhörer, der dank seinem kräftigen Sound speziell auf junge Musikliebhaber abzielt.
Vergrößern Der Mid A.N.C. ist ein süßer kleiner Kopfhörer, der dank seinem kräftigen Sound speziell auf junge Musikliebhaber abzielt.
© Marshall

Wie schon beim Monitor BT setzt Marshall auch beim Mid A.N.C. auf einen kleinen Joystick zur Musiksteuerung. Das System ist sehr leicht zu verstehen: Hoch beziehungsweise runter für Lautstärke und rechts beziehungsweise links für die Tracksteuerung. Kurzes Drücken ist für Wiedergabe und Pause und langes Drücken für Ein beziehungsweise Aus. Das ist auch sehr anschaulich im mehrsprachigen Handbuch erläutert. Für die aktive Geräuschunterdrückung gibt es einen richtigen Schalter mit Farbkennzeichnung, wer braucht da noch eine App zur Steuerung, wenn es doch so einfach geht.

mid-anc-show-more-13_1203.jpg Aktive Geräuschunterdrückung an oder aus? Ein richtiger Schalter lässt da keine Fragen offen.
Vergrößern mid-anc-show-more-13_1203.jpg Aktive Geräuschunterdrückung an oder aus? Ein richtiger Schalter lässt da keine Fragen offen.
© Marshall

Der Lederbezug des Kopfbügels ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch angenehm weich. Außen mit Glattleder und am Kopf mit Veloursleder – das macht deutlich, dass sich der Hersteller Gedanken gemacht hat. Die Kopfbügel sorgen dafür, dass der Mid A.N.C. sehr stramm sitzt, das ist für einen On-Ear-Kopfhörer gut. Kann er so nicht so leicht verrutschen oder sogar vom Kopf fallen. Für Brillenträger ist es leider nicht so gut, da die Ohrpolster durch den starken Druck auch auf die Brillenbügel drücken können. Das ist natürlich auch abhängig von den Brillenbügeln.

Kleiner Kopfhörer – kleiner Klang? Auf keinen Fall beim Mid A.N.C.! Der Bass ist erstaunlich kräftig, fast schon zu kräftig. Während Adele wunderbar kräftig ein "Hello" zuruft und das Schlagzeug das deutlich untermauert, hat man bei "I miss you" das Gefühl, das Schlagzeug stehe direkt vor einem.

Jetzt war klar, hier geht es kräftiger zur Sache als beim Monitor BT. Auf der Suche nach passender Musik haben wir jetzt mehr richtig Party und Dance geschaut. Unser nächster Titel "Our Darkness" in der Hardfoor-Version von Anne Clark ist ein Klassiker in Clubs. Die E-Drums mit ihrem trockenen Bass treibt die Tänzer permanent an, der Synthesizer in Verbindung mit Annes Stimme lässt einen wunderbar in Trance gleiten. Hier ist der Mid ANC in seinem Element. Eine feine Hochtonauflösung ist hier nicht von Nöten. Hier ist es wichtig, dass die Musik nicht zu aggressiv auch bei höheren Lautstärken wird und das kann der Mid A.N.C..

mid-anc-show-more-10_1203.jpg Der unscheinbare kleine Joystick macht bei der Musiksteuerung einen guten Job.
Vergrößern mid-anc-show-more-10_1203.jpg Der unscheinbare kleine Joystick macht bei der Musiksteuerung einen guten Job.
© Marshall

Dance kann er, kann er auch Chillout? Der Chillout-Klassiker in jeder Lounge ist die Milchbar-Reihe von Blank & Jones. Wir starten hier mit "My Island" von der Seaside Season 9, das mit seinem schönen Gitarrenspiel so extrem gute Laune verbreitet. Mit jedem Zupfen der Saiten beweist der Mid A.N.C., das sein warmes und trockenes Spiel ein angenehmes Klangbild ergeben. Weiter geht es mit der nächsten Blank & Jones-Compilation, Relax Edition 10. Da wir schon bei entspannter Musik sind, genießen wir jetzt den Sonnenaufgang mit "Sun Starts Smiling". Der Disco-Groove sollte eigentlich dem Mid A.N.C. liegen, doch Blank & Jones haben hier einen sehr kräftigen Bass abgemischt. Das kann für empfindliche Naturen schon eine Spur zu stark sein. Wo wir schon bei Disco und Sommer in der Interpretation von Blank & Jones sind, spielen wir als nächstes "Cruel Sommer" von Bananarama auf der So80s 5. Die alten 80er-Platten sind noch ohne Loudness und eher flach abgemischt. Hier ist ein bisschen mehr Punch durch den Mid A.N.C. nicht schlecht. Und auch bei unserem letzten 80er Titel "Why Can´t I be you" von The Cure, passt die Abstimmung des Mid A.N.C. zu dem fetzigen Titel.

Wir schließen unseren Soundcheck mit Indie Rock von Dave Gahan & Soulsavers ab. Die ruhige Nummer "Shine" wird dominiert von einem harten Schlagzeug und einer ebenso hart gespielten Gitarre im Hintergrund. Das passt so wunderbar zum Mid A.N.C.. Bei "Shine" müssen wir an "Smile" denken und so geben wir dem Mid A.N.C. eine harte Nuss als allerletztes. Der Jazz Titel von Nat King Cole in der Interpretation von Gregory Porter wird von Trompeten, Streichern und natürlich der wundervollen Stimme von Gregory getragen. Hier merkt man deutlich, dass der Mid A.N.C. fetzig und kräftig kann, aber in der Hochtonauflösung eine Schwäche hat.

Fazit

Der Mid A.N.C. ist schon sehr klein, da sieht der Kopfbügel schon fast überdimensional groß aus. Durch die On-Ear Konstruktion passt er genau auf ein mittelgroßes Ohr und schließt daher auch sehr schalldicht ab. Das ist praktisch für Brillenträger, weil die Ohrhörer nicht auf die Bügel drücken.

Besonders Chic und Nobel ist die Transporttasche geraten.
Vergrößern Besonders Chic und Nobel ist die Transporttasche geraten.
© Marshall

Ein Drücken kann man trotzdem spüren, nämlich das direkt auf die Ohren. Bei On-Ear Konstruktionen kann es passieren, dass die Kopfhörer leicht verrutschen. Beim Mid A.N.C. ist es so, dass der Kopfbügel eine relativ starke Spannung hat, die die Ohrhörer auf die Ohren drückt. Je nach Kopfgröße kann das bei längerem Tragen unangenehm werden.

