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Airpods (Pro) und deren Alternativen im Vergleich

05.11.2019 | 16:30 Uhr | Peter Müller

Mit den Airpods Pro hebt Apple sein True-Wireless-System auf ein neues Niveau. Es gibt aber jede Menge Alternativen. Ein Überblick.

18 Jahre ist es nun her, dass den Leuten auf der Straße scheinbar weiße Kabel aus den Ohren wuchsen: Der iPod krempelte ab 2001 die Welt der Musik in einer Weise um, wie es vor ihm nicht einmal dem Walkman gelungen war. Der iPod ist mittlerweile in iPhone und iPad aufgegangen, die Audiobuchse beim iPhone Geschichte. Die neue Welt des Musikhörens ist drahtlos. Apple hat im Herbst 2016 eine weitere Revolution angestoßen: Die Airpods waren zwar nicht die ersten True-Wireless-Systeme, also InEar-Hörer, die nicht nur per Funk mit dem Abspielgerät kommunizieren, sondern auch untereinander auf jedwedes Kabel verzichten können. Der Spott war anfangs aber groß: Sahen die Hörer nicht aus wie die Köpfe elektrischer Zahnbürsten? Zumindest der Konkurrenz dürfte das Lachen aber bald vergangen sein, als sich die Airpods als Kassenschlager erwiesen, laut Apple sind sie heute die am häufigsten verkauften Kopfhörer der Welt.

So wurden sie einerseits Vorbild für jede Menge von Nachahmerprodukten. Andererseits haben die Airpods in ihrer Form von 2016 (im Frühjahr 2019 mit einem neuen Chip aktualisiert, der sich auch auf freihändiges Siri versteht) gewisse Nachteile, die andere Lösungen kompensieren. Vor allem halten die Airpods nicht in jedem Ohr wie sie sollten.

So hat Apple im Herbst 2019 nachgelegt und mit den Airpods Pro ein zusätzliches Modell gebracht. Dieses bietet nicht nur aktive Geräuschunterdrückung (ANC), sondern aus diesem Grund auch Ohreinsätze aus Silikon, die den Gehörgang halbwegs abdichten und vor allem die Airpods darin solide halten: Nun kann jeder die Airpods auch zum Sport verwenden. In Sachen Einbindung in das Apple-Ökosystem sind die Airpods (Pro) allen anderen Lösungen überlegen, vor allem bei der Kopplung zu iPhone, iPad und Mac haben sie dank proprietärer Zusatzprotokolle Vorteile gegenüber herkömmlichen Bluetooth-Hörern. Vor allem ist der Klang sehr gut, andere Hörer müssen sich daran messen. Das gelingt dem ein oder anderen Modell auch ganz gut, andere versuchen sich eher über den Preis gegen Apple zu positionieren.

Lesen Sie im Folgenden unseren Überblick über Airpods und andere True-Wireless-Hörer, dort finden Sie auch Verweise zu tiefer gehenden Tests der Hörer.

Airpods Pro: Fester Sitz, besserer Klang, Geräuschunterdrückung

Apple hat diejenigen seiner Kunden erhört, die Abstand vom Kauf der Airpods genommen hatten, weil sie schon vorher wussten, dass ihnen diese aus den Ohren fallen würden. Dazu müsste man nicht einmal auf Verdacht kaufen oder sich die Hörer von jemandem für einen kurzen Test ausborgen, es genügte einfach, die mit de iPhone und dem iPod Touch ausgelieferten kabelgebundenen Earpods in die Gehörgänge zu stecken. Deren Form ist mit denen der Aripods der ersten und zweiten Generation identisch, wenn die Earpods nicht richtig sitzen und schon beim Gehen herausfallen, kann man auch mit den Airpods nichts anfangen.

