2620122

Die Lacie Portable SSD im Test: Schnell, silbern und solide

25.10.2021 | 08:40 Uhr | Stephan Wiesend

Die neue externe SSD von Lacie ist nicht ganz billig, die Leistung ist aber durchweg überzeugend.

Der Speicherplatz von iMac und Macbook ist bei Apple noch immer knapp bemessen, um eine externe SSD kommt man als Mac-Anwender da kaum herum, auch iPad Pro werden mittlerweile gut unterstützt. Wir empfehlen gleich zu einer externen SSD mit USB-C-Schnittstellen zu greifen. Die Lacie Portable ist mit einem Straßenpreis von 200 Euro für die 1-TB-Version nicht ganz billig, hat aber einige Vorteile – und nicht nur das exakt zu silbernen Macs passendes Aluminium-Design. Viele günstige SSDs sind eigentlich veraltet und nutzen intern die alte SATA-Schnittstelle, welche die Leistung auf maximal 500 MB/s begrenzt. Empfehlenswerter und oft kompakter sind Medien, die intern eine schnelle NVMe-SSD verwenden.  Aber auch hier gibt es zwei Preisklassen: Günstig sind Modelle mit sogenanntem QVC-Speicher, deren Leistung bei großen Datenmengen schnell einbricht – im Unterschied zu hochwertigere SSDs mit deutlich besserer Performance. Für Time Machine genügt eigentlich die Billigvariante, für Video- und Foto-Profis empfehlen wir die teurere Variante, die auch in der Lacie steckt.

Beim Auspacken macht die externe SSD einen guten Eindruck, das Speichermedium ist mit 45 Gramm Gewicht angenehm leicht und kleiner als jede externe Festplatte. Als Kabel liegt allerdings nur ein reines USB-C-Kabel bei, früher spendierten Hersteller noch sowohl um ein USB-C- als auch ein USB-A-Kabel. Mit knapp 20 cm ist es für iMacs oder PC-Desktops etwas kurz. Die neue SSD unterstützt USB 3.2 Gen2 und ist nicht nur mit Macs, PCs, Windows und Android nutzbar, auch die aktuellen iPads Pro mit USB-C-Schnittstelle werden unterstützt (nebenbei auch alte Macs mit USB 2.0). Vorformatiert ist die SSD im plattformunabhängigen Format exFAT, per Festplatten-Dienstprogramm kann man aber auch andere Formate wählen.

Performance

Wir schließen die SSD an unseren Mac Mini von 2018 an und prüfen die Leistung mit der App Disk Speed Test von Black Magic. Laut der App erzielt die SSD erstklassige 938 MB/s beim Schreiben und 858 MB/s beim Lesen. Höhere Transferraten sind über USB-C am Mac kaum möglich, mehr als 1000 MB/s sind nur per Thunderbolt drin. Diese Werte schaffen auch günstigere Vertreter, bei unseren weiteren Tests kann sich die SSD aber von preiswerten Mitbewerbern absetzen: Diese nutzen nämlich einen Schreibcache bestimmter Größe, bei größeren Dateimengen bricht die Transferrate oft stark ein. Anders bei der Lacie: Nach Kopieren von knapp 30 GB an Daten sinkt die Schreibrate auf knapp 800 MB/s ein, bleibt dann aber konstant. Auch bei hoher Füllung bleibt die Leistung hoch. Bei 75 % Füllrate sinkt die Schreib/Leserate nur auf 610 MB/s beim Schreiben und 710 MB/s beim Lesen. Das sollte auch Profis genügen, die ganze Videoprojekte sichern müssen. Mit einer Thunderbolt-3-SSD wie der SSD Pro vom gleichen Hersteller kann die SSD allerdings nicht mithalten. Hier erzielten wir in unserem Test sogar 1935 MB/s beim Schreiben und 2395 MB/s beim Lesen. Allerdings kostet die Thunderbolt-Version nahezu das Doppelte. Eine 2-GB-Datei übertragen wir probehalber auf das iPad Pro von 2018 innerhalb von 9 Sekunden, 6,6 Sekunden dauert der Transfer der Datei aufs iPad. Diese Angaben sind aber mit Vorsicht zu betrachten, unter iOS sind Transferraten oft recht instabil. Mit einem aktuellen iPad M1 mit Thunderbolt sollen außerdem noch weit höhere Transferraten möglich sein.

Die Performance ist auf hohem Niveau.
Vergrößern Die Performance ist auf hohem Niveau.

(Für die Messung der Performance nutzten wir einen Intel-Mac, bei einem M1-Macs können die erzielbaren Daten je nach Schnittstellen-Belegung deutlich geringer sein. ) Die schnellen NVMs-SSDs haben einen Nachteil: hohe Erwärmung. Werden die SSDs zu heiß, reduziert das sogenannte Thermal Management die Datenrate und auch die Lebensdauer leidet. Vor allem bei einer externen SSD ohne Lüfter ist die Ableitung der Wärme manchmal ein Problem. Nach unseren Tests ist dies aber kein Thema bei der Lacie, auch nach einer Stunde Dauerbetrieb erwärmte sich das Gehäuse kaum und die Datenraten blieben konstant hoch.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Der Listenpreis für die Version mit 500 GB beträgt 130 Euro, die Version mit 1 TB kostet 220 Euro und die von uns getestet 2-TB-Version 400 Euro. Letztere ist im Fachhandel aber bereits für knapp 300 Euro zu erhalten. 

Software liegt der Lacie nicht bei, über einen Link auf der SSD-Oberfläche wird man aber auf eine Webseite für den Download des Lacie Toolkit geführt, einer einfach bedienbaren Backup- und Datensynchronisierungssoftware. Interessanter finden wir zwei weitere Zugaben: Per Registrierung bei Lacie erhält man einen für drei Jahre geltenden Datenwiederherstellungsplan von Seagate, der einzeln 40 US-Dollar kosten würde. Ein weiterer Bonus: Ein 1-Monats-Coupon für die Adobe Creative Suite „All Apps“.

Fazit:

Die Lacie überzeugt durch gutes Design und hohe Performance für eine USB-C-SSD. Scheut man die hohen Kosten einer Thunderbolt-SSD, ist sie eine gute Alternative mit hoher Performance.

Macwelt Marktplatz

2620122