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Die besten SD- und CFexpress-Speicherkarten 2022

20.05.2022 | 10:30 Uhr |

CFexpress, SDHC, SDXC, UHS, SD4.0 – viele Abkürzungen, aber als Fotograf möchte man eigentlich nur schnell und sicher seine Bilder speichern und anschließend auf seinen Mac überspielen. Worauf es dabei ankommt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Zwar hat die Speicherkarte als Speichermedium den Film nahezu ersetzt, aber Hand aufs Herz: Über den Film haben wir uns früher wesentlich mehr Gedanken gemacht als heute beim Kauf einer Speicherkarte. Wer weiß schon, ob er sein im Supermarkt erstandenes Exemplar überhaupt mit in den Skiurlaub nehmen kann? In den technischen Daten steht nämlich - wie bei nahezu allen elektronischen Geräten - der Temperaturbereich für den Betrieb und die Lagerung.

Los geht es beim Kauf mit der Auswahl des richtigen Kartentyps. Die heutigen Kameras haben mehrheitlich einen Slot für die Secure Digital Memory Card - auch SD-Card genannt. Bei den Profi- und Videokameras ist auch noch die größere CFexpress-Karte, der Nachfolger der Compact-Flash- und XQD-Karten zu finden.

Die CFexpress-Karten verfügen über eine schnelle PCI-Express-Schnittstelle, vergleichbar zu den NVMe-SSD-Speicherkarten. Dementsprechend sind sie sehr viel schneller als die sehr kompakten SD-Karten und ihre Vorgänger.

Speicherkarten im Labortest

Die getesteten Speicherkarten decken die typische Bandbreite für den Einsatz in Actioncams, Drohnen, digitalen Systemkameras und professionelle Digitalkameras für Film und Foto ab.

In der UHS-I V30 Klasse für Actioncams und Drohnen mit microSDXC die SanDisk Extreme und die Kioxia Exceria Plus , sowie eine der wenigen UHS-II V90 microSDXC Speicherkarten, die Kingston Canvas React Plus . Kingston liefert seine Top-Karte mit einem passenden Speicherkartenleser aus, SanDisk und Kioxia legen einen SD-Kartenadapter bei.

In der UHS-II Klasse sind in alphabetischer Reihenfolge dabei: ADATA Premier ONE , Kingston Canvas React Plus , Kioxia Exceria Pro , Lexar Professional 1667x , Lexar Professional 1800x , Lexar Professional 2000x , OWC Atlas S Pro , Prograde V90 und SanDisk Extreme Pro .

Die CFexpress Typ B Speicherkarten für Profikameras sind die Lexar Professional Gold , Prograde Cobalt , Prograde Gold und SanDisk Extreme Pro .

So testet Macwelt - Benchmarks mit Aja und in der Praxis

Für unseren Labortest haben wir mit dem Testprogramm Aja System Test Lite jede einzelne Speicherkarte mit jedem Speicherkartenleser gemessen. Details zu den Speicherkartenleser und die Testergebnisse finden Sie im Artikel " Die besten Speicherkartenleser für SD und CFexpress 2022 ". Für einen praxisorientierten Labortest haben wir von Hand die Zeit beim Transfer von rund 2 GB Bilder und Videos gestoppt. Als Speicherkartenleser kam hierbei das SanDisk Professional Pro-Dock 4 zum Einsatz.

 

Die Hersteller geben für ihre Speicherkarten nicht nur die Geschwindigkeitsklasse wie V90 an, sondern auch maximale Werte für das Lesen und Schreiben. Bei den UHS-I Karten treffen die Angaben der Hersteller recht gut die Messwerte. Nicht so bei den UHS-II Karten. Unsere Karten sind mit Werten zwischen 250 MB/s und 300 MB/s beim Lesen angeben, erreichen mit Aja System Test Lite aber nur Werte zwischen 224 MB/s und 261 MB/s.

Unsere von Hand gemessenen Raten liegen zwischen 234 MB/s und 268 MB/s und damit teilweise etwas höher. In der Praxis erfüllen alle Speicherkarte die in sie gesetzten Erwartungen.

