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Die besten SD-Speicherkarten 2020 für Fotografen

03.09.2020 | 10:28 Uhr |

SDHC, SDXC, UHS, SD4.0 – viele Abkürzungen, aber als Fotograf möchte man eigentlich nur schnell und sicher seine Bilder unterbringen. Worauf es dabei ankommt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Zwar hat die Speicherkarte als Speichermedium den Film nahezu ersetzt, aber Hand aufs Herz: Über den Film haben wir uns früher wesentlich mehr Gedanken gemacht als heute beim Kauf einer Speicherkarte. Wer weiß schon, ob er sein im Supermarkt erstandenes Exemplar überhaupt mit in den Skiurlaub nehmen kann? In den technischen Daten steht nämlich – wie bei nahezu allen elektronischen Geräten – der Temperaturbereich für den Betrieb und die Lagerung.

Los geht es beim Kauf mit der Auswahl des richtigen Kartentyps. Die heutigen Kameras haben mehrheitlich einen Slot für die Secure Digital Memory Card – auch SD-Card genannt. Bei den Profikameras ist auch noch größere Compact Flash, deren Nachfolger, die CFast-Karten und die XQD-Karten zu finden.

UHS-I

USH-II

Sandisk Extreme Pro UHS-I 170MB/s

Verbatim Premium U1

ADATA Premier ONE

Kingston Canvas React Plus Kit

Kioxia Exceria Pro

Lexar Professional 1667x

Transcend UHS-II SD 700S

Sandisk Extreme Pro  UHS-II

Sony TOUGH SF-M

Lesegeschwindigkeit MB/s  

170

90

290

300

270

250

285

300

277

Schreibgeschwindigkeit MB/s 

80

10

260

260

260

120

180

260

150

Geschwindigkeitsklasse

U3

U1

U3

U3

U3

U3

U3

U3

U3

Video Geschwindigkeitsklasse

V30

V10

V90

V90

V90

V60

V90

V60

Speichergröße (GB)

256

256

128

128

128

128

64

128

128

Extras

Lesegerät

Garantie

30

2

Lebenslang

Lebenslang

5

10

5

30

5

Recovery-Software

Rescue Pro Deluxe

RecoverRx

Rescue Pro Deluxe

Memory Card File Rescue

Preis (Euro)

76,90

28

117,05

88,90

33,34  

47,59

47,29

155,96

75,76

Preis pro GB

0,30

0,11

0,91

0,69

0,26

0,37

0,74

1,22

0,59

Amazon-Link

Sandisc Extreme Pro UHS-1

Verbatim Premium U1

ADATA Premier ONE

Kingston Canvas React Plus Kit

Kioxia Excperia Pro  

Lexar Professional 1667x

Transcend  UHS-II SD 700S

Sandisk  Extreme Pro  UHS-II

Sony TOUGH SF-M  

 

Die SD-Karten sind im Vergleich zur CF-Karte relativ einfach aufgebaut und bestehen nur aus einem Speicher und dem Controller, der diesen Speicher verwaltet. Der Controller für die Ansteuerung der Karte steckt in der Kamera, bei der CF-Karte ist er jedoch in der Karte selbst untergebracht.

Das brachte in der Vergangenheit Kompatibilitätsprobleme mit sich, da die Karte von der Kamera unterstützt werden muss. Zur Wahl stehen die einfache SD mit einer Speicherkapazität bis 2GB (wobei diese Variante ausgestorben ist), die SDHC (SD High Capacity) bis 32GB und die SDXC (SD eXtended Capacity). Eine SDHC-Karte ist somit nicht mehr in älteren Kameras verwendbar, wenn diese nur für das SD-Format ausgelegt waren.

Beim Dateisystem ändert sich auch etwas, die SDXC setzt auf das modernere exFAT, für die SDHC reicht noch das alte FAT32. Die Kameras formatieren automatisch im richtigen Dateisystem.

Die Geschwindigkeit

Neben der Spezifizierung bezüglich der Speichergröße in SD, SDHC und SDXC gibt es auch noch eine Klassifizierung der Speicherkarten nach Geschwindigkeit. So steht jede Zahl in den Angaben für die mindestens erreichbare Datenrate beim Speichern. Also steht beispielsweise die „10“ bei Class 10 für mindestens 10 MB/s. 2010 kam dann die Weiterentwicklung zum Ultra High Speed – abgekürzt UHS – hinzu, der wesentlich schnellere Datenraten erlaubt. Das sind als UHS-I bis zu 104 MB/s und als UHS-II bis 321 MB/s. UHS-II wird auch als SD4.0 bezeichnet. Auch bei UHS gibt es Geschwindigkeitsklassen. Zum Beispiel U1 und U3.

Speziell für die Ansprüche an Videofilmer wurde eine weitere Klasse eingeführt, die die Angaben für den Endanwender vereinfacht. So steht beispielsweise V30 für 30 MB/s und V90 für 90 MB/s als mindeste Schreibgeschwindigkeit.

Benötigt man jetzt eine Hilfe, welche Geschwindigkeitsklasse man idealerweise einsetzen sollte, so hilft oft ein Blick in das Handbuch der Kamera. V10 ist beispielsweise für Full-HD Film ausreichend, während man für 4K-Video mindestens zu V30 greifen sollte. Die ersten Kameras mit 8K-Video gibt es ja schon, hier ist dann V60 oder besser noch V90 nötig. Das Schöne an SDHC- und SDXC-Karten ist, dass es hinsichtlich der Kompatibilität egal ist, ob man eine Class 2 bis 10 oder UHS-Karte kauft. Sie passen immer in SDHC-kompatible Kameras.

