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Beyerdynamic Amiron Wireless Copper: Kupferner Klang mit Profil

01.10.2019 | 08:30 Uhr | Peter Müller

Am Klang ist wirklich nichts auszusetzen, im Gegenteil. Das zur Zierde verwendete Kupfer macht den Amiron aber recht teuer.

Kupfer ist ein wesentliches Material in Kopfhörer. Vor allem ist die Spule, welche die Membranen in den Hörern zum Schwingen bringt, aus Kupferdraht gewickelt. Dem Metall zu Ehren hat Beyerdynamic seinen OverEar-Kopfhörer Amiron Wireless daher in einer Sonderausgabe als Amiron Wireless Copper aufgelegt – und das Metall auch als Designelement verwendet. So bestehen die Zierringe um die Touchpads an den Ohrschalen aus Kupfer, ebenso Ziernaht am Kopfband und die in den Bügel eingravierte Seriennummer. Dazu liefert der Hersteller auch noch einen Thermobecher in Kupfer-Optik mit, wohl, um den Aufpreis von 150 Euro gegenüber dem regulären Modell besser zu rechtfertigen. Denn auch wenn man noch so genau hinhört: Das Zierkupfer kann den Klang nicht verbessern. Der ist aber sehr gut, keine Frage.

Fazit

Das individuelle Klangprofil mag helfen oder kaum etwas bringen, der Amiron Wireless Copper ist in jedem Fall ein Kopfhörer der Spitzenklasse. Der Aufpreis von 150 Euro gegenüber der regulären Variante ist aber satt, auch wenn man neben den Kupferverzierungen auch noch einen Thermobecher bekommt, der die Optik des Halbedelmetalls imitiert.

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Klangprofil optimiert

Wie beim im Sommer getesteten Lagoon ANC des gleichen Herstellers ist das Alleinstellungsmerkmal das individuelle Klangprofil, das man über die App MIY erstellt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um einen Hörtest: Der Kopfhörer spielt leise Töne in unterschiedlichen Frequenzen ab, man muss in der App so lange eine Schaltfläche gedrückt halten, solange man etwas wahrnimmt, und sie loslassen, wenn nicht mehr. Beim Lagoon hatten wir im ersten Versuch ein klareres Ergebnis bekommen, aber keine wesentliche Verbesserung erzielt. Beim Amiron Wireless ist das erste Ergebnis noch weiter ernüchternd: Das Hinzumischen des Klangprofils in den EQ macht den Kopfhörer nur ein wenig lauter, verbessert den ohnehin schon guten Klang aber nicht weiter.

Wir versuchen es in einer ruhigeren Umgebung nochmals, vielleicht hatten uns die Nebengeräusche im Büro zu sehr gestört. Doch auch nun ist kaum ein Unterschied zu hören, etwas in der Lautstärke und insgesamt erscheint das Klangbild ein klein wenig klarer.

Starker Klang und gute Abschirmung

Aber auch völlig unabhängig von einem Profil klingt der Amiron exzellent. Die passive Abschirmung ist durch dichte, aber nicht allzu schwere Ohrschalen gewährleistet, perfekte Konzentration auf die Musik möglich. Klar in Mitten und Höhen und deutlich, aber nicht zu heftig in den Bässen, klare Trennung einzelner Instrumente und Stimmen – sofern der Mixer sein Handwerk verstanden hatte – ein Sound zum Genießen. Darf man bei dem Preis auch erwarten, Kupferverzierungen hin oder her. Auf Active Noise Cancelling (ANC) kann der Amiron dank der guten Abschirmung gerne verzichten, die Geräuschunterdrückung erkaufen sich manche Ohrhörer ja mit Abstrichen bei der Wiedergabe.

Hohe Auflösung

Um die Qualitätsunterschiede zu hören, die zu Kopfhörern bestehen, die nur die Hälfte, ein Drittel oder weniger kosten, bedarf es nicht nur guter Ohren, sondern auch entsprechender Qualität bei der Datenübertragung. Der Amiron unterstützt aptX und AAC, Musik in hoher Auflösung lässt sich als ohne Kabel auf den Kopfhörer bringen. Der Akku – den man über ein beiliegendes USB-A-auf-USB-C-Kabel lädt – hält laut Hersteller 30 Stunden lang durch. Ein Klinkenkabel (3,5 Millimeter) ist ebenso im Lieferumfang einbegriffen.

Bedienung

Auf der rechten Ohrschale ist ein Touchpad angebracht, mit dem man den Kopfhörer mit einfachen Gesten steuern kann, also vor zum nächsten Titel, zurück zum letzten, Lautstärke lauter oder leiser. Das ist uns bereits vom Lagoon bekannt, daher keine Überraschung, dass wir mit einem Fingertipp auch durch den Song spielen können – oder die Ansage auf der iPhone-Mailbox. Gespräche nimmt man damit ebenso an, mit einem langen Druck auf die Mitte aktiviert man Siri oder den Google Assistant, ist man mit einem Android-Smartphone verbunden. Zum Telefonieren ist das Amiron aber schon beinahe zu schade, wir genießen lieber die Musik.

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Fazit

Das individuelle Klangprofil mag helfen oder kaum etwas bringen, der Amiron Wireless Copper ist in jedem Fall ein Kopfhörer der Spitzenklasse. Der Aufpreis von 150 Euro gegenüber der regulären Variante ist aber satt, auch wenn man neben den Kupferverzierungen auch noch einen Thermobecher bekommt, der die Optik des Halbedelmetalls imitiert.

Amiron Wireless Copper

Hersteller

Beyerdynamic

Preis

799 €

Vorzüge

Ausgezeichneter Klang, Unterstützung von High-End-Formaten, Individueles Klangprofil

Nachteile

Hoher Preis

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