Wie auch schon beim größeren Monitor-Modell ist die Klangabstimmung eher warm, aber mit mehr Bass. Eine Abstimmung die vor allem Pop und Rock zugutekommt. Die aktive Geräuschunterdrückung ist nicht so stark, wie bei Modellen von Bose, Sony oder Teufel, die wir in letzter Zeit testen konnten. Dafür beeinflusst sie auch nicht so stark die Musikqualität. Vom größeren Modell hat der Mid A.N.C. auch die überzeugende Bedienung geerbt. tb

Mid A.N.C.

Hersteller:

Marshall

Preis:

€ 190,-

Note:

1,9 gut

Vorzüge

Sehr guter Klang, sehr einfache Bedienung mit Schalter und Joystick, ANC abschaltbar und mit geringer Klangbeeinflussung

Nachteile:

Nicht sehr starkes ANC, Kopfbügel sehr stramm

Alternativen:

Audio-Technica ATH-700BT

Marshall Monitor Bluetooth: Ehrlicher Bluetooth-Kopfhörer mit warmer Klangabstimmung

Ein bisschen retro sieht er schon aus, der Bluetooth-Kopfhörer Monitor von Marshall. Die US-Amerikaner mit langer Bühnenerfahrung bleiben ihrer Designsprache treu und das steht dem Monitor auch sehr gut.

Die Liebe zum Design merkt man an vielen Details, wie den schönen Nähten am Ohrpolster oder auch dem zur Spirale gedrehten Kabeln zu den Ohrhörern. Aber auch die kleinen Messingschilder für Links und Rechts gehören dazu. Die sind aber nicht nur netter Designgag, sondern klasse beim Aufsetzten. Wie oft ärgert man sich über eine nicht zu erkennende Markierung, nicht so bei Marshall.

Marshall Monitor Bluetooth ab 140 Euro auf Amazon

Dank seiner Metallgelenke kann man den Monitor platzsparend zusammenklappen. So passt er auch wunderbar in den schönen Stoffbeutel. Weiteres mitgeliefertes Zubehör ist ein Audiokabel und ein USB-Ladekabel. Technisch bietet Marshall den üblichen Standard: 40 mm Membran und Bluetooth 4.0 mit aptX.

Auf den Bühnen der Welt zu Hause, die Design-DNA von Marshall ist unverkennbar. Da passt die ehrliche Klangabstimmung wunderbar.
Vergrößern Auf den Bühnen der Welt zu Hause, die Design-DNA von Marshall ist unverkennbar. Da passt die ehrliche Klangabstimmung wunderbar.
© Marshall

Eine kleine Hürde ist zu Beginn zu nehmen, die deutsche Bedienungsanleitung ist an manchen Stellen unverständlich, was auch an der fehlerhaften Übersetzung liegen könnte. Aber eigentlich ist die Bedienung mit dem Joystick recht einfach. Nach oben drücken ist für Lauter und nach unten drücken für Leiser. Nach rechts drücken für einen Titel vor und nach links drücken für einen Titel zurück, beziehungsweise an den Liedanfang. Drückt man den Joystick runter – sie ahnen es schon – startet oder pausiert man die Musik. Länger drücken schaltet man den Monitor Bluetooth aus, beziehungsweise ein.

An das Telefonieren hat Marshall auch gedacht und ein Mikrophon am vorderen Rand des rechten Ohrhörers platziert. Ein wahrer Meister ist der Monitor Bluetooth in der Laufzeit. Der Akku hält im Test die rund 30 versprochen Stunden locker durch.

Ein kleiner Joystick ist alles was man benötigt für die Musiksteuerung und Lautstärke. Das ist ein einfaches aber gutes Konzept.
Vergrößern Ein kleiner Joystick ist alles was man benötigt für die Musiksteuerung und Lautstärke. Das ist ein einfaches aber gutes Konzept.
© Thomas Bergbold

Marshall ist ja typischerweise auf den Musikerbühnen der Welt zu Hause, also fangen wir beim Soundcheck auch bei Live-Musik an. Hier macht New Order aus dem Alternative-Lager mit den Live-Album NOMC15 den Anfang. Etwas untypisch für Rock-Pop fängt das Album mit klassischer Musik und Trompeten an. Von ganz entfernt kommend wird die Musik immer lauter, Fans sind deutlich zu hören, die Live-Atmosphäre wird schön transportiert. Der Paukenschlag am Ende kommt überraschend, aber nicht sehr kräftig. Beim anschließenden Titel "Singularity" reißt einen das rockige Gitarrenspiel und das Schlagzeug sofort mit. Jetzt spielt der Monitor mitreißend auf. Wir springen gleich zu einem Klassiker von New Order, "Bizarre Love Triangle". Auch hier weiß der kräftige Bass zu gefallen, nicht zu übertrieben untermauert er die tolle Live-Performance von New Order. Bei Stimmen und Synthesizer merkt man dem Monitor die warme Abstimmung deutlich an, die bei Live-Aufnahmen durchaus angenehm ist. Kein Live-Auftritt von New Order ohne "True Faith" und auf diesem Album ist die Version sehr stark vom Synthesizer am Anfang geprägt. Hier fehlt ein wenig die Klarheit, die beim letzten Kulthit "Blue Monday" mit seinem markanten Schlagzeugrhythmus am Anfang wieder viel besser – und mit der nötigen Live-Atmosphäre – rüberkommt.

Für die warme Klangabstimmung prädestiniert sind Frauenstimmen, also ist unsere nächste Spielpartnerin Lisa Stansfield mit ihrem neuen Album "Deeper". Und in der Tat, gleich der erste Titel "Everything", reist einen so richtig mit. Lisas Stimme setzt sich sofort im Kopf fest, das dominierende Schlagzeug sorgt dafür, das man bis zum Ende des Liedes aktiv dabeibleibt. Und so bleibt man auch gleich beim beschwingten nächsten Titel Twisted hängen. Das Klavier zu Beginn liebt die Wärme des Monitor, wenn es dann später beschwingter mit Geigen und Becken wird, merkt man einen Schwachpunkt des Monitor: Die Hochtonauflösung. Hohe Stimmen und Musikinstrumente sind ein wenig in Ihrer Dynamik limitiert. Abhilfe schafft hier der Einsatz des Kabels, anstatt der Bluetooth Verbindung. Trotz dieser Schwäche weiß der Monitor zu gefallen, die Klangabstimmung ist harmonisch und ehrlich. Effekthascherei ist ihm fremd.