Mindestgeschwindigkeit beim Schreiben

Class 2

2 MB/s

Class 4

4 MB/s

Class 6

V6

6 MB/s

Class 10

UHS Class U1

V10

10 MB/s

UHS Class U3

V30

30 MB/s

V60

60 MB/s

V90

90 MB/s

Die Angaben haben sich zwar mit der Einführung der V-Klassen vereinfacht, trotzdem geben die Hersteller zusätzlich die maximalen Datenraten für das Schreiben und Lesen auf den Karten als Wert in MB/s an.

Neben dieser klaren Angabe findet sich oft auch noch eine antiquierte Angabe mit einem Faktor – Beispielsweise 600x. Dieser Faktor bezieht sich auf die Basis 150 kByte/s – der 1-fachen CD-Lesegeschwindigkeit. Im Fall von 600x also 90 MB/s.

Umrechnung von Faktor in Datenrate

133x

20 MB/s

300x

45 MB/s

400x

60 MB/s

600x

90 MB/s

1000x

150 MB/s

1667x

250 MB/s

2000x

300 MB/s

Praxistest Kamera

Hat man den entscheidenden Moment, bei dem der Fischadler den Fisch aus dem Wasser zieht, getroffen oder knapp verpasst?

Wenn die Speicherkarte nicht mit der Kamera hinterherkommt, gerät die Bildrate ins Stocken und die Kamera wird langsamer. Beim Fotografieren schreibt die Kamera zuerst den internen Pufferspeicher der Kamera voll und verschiebt danach die Fotos auf die Speicherkarte. Im Idealfall reduziert sich die Bildrate nur um wenige Bilder pro Sekunde, im schlimmsten Fall muss man eine Pause einlegen.

Daher haben schnelle Kameras auch eine schnelle UHS-II Anbindung an Speicherkarten. Für unseren Test nutzen wir die Kameras Fujifilm X-T3, Leica SL und Panasonic S1.

Im ersten Teil des Praxistests haben wir die Schreibgeschwindigkeit auf die Speicherkarte gemessen. Die Kamera wurde hierbei auf manuelle Fokusierung und die maximale Bildrate eingestellt. Bei der Fujifilm X-T3 und der Leica SL sind das 11 Bilder und der Panasonic 9 Bilder jeweils pro Sekunde. Als Bildformat wählten wir RAW und eine 1000stel Sekunde als Belichtungszeit. Der Auslöser wurde durchgedrückt, bis die Bildrate langsamer wurde, also der Pufferspeicher voll war. Gestoppt wurde von Hand.

 

Ergebnisse des Kameratests mit FujiX-T3.
Vergrößern Ergebnisse des Kameratests mit FujiX-T3.
© Thomas Bergbold
Ergebnisse des Kameratests mit Leica SL.
Vergrößern Ergebnisse des Kameratests mit Leica SL.
© Thomas Bergbold
Ergebnisse des Kameratests mit Panasonic S1.
Vergrößern Ergebnisse des Kameratests mit Panasonic S1.
© Thomas Bergbold

Die Messwerte spiegeln sich auch recht gut in der Praxis bei der „gefühlten Geschwindigkeit“ wider, d.h. wie lange es dauert, bis man wider fotografieren kann, was mit der Bildrate passiert, wenn der Pufferspeicher voll ist und zuletzt bei der Anzeige der Fotos im Wiedergabemodus.

Natürlich fühlen sich die schnellsten Karten auch in der Kamera schnell an. Wobei man den Unterschied zwischen den Speicherkarten einer Klasse kaum wahrnimmt.

In der Fujifilm X-T3 ist der Unterschied noch am größten. Von der langsamsten, der Lexar Professional 1667x mit „nur“ 94 MB/s bis zur schnellsten, der Transcend 700S mit 163 MB/s.

Mit rund 57 MB hat sie die größten RAWs und der Pufferspeicher fasst rund 40 Fotos. Bei einer Bildrate von 11 Bildern pro Sekunde legt sie ordentlich los und muss bei vollem Pufferspeicher mit einer Transcend nur leicht zurückschalten. Das sieht bei UHS-I Karten natürlich ganz anders aus. Da bleiben nur noch etwas mehr als ein Bild pro Sekunde übrig.

Bei der Wiedergabe der Fotos sieht es ähnlich aus, mit den schnellen UHS-II Karten ist das Blättern und Zoomen eine Freude, bei den UHS-I Karten geht es deutlich gemütlicher zu.

Bei der Leica SL erreichen die Karten durchweg nicht die zu erwartende Geschwindigkeit. Rund 48 MB/s sind für UHS-II nicht viel. Dadurch das die SL aber einen ordentlichen Pufferspeicher hat, fühlt sich die Kamera nicht langsam an. Ist er voll nimmt die Bildrate zwar merklich ab, aber man kann noch fotografieren. Dies gilt wohlgemerkt nur für RAW, mit einer Dateigröße von rund 43 MB. Bei JPEG erlahmt einem vorher der Finger, bevor die Bildrate abnimmt.