Bei den CFexpress-Speicherkarten liegen unsere Benchmark-Werte und Praxiswerte weiter auseinander. Hier fällt besonders die Prograde Cobalt mit dem größten Unterschied auf. In der Praxis erreichen alle anderen Karten mindestens 933 MB/s was ein deutliches Plus gegenüber den SD-Speicherkarten ergibt. Aber das liegt weit weg von den Angaben der Hersteller, die 1200 MB/s oder 1400 MB/s angeben.

Obwohl man in der Praxis die Speicherkarten kaum am Mac beschreiben wird, haben wir auch hier Praxis- und Benchmark-Tests unternommen. Auffällig, die Angaben zwischen den Hersteller und unseren Messwerten liegen sehr viel weiter auseinander als beim Lesen. Speziell bei unserem Praxistest haben viele Speicherkarten unerwartet versagt. Werte wie 68 MB/s bei der SanDisk Extreme Pro UHS-II oder 393 MB/s bei der Prograde Gold CFexpress sind unerwartet.

Diese Werte müssen aber keinen Anhaltspunkt für das Verhalten in der Digitalkamera geben. Daher haben wir alle SDXC UHS-II und CFexpress-Speicherkarten in Digitalkameras gemessen. Mangels passender Digitalkamera mit microSD Speicherkartenslot, haben wir diese Kategorie an Speicherkarten ausgelassen.

Praxistest in Digitalkameras

Wenn die Speicherkarte nicht mit der Kamera hinterherkommt, gerät die Bildrate ins Stocken und die Kamera wird langsamer. Beim Fotografieren schreibt die Kamera zuerst den internen Pufferspeicher der Kamera voll und verschiebt gleichzeitig die Fotos auf die Speicherkarte. Im Idealfall reduziert sich die Bildrate nur um wenige Bilder pro Sekunde, im schlimmsten Fall muss man eine Pause einlegen.

Daher haben schnelle Kameras auch einen Steckplatz für schnellen UHS-II beziehungsweise CFexpress-Speicherkarten. Für unseren Test nutzen wir die Kameras Canon EOS EOS R5 , Fujifilm X-T3 , Leica Q2 und Nikon Z6II .

Für diesen zweiten Teil des Praxistestes haben wir die Schreibgeschwindigkeit auf die Speicherkarte in der Kamera gemessen. Die Kamera wurde hierbei auf manuelle Fokussierung und die maximale Bildrate eingestellt. Bei der Canon EOS R5 sind das 20 Bilder, der Fujifilm X-T3 11 Bilder, der Leica Q2 10 Bilder und der Nikon Z6II 14 Bilder jeweils pro Sekunde. Als Bildformat wählten wir RAW und eine 1000stel Sekunde als Belichtungszeit. Der Auslöser wurde durchgedrückt bis die Bildrate langsamer wurde, also der Pufferspeicher voll war. Gestoppt wurde von Hand, bis die LEDs angezeigt haben, dass alle Bilder auf der Speicherkarte gelandet sind.

Die Messwerte spiegeln sich auch recht gut in der Praxis bei der „gefühlten Geschwindigkeit“ wider, also wie lange es dauert, bis man wieder fotografieren kann. Was passiert mit der Bildrate, wenn der Pufferspeicher voll ist und zuletzt bei der Anzeige der Fotos im Wiedergabemodus.

Abgesehen von der Leica Q2, die zugegebener Maßen auch keine Kamera für den Sport- und Naturfotografen ist, sorgen Canon, Fujifilm und Nikon dafür, dass man lange Bildfolgen fotografieren kann. Entweder durch einen großen Pufferspeicher oder durch ein schnelles Speicherkarten-Interface.

Die Canon EOS R5 legt ein ordentliches Tempo vor, das mit CFexpress-Karten nur gelegentlich eingebremst wird. Wir messen in der Spitze 517 MB/s mit der Prograde Cobalt können aber beim Fotografieren keinen Unterschied zu den nur wenig langsameren Mitbewerbern feststellen.

Im direkten Vergleich sind UHS-II Speicherkarten sehr langsam, wobei unsere gemessenen Datenraten alles andere als langsam sind. Um genau zu sein, liegen die Datenraten von rund 230 MB/s in der EOS R5 höher als am Mac. Das ist fantastisch.