Der Monitor BT lässt sich schön kompakt zusammenklappen, ein passender Stoffbeutel für den Transport liefert Marshall gleich mit.
Vergrößern Der Monitor BT lässt sich schön kompakt zusammenklappen, ein passender Stoffbeutel für den Transport liefert Marshall gleich mit.
© Thomas Bergbold

Fazit

Kopfhörer müssen nicht immer kompliziert sein und der Monitor Bluetooth von Marshall beweist das. Die Bedienung mit dem Joystick wirft keine Fragen auf, es muss also nicht immer eine Touchbedienung sein.

Über Design lässt sich natürlich streiten, nicht jedoch über die tadellose Verarbeitung. Metall findet sich da, wo es für die Haltbarkeit angebracht ist und Leder da, wo es gut aussieht. Der Sitz ist angenehm und auch Brillenträger kommt man gut damit klar. Trotz Metall wiegt der Kopfhörer nur 271 Gramm.

Die Klangabstimmung kann für einen Bluetooth Kopfhörer mit aptX als gelungen bezeichnet werden. Auch wenn wir schon eine bessere Hochtonauflösung bei Bluetooth Kopfhörern hatten, passt die warme Klangabstimmung zu vielen Musikgenre. Daher kann man den Monitor als harmonisch bezeichnen, Effekthascherei ist nicht seine Sache. tb

Marshall Monitor Bluetooth

Hersteller:

Marshall

Preis:

€ 249,-

Note:

1,8 gut

Vorzüge:

harmonische warme Klangabstimmung, sehr guter Materialeinsatz, gutes Preisleistungsverhältnis, sehr guter Akku, einfache Bedienung

Nachteile:

nur aptX, reduzierte Hochtonauflösung

Alternativen:

Beoplay H4, Pioneer SE-MS7BT

KEF SPACE ONE Wireless: Feine Technik im edlen Design

Porsche Design und KEF, eine Verbindung die neugierig macht. So lässt sich über Design natürlich streiten, aber nicht über die schöne Verarbeitung und dem hochwertigen Aluminium in Titangrau.

Auf dem Datenblatt gibt es wenig Überraschendes, einen in der Baugröße typischen 40-mm-Treiber für einen ordentlichen Sound, eine aktive Geräuschunterdrückung, die sich manuell einschalten lässt und einen extra Klinkenanschluss. Mitgeliefert werden zwei passende Audiokabel, eines davon mit Fernbedienung – nicht für iOS. Sehr schön ist auch die hochwertige Hartschalenbox, die ein extra Fach für die Kabel und den mitgelieferten Flugzeugadapter hat. Etwas überraschend in der Preisklasse finden wir, das aptX der einzige Bluetooth Übertragungscodec ist. Hier hätten wir eigentlich AAC erwartet.

Der Space One Wireless ist eine Augenweide, schnörkelloses modernes Design gepaart mit sandgestrahltem Aluminiumguss.
Vergrößern Der Space One Wireless ist eine Augenweide, schnörkelloses modernes Design gepaart mit sandgestrahltem Aluminiumguss.
© KEF

Das Design von Porsche Design ist sehr gelungen und geht mit der tollen Verarbeitung eine sehr schöne Harmonie ein. Da überrascht uns ein wenig die Bedienung. Hier meinen wir nicht die klassischen Tasten – dagegen ist nichts einzuwenden – nur liegen die Tasten für die Wiedergabesteuerung sehr dicht beieinander. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wiedergabe/Pause-Taste nur schwer blind zu ertasten ist und dass trotz erhöhten Punkt in der Mitte.

Wie bei vielen Mitbewerbern sind die Lautstärketasten mit dem Titelsprung kombiniert. Kurz drücken für die Lautstärkeänderung und lang drücken für den Titelsprung. Überzeugend umgesetzt ist der Schalter zum Einschalten. Klar gekennzeichnet, sieht man sofort, ob der Kopfhörer eingeschaltet ist. Ebenso, ob das Noise Cancelling gerade aktiv ist. Der Akkustand wird über einen gesprochenen Hinweis beim Einschalten angesagt. KEF verspricht gigantische 40 Stunden ohne aktive Geräuschunterdrückung und das haben wir auch erreicht.

"Cover Me (Alt Out)" von Depeche Mode ist unser erster Titel, mit dem wir die Klangqualitäten auf den Zahn fühlen wollen. Der Soundteppich wird wunderbar trocken und voll an den Hörer weitergegeben. Nicht spektakulär geht es mit "So much Love" weiter. Den harten Sounds wird ein wenig die Härte genommen, was sie angenehmer zu hören macht.

Kef legt seinem Space One Wireless ein sehr schöne Hartschalenbox bei, die ein extra Fach für die Kabel und den mitgelieferten Flugzeugadapter hat.
Vergrößern Kef legt seinem Space One Wireless ein sehr schöne Hartschalenbox bei, die ein extra Fach für die Kabel und den mitgelieferten Flugzeugadapter hat.
© Thomas Bergbold

Mit Electronic machen wir weiter, nur in der poppigen Variante von OMD. The Punishmend of Luxury versprüht den typischen Gute-Laune-OMD-Sound. Locker zum mitwippen. Auch "Robot Man" gefällt mit der rauen und dunklen Stimme beim Einstieg.

Auffällig und leider typisch für viele Bluetooth-Kopfhörer ist die etwas eingeschränkte Hochtonauflösung. Speziell bei Modellen, die nur mit aptX arbeiten. Daher waren wir sehr neugierig wie der KEF klingt, da dieser auf das höherwertige AAC verzichtet und nur auf aptX setzt.

Zugegeben, unseren Test-Alben aus Electronic sind nicht so anspruchsvoll. Daher muss jetzt Kiesza ans Mikro. Ihre sehr klare und helle Stimme, fordert jeden Schallwandler. Mit "Losin´ My Mind" steigen wir ein. Das Vocal Intro wird sehr klar wiedergeben. Der Space One nimmt Kiesza zwar die Schärfe, was aber nicht auf Kosten von Spielfreude geht. Ihre Stimme bleibt klar und präzise. Test überzeugend bestanden.

Eine weitere hervorragende Stimme hat Adele, wie schlägt sich hier der Space One Wireless? "All I Ask" ist unser erster Titel. Bei dem sehr theatralischen Titel, mit seinem schönen Klavierspiel, zeigt der Space One eine ordentliche Vorstellung. Adeles Stimme ist nicht ganz so klar und kräftig, wie wir das schon bei Mitbewerbern gehört haben, aber sehr ordentlich.

