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Brave 1.0: Browser ohne Werbung soll Zeitersparnis bringen

18.11.2019 | 12:53 Uhr | Thomas Hartmann

Als alternativer Browser auf Grundlage von Chromium präsentiert sich Brave. Er blockiert Werbung und Tracker und will dadurch unter anderem flotter sein als andere.

Um den Brave-Browser einzurichten, kann man zunächst aus anderen Browsern Bookmarks und Parameter wie die Browsing-History, Cookies und sogar je nach Browser gespeicherte Passwörter benutzen. Wir haben uns für Google Chrome als Grundlage entschieden. Im Anschluss sehen wir auch alle Lesezeichen direkt in der oberen Lesezeichenleiste angezeigt, auf den ersten Blick erkennt man gar nicht, dass man sich nicht in Chrome befindet.

Als Suchmaschine DuckDuckGo voreingestellt

Als Suchmaschine ist standardmäßig DuckDuckGo vorgegeben, aber auch andere wie Google oder Bing sind möglich. Beim ersten Surfen merkt man sofort, dass deutlich weniger Werbung angezeigt wird. Man kann das selbst leicht testen, indem man dieselben Seiten mit Safari, Chrome, Firefox und dann mit Brave ansteuert. Ein besonders krasses Beispiel ist die Spieleseite 4Players : Während man hier aktuell in den Standardeinstellungen der anderen Browser geradezu von Werbung und animierten Aufdringlichkeiten für ein Konsolen- und PC-Spiel überrannt wird, ist davon mit Brave nichts zu merken. Man kann sich bei vielen Websites durchaus fragen, ob man das bisschen Werbung und die paar Banner nicht ertragen kann, dafür, dass die Anbieter der Homepages damit auch Einnahmen generieren. Aber diese Art von Werbung ist inakzeptabel, weil sie den Surfer komplett vereinnahmt. Besonders hier sind Werbeblocker oder eben ein solcher Browser, der das automatisch erledigt, eine große Wohltat.

Und genau da zeigt sich eine Stärke des Browsers – wenn das Prinzip der fairen Werbung nicht erfüllt ist, ist man wirklich froh, von derart überbordenden, die komplette Website absorbierenden Einblendungen verschont zu bleiben.

Tor-Netzwerk im Browser integriert

Außerdem erlaubt der Browser, für individuelle Websites eigene Schutzeinstellungen vorzunehmen, falls es zu Darstellungsproblemen kommt. Außerdem will Brave  auch seitenübergreifendes Tracking von Websites verhindern. Sogar einen integrierten Internet-Zugang über das Tor-Netzwerk  bietet der Browser.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Einblendung von seitens des Entwicklers ausgewählter Werbung. Dabei handelt es sich im Prinzip um Reklame aus einem privaten Werbenetzwerk, wie es bei Heise.de beschrieben wird . Nur ”relevante Werbung”, vor allem aufgrund des Browsing-Verhaltens, das lokal analysiert wird, soll eingeblendet werden. Für das Anschauen solcher Banner erhält man eine Belohnung in Form von ”Tokens”. Persönliche Daten sollen dabei nicht an Dritte weitergereicht werden, wie das bei anderen Verfahren der Fall ist. Und mit den "Brave Rewards" können Nutzer sogar Unterstützung für bestimmte Lieblings-Websites wie Wikipedia oder YouTube generieren und eine Art Trinkgeld geben, das in Gestalt von im Browser integrierten "Basic Attention Tokens" (BAT) letztlich anonym und auf Basis der Ethereum-Blockchain beim Empfänger landet. Das klingt dann schon ein bisschen sehr speziell – die meisten User werden sich schlicht freuen, einen im Kern einfach zu bedienenden Browser zu erhalten, der lästige Werbung ausblendet.

Verfügbarkeit

Brave 1.0 ist über diese Webseite für das jeweilige Betriebssystem kostenlos erhältlich, die passende Variante wird angezeigt respektive erhält man dort die Links zu Google Play, App Store sowie Amazon.

Fazit und Empfehlung

Wie groß der Geschwindigkeitsvorsprung tatsächlich ist, werden künftige Vergleichstests mit anderen Browsern zeigen. Dass es auch mit Brave 1.0 flott geht, ist auf jeden Fall spürbar. Der leichte Import von Favoriten/Lesezeichen und anderen Parametern macht den Umstieg zudem ausgesprochen leicht. Auch eine Synchronisation über die diversen Plattformen, für welche der Browser erhältlich ist (iOS mit Webkit, für Linux, Windows, Mac OS und Android), ist optional vorgesehen und schließt damit an den Komfort gängiger Browser an. Wir haben ihn jedenfalls auf unserem Mac als weitere Option installiert und sammeln weiterhin Erfahrungen damit.

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