Bei der Fujifilm X-T3 liegen die Top-Karte zwischen 128 MB/s und 142 MB/s. Da ergibt es keinen Sinn, speziell nach der schnellsten Karte Ausschau zu halten. Die Lexar Professional 1667x fällt wie auch bei den Canon mit „nur“ 88 MB/s deutlich ab, sie ist aber auch von Hersteller nur mit 120 MB/s beim Schreiben angegeben.

Die Leica Q2 ist auf die Belange der Street- und Reisefotografen ausgelegt. Hier kommt es nicht auf maximale Bildfolge an, sondern auf eine gefühlt hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit. Genau das können alle UHS-II Speicherkarten mit einer ausreichenden Schreibgeschwindigkeit von knapp 90 MB/s leisten. Auch bei der Wiedergabe von Bildern auf der Kamera leisten alle UHS-II Speicherkarte eine vergleichbare gute Leistung. Wie wichtig eine schnelle UHS-II Speicherkarte in der Leica Q2 ist, merkt man bei der Verwendung einer UHS-I Speicherkarte. Die machen gar keinen Spaß in der Leica Q2.

Die Nikon Z6 II erstaunte bei uns im Test mit den langsamsten Datenraten beim Speichern. Für eine professionelle Kamera aktueller Bauart ist das kein Ruhmesblatt. Hier liegen alle UHS-II Speicherkarten bei rund 50 MB/s und die CFexpress-Karten nur bei rund 70 MB/s. Das sich die Kamera beim Fotografieren nicht langsam anfühlt, liegt an dem sehr großen Pufferspeicher in den rund 100 RAW-Bilder passen. Ist der aber voll, wird man eingebremst.

 

Professionelle Digitalkameras haben in der Regel zwei Kartenslots. Im Fall der Fujifilm X-T3 sind es zwei für den schnellen UHS-II Standard, bei der Canon EOS R5 ist ein UHS-II und ein CFexpress.
Vergrößern Professionelle Digitalkameras haben in der Regel zwei Kartenslots. Im Fall der Fujifilm X-T3 sind es zwei für den schnellen UHS-II Standard, bei der Canon EOS R5 ist ein UHS-II und ein CFexpress.
© Thomas Bergbold

Empfehlung Speicherkarten

Bei der Auswahl der richtigen Speicherkarte sind zwei Faktoren wichtig, die reinen Messwerte und die persönliche Präferenz. Unter die persönliche Präferenz fallen Punkte, die einem wichtig sind, wie die Garantie, die Reputation der Marke oder auch die garantierte Betriebstemperatur. Amateurfotografen werden hier sicher eine andere Wahl treffen als Profis. Deswegen setzten Profis beispielsweise gerne auf SanDisk Extreme Pro, die 30 Jahre Garantie und sehr lange Erfahrung sprechen für sich.

Bei den reinen Messwerten gibt es keine wirklich schlechten Speicherkarten. Auf den ersten Blick enttäuschen die Messwerte der CFexpress-Speicherkarten. Aber nur, weil sie die angebenden Herstellerwerte nicht erreichen. Ansonsten sind alle CFexpress-Speicherkarten auf ähnlichem Niveau.

Bei den UHS-I Karten ist die SanDisk Extreme mit ihren knapp 160 MB/s beim Lesen der Preisleistungstipp. In der Klasse der UHS-II-Speicherkarten gibt es grob zwei Gruppen. Die Spitzengruppe mit hoher Schreibgeschwindigkeit und die Gruppe mit einem ausgewogenen Verhältnis von Preis und Lesegeschwindigkeit.

Zur ersten Gruppe gehört die auf dem deutschen Markt recht neue OWC Atlas S Pro und die Prograde SDXC V90, beide mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Ebenfalls zur Spitzengruppe gehören die etwas teureren Speicherkarten Lexar Professional 2000x und SanDisk Extreme Pro. Bin ich als Profi unterwegs, bin ich genau in dieser Gruppe gut aufgehoben. Hier lohnt sich auch ein Blick auf die Betriebstemperatur. Bei Lexar ist ein Betrieb unter 0 Grad nicht empfohlen, während SanDisk den Rekord hält und bis -40 Grad geht. Da moderne Digitalkameras beim Filmen schon mal sehr warm werden können, ist auch der obere Wert wichtig. Bis auf Lexar geben hier alle 85 Grad an.