Richtige Schalter und Taster sind auch heute noch nicht die schlechteste Wahl. Vor allem ist so eindeutig zu sehen, ob der Kopfhörer und ANC eingeschaltet ist. Leider kann man die taster zur Musiksteuerung nur schwer blind bedienen.
Vergrößern Richtige Schalter und Taster sind auch heute noch nicht die schlechteste Wahl. Vor allem ist so eindeutig zu sehen, ob der Kopfhörer und ANC eingeschaltet ist. Leider kann man die taster zur Musiksteuerung nur schwer blind bedienen.
© Thomas Bergbold

Nach dem schönen Klavierspiel suchen wir uns weitere akustische Instrumente und werden im Jazz fündig. Zum Beispiel bei Diana Krall. Hier erleben wir ein kleines Erwachen, das ist genau die Musik, die dem Space One perfekt liegt. Ob Bass oder Klavier, der volle Klang und die Stimme von Diana Krall passen immer. Auf zum nächsten Jazz-Spezialisten dem Trompeter Till Brönner. Auch hier das gleiche Bild. Das außergewöhnliche Trompetenspiel, das zum Beispiel in Space Odditiy einen so wunderschön in den Feierabend führt, überzeugt auf ganzer Linie.

Den Abschluss unserer Hörsession darf Sade einläuten. Hier wählen wir absichtlich den eher ungewöhnlich harten Sound von "Soldier of Love". Dabei übertreibt so mancher Schallwandler mit dem Bass. Beim Space One bleibt der Song hörbar ohne Kopfschmerzen zu bekommen, und die Stimme von Sade angenehm. Nur das die Sängerin ein wenig weit hinten steht.

Jetzt liefert KEF so wunderschöne Kabel mit, also wollen wir auch kurz hören, was der Space One Wireless damit zu leisten im Stande ist. Und siehe da, haben wir eben noch Sades Stimme bemängelt, ist diese auf einmal da, wo sie sein sollte: Vor der Band stehend, klar, laut und deutlich.

Mit Kabel spielt der Space One so wunderbar frei und locker auf. Das ergibt zusammen mit seinem eher warm abgestimmten Klang einen perfekten Kopfhörersound. Ab sofort haben wir nur noch mit Kabel gehört. Und nebenbei, spielt er so in der Spitzklasse der drahtgebundenen Kopfhörer mit. Noch ein Wort zur aktiven Geräuschunterdrückung. Sie verrichtet einen sehr guten Job und bleibt dabei noch angenehm. Das ist KEF auch sehr gut gelungen.

Fazit

Design ist natürlich ein Verkaufsargument und auch der Name Porsche Design steht für perfektes Design, nur wenn die Technik nicht stimmt, nützt einem das auch nichts. Von KEF sind wir es bisher immer gewohnt einen ausgeglichenen und harmonischen Klang zu bekommen. Das versucht KEF auch mit dem Space One Wireless. Hier gibt es nur eine technische Hürde: Bluetooth. Daher kommt es hier auch auf den Übertragungsstandard an. KEF verzichtet hier auf AAC und beschränkt sich auf aptX.

Diese Entscheidung rächt sich, wie wir finden. Die Hochtonauflösung und Klarheit kommt nicht an einen Sony MDR-1000X oder Bowers & Wilkins P7 Wireless heran. Auch wenn KEF seinem Space One AAC nicht gegönnt hat, ist er kein schlecht klingender Kopfhörer und markiert die Spitze der Modelle mit aptX.

Der Space One Wireless ist kein Vertreter, der dick aufträgt oder spektakulär klingen möchte. Der leicht warm abgestimmte Sound, ist eher etwas für die leisen Töne. Jazz, Smooth-Jazz und Vocal-Jazz harmonieren hier wunderbar. Aber auch Elektronic und Elektro-Pop zeigten sich voll und rund. tb

KEF Space One Wireless

Hersteller:

KEF

Preis:

€ 399,-

Note:

1,5 gut

Vorzüge:

sehr guter Klang Bluetooth, exzellenter Klang mit Kabel, sehr gute Verarbeitung und Materialeinsatz, ANC manuell einzuschalten und sehr gut

Nachteile:

nur aptX

Libratone Q-ADAPT ON-EAR: On-Ear Kopfhörer mit tollen Detaillösungen

Den Q Adapt On-Ear gibt es in drei Farben: Elegant Nude, Stormy Black und Cloudy White.
Vergrößern Den Q Adapt On-Ear gibt es in drei Farben: Elegant Nude, Stormy Black und Cloudy White.
© Libratone

  Ein Handschmeichler ist das Gehäuse des Kopfhörers. Nicht nur angenehm weich, sondern auch schön rund. Auf dem kleinen Kopfhörer hat Libratone sogar eine berührungsempfindliche Oberfläche untergebracht. Ganz ohne Anleitung erschließt sich einem die Bedienung aber nicht. Mit einem Finger kreisen bedeutet eine Lautstärkeänderung und mit zwei Fingern tippen ist für die Wiedergabesteuerung. Nach ein wenig Übung klappt das aber sehr gut. Eigentlich ist es schade, dass man die schöne Lautstärkeanzeige bei der Bedienung nicht sieht. Aber sie ist ein schönes Gimmick.

Die Ohrhörer sind sehr kompakt, kreisrund und die Polster aus Leder sehr angenehm zu tragen.
Vergrößern Die Ohrhörer sind sehr kompakt, kreisrund und die Polster aus Leder sehr angenehm zu tragen.
© Thomas Bergbold

Ein On-Ear Kopfhörer zeichnet sich normalerweise nicht durch eine sehr gute Abschottung gegenüber Außengeräuschen aus. Beim Q-ADAPT ist das durch seine Bauform etwas anders. Die Ohrhörer sind sehr kompakt, kreisrund und die Polster sind abgerundet. Dadurch sitzt der Kopfhörer nicht auf den Ohren, sondern rutscht ein wenig in die Ohrmuschel. Das hängt natürlich auch von der anatomischen Beschaffenheit des Ohrs ab. Dadurch sitzt er sehr angenehm, das weiche Leder tut sein Übriges.

Für noch mehr Ruhe sorgt die aktive Geräuschunterdrückung. Das ist an sich nichts Aufregendes mehr, Libratone hat aber ein besonderes Feature mit dem Namen CityMix in den Q-ADAPT integriert. Mit CityMix wird die aktive Geräuschunterdrückung in vier Stufen eingestellt. Von komplett abgeschaltet bis maximale Geräuschunterdrückung. Das ist sehr praktisch, denn eine aktive Geräuschunterdrückung sorgt auch immer für eine Beeinflussung des Klangs. Mit den vier Stufen kann man so die Stärke individuell nach den Gegebenheiten wählen. Das ist super und man hat immer den besten Kompromiss zwischen Klang und Ruhe. Für die Wahl der CitiyMix-Stufe ist ein kleiner unscheinbarer Taster am rechten Ohrhörer angebracht. Alternativ geht es auch über die Smartphone-App.