AirPods Pro
Vergrößern AirPods Pro
© Apple

Das hat sich nun geändert: Apple hat nicht nur erneut zehntausende von Ohrmuscheln vermessen (Selbstauskunft), sondern legt den Airpods Pro nun auch drei Paar Ohreinsätze bei. So ist die Chance recht groß, dass irgendeine Kombination aus drei linken und drei rechten Silikonstöpseln passt. Apple macht es schon bei der Einrichtung leicht, die richtige Wahl zu treffen: In den Einstellungen der Airpods Pro ist ein Hörtest abrufbar: Die Hörer spielen eine kurze Musikpassage ab, das innen liegende Mikrofon vermisst den im Gehörgang angekommenen Schall, die Software zieht daraus ihre Rückschlüsse, ob der Einsatz nun passt oder nicht.

Eine halbwegs feste Abdichtung erfordert vor allem das neue Alleinstellungsmerkmal der Airpods Pro, die aktive Geräuschunterdrückung. Diese funktioniert wie bei anderen Hörern der Art mit Gegenschall: Je zwei außen an den Hörern sitzende Mikrofone nehmen die Geräuschkulisse auf, 200 mal in der Sekunde passen die Lautsprecher den Gegenschall an. Wellenberge der akustischen Wellen treffen dabei auf Wellentäler, was in der Summe Stille ergibt. Das funktioniert nicht perfekt und an sich nur bei tieferen Frequenzen, hilft aber ungemein dabei, die äußere Geräuschkulisse zu dämpfen. Hier kommt erneut das innere Mikrofon zum Einsatz, welches das Resultat aus Schall, Musik und Gegenschall vermisst und der Software entsprechende Korrekturvorschläge macht. Ein adaptiver Equalizer also, der sich nicht nur um die Stille kümmert, sondern auch die Musik möglichst klar und angenehm machen soll.

An den Stielen der Hörer kann man Siri aufrufen oder zwischen einzelnen Geräuschmodi wechseln, das Noise Cancelling entweder abschalten oder in einen Transparenzmodus schalten, in dem die Außengeräusche an das Trommelfell durchgestellt werden.

Der Klang ist erneut für Ohrhörer dieser Bauart hervorragend, betont in den Bässen, aber nicht wuchtig, klar und schmeichelnd in Mitten und Höhen.

Die neue Technologie hat aber ihren Preis, die Airpods Pro kosten mit ihrer Ladeschachtel 279 Euro. Das sind zwar ganze 100 Euro mehr als die Airpods kosten, aber nur 50 Euro Aufpreis gegenüber deren Variante mit induktiver Ladeschachtel, die bei den Airpods Pro Standard ist.

Den kompletten Test der Airpods Pro lesen Sie hier.

Airpods (2nd Gen.): Die Alternative für geeignete Ohren

Wer sich nicht in Flugzeug, Bus und Bahn komplett abschirmen will oder kann und wer passende Ohren hat, der ist mit den Airpods immer noch bestens bedient. Wie bereits weiter oben erwähnt, hat Apple im Frühjahr 2019 die Airpods auf eine neue technische Basis gestellt. Statt des Bluetooth-Chips W1 ist nun einer namens H1 eingebaut (auch in den Airpods Pro), dessen Effizienz und Leistungsfähigkeit es ermöglichen, Siri freihändig zu bedienen. Musste man bei den Airpods der ersten Generation noch auf die Hörer tippen, um eine Aktion auszulösen, genügt nun ein hin gemurmeltes "Hey Siri!" und der digitale Assistent springt an.

Doch auch am Klang hat Apple etwas verbessert, wenn auch nur in Nuancen. In unserem Test konnten wir jedoch reproduzierbar einen Unterschied bemerken. Die Airpods Pro sind übrigens noch besser geworden. Aber vor allem deshalb, weil sie nun auch besser sitzen. Und bei True-Wireless-Systemen kommt es meist auf den Sitz an.

Auch interessant : Das unterscheidet Airpods und Airpods Pro

Die Preise der Airpods der zweiten Generation sind gegenüber der ersten gleich geblieben: 179 Euro. Hinzu gekommen ist aber eine Variante mit einer drahtlosen Ladeschachtel, die Apple für 229 Euro anbietet. Diese war auch der Grund, warum die Airpods 2nd Gen. nicht schon im Herbst 2018 erschienen sind. Apple hatte seinerzeit noch geplant, die passende Ladematte Airpower fertig entwickelt zu bekommen, eventuell nach einer weiteren Verschiebung auf das Frühjahr 2019. Zu diesem Zeitpunkt stellte Apple aber offiziell das Produkt ein, bevor es marktreif werden konnte und die Airpods 2 kamen mit der Empfehlung, Ladematten von Drittherstellern wie Mophie oder Belkin zu nutzen.