Bei der Wiedergabe der Fotos merkt man nichts von Langsamkeit, hier entspricht die gefühlte Geschwindigkeit dem UHS-II Standard.

Und wie sieht es mit den UHS-I Karten aus? Den Unterschied merkt man, sowohl beim Fotografieren als auch beim Anschauen der Fotos.

Bei der Panasonic S1 begeistert der große Pufferspeicher, der Platz für rund 90 RAW Fotos hat. Ein RAW ist rund 36 MB klein. Da hat man schon das Meiste im Kasten. Das Abspeichern auf die Speicherkarte geht dann aber mit rund 116 MB/s bei der schnellten UHS-II Karte von Kioxia auch flott. Wobei bei der Panasonic fast alle Speicherkarten nahe beieinander sind. Die Kombination aus großem Pufferspeicher und schnellem Datenbus sorgt dann auch dafür, dass die Bildrate bei Serienbild deutlich abnimmt, aber nicht einbricht. Ganz anders bei UHS-I Karten, hier kann man nicht mehr von Serienbild sprechen.

Beim Anschauen der Bilder macht es kaum einen Unterschied zwischen UHS-I und UHS-II. Das gilt wohlgemerkt nur mit unseren Speicherkarten. Langsamere mit weniger als 90 MB/s Datenraten, machen im direkten Vergleich keinen Spaß – mit keiner Kamera.

Professionelle Digitalkameras haben in der Regel zwei Kartenslots. Im Fall der Fujifilm sind es zwei für den schnellen UHS-II Standard, bei Panasonic ist ein UHS-II und ein XQD.
Vergrößern Professionelle Digitalkameras haben in der Regel zwei Kartenslots. Im Fall der Fujifilm sind es zwei für den schnellen UHS-II Standard, bei Panasonic ist ein UHS-II und ein XQD.
© Thomas Bergbold

Auslesen von Speicherkarten

Die Bilder sind auf der Karte, und jetzt müssen sie auf dem schnellsten Wege auf den Computer gebracht werden, womit wir beim Übertragungsweg wären. Zwar verfügt jede Digitalkamera über eine Schnittstelle zur Übertragung – immer häufiger sogar mit USB 3.0 – doch zwei Gründe sprechen dagegen. Erstens benötigt die Digitalkamera Strom für die Zeit, in der sie am Computer angeschlossen ist und zweitens gibt es einen schnelleren Weg: Über einen Speicherkartenleser. Billige Universal-Speicherkartenleser für bis zu 35 Speicherkartentypen aus dem Krabbeltisch verfügen oft nur über einen USB 2.0 Anschluss und stellen die langsamste Übertragungsmöglichkeit dar. Mit Preisen um die 5,- Euro sind sie aber auch die günstigste Möglichkeit. Ab rund 10,- Euro gibt es aber schon Speicherkartenleser für den USB 3.0 Anschluss. Meist unterstützen sie nur ein oder zwei Speicherkartenformate, nämlich SDHC/SDXC UHS-I und CF.

Für die schnellen UHS-II Speicherkarten benötigt man allerdings einen speziellen Speicherkartenleser. Für unseren Test setzen wir auf drei Modelle, die wir bereits im Artikel „Mac Mini erweitern, Teil 3: Anschluss gesucht – Das perfekte Kabelmanagement“ ( Link ) vorgestellt haben. ICY BOX IB-CR401-C3, Sandisk ImageMate PRO und Satechi USB-C UHS-II Card Reader.

Einige Hersteller, wie Kingston und Lexar legen ihren Top-Karten einen passenden Speicherkartenleser bei. So wie bei unserer Kingston Canvas React Plus. Daher haben wir auch diesen Speicherkartenleser mit einbezogen.

Eine Besonderheit ist die Sandisk Extreme Pro mit 170 MB/s Datenrate. Sie läuft außerhalb der Spezifikation von UHS-I und benötigt daher einen speziellen Speicherkartenleser. Es handelt sich um das Modell SDDR-C531-GNANN. Ein UHS-II Kartenleser kann die Karte leider nicht ausreizen, eine Ausnahme ist kleine Kartenleser von Kingston, der bei der Canvas React Plus dabei ist.

Ergebnisse SD Schreiben
Vergrößern Ergebnisse SD Schreiben
© Thomas Bergbold
Ergebnisse SD Lesen
Vergrößern Ergebnisse SD Lesen
© Thomas Bergbold
Ergebnisse SD4 Schreiben
Vergrößern Ergebnisse SD4 Schreiben
© Thomas Bergbold
Ergebnisse SD4 Lesen
Vergrößern Ergebnisse SD4 Lesen
© Thomas Bergbold

Die Speicherkarten haben durch die Bank eine gute Leistung gezeigt. Bei den UHS-I Karten entsprachen die Angaben der Hersteller ungefähr unseren Messwerten. Einen kleinen positiven Ausreißer leistete sich wieder Verbatim, mit rund 75 MB/s übertrifft sie den angegebenen Wert von 10 MB/s beim Schreiben deutlich.

Bei den UHS-II Karten ist es etwas differenzierter. Hier treffen die Karten ihre Herstellerangaben nur selten. So trafen nur ADATA und Lexar Ihre Leserate. Ob jetzt aber eine Karte statt der angebenden 300 MB/s nur 270 MB/s erreicht, wirkt sich in der Praxis nicht so deutlich aus.