Der Ein/Ausschalter liegt etwas versenkt im Gehäuse, was eine versehentliche Bedienung erschwert, eigentlich sogar unmöglich macht.
Vergrößern Der Ein/Ausschalter liegt etwas versenkt im Gehäuse, was eine versehentliche Bedienung erschwert, eigentlich sogar unmöglich macht.
© Thomas Bergbold

Das ist aber noch nicht alles. Wer Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung kennt, weiß auch, dass man eine Person nicht hören kann, die einen anspricht. Hier hat Libratone mit der Hush-Funktion vorgesorgt. Aktiviert man diese, kann man mit der Person sprechen ohne den Kopfhörer abzuziehen oder auch einfach nur die Umgebungsgeräusche hören. Damit dies besonders schnell und einfach geht, berührt man mit der flachen Hand die berührungsempfindliche Oberfläche.

Der kleine Taster links, ist für die CityMix-Stufe, also der Steuerung wie viele Umgebungsgeräusche noch wahrzunehmen sind und damit auch für die Stärke der aktiven Geräuschunterdrückung zuständig.
Vergrößern Der kleine Taster links, ist für die CityMix-Stufe, also der Steuerung wie viele Umgebungsgeräusche noch wahrzunehmen sind und damit auch für die Stärke der aktiven Geräuschunterdrückung zuständig.
© Thomas Bergbold

Bei der Ruhe, für die eine aktive Geräuschunterdrückung sorgt, fällt mir ein Liegestuhl am Meer und ein kühles Getränk dazu ein. Ruhe und Gemütlichkeit, da kommt man dann auch automatisch zu Urlaubsmusik und so liegt es nahe, als erstes die neue Milchbar 9 von Blank & Jones zu hören. Ein schöner Einstieg ist das erste Lied „My Island“. Die Solo-Gitarre am Beginn nimmt einen sofort ein und bringt einen runter. Der Q-ADAPT bringt diese Ruhe gut rüber. Es fehlt ein wenig Klarheit und Präzision in den Höhen. Das warme Klangbild kann trotzdem überzeugen. Ähnlich bei den Wellen am Anfang von „Across the Sea“. Stimmen, wie die des Sängers Falqo, werden sind sehr angenehm und nicht aggressiv reproduziert.

Minimalistisches Design bedeutet beim Q Adapt On-Ear leider auch nur sehr schwer zu erkennende Links/Rechts Markierungen.
Vergrößern Minimalistisches Design bedeutet beim Q Adapt On-Ear leider auch nur sehr schwer zu erkennende Links/Rechts Markierungen.
© Thomas Bergbold

Bei einem Test von Kopfhörern mit Stimmen darf Kiesza mit ihrer glockenklaren und hellen Stimme nicht fehlen. Ihre Stimme ist so hell, dass auch der Q-ADAPT hier etwas höher klingt. Die Beats in „Hideaway“ kommen schön trocken, die Ruhe, die der Q-ADAPT ausstrahlt kommt auch Kiesza entgegen. Nach klarer und elektronischen Musik, stellt sich nun die Frage, wie gut er mit der rauen und düsteren Musik von Depeche Mode klarkommt. Hier enttäuscht der Q-ADAPT etwas, „Going Backwards“, klingt sehr dunkel und dumpf – eigentlich typisch für Bluetooth-Kopfhörer. Jetzt hat der Q-ADAPT aber eine Toneinstellung in der Smartphone App. In einem Test lassen wir diese normalerweise außen vor. Bei Depeche Mode muss sie aber zeigen, was aus dem Q-ADAPT rauszuholen ist. Neben der Einstellung Neutral, gibt es „Extra Bass“ und „Verbessere Höhen“. Und siehe da, da geht doch noch was und bei „Going Backwards“ geht es wieder voran.

Jetzt wollen wir doch wieder etwas beschwingtere Musik ausprobieren. Michael Bublé hat ein neues Album, das hierfür genau richtig kommt. Gleich der Opener „I believe in you“ ist so ein leichtes, fröhlich klingendes Lied. Michael wirkt hier aber ein wenig angespannt, das haben wir schon fröhlicher, luftiger gehört. Rein akustische Musik ist also nicht die bevorzugte Musikrichtung des Q-ADAPT.

Die Gehäuseoberfläche innerhalb des silbernen Rings, ist die aktive Fläche für die Touchbedienung. Diese ist sehr überzeugend gelöst.
Vergrößern Die Gehäuseoberfläche innerhalb des silbernen Rings, ist die aktive Fläche für die Touchbedienung. Diese ist sehr überzeugend gelöst.
© Thomas Bergbold

Empfehlung

Skandinavisches Design zeichnet sich durch die Reduktion auf das Wesentliche aus, gepaart mit schönen Detaillösungen. Das ist Libratone sehr gut gelungen und geht nur so weit, das auch die Kennzeichnung für Links und Rechts, sehr dezent aufgedruckt ist. Fehlbedienung daher leider nicht ausgeschlossen. Libratone gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 20 Stunden an, die wir im Test auch bestätigen können.

Das Design macht bei der Verpackung nicht halt. Die Formensprache des Q Adapt On-Ear ist nicht nur bei der Transporttasche, sondern auch der Verpackung wieder zu finden.
Vergrößern Das Design macht bei der Verpackung nicht halt. Die Formensprache des Q Adapt On-Ear ist nicht nur bei der Transporttasche, sondern auch der Verpackung wieder zu finden.
© Thomas Bergbold

Bei typischer Radiomusik von Pop, über Hip-Hop bis Rock macht der Q-ADAPT einen guten Job. Er ist nicht der bestklingende Kopfhörer seiner Preisklasse, seine Highlights sind die sehr gute aktive Geräuschunterdrückung und die einfach zu bedienende Touchsteuerung. Gimmicks, wie das Pausieren der Wiedergabe beim Abziehen des Q-ADAPT, kommen da noch on Top. Damit das schöne Gehäuse beim Transport nicht beschädigt wird – wobei der Kopfhörer robuster ist, als er aussieht – hat Libratone an eine schicke runde Transporttasche gedacht. tb

Libratone Q-ADAPT ON-EAR im Preisvergleich

Q-ADAPT ON-EAR

Hersteller:

Libratone

Preis:

ab 245,- Euro bei Amazon

Note:

1,9 gut

Vorzüge:

sehr gute aktive Geräuschunterdrückung, sehr gute Touchbedienung, guter Klang, sehr guter Sitz, sehr gute Akkulaufzeit

Nachteile:

kein AAC dadurch etwas reduzierte Hochtonauflösung, hoher Preis

Beoplay H4: Der neue Einstiegskopfhörer

  Für knapp unter 300,- Euro wurde nicht am Lammleder für die Ohrpolster und auch nicht an der hochwertigen Audioübertragung AAC gespart. Für jemanden, der seinen Kopfhörer immer mit dabei hat, ist es hier schon schmerzhafter, dass keine Transporthülle mitgeliefert wird. An ein Audiokabel für den Notbetrieb und ein Ladekabel hat B&O Play jedoch gedacht.

