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Carpuride im Test: Carplay und Android Auto im Auto kinderleicht nachrüsten

17.05.2022 | 14:35 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Carpuride ist eine günstige und schnell installierte Nachrüstlösung für Carplay und Android Auto im Auto. Ein Test.

Funktionsumfang: Carplay und Android Auto in jedes Auto

Das Carpuride ist ein 7 Zoll großes Touchscreengerät, mit dem Sie binnen weniger Minuten Apple CarPlay und Android Auto in Ihrem Fahrzeug nachrüsten können. Sogar Mirrorlink unterstützt das Carpuride, allerdings spielt diese Smartphone-Schnittstelle schon lange keine Rolle mehr. Je nach Ausführung können Sie sogar das Bild einer Rückfahrkamera auf dem Carpuride wiedergeben. Die teuerste Variante soll sogar wireless CarPlay unterstützen (von uns nicht getestet).

Carpuride 7 Zoll für CarPlay und Android Auto kaufen (verschiedene Ausführungen)

Vorteile: Schnell und ohne Vorkenntnisse installiert

Der Vorteil des Carpuride gegenüber den meisten anderen Nachrüstlösungen, die es zum Beispiel auf Amazon gibt: Sie haben keinerlei Bastelarbeit und müssen das vorhandene Autoradio nicht ausbauen. Somit besteht nicht die Gefahr, dass Sie etwas an Ihrem Auto beschädigen, Oberflächen verkratzen oder gar einen Kurzschluss verursachen. Zudem ist keinerlei Fachwissen und auch kein handwerkliches Geschicklichkeit erforderlich. Die Inbetriebnahme dauert nur wenige Minuten und schon können Sie CarPlay oder Android Auto nutzen.

Sie können das Carpuride auch mit dem mitgelieferten beidseitigen Klebestreifen und dem dazu passenden Halter auf das Armaturenbrett kleben.
Vergrößern Sie können das Carpuride auch mit dem mitgelieferten beidseitigen Klebestreifen und dem dazu passenden Halter auf das Armaturenbrett kleben.
© Carpuride

Nachteile: Kabelgewirr und gelegentliches Knarzen

Die Nachteile sollten aber auch nicht verschwiegen werden: Mit dem Carpuride bekommen Sie zusätzliches Kabelgewirr auf dem Armaturenbrett und es steht dort ein weiteres Gerät beziehungsweise es hängt ein Gerät an der Windschutzscheibe. Denn das Carpuride ist genauso wie ein klassisches Stand-Alone-Navigationsgerät (PND) befestigt. Als entweder mit Saugnapf an der Frontscheibe oder mit einem Haftstreifen auf dem Armaturenbrett. Womit wir gleich bei einem weiteren Kritikpunkt sind: Der Saugnapf sitzt derart bombenfest an der Windschutzscheibe, dass man ihn zumindest bei unserem Testgerät nicht mehr abbekommt, ohne dass man fürchten muss, dass die Windschutzscheibe einen Sprung bekommt.

Zubehör.
Vergrößern Zubehör.
© Carpuride

Sie benötigen zwingend eine 12-Volt-Steckdose, weil das Carpuride keinen Akkubetrieb bietet. Sobald Sie das Stromkabel abziehen, schaltet sich das Gerät aus. Das Smartphone wird während der Benutzung über das Lightning-/USB-Kabel zum Carpuride aufgeladen.

Während des Betriebs kommt es selten zu leichten Knarzgeräuschen bei der Soundausgabe. Dieses gelegentlich akustische Problem bestätigen auch Kommentare auf Amazon.

Inbetriebnahme: Binnen weniger Minuten erledigt

Suchen Sie für das Carpuride einen geeigneten Platz auf dem Armaturenbrett beziehungsweise an der Windschutzscheibe. Achten Sie darauf, dass das Carpuride nicht Ihre Sicht behindert. Andererseits sollten Sie den Touchscreen problemlos erreichen können. Dann schließen Sie die Kabel an: Ein Kabel für die Stromversorgung über die 12-Volt-Steckdose/Zigarettenanzünder und ein Lightning- oder USB-Kabel für die Verbindung zum iPhone/Android-Smartphone. Das Carpuride erkennt automatisch das iPhone und startet von selbst Carplay. Voraussetzung ist aber, dass Sie das iPhone entsperren. Die teuerste Variante des Carpuride soll sogar wireless Carplay unterstützten, diese haben wir aber nicht getestet.