Zusätzlich zu unserem Messprogramm haben wir noch die Datenraten beim Lesen noch mit einer Handmessung gestoppt. Als Speicherkartenleser haben wir hier nur den Satechi eingesetzt, im Falle der Sandisk 107MB/s Karte natürlich den speziellen Sandisk-Leser.

Praxistest Lesegeschwindigkeiten der SD-Karten
Vergrößern Praxistest Lesegeschwindigkeiten der SD-Karten
© Thomas Bergbold

Deutlicher sind die Unterschiede zwischen den Herstellerangaben und den Messewerten aber beim Schreiben. So erreicht die Lexar statt der angegebenen 120 MB/s nur rund 90 MB/s. Und auch bei ADATA sind es statt 260 MB/s nur knapp 150 MB/s. Nur Transcend trifft es sehr genau mit 180 MB/s.

Das die Schreibwerte in der Praxis, also in der Kamera, noch keine so große Rolle spielen, hatten wir im Kapitel davor schon gezeigt. Die schnellste Kamera, die Fujifilm X-T3 erreicht derzeit maximal 164 MB/s mit der Transcend. Aber selbst eine von ihrer Leistungsklasse her „langsame“ Sony TOUGH SF-M fühlt sich bei nur 113MB/s schnell an.

Erst wenn die Kameras höhere Datenraten unterstützen, machen schnellere Speicherkarten auch Sinn. Wobei weder beim Fotografieren noch beim Videofilmen derzeit höhere Schreibraten benötigt werden. Erst bei professionellen 6K-Videokameras sieht das anders aus.

Wichtig ist ein schneller Speicherkartenleser, damit man die Leistung einer UHS-II SD-Karte auch ausnutzen kann. Modelle gibt es mit dem USB Type A Stecker und auch mit USB-C.
Vergrößern Wichtig ist ein schneller Speicherkartenleser, damit man die Leistung einer UHS-II SD-Karte auch ausnutzen kann. Modelle gibt es mit dem USB Type A Stecker und auch mit USB-C.
© Thomas Bergbold
Einen schnellen Speicherkarteleser findet man aber auch in Thunderbolt 3 Docks und Laufwerksgehäusen mit Thunderbolt 3. Wie hier bei der Anker PowerExpand Elite 13-in-1 Thunderbolt 3 Docking Station, dem Lacie 1big Dock oder dem OWC Mercury Elite Pro Dual Dock.
Vergrößern Einen schnellen Speicherkarteleser findet man aber auch in Thunderbolt 3 Docks und Laufwerksgehäusen mit Thunderbolt 3. Wie hier bei der Anker PowerExpand Elite 13-in-1 Thunderbolt 3 Docking Station, dem Lacie 1big Dock oder dem OWC Mercury Elite Pro Dual Dock.
© Thomas Bergbold

Datensicherheit

Haben Sie auch schon den Tipp bekommen, Speicherkarten wie Filme zur analogen Zeit einzusetzen? Also nur einmal benutzen und dann als Archivierungsmedium zu behandeln? Im Prinzip klingt das logisch und gerade bei den langsamen Einsteigerkarten erscheint es darüber hinaus auch verlockend günstig. Doch wie lange halten eigentlich Speichermedien?

Bei SD-Karten gibt es verschiedene Faktoren, die einen Einfluss auf die Haltbarkeit haben – angefangen bei Kontakten bis zu den Speicherchips. Die Kontakte unterliegen einem mechanischen Verschleiß. Hierzu macht beispielsweise Transcend eine Aussage und gibt eine garantierte Haltbarkeit von 10.000 Einschüben in die Kamera an. Sony verzichtet bei seiner TOUGH-Serie auf die Anschlussrillen bei den Kontakten und den Schreibschutzschalter. Zusammen mit einem nach Herstellerangaben „robustesten Gehäuse der Welt“ soll das vor mechanischen Schäden schützen. Auf die Anschlussrillen zu verzichten macht durchaus Sinn, ich habe bei älteren SD-Karten schon feststellen müssen, dass diese gebrochen sind.

 

Sony verzichtet bei seiner TOUGH-Serie auf die Anschlussrillen bei den Kontakten und den Schreibschutzschalter.
Vergrößern Sony verzichtet bei seiner TOUGH-Serie auf die Anschlussrillen bei den Kontakten und den Schreibschutzschalter.
© Thomas Bergbold

Die Nutzungsdauer der Speicherchips bemisst sich in Zyklen für Schreiben und Löschen. Wie oft der Speicherchip das aushält, bevor ein Fehler auftritt, ist von der Art des Chips abhängig. Hochwertige SLC-Chips können je rund 100.000-mal beschrieben und wieder gelöscht werden. Sie finden sich aber eher im Industrie- und Militärbereich. Bei Speicherkarten für den Fotobereich und SSDs werden MLC- oder TLC-Chips eingesetzt.

MLC-Chips haben eine Haltbarkeit von rund 10.000 Zyklen und TLC nur 300 bis 500 Zyklen. Angaben, welche Chips verbaut werden machen die Hersteller nicht. Eine kleine Hilfe kann hier aber die Dauer der Garantie sein.