Den kompletten Test der Airpods lesen Sie hier

Aktuelle InEar-Hörer als Alternativen zu Apple Airpods

Das Original ist nicht alles und in der Standard-Version mit Ohrhörern aus hartem Kunststoff nicht für jeden: Wer Ohrpassstücke in verschiedenen Größen, etwas mehr Funktionen und Spezialisten für Sport sucht, wird mit den Airpods Pro bedient und vielleicht bei den Alternativen verschiedener Hersteller fündig – dabei unter Umständen besser bedient. Bei True-Wireless-Kopfhörern lohnt sich auf jeden Fall zu vergleichen: Es gibt nicht nur große Unterschiede bei der Passform und beim Klang, auch das Ladekonzept, das Pairing mit dem iPhone und die App-Unterstützung fällt von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich aus. Unter diesem Aspekt sind die Airpods (Pro) aber überlegen – beim Preis haben sie sich eher der Konkurrenz zu stellen.

Backbeat Fit 3200: True Wireless für den Sport

Wir haben es ja ausführlich getestet: Die Airpods sind für den Sport nur bedingt geeignet. Die herkömmlichen Hörer fallen uns schon beim schnellen Gehen aus den Ohren, den Airpods Pro können wir immerhin trauen, bei mäßigem Tempo in den Gehörgängen zu bleiben. Für den Sport benötigt man in der Regel einen noch besseren und sichereren Sitz. Diesen bieten die Backbeat Fit 3200 von Plantronics mit ihren Ohrbügeln, ebenso liegen drei Paar Ohrpassstücke bei. Brillenträger haben zwar ein wenig Probleme, die Hörer richtig auf- und einzusetzen, ohne dass sich die jeweiligen Bügel in die Quere kommen.

Backbeat Fit 3200
Vergrößern Backbeat Fit 3200
© Plantronics

Wem das aber gelingt, wird mit sattem Sound und guten Klangeigenschaften beim Telefonieren belohnt. Der Bedienkomfort ist dank einer ausgeklügelten App recht ansprechend, mit einem Tipp auf einen der Hörer kann man sich beispielsweise einen Awareness-Modus einschalten oder zwischen drei EQ-Voreinstellungen wählen. Die Abschirmung nach außen ist gut, aber nicht so rigide, als dass man sich nicht mehr auf die Straße zum Laufen trauen würde. Der Preis: 149 Euro, derzeit nur beim Hersteller erhältlich .

Den ausführlichen Test lesen Sie hier

Soundcore Liberty 2 Pro: Hörtest inklusive

Unser Testcenter muss noch die finale Version der True Wireless von Soundcore testen, denn das bisher gehörte Vorserienmodell hatte eine Schwäche: Rauschen. Das sollte nun behoben sein und die Hörer können ihre Klasse ausspielen. Denn anders als etwa die Airpods Pro, die einen adaptiven Equalizer nach dem Motto bieten "Apple weiß schon, was am Besten klingt", bieten die Liberty 2 Pro nicht nur eine Reihe unterschiedlicher EQ-Presets an, sondern vermessen mit einem Test auch individuell das Gehör.

Soundcore Liberty 2 Pro
Vergrößern Soundcore Liberty 2 Pro
© Soundcore

Das hatten wir sonst nur bei den Außengeräusche abschirmenden OverEars gesehen, pardon, gehört, aber auch mit den True Wireless funktioniert das ganz gut, solange wir uns in einen wirklich stillen Raum zurückziehen können. Mit der Individualisierung, aber auch ohne, weiß der Klang der Liberty 2 Pro durchaus zu gefallen – und auch der Sitz lässt kaum zu wünschen übrig: Fest aber nicht drückend, kann man auch den ganzen Tag lang tragen, im Büro und beim Pendeln dorthin und wieder nach Hause. Der Preis: 150 US-Dollar .