Sieht schick aus, ist aber kratzig, der Stoff am Kopfbügel.
Vergrößern Sieht schick aus, ist aber kratzig, der Stoff am Kopfbügel.
© B&O Play

In der Einstiegsklasse gibt es logischerweise keine Touchbedienung, sondern der Beoplay H4 setzt auf richtige Taster. Dies muss kein Nachteil sein, wie viele gute Mitbewerber zeigen. Drei Tasten dienen für die volle Kontrolle. Die äußeren Tasten sind für die Lautstärke und die Bluetooth-Kopplung, der mittlere Taster für die Wiedergabesteuerung und Ein/Aus. Und genau das macht die Bedienung manchmal problematisch.

Modernes skandinavisches Design: Ein Hingucker ist der kleine H4 von Beoplay, wie auch seine Geschwister.
Vergrößern Modernes skandinavisches Design: Ein Hingucker ist der kleine H4 von Beoplay, wie auch seine Geschwister.
© B&O Play

Zum einen sind die Taster nur schwer zu unterscheiden und zum andern ist es die vierfach Belegung der mittleren Taste. Einmal klicken Wiedergabe/Pause, zweimal ein Lied vor und dreimal ein Lied zurück. Das klappt nur leider in der Praxis nicht fehlerfrei und erst recht nicht, wenn der Kopfhörer auf dem Kopf sitzt. Das nächste ist das Ausschalten. Drückt man länger als fünf Sekunden soll sich der Kopfhörer ausschalten, nur aktiviert man dann unter iOS auch Siri. Also unterhält man sicher eher mit der netten Dame im iPhone, als den H4 offline zu nehmen. Zum Glück schaltete sich der H4 nach 15 Minuten automatisch aus.

Apropos Ausschalten, B&O Play gibt eine Laufzeit von 19 Stunden an, die der Beoplay H4 bei uns im Test auch locker geschafft hat. Geht der Akkuladestand unter 10 Prozent, leuchtet die LED-Anzeige rot. Zum Laden liegt dem Beoplay H4 ein Standard-USB-Kabel mit Micro USB-Anschluss bei.

Nicht überzeugend sind die Taster zur Musiksteuerung. Es gelingt einem kaum auf Anhieb den Titel zu wechseln oder die Lautstärke zu ändern. Die Taster liegen zu nah beieinander und unterscheiden sich zu wenig.
Vergrößern Nicht überzeugend sind die Taster zur Musiksteuerung. Es gelingt einem kaum auf Anhieb den Titel zu wechseln oder die Lautstärke zu ändern. Die Taster liegen zu nah beieinander und unterscheiden sich zu wenig.
© Thomas Bergbold

Klanglich will der H4 nicht der kleine feine Kopfhörer sein und haut gleich kräftig bei der neuen Depeche Mode rein. Das düstere „Where´s the Revolution“ bekommt einen kräftigen Grundton, der sehr gut zu dem Stück passt. Schön rau und schmutzig kommt auch „So much Love“, hier ist der H4 in seinem Element.

Das der H4 kein ausgesprochener Feingeist ist, zeigt er bei Adele oder Kiesza. Sie werden ein wenig eingehüllt, zusammen mit dem kräftigen Bass erzeugt das zwar ein schmetterndes „Hello“, aber Adele wirkt etwas angestrengt. Bei Kiesza passt die Abstimmung wieder besser, gerade der trockene Beat von „Hideaway“ macht Partystimmung im Ohr.

Das nenne ich eine eindeutige Kennzeichnung für Rechts und Links. Das ist vorbildlich.
Vergrößern Das nenne ich eine eindeutige Kennzeichnung für Rechts und Links. Das ist vorbildlich.
© Thomas Bergbold

Wieder zurück zu akustischer Musik, diesmal Ed Sheeran, ein Musiker mit viel Spielfreunde. Die kommt allerdings nicht ganz so perfekt rüber. Ed wirkt etwas eingebremst und dumpf. Damit ist klar: Der H4 ist in erster Linie ein Freund elektronischer Musik. Hier weiß er zu überzeugen.

Fazit

Was kann nun der preisgünstigste Beoplay Kopfhörer mit Bluetooth? Über das Design muss man nicht groß reden. Er sieht klasse aus und macht auch bei Verarbeitung und Materialeinsatz Beoplay allen Ehren. Das Ohrpolster mit hautsympathischem Leder bezogen, das zieht man gerne auf.

Die glänzende Oberfläche mit feinen Riffeln sieht schick aus. Bei harten Beanspruchung können jedoch Kratzer das schöne Bild stören. Da Beoplay auf eine Schutztasche verzichtet hat, kann das früher oder später auch passieren.
Vergrößern Die glänzende Oberfläche mit feinen Riffeln sieht schick aus. Bei harten Beanspruchung können jedoch Kratzer das schöne Bild stören. Da Beoplay auf eine Schutztasche verzichtet hat, kann das früher oder später auch passieren.
© Thomas Bergbold

Wo gespart wurde ist an den Beigaben, so fehlt eine Tasche für den Transport. Dass diese wichtig ist, merkt man nach ein paar Wochen Einsatz, wenn der Kopfhörer im Rucksack seinen Platz findet: Es zeigen sich die ersten Kratzer am Gehäuse. Zum Glück sind diese sehr unauffällig, weil das Gehäuse doch robuster ist, als es den Anschein macht.