Einen Einfluss hat aber auch der eingesetzte Kontroller auf der Speicherkarte. Dieser ist zum Beispiel für die Verteilung der Daten zuständig und sorgt dafür, dass die einzelnen Speicherzellen gleichmäßig ausgelastet werden. So wird vermieden, dass einzelne Speicherzellen häufiger und andere gar nicht zum Einsatz kommen. Ebenso erkennt der Kontroller defekte Zellen und nutzt diese in Zukunft nicht mehr.

Ein weiterer Punkt ist die Haltbarkeit der Daten auf dem Speicherchip. Die Daten sind vergleichbar mit der elektrischen Ladung in einer Batterie und gehen daher irgendwann verloren. Der genaue Zeitpunkt ist abhängig von der Nutzungsdauer, also den schon erfolgten Schreib/Lösch-Zyklen und der Art der Speicherchips. Ein hochwertiger SLC-Chip, der nur einmal beschrieben wurde, kann die Daten rund 20 Jahre halten. Eine Speicherkarte, die oft benutzt wurde – zum Beispiel im professionellen Einsatz über viele Jahre hinweg – hält die Daten vielleicht nur noch drei Monate.

Als Endanwender kann man natürlich nicht nachvollziehen, wie sehr die eigene Speicherkarte schon gelitten hat. Sony hat sich hier etwas einfallen lassen und stellt seinen Kunden das Programm „Media Scan Utility“ zur Verfügung. Media Scan Utility scannt die Speicherkarte um eine Aussage über den Zustand der Speicherkarte machen. Damit bekommt man endlich ein Tool an die Hand, ob die noch zur Verfügung stehenden Schreibzyklen sich dem Ende neigen. Leider funktioniert Media Scan Utility nur mit Sony Karten der TOUGH-Serie.

 

Media Scan Utility scannt die Speicherkarte um eine Aussage über den Zustand der Speicherkarte machen.)
Vergrößern Media Scan Utility scannt die Speicherkarte um eine Aussage über den Zustand der Speicherkarte machen.)
© Thomas Bergbold

Eine andere Einflussgröße, die Temperatur, wirkt sich auf die Funktionsfähigkeit aus. Verträgt die Speicherkarte auch -20 Grad Celsius auf der Suche nach Polarlichtern oder +50 Grad im Sommer im Auto? Darüber haben sich wahrscheinlich die wenigsten Gedanken gemacht. Die technischen Daten der Hersteller verraten uns die Spezifikationen, für die die Speicherkarte ausgelegt ist. Markenhersteller geben meist eine Betriebstemperatur von -25 bis 85 Grad Celsius an. Damit ist man auf der sicheren Seite. Das kann bei preisgünstigen Karten vielleicht anders aussehen.

Vor Wasser schützt man die Kamera in der Regel. Bei modernen Speicherkarten der gehobenen Klasse und der Profiliga muss man sich dank interner Abdichtung hierzu auch keine Sorgen machen. Es macht ihnen wenig aus. Bei einer Verunreinigung mit Lösungsmitteln oder Meerwasser sollte aber auch hier Vorsicht geboten sein. Es versteht sich natürlich von selbst, dass man die nass gewordene Speicherkarte vor dem Einstecken in die Kamera reinigt und trocknen lässt, denn die Kontakte in der Kamera sind nicht wasserfest. Ein Kurzschluss könnte die Folge sein.

Sony ist hier wieder sehr auskunftsfreudig und macht genauere Angaben dazu. So halten Speicherkarten der TOUGH-Serie bis zu 72 Stunden lang in einer Tiefe von 5 Metern unter Wasser aus. Die Wasserfestigkeit und Staubdichtung wird gemäß IP68 angegeben. Weitere Einflüsse gegenüber die Speicherkarten der Markenhersteller unempfindlich sind, sind Röntgenstrahlen, elektrostatische Entladung und Stürzen.

Eine Schutzbox sollte eigentlich zu jeder Speicherkarte gehören. Leider sind die Hersteller hier geizig geworden. Bei unseren Mustern hat nur Sandisk bei seiner 300 MB/s Karte und Sony eine Box dabei.
Vergrößern Eine Schutzbox sollte eigentlich zu jeder Speicherkarte gehören. Leider sind die Hersteller hier geizig geworden. Bei unseren Mustern hat nur Sandisk bei seiner 300 MB/s Karte und Sony eine Box dabei.
© Thomas Bergbold

Haltbarkeit in der Praxis

An der oft gehörten pauschalen Aussage einer maximalen Haltbarkeit von zehn Jahren ist also durchaus etwas dran. Zumindest so lange man nicht weiß, was drinsteckt. Eine Hausnummer kann auch die Garantiedauer sein, diese geht in Deutschland nicht über 30 Jahre hinaus.

Wir haben die engagierten Fotografen eines Arbeitskreises gefragt, wie ihre Erfahrungen mit Speicherkarten sind. Die Fotografinnen und Fotografen nutzen teilweise schon seit Ende der 90ziger Digitalkameras und haben schon so einige Speicherkarten gekauft.

Wirklich viele Probleme gab es dabei nicht. In den Anfangstagen waren es eher mechanische Probleme, zum Beispiel bei den SmartMedia-Karten. Hier lösten sich die Kontakte schon mal auf. Ansonsten kennen einige Fehler in der Handhabung, zum Beispiel, wenn verschmutzte Karten in die Kamera eingeschoben wurden, oder die Karten zu früh herausgezogen wurden, bevor die Kamera mit Speichern fertig war. Von den 32 Mitgliedern hatten nur drei Mitglieder bereits Fehler mit Speicherkarten. Dabei werden die Speicherkarten nicht geschont und selbst Speicherkarten mit mehr als 15 Jahren verrichten noch klaglos ihren Dienst.