Den ausführlichen Test lesen Sie hier

Plantronics Backbeat Pro 5100: True Wireless mit starkem Sitz und Klang

Für den Sport durchaus geeignet, wenn auch ohne Sicherungsbügel: Die Backbeat Pro 5100 sitzen bombenfest in den Ohren. Für manchen Geschmack vielleicht sogar zu fest, denn von der äußeren Geräuschkulisse bekommt man kaum noch etwas mit. Was vor allem beim Telefonieren irritiert: Denn selbst hört man sich praktisch nur über Knochenleitung, den Gesprächspartner aus dem Lautsprecher dafür hell und klar.

Backbeat Pro 5100
Vergrößern Backbeat Pro 5100
© Plantronics

Plantronics Backbeat Pro 5100 bei Amazon (180 Euro)

Was den Sound betrifft, spielen die Plaintronics Backbeat Pro 5100 in der gleichen Liga wie die Airpods. Bei Siri muss man kleine Abstriche machen – sofern wir mit den aktuellen Modellen der Airpods vergleichen, die auf "Hey Siri!" reagieren. Andere Ohrhörer als die Apples benötigen immer noch einen manuellen Auslöser, hier eben ein langer Tipp auf einen der Hörer.  Ansonsten besteht der Unterschied in der Frage, ob Tragekomfort oder Sicherheit vor spontanem Verlust die wichtigere Rolle spielen und ob man wirklich von der Außenwelt akustisch abgeschnitten sein will. Hier machen die True-Wireless-Hörer einen sehr guten Job. Auch der Preis von 180 Euro samt Ladeschale mit Micro-USB-Buchse spielt in der Liga, in der sich Apples Airpods bewegen.

Den ausführlichen Test lesen Sie hier

Powerbeats Pro im Test: Besser als Airpods, aber nicht für alle

Vor etwas mehr als fünf Jahren hat Apple das vom Rapper Dr. Dre und dem Musikproduzenten und -manager Jimmy Iovine gegründete Unternehmen Beats übernommen. Vor allem war Cupertino am Streamingdienst Beats Music und die Köpfe dahinter interessiert – heute heißt der Service Apple Music und hat nach dem Streaming-Pionier Spotify die zweit meisten Kunden. Doch war Beats auch für seine Kopfhörer bekannt, die als besonders basslastig, aber stylish galten und immer noch gelten. Einige Zeit schien es so, als würde Apple die Marke Beats eher stiefmütterlich pflegen, aber das war nur der Schein. Denn die im Sommer herausgebrachten True Wireless Powerbeats Pro haben mit den Airpods viel gemeinsam, eben vor allem dem Chip H1, der die freihändige Aktivierung von Siri ermöglicht. Wem das Weiß der Airpods zu langweilig ist und sich auch nicht vom Schwarz anderer Hersteller überzeugen lässt, findet bei Beats immerhin einige Farbalternativen: Schwarz, Elfenbein, Moos und Marine.

Powerbeats Pro
Vergrößern Powerbeats Pro
© Macworld

Powerbeats Pro bei Amazon (250 Euro)

Unsere Kollegen der Macworld haben in ihrem Test aber auch einige Nachteile gefunden: Aufgrund ihrer Bügel mögen die Powerbeats Pro ein wenig besser in den Ohren halten, werden dadurch aber ein wenig sperrig, die Ladeschachtel passt nicht immer in die Hosentasche. Dafür blockieren sie aber auch sehr gut die Außengeräusche, zumindest im Vergleich zu den herkömmlichen Airpods. Das macht ihren Klang auch besser. Der Preis von 250 Euro liegt aber über dem der Airpods – aber vielleicht sollte man die Powerbeats Pro ja auch eher mit den neuen Airpods Pro vergleichen.