Anschlüsse.
Vergrößern Anschlüsse.
© Carpuride

Außerdem verbinden Sie noch das AUX-Kabel mit dem AUX-Port Ihres Radios, falls dieses einen AUX-Port besitzt. Alternativ stellen Sie eine FM-Verbindung zwischen dem Carpuride und dem Autoradio her. Diese Verbindung benötigen Sie, wenn Sie wollen, dass die Sprachanweisungen des Carpuride - beispielsweise die Abbiegehinweise bei der Navigation mit Google Maps oder Apple Karten oder die Antworten von Siri auf Fragen („wie ist das Wetter?“, „wie ist der Verkehr auf der Route?“) - oder das Musikstreaming von Apple Music etc. über die Lautsprecher des Autos ausgegeben werden sollen. Sie müssen im Autoradio zudem noch entsprechend AUX als Quelle auswählen oder die entsprechende FM-Frequenz einstellen.

In diesem Fall regelt das Carpuride die Musik leiser, sobald von der Navigation ein Fahrthinweis kommt. Sobald diese Info beendet ist, regelt das Carpuride die Musik wieder lauter. Im Test klappt das zuverlässig bei bestehender AUX-Verbindung.

Falls Sie keine Ausgabe über die Fahrzeug-Lautsprecher möchten und nur die im Carpuride direkt verbauten Mini-Lautsprecher verwenden wollen, können Sie sich die Koppelung von Carpuride und Auto-Radio via AUX oder FM natürlich sparen; doch für besseren Sound empfehlen wir dringend die Nutzung der im Auto verbauten Lautsprecher. Läuft das Carpuride im Stand-alone-Betrieb, dann wird die Musik ebenfalls leiser, sobald ein Abbiegehinweis ertönt.

Sogar das völlig veraltete Mirrorlink soll noch unterstützt werden.
Vergrößern Sogar das völlig veraltete Mirrorlink soll noch unterstützt werden.
© Carpuride

Audio-Ausgabe über Auto-Lautsprecher klappt auch ohne AUX und FM! Dank paralleler Bluetooth-Koppelung

Tipp: Sie benötigen weder AUX-Kabel noch FM-Verbindung, falls Ihr Autoradio ebenfalls Bluetooth unterstützt. Denn in diesem Fall können Sie das iPhone/Android-Smartphone sowohl mit dem Carpuride als auch mit dem Autoradio parallel koppeln (im Autoradio wählen Sie dann Bluetooth-Streaming als Quelle aus und nicht AUX). Die Sprachausgabe von Siri oder der Musikstream erfolgen dann ebenfalls über die Radio-Lautsprecher des Autos und Sie können die Lautstärke über die Bedienelemente des Autoradios regeln oder auf "Mute" stellen und bei den Liedern auch vor- und zurückspulen und gleichzeitig Lieder oder Playlists über den Touchscreen des Carpuride auswählen. Das scheint zunächst die Ideallösung zu sein, weil man sich damit das AUX-Kabel oder die zusätzliche FM-Verbindung spart. Doch es gibt hierbei auch einen Nachteil: Wenn eine Navigationsanweisung ausgegeben wird, wird die Lautstärke der Musik nicht heruntergeregelt. Sie sollten sich für diese Doppel-Bluetooth-Koppelung also nur entscheiden, wenn Sie ausschließlich Musik streamen wollen.

Tipp gegen Knarzen: Wenn Sie die gewünschte Playlist geöffnet haben und wissen, dass Sie die Playlist nicht mehr wechseln müssen und auch sonst keine CarPlay-Funktionen mehr benötigen, dann können Sie das Carpuride von der Stromversorgung trennen und die Musik weiterhin über Ihr Autoradio streamen. Das klappt immer dann, wenn Sie sowohl Carpuride als auch Auto-Radio parallel über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden haben. Der Vorteil: Das gelegentliche Knarzen bei der Audio-Ausgabe entfällt.

Mitunter müssen Sie nach dem Abziehen des AUX-Kabels das Autoradio aus- und wieder einschalten, damit das Bluetooth-Streaming startet.

Touchscreen: Ausreichend reaktionsschnell

Der Touchscreen reagiert ausreichend schnell und zuverlässig auf Fingerbedienung. Er lässt sich selbst bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen.

Carplay mit gewohnter Multiscreenansicht

Carplay präsentiert sich nach dem Start in der gewohnten Ansicht und mit dem üblichen Bedienkonzept. Mehr dazu lesen Sie in Apple Carplay im Test: Funktionen, Apps, Nachrüstlösungen, wireless Carplay .

Siri erkennt unsere Sprachbefehle einwandfrei auch bei laufendem Radio oder lauter Musik.

Standardmäßig verwendet Carplay die Apple-Karten-App zur Navigation. Diese muss aber das Kartenmaterial fortlaufend von den Servern nachladen. Das belastet das monatliche Datenvolumen Ihres Mobilfunkvertrags und kann zudem bei einer schlechten Mobilfunkabdeckung zu einer Unterbrechung der Navigation führen. Sie vermeiden dieses Problem, indem Sie stattdessen Google Maps zur Navigation verwenden und das dafür benötigte Kartenmaterial im WLAN auf das Smartphone herunterladen und die Karten dann offline nutzen.

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