Aktuell setzen die meisten Fotografen im Arbeitskreis auf Professional-Karten, zum Beispiel von Sandisk und Lexar. Das hat zum einen mit der Geschwindigkeit zu tun, zum anderen aber auch mit der Garantie und der beiliegenden Zusatzsoftware. Nach teilweise negativen Erfahrungen mit billigen Noname oder Einsteigerkarten möchten die Fotografen keine Risiken mehr eingehen. Wer nach Afrika oder Südamerika fährt, möchte sichergehen, dass seine kostbaren Bilder auch zu Hause noch vorhanden sind.

Damit stellt sich aber auch die Frage der Datensicherung, wenn man zu Hause ist?

Eine Speicherkarte ist kein Langzeit-Archivierungsmedium, also müssen Alternativen her. Ist es die Festplatte oder optische Medien. Speziell für diesen Fall hat Verbatim die MDISC entwickelt und verspricht eine Haltbarkeit von 1000 Jahren.

Im Artikel „Verbatim M-Disc: Daten für die Ewigkeit sichern und brennen„ haben wir uns die MDISC genauer angesehen. ( Link ). Nach drei Jahren im Einsatz, habe ich bisher keine negativen Erfahrungen gemacht.

Die Verbatim MDISC verspricht mit einer Haltbarkeit von 1000 Jahren das ideale Archivierungsmedium zu sein.
Vergrößern Die Verbatim MDISC verspricht mit einer Haltbarkeit von 1000 Jahren das ideale Archivierungsmedium zu sein.
© Thomas Bergbold

Daten wiederherstellen

Der einfachste Fehler, der einer Speicherkarte zuteil werden kann, ist das versehentliche Löschen der Inhalte durch den Anwender bzw. wenn dieser die Karte zu früh entfernt, d.h. wenn die Zugriffslampe an der Kamera noch blinkt. Hier können Rettungsprogramme helfen, die nach noch lesbaren Daten auf der Speicherkarte suchen. Beim Löschen einer Speicherkarte werden die Bilder nämlich nicht direkt gelöscht, sondern nur zum Löschen markiert. Gelöscht werden sie dann erst, wenn neue Bilder auf die Karte gespeichert werden. Das heißt, die alten Bilder werden eigentlich überschrieben. Diese Datenrettungsprogramme gibt es von kostenlos bis kostenpflichtig auf dem freien Markt oder sie sind im Lieferumfang der Speicherkarte bereits enthalten. So liegt eine zwei Jahreslizenz RescuePRO Deluxe jeder Sandisk Extreme und Extreme Pro Karte bei, Sony legt seinen TOUGH-Karten Memory Card File Rescue bei und RecoverRX stellt Transcend zur Verfügung.

RescuePRO Deluxe ist noch nicht an Catalina angepasst, macOS beschwert sich nämlich beim Öffnen, das es nicht nach Schadsoftware in RescuePRO Deluxe suchen kann. Das Problem kennt RecoverRX und Memory Card File Rescue nicht. Vor der ersten Nutzung möchte Sandisk für RescuePRO Deluxe erst die Seriennummer und persönliche Daten haben, bei Sony benötigt man die Seriennummer der Speicherkarte beim Download. Beim Start von RecoverRX kommt das Programm direkt zur Sache und fragt nach dem Laufwerk, welches die zu rettenden Daten enthält. Weitere Funktionen außer der Rettung von Daten kennt das Programm nicht. Die Nutzerführung ist einfach und logisch, obwohl das Programm in Englisch ist.

Im Schritt 2 legt man das Sicherungsziel fest und welche Art von Daten gerettet werden sollten, neben Photo, Video und Dokumentenformaten, stehen beispielsweise auch Audioformate und das Dokumentenformat von Final Cut Pro zur Auswahl. Memory Card File Rescue kommt ebenfalls direkt zur Sache, nur das hier ein Assistent in deutscher Sprache einen durch den Prozess führt.

Beim Start von RescuePRO Deluxe sieht man auf den ersten Blick, was das Programm zu bieten hat. Es lassen sich sowohl Fotos als auch Audio-Video Dateien getrennt oder zusammen wiederherstellen. Zusätzlichen lassen sich von RescuePRO Deluxe aus direkt Medien löschen oder als Image sichern. Hat man sich für eine Option entschieden, soll man das entsprechende Medium auswählen. Leider wird der Laufwerksname nicht angezeigt.