Den ausführlichen Test lesen Sie hier

Vorjahresmodelle – zu günstigen Preisen

Die Airpods aus dem Frühjahr 2019 waren an sich schon 2018 fertig – und es gab im Vorjahr auch etliche interessante True-Wireless-Hörer, die mit denen von Apple ganz gut mithalten konnten. Diese wollen wir ihnen nicht vorenthalten – zumal die Preise mittlerweile gesunken sind.

Jabra Elite Active 65t: Intelligenter Allrounder

Der Jabra Elite Active 65t ist der Nachfolger des Sportkopfhörers Jabra Elite Active und wurde an vielen Stellen verbessert. Das fängt schon bei der Passform an. Der Vorgänger kam noch mit verschieden großen Gummiflügeln. Der neue Active 65t kommt mit fest im Gehäuse geformten Verlängerungen aus, die nach unten von den Stöpseln weggehen. Mit nur drei verschieden großen Ohrstöpseln sitzt er bombenfest. Fest genug, um damit in der Stadt zu pendeln. Das ist sicher, dank der „Hear-Through“-Funktion lässt er Umgebungsgeräusche treffsicher durch. Ausgeschaltet isoliert er sehr gut. Auch bei Anrufen – oft ein Schwachpunkt von True Wireless Hörern – macht er eine gute Figur. Mit vier Mikrofonen sorgt der 65t nicht nur dafür, dass man selbst von der Gegenseite verstanden wird, sondern auch für Windgeräuschreduzierung. So ist kein panisches Gefummel mehr notwendig, wenn ein Anruf reinkommt, sondern man kann entspannt und ohne zu Schreien sprechen – und auch das Zuhören fühlt sich natürlich an. Der Kopfhörer ist wie der Vorgänger staub- und wassergeschützt und somit im Alltag und beim Sport dauerhaft geeignet und unverwüstlich. Die Bluetooth-Verbindung gelingt dank Sprachansage einfach und hält wie der Hörer fest und unterbrechungsfrei.  

Jabra Elite 65t
Vergrößern Jabra Elite 65t
© Jabra

Auch beim Musikhören überzeugt er voll mit satten Bässen und brillanten Details. In der hervorragend ausgestatteten Jabra Sound+ App ist es möglich den Equalizer nachjustieren oder Soundeinstellungen als Preset speichern. Hier lässt sich sogar der Klang von Anrufen und wie stark die eigene Stimme zu hören ist einstellen. Der „Fokus“-Modus liefert Entspannungsklänge. Im Aktiv-Modus kommt der Bewegungssensor zum Einsatz: Der Kopfhörer kann Schritte zählen, so Workouts aufzeichnen und die Daten an die Health-App liefern. Hier stellt man auch das Verhalten der integrierten Sprachassistenten ein: Mit Alexa, Google Assistant und Siri steht die theoretisch die volle Bandbreite im Angebot, mit einem iOS-Gerät bleiben Alexa und Siri. Der Knopf, der sonst Gespräche annimmt, startet länger gedrückt dann den Assistenten und kann zum Beispiel Musik, ohne das iPhone aus der Tasche holen zu müssen, steuern, Erinnerungen erzeugen oder die Wettervorhersage abfragen – sehr praktisch!

Die Bedienung klappt sehr intuitiv durch Drucktasten in den Ohrstöpseln. Rechts kann zum Beispiel Musik gestartet und gestoppt werden. Links wird lauter und leiser geklickt. Die Feinheiten der Bedienung – sehr löblich – hält jederzeit die App in einer übersichtlichen Grafik zum Nachsehen bereit.

Der Elite Active 65t ist das Topmodell in der Sportversion und mit einem zusätzlichen Bewegungssensor für Sport-Tracking ausgestattet. Sie kostet rund 190 Euro. Wer darauf verzichten möchte, findet mit dem 65t die Alltagsversion, die ohne Sensor rund 20 Euro günstiger zu haben ist.  Auch die Akkulaufzeit von rund fünf Stunden macht ihn zum Alltagsbegleiter. Die Ladeschale hat weitere zwei Ladungen in Reserve – so kommt der Elite Active 65t insgesamt auf sehr ausdauernde 15 Stunden, bis er wieder an die USB-Tankstelle muss. Die Ladeschale kommt etwas schmucklos und ohne Magnetmechanismus in Kunststoff daher, ist aber robust, passt gut in die Hosentasche und liefert viel Power für unterwegs.