Sehr unpraktisch ist der kombinierte Wiedergabe/Ein-Ausschalter. Drückt man lang, um den Kopfhörer auszuschalten, aktiviert man erst einmal Siri, bevor sich der Kopfhörer abschaltet. Auch gelingt es einem kaum auf Anhieb den Titel zu wechseln oder die Lautstärke zu ändern. Die Taster liegen zu nah beieinander und unterscheiden sich zu wenig. tb

B&O Beoplay H4 im Preisvergleich

Beoplay H4

Hersteller:

B&O Play

Preis:

€ 299

Note:

2,0 gut

Vorzüge:

überzeugender Klang bei elektronischer Musik, schönes Leder

Nachteile:

Keine Schutztasche im Lieferumfang, ungünstige Steuerungstasten

Pioneer SE-MS7BT: Viel Klang für wenig Geld

Der SE-MS7BT ist in drei Farbkombinationen zu bekommen: Rein schwarz, schwarz mit silber und braun mit silber.
Vergrößern Der SE-MS7BT ist in drei Farbkombinationen zu bekommen: Rein schwarz, schwarz mit silber und braun mit silber.
© Pioneer

  Klassisches Design und schöne Farbkombinationen, das sind die ersten auffälligen Punkte am SE-MS7BT. Und klassisch hat so seine Vorteile, die man beim ersten Aufsetzen sofort merkt. Ordentlich gepolsterte Ohrmuscheln und wie es sich für einen Over-Ear Kopfhörer gehört, auch schön groß. Damit sitzen die SE-MS7BT wunderbar bequem – was auch an der ergonomischen Ausformung liegt – und obwohl das Material Kunstleder ist, ist angenehm auf der Haut.

In ein großes Gehäuse passt auch so einiges an Technik und hier hat Pioneer nicht gespart. Große 40-mm-Treiber sind die beste Voraussetzung für einen vollen Klang und neben aptX – mit dem iOS-Geräte nichts anfangen können – hat Pioneer sogar AAC für eine hochwertige Audiowiedergabe über Bluetooth integriert. Das ist in der Preisklasse einmalig und normalerweise ein Garant für einen tollen Klang.

Zusätzlich gibt es noch NFC für das Pairing mit anderen Geräten und ein integriertes Inline-Mikrofon für Telefongespräche. An der linken Ohrmuschel findet sich neben einem 3,5-mm-Klinkenanschluss, an den man das mitgelieferte Kopfhörerkabel anschließen kann, auch die Ladebuchse für den Akku in Form einer Micro-USB-Buchse. Gespart hat Pioneer am Akku, der hält im Test auch nur etwas mehr als die angegebenen zwölf Stunden durch. Dafür ist der Kopfhörer mit 290 Gramm auch schön leicht, was sicher auch an dem Gehäuse aus dünnem Aluminium liegt.

Klassische große Bauweise und trotzdem sehr leicht. Eine sehr gute Kombination für einen bequemen Sitz.
Vergrößern Klassische große Bauweise und trotzdem sehr leicht. Eine sehr gute Kombination für einen bequemen Sitz.
© Pioneer

Ein Klangfeuerwerk entfacht der Pioneer bei unserem ersten Soundcheck mit "Electronic Pur" von Yello. Sehr direkt und überraschend für einen Bluetooth-Kopfhörer klar und spritzig. Das merkt man speziell bei "Limbo" auf der aktuellen "Toy". Das macht Spaß und setzt eine erste positive Marke. Wenn man schon bei Yello ist, kann man auch gleich eine klangliche Brücke zu Malia schlagen. Die rhythmischen Beats von Boris Blank, gepaart mit der warmen Jazz-Stimme von Malia, überzeugen.

Warm geht es gleich bei Adele mit "Hello" weiter. Mit dem Pioneer tritt sie ein wenig in den Hintergrund. Hier dürfte der Klang etwas direkter sein.

Ein perfekter Stimmencheck ist mit Kiesza möglich. Sehr präzise ist die Sängerin sehr gut zu verstehen. Die elektronischen Beats sind sicher nicht das stärkste, was wir gehört haben, ergeben aber eine runde Sache. Das wird auch beim neuen Album von Depeche Mode deutlich. Die düstere Musik wird relativ leicht zum Ohr getragen.

Bis hierhin gab es nur Lob und Begeisterung. Leider bekommt diese bei der Bedienung einen kleinen Dämpfer. Die Titel Vor/Zurück-Taster teilen sich ihre Aufgabe mit der Lautstärke. Lang drücken ändert die Lautstärke, kurz drücken Titelsteuerung. Das ist gewöhnungsbedürftig. Die Taster heben sich auch nicht besonders hervor, dafür sind sie weit genug auseinander, um keine Verwechslung zu verursachen.

Auch wenn die Tasten weit genug auseinanderliegen, so kann die Steuerung nicht ganz überzeugen. Die Titel Vor/Zurück-Taster teilen sich ihre Aufgabe mit der Lautstärke. Lang drücken ändert die Lautstärke, kurz drücken Titelsteuerung. Das ist gewöhnungsbedürftig.
Vergrößern Auch wenn die Tasten weit genug auseinanderliegen, so kann die Steuerung nicht ganz überzeugen. Die Titel Vor/Zurück-Taster teilen sich ihre Aufgabe mit der Lautstärke. Lang drücken ändert die Lautstärke, kurz drücken Titelsteuerung. Das ist gewöhnungsbedürftig.
© Thomas Bergbold

Empfehlung: Pioneer ist hier ein großer Wurf gelungen, nicht was die Ausstattung, aber was den Klang betrifft. Was ich als iPhone-Nutzer vermisse, ist die Akkuanzeige im Display des iPhone, die mehrfarbige LED am Kopfhörer muss reichen. In der Praxis empfiehlt es sich aber das mitgelieferte Kopfhörerkabel mitzunehmen. Dann kann man bei leerem Akku mit Kabel Musik hören. Auch wenn man das normalerweise bei einem Bluetooth-Kopfhörer nicht macht, so sollte man doch auch mal mit Kabel hören. Pioneer spricht hier von: „Entwickelt zur Wiedergabe von Hi-Res Audio Dateien wie DSD, MQA oder FLAC. Durch extrem breiten Frequenzbereich werden feinste Klangdetails wiedergegeben.“ Große Worte, denen man doch auf den Zahn fühlen muss. Und in der Tat eröffnet sich hier einen offenen und feineren Klang, der den schon sehr guten Bluetooth-Klang nochmals übertrifft. Auch der Bass legt jetzt zu. Versprechen eingelöst. tb

Pioneer SE-MS7BT im Preisvergleich

SE-MS7BT

Hersteller:

Pioneer

Preis:

129,- Euro

Note:

1,7 gut

Vorzüge:

sehr guter spritziger Klang, günstiger Preis, sehr guter Tragekomfort

Nachteile:

kein echtes Leder

Beoplay H9: Eleganz der Stille

Der elegante Eindruck wird durch die Farbgebung des Beoplay H9 unterstrichen. Er ist in den Farben Schwarz und beige zu bekommen.
Vergrößern Der elegante Eindruck wird durch die Farbgebung des Beoplay H9 unterstrichen. Er ist in den Farben Schwarz und beige zu bekommen.
© Beoplay

Die aktive Geräuschunterdrückung hat bei Beoplay Kopfhörern bislang noch gefehlt. Mit dem H7 hatte der Hersteller einen sehr guten Bluetooth-Kopfhörer im Programm, so dass der neue H9 quasi ein H7 mit ANC ist, das heißt aktiver Geräuschunterdrückung: Active Noise Cancelling.

