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Blue Yeti X: Das USB-Mikrofon für Podcaster & Streamer im Praxistest

04.02.2020 | 15:24 Uhr |

Mit dem "Yeti X" stellt Blue Microphones das dritte Mikrofon der Yeti-Reihe vor und will damit ganz neue Bereiche erschließen: Gaming, Streaming und Podcasts. Wir haben das Mikrofon getestet und stellen Ihnen alle Funktionen mit Audio-Beispielen vor.

Der Trend rund um Podcast- und Streaming-Angebote reißt nicht ab – und das hat auch Blue Microphones längst mitbekommen. Der Hersteller von Mikrofonen, Kopfhörern und Audio-Zubehör hat den Bedarf auf diesem Markt erkannt und liefert mit dem neuesten Modell, dem Yeti X, ein qualitativ hochwertiges Mikrofon, das so manch nettes Extra-Feature mitbringt. Wir haben für Sie das rund 180 Euro teure Mikrofon ausgiebig getestet.

Yeti X: Die wichtigsten Specs im Überblick

  • Preis: 179,99 Euro auf Amazon

  • Abmessungen: 11 cm x 12,2 cm x 28,9 cm

  • Gewicht (nur Mikrofon): 0,519 kg

  • Richtcharakteristiken: Niere, Kugel, Acht, Stereo

  • Samplingrate/Wortbreite: 48 kHz, 24-bit

  • Systemanforderungen: Windows (7, 8.1, 10), macOS (10.10 oder aktueller)

  • Konnektivität: USB 1.1/2.0/3.0

Weitere technische Informationen finden Sie im Artikel.


Lieferumfang

Das Yeti X wird in einem gepolsterten Karton ausgeliefert. Darin sind dem Mikrofon ein massives Tischstativ sowie ein Micro-USB- auf USB-A-Kabel beigelegt.


Anschlüsse

Das Mikrofon wird mithilfe des mitgelieferten Micro-USB-Kabels mit dem Computer verbunden und unterstützt USB 1.1, 2.0 und 3.0
Sollten Sie beispielsweise ein neueres Macbook besitzen, bei dem lediglich USB-C-Anschlüsse vorhanden sind, müssen Sie sich einen USB-C auf USB-A Adapter zulegen, wie etwa den BENFEI-Adapter für 7,45 Euro auf Amazon .

Auf der Unterseite des Yeti X befindet sich außerdem ein Kopfhörereingang (3,5-mm Klinke), sodass Sie den Sound direkt über das Mikrofon abhören können.

Darüber hinaus können Sie das Mikrofon vom Tischstativ abmontieren und über das Gewinde an der Unterseite des Mikrofons auf einen Mikrofonständer schrauben. Warum wir dies empfehlen, erklären wir weiter unten im Artikel in unserer Kritik in Form einer Audio-Testaufnahme.


Verarbeitung & Design

Blue Microphones hat sich beim Design stark an dem Vorgängermodell orientiert: Das Yeti X ist auf einem massiven Tischstativ befestigt und lässt sich über zwei Schrauben flexibel positionieren. Im aufgeklappten Zustand ist das Mikrofon rund 29 cm und eingeklappt etwa 21 cm hoch und nimmt somit auf dem Schreibtisch, im Schrank oder auch in der Reisetasche nur wenig Platz weg. Mit einem Gewicht von 1,28 kg ist das Yeti X zudem etwas leichter als das Vorgängermodell Yeti, welches 1,59 kg auf die Waage bringt. Das Gewicht des Yeti X ohne Standfuß beträgt lediglich 0,519 kg.

Das Mikrofon ist gut verarbeitet und wirkt in den Händen sehr hochwertig, auch wenn sich dank des polierten Standfußes der ein oder andere Fingerabdruck nicht vermeiden lässt.

Während allerdings das Yeti noch in 10 verschiedenen Farben erschien, bringt Blue das Yeti X ausschließlich in Schwarz auf den Markt. Dafür kommt an anderen Stellen etwas Farbe ins Spiel: Während noch beim Yeti insgesamt vier Knöpfe und Regler auf dem Mikrofon Platz fanden, gestaltet der Hersteller das Design des Yeti X etwas schlichter – ohne aber auf Features zu verzichten.


Technik-Features

Yeti X
Vergrößern Yeti X
© Amazon / Blue Microphones

Auf der Vorderseite des Yeti X befindet sich ein Regler, der gleich verschiedene Funktionen erfüllt. "Dank der LED-Anzeige mit elf Segmenten haben Sie mit Yeti X Ihren Streaming-Sound voll im Griff", so der Hersteller. "Mit einem Blick können Sie überprüfen, ob Ihr Aufnahmepegel zu hoch oder zu niedrig ist, und entsprechende Anpassungen vornehmen."

Mit dem Regler lassen sich insgesamt vier Features auswählen und anpassen:

  1. Vorverstärkung

  2. Kopfhörerlautstärke

  3. Überblenden von Mikrofon und Kopfhörer

  4. Der Regler hat eine kreisrunde LED-Anzeige integriert. Solange sie grün leuchtet, empfängt das Yeti X ein Audiosignal. Drücken Sie einmal auf den Regler, wechselt die LED-Anzeige von grün zu rot: Das Mikrofon ist nun stumm geschaltet.