Fazit: Vor allem wer öfter mit den True-Wireless-Hörern auch telefonieren möchte, findet hier einen starken Alltagsbegleiter, der für den Dauereinsatz gemacht ist und auch in allen anderen Disziplinen überzeugt und Spaß macht. Die Preise für das Modell von 2018 sind mittlerweile auch deutlich gesunken.

Jabra Elite Active 65t bei Amazon kaufen (160 Euro)

Soundcore Liberty Air: Stark im Preis-Leistungsverhältnis

Die Liberty Air von Soundcore ist für knapp 100 Euro zu haben und kann für diesen Preis mehr als überzeugen. Auf große technische Spielereien verzichtet Soundcore, dafür sind die Liberty Air in den Bereichen stark, auf die es ankommt. Das Design ist schlicht, aber schick. Verbaut sind Kunststoffe, die Ladehülle ist gummiert. Eine drahtlose Ladefunktion gibt es nicht, der Akku kann aber mit vielen teureren Modellen mithalten. Vier Stunden halten die Kopfhörer locker durch und die Ladehülle hat genug Saft für nochmal 12–15 Stunden.

Soundcore Liberty Air
Vergrößern Soundcore Liberty Air

Die Kopfhörer bieten die wichtigsten Features, sprich kleine Touchpads an der Seite zur Steuerung der Wiedergabe. Kleines Manko: Die Lautstärke lässt sich nicht über Touch-Gesten steuern. Besonders gut ist der Halt im Ohr. Die Soundcore Liberty Air sind In-Ear-Kopfhörer und sehr gut ausbalanciert, beim Test sind sie nie herausgefallen. Joggen im Park oder Training im Fitnesscenter ist also kein Problem.

Auch beim Sound wissen die Liberty Air zu überzeugen. Der Bass ist erstaunlich intensiv und klar, das Soundbild ist insgesamt rund und kann auch mit teureren Modellen mithalten. Beim Telefonieren Schwächen die Liberty Air allerdings, trotz Stereotelefonie ist die Sprachqualität mittelmäßig. 

Soundcore Liberty Air bei Amazon (110 Euro)

Fazit: Für den aufgerufenen Preis kann man mit den Liberty Air von Soundcore nichts falsch machen. Die True-Wireless-Kopfhörer überzeugen in den wichtigen Kategorien, lediglich beim Telefonieren können sie nicht mit den teureren Modellen mithalten.  

Beoplay E8 2.0: Die Luxusklasse

Die edle Haptik beim Beoplay E8 2.0 spürt man sofort: Das Ladecase ist tatsächlich aus Leder. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern ist in verschiedenen, geschmackvollen Farben und einem Design, das an ein Cockpit einer Luxuskarosse erinnert, ein echter Hingucker. Statt Kunststoff gibt es hier gebürstetes und je nach Farbauswahl einfach oder doppelt eloxiertes Aluminium – Wow!

Beoplay E8
Vergrößern Beoplay E8

Eines der besten Features des 2.0-Updates zum Vorgänger ist, dass es jetzt reicht das Ladecase samt Kopfhörer auf einem kabellosen Ladepad wieder vollzutanken. So wird nicht nur das Musikhören, sondern auch das Laden komplett drahtlos. Wer also schon diverse Ladestationen für sein iPhone 11 im Haus hat, kann einfach die Schale mit den beiden Ohrstöpseln darauf ablegen. Dabei wird auch schnelles Laden mit 10 Watt unterstützt. Übrigens können Besitzer des Vorgängers auch von der neuen Schale profitieren: Dort hinein passen die Vorgänger perfekt. So kann man die Ladeschale wie auch einzelne Kopfhörer hier separat kaufen. Sehr lobenswert!