RecoverRX ist sehr einfach aufgebaut beschränkt sich auf die Rettung der Daten auf einer Speicherkarte. Somit wird man als Nutzer direkt mit der Auswahl des zu rettenden Laufwerks begrüßt.
Vergrößern RecoverRX ist sehr einfach aufgebaut beschränkt sich auf die Rettung der Daten auf einer Speicherkarte. Somit wird man als Nutzer direkt mit der Auswahl des zu rettenden Laufwerks begrüßt.
© Thomas Bergbold
RescuePRO Deluxe sieht man auf den ersten Blick, was das Programm zu bieten hat. Es lassen sich sowohl Fotos als auch Audio-Video Dateien getrennt oder zusammen wiederherstellen.
Vergrößern RescuePRO Deluxe sieht man auf den ersten Blick, was das Programm zu bieten hat. Es lassen sich sowohl Fotos als auch Audio-Video Dateien getrennt oder zusammen wiederherstellen.
© Thomas Bergbold
Memory Card File Rescue zeigt sich benutzerfreundlich mit Assistenten in deutscher Sprache.
Vergrößern Memory Card File Rescue zeigt sich benutzerfreundlich mit Assistenten in deutscher Sprache.
© Thomas Bergbold

Nachdem die Rettungstools die Speicherkarte analysiert haben, sind die Daten bereit zur Sicherung. Bei RecoverRX erfolgt das direkt in einen Ordner auf einem beliebigen Laufwerk des Nutzers. RescuePRO Deluxe legt auch sofort los, einen Pfad zur Sicherung lässt sich nicht auswählen. Das ist aber ein Fehler in der aktuellen Version. Ist nämlich die Wiederherstellung abgeschlossen, gibt es auf einmal ein Menü zum Einstellen. Als Workaround bricht man die Wiederherstellung ab und stellt erst den Pfad ein und wiederholt dann die Wiederherstellung.

Ist die Wiederherstellung von RescuePRO Deluxe abgeschlossen, bietet es eine Voransicht, allerdings nur von Bildformaten und hier am zuverlässigsten bei JPEG´s. Bei RAW-Dateien kann die Vorschau schon mal falsche Farben anzeigen, Videos sind ohne Vorschau.

Bei Memory Card File Rescue erfolgt die Sicherung erst nach der Analyse und Vorschau. Dank der übersichtlichen Benutzerführung ist das auch sehr klar und einfach. Als ein Programm von Sony, ist es natürlich auf die Dateiformate der Sony-Kameras spezialisiert. Versteht sich aber auch auf RAW-Dateien von Canon und Nikon.

In unserem Test haben wir auf eine Speicherkarte eine Auswahl an Bildern in JPEG, Leica-RAW, Panasonic-RAW, Fujifilm-RAW, TIFF und PNG kopiert. Zusätzlich noch Videos in MP4 und MOV. An Dokumenten haben wir dann noch Pages, Excel, Word, Powerpoint und PDF-Dateien auf die Speicherkarte abgelegt.

Bei den Bildformaten haben alle Programme ihre Aufgabe erfüllt und konnten alle unterstützten Bilder-Formate wiederherstellen. Sehr schön, dass die Original-Metadaten enthalten sind. Das gilt aber nur für die Metadaten innerhalb der Bilddatei. IPTC-Metadaten von RAW-Dateien, die in extra XMP-Dateien liegen, gehen leider verloren. RescuePRO Deluxe stellt sie erst garnicht wieder her, bei RecoverRX können sie den Bildern nicht wieder zugeordnet werden.

Handarbeit ist bei den Dokumenten von Pages und Numbers nötig, RecoverRX und RescuePRO Deluxe machen eine ZIP-Datei daraus. Wenn man die Endung beispielweise in „pages“ ändert, sind auch diese Dateien wieder zu gebrauchen. Bei den Microsoft-Dateien war das ebenso wie bei PDF nicht nötig.

MOV und MP4 Videos konnte Memory Card File Rescue und RescuePRO Deluxe komplett wiederherstellen, bei RecoverRX waren nur die MOVs lesbar.

Komplett überzeugen kann leider keines der Programme, dafür ist einfach noch viel Handarbeit nach der Wiederherstellung nötig. Das geht beim Dateinamen los und hört bei den verlorenen XMP-Dateien noch nicht auf. Memory Card File Rescue und RecoverRX glänzt mit einem leicht verständlichen Workflow und fehlerfreier Wiederherstellung der Bildformate. RescuePro Deluxe punktet mit dem größten Funktionsumfang, hatte aber Probleme mit manchen RAW-Fotos, die Fehlerhaft waren. Das größte Problem bei Memory Card File Rescue ist die Stabilität. Es stürzte bei uns im Test sehr häuft ab. Somit ist eine eindeutige Empfehlung schwer.

 

Nach der Überprüfung zeigt Rescue Pro Deluxe die erfolgreich gefundenen Dateien in einer Voransicht an.
Vergrößern Nach der Überprüfung zeigt Rescue Pro Deluxe die erfolgreich gefundenen Dateien in einer Voransicht an.
© Thomas Bergbold

Empfehlung

Brauche ich überhaupt eine schnelle UHS-II Karte oder ist es nur Luxus? Natürlich ist das eine berechtigte Frage. In der Kamera fühlen sich die UHS-II Karten immer schneller an, dabei macht es sogar kaum einen Unterschied welche der UHS-II Karten man nimmt. Auch die langsamste von Lexar ist für die meisten Fälle ausreichend. Das würden nur Sportfotografen etwas anders sehen.

Die langsameren U3-Karten mit einer Schreibgeschwindigkeit von 80 MB/s lassen zwar deutlich nach, wenn der Pufferspeicher gelernt werden muss, wer aber nicht regelmäßig Dauerfeuer im RAW-Modus fotografiert, ist auch mit den langsameren Karten sehr gut bedient. Vor allem als Landschaftsfotograf dürfte das kein Unterschied machen.