Das elegante Design und die Top-Verarbeitung sind daher die beiden auffälligsten Merkmale. Aluminium und Leder sind schon immer perfekte Materialien für einen Kopfhörer - sie kommen auch beim H9 zum Einsatz. Am Ohrhörer handelt es sich um feines Lammleder, was speziell bei Dauerhörern großen Zuspruch findet. Ein Memory-Schaum im Polstermaterial sorgt für den perfekten Sitz am Ohr. Das ist in der Summe nicht nur angenehm beim Musikgenuss, sondern sorgte auch schon beim H7 für eine sehr gute Abschottung gegenüber Außengeräuschen.

Der Beoplay H9 überzeugt mit einem sehr guten und angenehmen ANC und einem wuchtigen Klang. Die Steuerung der Musikwiedergabe erfolgt über die berührungsempfindliche Oberfläche. Das ist sehr gut umgesetzt und schnell verinnerlicht. So ist ein Tippen für die Wiedergabesteuerung, ein Wischen horizontal für die Tracksteuerung (vor bzw. zurück) zuständig und eine kreisförmige Bewegung ändert die Lautstärke.
Vergrößern Der Beoplay H9 überzeugt mit einem sehr guten und angenehmen ANC und einem wuchtigen Klang. Die Steuerung der Musikwiedergabe erfolgt über die berührungsempfindliche Oberfläche. Das ist sehr gut umgesetzt und schnell verinnerlicht. So ist ein Tippen für die Wiedergabesteuerung, ein Wischen horizontal für die Tracksteuerung (vor bzw. zurück) zuständig und eine kreisförmige Bewegung ändert die Lautstärke.
© Beoplay

Technisch überträgt der H9 die Musik über Bluetooth mit aptX oder AAC, letzteres freut gerade iPhone-Nutzer, weil dadurch eine hochwertige Musikübertragung möglich wird.

Der eingebaute Akku wird in knapp drei Stunden geladen und leert sich bei eingeschaltetem ANC in fast 14 Stunden. Das bestätigt unser Test. Ein toller Komfort ist die Akkuanzeige im iPhone-Display.

Die Touch-Bedienung auf dem rechten Ohrhörer ist sehr überzeugend umgesetzt. Mit Tippen steuert man die Wiedergabe, durch horizontales Wischen die Track-Steuerung (vor bzw. zurück) und mit einer kreisförmigen Bewegung ändert man die Lautstärke. Die aktive Geräuschunterdrückung lässt sich durch ein Wischen in der Vertikalen ein- und ausschalten. Auf der Homepage von Beoplay wird das sehr schön in kleinen Filmen gezeigt.

Die aktive Geräuschunterdrückung ist sehr gut ausbalanciert. Sie arbeitet sehr effektiv, ist aber nicht so stark, dass empfindliche Ohren sie als unangenehm empfinden würden. Die zugehörige App ist sehr reduziert gehalten. Neben einer Musiksteuerung und der Anzeige der Batterielaufzeit lassen sich hierüber die aktive Geräuschunterdrückung anschalten – einen Einfluss auf ihre Stärke ist nicht möglich – und den Klang beeinflussen. Eigentlich benötigt man die App nur für die Klangsteuerung – bei Beoplay Tonetouch genannt. Die Akkuanzeige ist leichter am iPhone-Display zu sehen, und die Musiksteuerung sowie das Ein/Ausschalten des ANC gehen über die berührungsempfindliche Oberfläche am Ohrhörer einfacher und vor allem schneller.

Wuchtig – das beschreibt den Klang in nur einem Wort. Und so wundert es auch nicht, dass beispielweise Adele ihr 'Hello' mit aller Wucht dem Hörer entgegen schmettert oder sich das Schlagzeug bei dem Titel ‚I Miss You’ sehr eindrucksvoll in Szene setzt.

Ein weiteres Charakteristikum des Klangs ist seine Wärme. Damit qualifiziert sich der H9 für eine Vielzahl von Musikgenres wie den smoothen Jazz von George Michael, die sehr hohe Stimme von Kiesza oder Depeche Mode und Ed Sheeran. Die Klangabstimmung ist durchaus gelungen, lässt aber etwas an Präzision und Klarheit vermissen. Diese erhält man durch den Einsatz des mitgelieferten Klinkenkabels.

Empfehlung

Hat man jetzt den H7 oder den H9 gerade in den Händen?

Die zwei Kopfhörer sehen sich zum Verwechseln ähnlich und teilen sich somit auch Lob und Tadel. Es sind manchmal die kleinen Dinge, über die man sich als Tester freut, eindeutige Kennzeichnungen für links und rechts gehören auf jeden Fall dazu. Und die hat der H9 von seinem Bruder geerbt. Was er allerdings auch geerbt hat, ist die hakelige Verriegelungsmechanik des Akkufaches. Glücklicherweise muss man hier nur selten ran. Dass man den Akku überhaupt wechseln kann, dafür gebührt dem H9 Lob, denn heute ist das nicht mehr selbstverständlich.

Wer gerne auf der Straße mit seinem Kopfhörer unterwegs ist, der erfreut sich bereits ohne ANC über die sehr gute Ausgrenzung von Umweltgeräuschen. Das ist zwar gut für den ungestörten Musikgenuss, aber schlecht für die Teilnahme am Straßenverkehr. Störend ist, dass der Kopfhörer den Trittschall sehr stark überträgt – zumindest mit deaktiviertem ANC. Ist dieser eingeschaltet, wird der Trittschall nicht mehr so stark übertragen.

Klanglich ist der H9 ohne Zweifel ein sehr guter Kopfhörer, gerade auch mit eingeschaltetem ANC. Bei aktiver Geräuschunterdrückung ist das normalerweise nicht selbstverständlich. An die exzellente Hochtonauflösung eines B&W P7 Wireless kommt er jedoch nicht heran. Dieser hat aber auch keinen ANC und nicht so einen wuchtigen Klang. tb

Bang & Olufsen Beoplay H9 im Preisvergleich

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