Die ebenfalls edel designte Leuchtdiode zeigt dabei sanft orange blinkend den Ladevorgang. Das verbesserte Lade-Etui nimmt jetzt drei komplette Ladevorgänge für eine Wiedergabedauer von bis zu 16 Stunden mit – und bietet somit vier Stunden längeren Musikgenuss als das Vorgängermodell. Die beiden Kopfhörer schnappen sanft magnetisch in ihre Buchse und werden dann unterwegs geladen. Mit drei LEDs an der Rückseite lässt sich ablesen wie viele Ladevorgänge das Case noch bereithält. Geladen wird das Case, ebenfalls praktisch für iPhone und iPad Besitzer der aktuelleren Modelle, per USB-C.

Mit seiner langen Laufzeit und der Touch-Bedienung am Kopfhörer ist der Beoplay E8 2.0 auch im Betrieb voll überzeugend. Es werden drei weiche Gummiaufsätze und ein Schaumstoffpaar für perfekten Sitz mitgeliefert. So sitzen die beiden Kopfhörer sicher im Ohr und klingen auf Anhieb richtig. Mit einem Fingertipp lässt sich lauter oder leiser regeln, ein Anruf annehmen oder die Sprachsteuerung einschalten. Der Sound klingt schon voreingestellt sehr detailliert und kraftvoll – einfach sehr gut. Mit der Bang & Olufsen-App lässt sich aber dank Digital Sound Processing mit verschiedenen Profilen, der Sound zum Beispiel für den Workout mal Bass-lastiger, für Podcasts, Rock oder für klassische Musik stufenlos neutraler einstellen. Für Pendler ist die Transparenz-Einstellung ein großes Plus, mit dem sich in fünf Stufen die Umgebungsgeräusche zu den In-Ears hinzumischen lassen. Einmal mit der App verbunden zeigte sich auch das  Pairing mit dem iPhone so zuverlässig wie fest verdrahtet.

Fazit: Der Beoplay E8 2.0 ist ein sehr gelungenes Update zum schon sehr edlen Vorgänger und dank anpassbarem Klang eine rundum-glücklich Lösung. Außer beim Telefonieren klingt er spitze und fühlt sich edel an. Insgesamt liegt er preislich dafür auch in der Oberklasse. Den ursprünglichen Preis von 350 Euro zahlt man für das Auslaufmodell aber nicht mehr.

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JBL Free: Solider Einsteiger

Der JBL Free kommt in einem robusten runden Ladecase. Dank halb transparentem Deckel aus verdunkeltem Kunststoff zeigt es, auch wenn es geschlossen ist, die LEDs für den Ladezustand. Hier kann der Free sich sehen lassen: Dabei stecken bis zu vier Stunden Laufzeit im Kopfhörer selbst, weitere 20 Stunden hält die Ladeschale bereit. Eine Schnellladefunktion sorgt nach 15 Minuten für eine weitere Stunde Musik. Für optimalen Sitz werden nicht nur drei Silikonstöpsel mitgeliefert, der Kopfhörer selbst lässt sich noch mit Gelkappen überziehen, die für sicheren Sitz sorgen sollen. Damit und seinem Spritzwasser-zertifiziertem Design (IPX5) ist er prima für schweißtreibende Aktivitäten wie Jogging, sowie als Begleiter für den ganzen Tag geeignet, ohne dass man sich Sorgen über seine Langlebigkeit machen müsste. Die Gelkappen verbessern etwas den Halt und Sitz bei Bewegungen, etwa Cardio-Training.

Das Telefonieren mit True-Wireless-Kopfhörern fühlt sich manchmal etwas unnatürlich an. Daher wechselt der Free automatisch in einen Mono-Modus, der sich angenehm gewohnt anfühlt, ohne dass man einen Kopfhörer aus dem Ohr holen muss. Bei der Bedienung werden beim Free die Tasten nicht nur berührt, sondern wirklich gedrückt. Das sorgt zwar für etwas unangenehmes Klicken im Ohr, aber dafür selten für Verwirrung, ob die Taste jetzt gedrückt wurde oder nicht. Links steuert Play / Pause, rechts Vor- und Zurück bei Songs. Schade ist nur die fehlende Lautstärkesteuerung. Die ist mit dem Free nur direkt am iPhone möglich.