Und zur zweiten Gruppe mit einem günstigen Preis pro Gigabyte gehört die ADATA Premier One, die Kingston Canvas React Plus und die neue Lexar Professional 1800x. In dieser Gruppe werden vor allem Amateure fündig werden.

Ein genereller Wert abseits der nackten Datenraten ist die Garantie. Sie gibt zusammen mit den Erfahrungen anderer Fotografen einen Ausblick über die zu erwartende Nutzungsdauer. Da man Speicherkarten oft 10 Jahre und länger im Einsatz hat, ist eine Garantiezeit von mehr als 10 Jahren von Vorteil.

Speicherkarten-Zubehör

Cosyspeed ST-Wallet

© Thomas Bergbold

Für acht SD-Speicherkarten ist Platz auf dem Einsatz und in einem Extrafach passt auch bequem ein SanDisk iXpand Go Stick für das iPhone hinein.

Auf nur 95 x 70 x 20 Millimeter bietet das ST-Wallet Platz für acht SD-Speicherkarten und mehrere Kreditkarten. Für die SD-Speicherkarten gibt es einen separaten Einsatz, die Speicherkarten werden dort ganz einfach mit Gummischlaufen gehalten. Ein kleines Netzfach bietet zusätzlichen Stauraum für Münzen oder einen USB-Stick.

Zum Schutz vor dem Auslesen der Kreditkarte ist eine spezielle Folie eingearbeitet. Der Reißverschluss verfügt über einen sehr großen Zipper und ist damit leicht zu öffnen. Ein verdeckter Klettverschluss auf der Rückseite dient zur Befestigung an andere Cosyspeed-Taschen. Das ST-Wallet wird nach SGS-Standards produziert und ist 100% vegan.

In vier Farbkombinationen ist es zu Preisen ab 29,99 Euro im Handel erhältlich .

ThinkTank Pee Wee Pixel Pocket Rocket

Ein langer Name für eine kleine Tasche, die bis zu sieben Speicherkarten und einen Speicherkartenleser ein Zuhause gibt.
© Thomas Bergbold

Die Pee Wee Pixel Pocket Rocket wird dreimal gefaltet und mit einem kräftigen Klettverschluss verschlossen. Aufgeklappt bietet sich ein Zugriff auf sieben unterteilte Fächer. Vier davon für große CF- oder CFexpress-Speicherkarten und drei für SD-Speicherkarten. Man bekommt aber auch bequem 11 SD-Speicherkarten unter. Die Fächer bieten nicht nur einen guten Schutz, die Speicherkarten halten auch perfekt darin.

Das Material ist wasserabweisend und sehr robust. Zwei Schlaufen auf der Rückseite sind beispielsweise für einen Gürtel geeignet, der Karabinerhaken für die Schlaufen an einem Rucksack.

Die empfehlenswerte Pee Wee Pixel Pocket Rocket gibt es in drei Größen und drei verschiedenen Farbkombinationen zu Preisen ab 14,57 Euro.

Verbatim MDISC: 1000 Jahre Haltbarkeit

Die Verbatim MDISC verspricht mit einer Haltbarkeit von 1000 Jahren das ideale Archivierungsmedium zu sein.
© Thomas Bergbold

Eine Speicherkarte ist kein Langzeit-Archivierungsmedium, also müssen Alternativen her. Ist es die Festplatte oder optische Medien? Speziell für diesen Fall hat Verbatim die MDISC entwickelt und verspricht eine Haltbarkeit von 1000 Jahren.

Im Artikel „ Verbatim M-Disc: Daten für die Ewigkeit sichern und brennen " haben wir uns die MDISC genauer angesehen. Nach fünf Jahren im Einsatz habe ich bisher keine negativen Erfahrungen gemacht.

Verbatim M-DISC 25 GB bei Amazon kaufen (39,99 Euro)

Mindestgeschwindigkeit beim Schreiben

Class 2

2 MB/s

Class 4

4 MB/s

Class 6

V6

6 MB/s

Class 10

UHS Class U1

V10

10 MB/s

UHS Class U3

V30

30 MB/s

V60

60 MB/s

V90

90 MB/s

Umrechnung von Faktor in Datenrate

133x

20 MB/s

300x

45 MB/s

400x

60 MB/s

600x

90 MB/s

1000x

150 MB/s

1667x

250 MB/s

2000x

300 MB/s

 

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