Die ersten drei Funktionen können Sie erreichen, indem Sie für zwei Sekunden den Regler gedrückt halten. Darüber hinaus können Sie die diversen Funktionen bereits an ihrer Farbe erkennen: Die LED-Anzeige stellt die Vorverstärkung standardmäßig blau dar, die Abhörlautstärke der Kopfhörer weiß und die Überblendung von Mikrofon und Kopfhörer pink. Wenn Sie die Vorverstärkung (blau) eingestellt haben, wechselt das Yeti X nach wenigen Sekunden zu einer grünen LED-Anzeige, die das eingehende Audiosignal visualisiert.

Tipp

Über die kostenlose G HUB Plattform von Logitech können Sie unter Windows sowohl die Farbe der LED-Leuchten des Yeti X personalisieren, als auch weitere Mikrofoneinstellungen vornehmen. 


Blue VO!CE: Nettes Feature, aber...

Blue Microphones bietet für die Nutzer eine eigene Software mit dem Namen Blue VO!CE an. "Blue VO!CE Mikrofon-Technologie bietet Echtzeit-Stimmfilter, die Geräusche unterdrücken und die Stimme voller, reiner und professioneller klingen lassen", bewirbt der Hersteller die Software auf seiner Webseite. In einer Fußnote ergänzt Blue Microphones aber, dass solche erweiterte Funktionen "nur auf dem PC über die Logitech G HUB Gaming Software" funktionieren.

Mit Blue VO!CE können Nutzer weitere Sound-Einstellungen vornehmen.
Vergrößern Mit Blue VO!CE können Nutzer weitere Sound-Einstellungen vornehmen.
© Logitech

Die Software "G-HUB" lässt sich zwar auch für den Mac installieren, allerdings wird das Mikrofon in der Software nicht richtig erkannt. G HUB zeigt zwar das korrekte Blue Yeti X-Symbol an, jedoch meldet die Software, dass das Mikrofon "nicht verbunden" sei (mehr Informationen finden Sie im Fazit-Video). 

Nun könnte man argumentieren, dass die Software größtenteils eh nur für Gamer und Streamer gedacht ist und dass in Punkto Gaming – machen wir uns da nichts vor – die wenigsten Gamer auf einen Mac zurückgreifen. Allerdings könnte diese Software durchaus auch für Streamer oder Podcast-Creator interessant sein. Wir finden es daher sehr schade, dass die Blue VO!CE-Funktionen für Mac-Nutzer vorenthalten bleiben.


Vier Richtcharakteristiken für alle Angelegenheiten

Das Yeti X umfasst – genau wie das Vorgängermodell – vier Richtcharakteristiken, die über den Knopf auf der Geräterückseite eingestellt werden können:

  1. Der nierenförmige Aufnahmemodus ist laut Hersteller vor allem für Podcasts, Streams und Skype-Anrufe genau das richtige. Aber auch für Aufnahmen von Gesang und Musikinstrumenten soll dieser Modus geeignet sein. Ist das Nieren-Pattern auf der Mikrofonrückseite ausgewählt, erfasst das Yeti X die Tonquellen, die sich direkt vor dem Mikrofon befinden.

  2. Der omnidirektionale Aufnahmemodus "eignet sich am besten für Situationen, in denen Sie Ton aus der gesamten Umgebung erfassen und den Eindruck von "Anwesenheit" vermitteln möchten, etwa bei einer Telefonkonferenz."

  3. Der bidirektionale Aufnahmemodus ist für Gesprächssituationen zwischen zwei Personen gedacht. Das Mikrofon erfasst alle Tonquellen sowohl von der Vorderseite als auch von der Rückseite.

  4. Der Stereoklang -Aufnahmemodus "verwendet sowohl den rechten als auch den linken Kanal und eignet sich zur Aufnahme eines realistischen Tons, wenn sich mehrere Tonquellen vor dem Mikrofon befinden."

Merkhilfe

Sie können Sich die Unterschiede der verschiedenen Aufnahmemodi nicht auf merken? Kein Problem! Dem Mikrofon liegt ein kleiner Zettel bei, auf dem die wichtigsten Feature-Einstellungen zusammengefasst werden.


Weitere Technik-Features im Überblick:

  • 24-bit/48kHz

  • Blue VO!CE Effekte

  • Anpassbare LED-Beleuchtung

  • Stromversorgung/Leistungsaufnahme: 62mA - 203mA

  • Frequenzgang: 20Hz - 20kHz

  • Grenzschalldruck: 122dB

  • Impedanz: 13 Ohm (min.), 16 Ohm (typisch)

  • Ausgangsleistung (RMS): 72 mWrms je Kanal

  • Rauschabstand: 100dB


Kritik und Fazit

Wir können Ihnen natürlich viel über die Soundqualität des Yeti X erzählen. Sie wollen sich selbst einen Eindruck über das Mikrofon verschaffen? Kein Problem! In dem nachfolgenden Video erklären wir, was wir an dem Yeti X gut finden – und an welcher Stelle noch Verbesserungsbedarf besteht. Alles, was Sie hören, wurde natürlich mit dem Yeti X aufgenommen:

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