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Blue Ember: Mikrofon für Stimme und Instrumente

11.04.2019 | 17:23 Uhr | Peter Müller

XLR-Anschluss und Phantomspeisung notwendig: Das Blue Ember schließt man nicht ohne Weiteres an Mac und iPad an. Es lohnt sich aber in jedem Fall.

Für die Aufnahme von Stimmen (gesungen und gesprochen), Instrumenten und lauten akustischen Kulissen ist das Mikrofon Ember von Blue Microphones konzipiert. Die Bauart ist ein aktives Kondensatormikrofon, die Charakteristik Kardioid. Daraus folgt Wesentliches: Für den Anschluss an Mac, PC oder iOS-Gerät benötigt das Blue Ember ein Interface mit 48-V-Phantomspeisung – wir nutzten das iRig Duo von IK Multimedia – und vor allem korrekte Ausrichtung an die Tonquelle.

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Für unseren Test verglichen wir das Ember mit einem Klassiker der Instrumentenmikrofone, dem Shure SM 57. Unser Exemplar hat zwar über 25 Jahre auf dem Buckel, das ist für ein (dynamisches und daher ohne Phantomspeisung nutzbares) Mikrofon dieser Bauart aber kein Alter, Shure verkauft es unverändert seit Jahrzehnten.

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Während wir das Shure mit dem Kopf voran – dahinter ist die Kapsel des Mikros verbaut – vor den Gitarrenverstärker stellen ( Fender Mustang GT 100 ), müssen wir das Blue Ember ein klein wenig anders positionieren. Das liegt daran, dass die Kapsel nicht in der Spitze verbaut ist und daher nach oben gerichtet ist wie beim stabförmigen Shure, sondern an einer der Seiten den Ton entgegen nimmt. Immerhin kann man es sich recht leicht merken, wo im Sinne des Ember vorne und hinten ist, dort, wo das Logo prangt, sollte man auch den Schall auftreffen lassen.

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Ungewöhnliche Geometrie für flexibleren Einsatz

Das bedeutet aber auch, dass die für das Shure-Mikro verwendete Klammer (auch von Shure und genau so alt und gut) uns mit dem Blue Ember nicht hilft – aber der Hersteller liefert seine eigene mit, die wir auf den Mikrofonständer schrauben können. Die Klammer setzt gewissermaßen um die Ecke an, das Mikrofon steht aufrecht, wo es sonst eher quer auf dem Ständer liegen würde. Eine etwas ungewohnte Geometrie, setzt man es aber für Videos für den Ton ein, bleibt es mit dem Kameraobjektiv in einer Ebene und steht nicht daraus hervor.

Der Vergleich mit dem Shure SM 57 als Mikrofon für den Gitarrenverstärker fällt naturgemäß etwas schräg aus, die Mikros unterscheiden sich ja nicht nur in der Geometrie. So können wir das Ember eben nicht exakt in gleiche Position wie das Shure SM 57 bringen, nur in einen ähnlichen Abstand von der 12-Zoll-Box.

Dabei stellen wir fest: Was wir bisher auf der Bühne und im Studio mit der Mikrofonaufstellung unternahmen, müssen wir nun neu denken. Das Blue Ember ist sehr empfindlich und bedarf eines etwas größeren Abstands zum Lautsprecher. Bei der Aufnahme geht es keine Kompromisse ein, Nebengeräusche sind nicht zu hören, präzise nimmt das Mikro nur das auf, was es aufnehmen soll. Auch Rauschen hören wir praktisch nicht – nachdem wir ein altersschwaches Kabel ausgetauscht hatten (siehe Kasten). Im Vergleich zum Shure SM 57 – wie gesagt seit Jahrzehnten Standard für die Aufnahme lauter Instrumente – klingt der Sound etwas weicher und runder und einfach klarer.

Das ist im Hörbeispiel nur unzureichend darstellbar, wir versuchen es dennoch. Aufgenommen hatten wir zwei kurze Stücke und später eine längere Ansprache, dabei nutzten wir Garageband als Software und das oben erwähnte iRig Duo als Interface. Die Drums kommen direkt vom Computer, die eine Gitarre (der Mustang GT emulierte hier den Sound des 65er Deluxe Reverb) zunächst über das Ember aufgenommen, dann über das Shure SM 57. Im zweiten Durchgang sind zwei hintereinander aufgenommene Gitarren zu hören, im Klang eines 65er Twin Reverb und eines 65er Princeton. Abschließend noch eine Sprachaufnahme, in Garageband wie bei den Gitarren eine möglichst neutrale Einstellung gewählt.

Fazit

Wer bisher der durchaus vernünftigen Ansicht war, dass am Shure SM 57 kein Weg vorbei geht, hat mit dem Ember von Blue Microphones nun eine echte Alternative zum ungefähr gleichen Preis (UVP jeweils rund 110 Euro). Zudem lässt sich das Mikrophon auch gut für die Tonspur von Videos einsetzen, für Podcasts ist es durchaus geeignet, wobei es hier aufgrund seiner Richtcharakteristik größere Anforderungen an den Sprecher stellt.

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