Der große Unterschied kommt erst beim Auslesen der Speicherkarten am Rechner. Hier machen sich die UHS-II Karten unter Umständen schneller bezahlt, sie sind immerhin dreimal schneller ausgelesen. Selbst die langsamste von Transcend schafft es auf 248 MB/s, das ist schon ein Wort.

Beim Blick auf das Preisleistungsverhältnis fällt die Wahl vielleicht auch leichter, kostet doch die Lexar 1667x nur 37 Cent pro Gigabyte. Dabei bietet Lexar auch 10 Jahre Garantie.

Mehr bekommt man mit unseren zwei nächsten Empfehlungen, der neuen Kingston Canvas React Plus und der Transcend 700S. Bei einem ähnlichen Preis von rund 70 Cent pro Gigabyte bekommt man eine Top Performance und ein Guddi. Im Falle von Kingston einen sehr guten Speicherkartenleser und bei Transcend das einfache Datenrettungsprogramm RecoverRX. Schade ist nur, das Transcend nur 5 Jahre Garantie gibt, da ist man bei Kingston mit einer lebenslangen Garantie schon sehr beruhigt. Nur für Panasonic Fotografen ist die Schreibgeschwindigkeit etwas gering.

Unser Preisleistung-Tipp geht an Sony. Die TOUGH SF-M ist mir 59 Cent pro Gigabyte günstig und liefert durch die Bank gute bis sehr gute Datenraten. Die mitgelieferten Programme für Datenträgeranalyse und Datenrettung können sich sehen lassen. Nur die geringe Garantie von fünf Jahren ist etwas wenig. Dadurch, dass die Bauform durch die fehlenden Anschlussrillen bei den Kontakten anders ist, ist das Einstecken und Herausziehen aus einem Speicherkartenslot nicht ganz so leicht. Je nach Kamera und Speicherkartenleser kann das etwas hakeln. Unsere Kameras hatten damit keine Probleme, es war nur etwas ungewohnt. Nur beim Speicherkartenleser von Raidsonic war es schwergängig.

In allen Punkten klotzt die teuerste Karte im Test, die Sandisk Extreme Pro hat nicht nur 30 Jahren Garantie, sondern immer die besten Datenraten. Und als eine von zwei Karte im Test ist eine Schutzhülle dabei. Daher kann man damit nichts falsch machen.

Für die neue Kioxia Exceria Pro können wir noch keine abschließende Preis-bezogene Empfehlung aussprechen, da sie bisher noch nicht im Handel ist und daher keinen Preis hat. Bei den Datenraten liegt sie aber immer im Spitzenbereich, was absolut für die Karte spricht. Nur die geringe Garantie von nur 5 Jahren ist nicht verständlich.

Bei den UHS-I Karten könnte es auch ganz einfach sein, doch macht es einem Sandisk etwas komplizierter. An der Sandisk Extreme Pro mit 170 MB/s Datenrate könnte man sich nämlich stören, dass man sie nur mit dem Speicherkartenleser SDDR-C531-GNANN mit voller Geschwindigkeit auslesen kann. Und das andere Speicherkartenleser von Sandisk nicht voll kompatibel sind, ist auch schade. Wenn man dieses Detail außer Acht lässt, bekommt man eine professionelle Karte mit 30 Jahren Garantie und einen Datenrettungsprogramm für zwei Jahre. Da sind 30 Cent pro Gigabyte eigentlich OK.

Für Sparfüchse gibt es die Verbatim Premium U1 für nur 11 Cent pro Gigabyte. An der Geschwindigkeit hat Verbatim nicht gespart, dafür an der Garantie. Zwei Jahre sind einfach zu wenig. Eine Übersicht aller SD-Karten im Tabellen-Format finden Sie hier.

UHS-I

USH-II

Sandisk Extreme Pro UHS-I 170MB/s

Verbatim Premium U1

ADATA Premier ONE

Kingston Canvas React Plus Kit

Kioxia Exceria Pro

Lexar Professional 1667x

Transcend UHS-II SD 700S

Sandisk Extreme Pro  UHS-II

Sony TOUGH SF-M

Lesegeschwindigkeit MB/s  

170

90

290

300

270

250

285

300

277

Schreibgeschwindigkeit MB/s 

80

10

260

260

260

120

180

260

150

Geschwindigkeitsklasse

U3

U1

U3

U3

U3

U3

U3

U3

U3

Video Geschwindigkeitsklasse

V30

V10

V90

V90

V90

V60

V90

V60

Speichergröße (GB)

256

256

128

128

128

128

64

128

128

Extras

Lesegerät

Garantie

30

2

Lebenslang

Lebenslang

5

10

5

30

5

Recovery-Software

Rescue Pro Deluxe

RecoverRx

Rescue Pro Deluxe

Memory Card File Rescue

Preis (Euro)

76,90

28

117,05

88,90

33,34  

47,59

47,29

155,96

75,76

Preis pro GB

0,30

0,11

0,91

0,69

0,26

0,37

0,74

1,22

0,59

Amazon-Link

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Verbatim Premium U1

ADATA Premier ONE

Kingston Canvas React Plus Kit

Kioxia Excperia Pro  

Lexar Professional 1667x

Transcend  UHS-II SD 700S

Sandisk  Extreme Pro  UHS-II

Sony TOUGH SF-M  

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