Klanglich zeigt sich der Free solide mit einem soliden Bass, dynamischen Klang in der typischen JBL-Qualität. Es gibt besseren Sound, etwa beim Beoplay E8 2.0 oder dem Jabra Elite Active 65t, dafür ist der JBL Free mit rund 130 Euro preislich etwas günstiger.

Fazit: Mit dem Free ist JBL ein günstiger True Wireless Kopfhörer gelungen, der beim Telefonieren die Konkurrenz schlägt und sonst vor allem ein Preis/-Leistungstipp in unserer Auswahl ist.

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Jaybird Run: Starker Trainingspartner

Das Ladeetui des Jaybird Run ist eine schmucklose, schwarze Kunststoff-Pille. Immerhin zeigt sie mit blinkender LED auch nach außen, wann sie voll geladen ist. Für sicheren Sitz und optimalen Sound werden 4 paar Ohrstöpsel (je zwei in runder Form, zwei oval) und zusätzlich noch drei Paar Gummiflügel mitgeliefert. Hier lohnt sich etwas Experimentieren. So sorgen die ovalen Gummis für starken Bass-Klang, der ohne Feintuning etwas an den Sound erinnert, für den Beats berühmt wurde. Mit den Runden fällt der Bass etwas dezenter aus.

Jaybird Run
Vergrößern Jaybird Run
© Logitech

Für Läufer und Workouts passt nicht satter Bass perfekt, sondern auch die Tatsache, dass die JayBirds schweißbeständig und wasserfest sind. Die Kopfhörer sitzen wirklich bombenfest im Ohr und halten auch lange Läufe aus, ohne verloren zu gehen. Dafür kann der stramme Sitz bei längerem Tragen etwas unangenehm werden – was sich allerdings durch Tausch der Gummiflügel-Aufsätze nach den Vorlieben anpassen lässt.

Deutlich mehr als die Konkurrenz hat sich Jaybird bei seiner Sound-App einfallen lassen. Diese hilft nicht nur mit einer cleveren Foto-Funktion dabei, die richtigen Aufsätze für den Kopfhörer zu finden, sondern bietet Podcasts und Playlists für den nächsten Workout. Daneben zeigt die App präzise den Ladezustand der beiden Kopfhörer. 4 Stunden halten sie alleine durch, bis zu 8 mit dem Ladecase. Die Schnelladefunktion sorgt in fünf Minuten für eine weitere Stunde Musik.

Unter „Profil“ lässt sich nicht nur eine persönliche Soundeinstellung erstellen, sondern es sit auch möglich sie mit der Community zu tauschen. Die App macht sehr präzises Einstellen des Sounds mit einer Klangkurve möglich. Die „Find my Buds“-Funktion findet ähnlich wie „Mein iPhone Suchen“ per Ortung die irgendwo vergessenen Kopfhörer. Klasse ist auch die Erklärung der Bedienelemente in der App. Das würde jedem True Wireless-Kopfhörer guttun, da man die Details schon nach ein paar Tagen gerne wieder vergisst. Beim Jaybird wird auch nicht nur berührt – was bei einem Sport / Laufkopfhörer durchaus sinnvoll ist – aber das Drücken fällt hier schon etwas heftig aus. Bei der Bedienung hilft die englische Stimme der Assistentin – die sich auf Wunsch auch per App abschalten lässt. Praktisch ist hier, dass sich per App auch die Bedienung umschalten lässt. Wer auf Siri verzichten kann, kann statt Musik starten und zu stoppen auch mit linken und rechtem Kopfhörer die Lautstärke regeln – allerdings muss man sich zwischen den beiden Varianten entscheiden und bekommt nicht Musiksteuerung und Lautstärke gleichzeitig wie beim Beoplay E8 2.0.

Fazit: Die Jaybird Run machen mit extrem sicherem Sitz, Schweißresistenz und vielfältigen Einstellmöglichkeiten in der App vor allem als Trainingspartner eine gute Figur.

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