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Doppelherz an Bord

20.09.2006 | 12:00 Uhr | Peter Müller

Doppelherz an Bord

Apple spart nicht bei der CPU-Ausstattung. Selbst das preisgünstigste Macbook hat bereits einen Prozessor mit Doppelkern an Bord, der mit 1,83 GHz Takt arbeitet. Damit lässt es sich flüssig in allen Büroanwendungen arbeiten und prima im Internet surfen. Selbst viele professionelle Anwendungen, wie zum Beispiel Final Cut Pro, das inzwischen als Universal Binary vorliegt, funktionieren mit ausreichender Geschwindigkeit. Noch besser wird es mit der 2-GHz-Variante. Damit ist der Abstand zur Pro-Linie, zumindest was die reine Rechenleistung angeht, so knapp wie nie zuvor.

Wer viele größere Anwendungen gleichzeitig benutzt, sollte allerdings den RAM-Speicher auf mindestens ein Gigabyte aufrüsten.

Schwache 3D-Grafikleistung

Ein Argument der Macbook-Kritiker lässt sich im Praxistest nicht ausräumen: Der Onboard-Grafikchipsatz Intel GMA 950, mit dem sich schon die Mac Minis abmühen, ist nicht für komplexe 3D-Actionspiele geeignet. Die Cinebench-Werte im Open-GL-Test schneiden zwar erstaunlich gut ab, aber dieser Test wird stark von der CPU-Leistung beeinflusst. Die Werte für den Doom-3-Benchmark sprechen dagegen die Sprache, die wir erwartet hatten: Für Hardcore-Gamer ist das Macbook nicht geeignet. Immerhin, ältere Spiele wie beispielsweise Unreal Tournament 2004 lassen sich mit ordentlicher Performance spielen, vorausgesetzt allerdings, sie liegen als Universal Binary vor.

Die Akkulaufzeit

Dass sich die Laufzeitprognose im Mac-OS gerne etwas überschätzt, kennen Besitzer eines Laptops von Apple. Und auch in den technischen Spezifikationen stehen in der Regel Werte, die man nur in Ausnahmefällen erreicht. Bis zu sechs Stunden halte der Akku der Macbooks versichert Apple in der Werbung. Unser Standardakkutest, bei dem wir die Display-Helligkeit voll aufdrehen und die CPU zu etwa 30 Prozent auslasten, gibt allerdings schon nach zwei Stunden und 45 Minuten auf. Immerhin mehr als drei Stunden läuft das Macbook beim Abspielen einer Video-DVD im Präsentationsmodus bei voller Helligkeit. Im Normalbetrieb fällt die Laufzeit noch länger aus. Das hängt aber davon ab, was man mit dem Gerät erledigt. Nicht nur die Monitoreinstellung knapst an der Kapazität, sondern auch Funkschnittstellen wie Bluetooth oder Airport sind Energiefresser. Und es kommt darauf an, welche Rechenaufgaben man dem Computer stellt.

Dabei entwickelt das Macbook zwar eine gewisse Eigenwärme, was uns aber weder beim DVD-Schauen noch bei der „normalen“ Arbeit im Testbetrieb negativ auffällt. Wärme entsteht vor allem an der linken Seite; in unserem Test laufen die Lüfter nur gelegentlich an. Im Normalfall hört man lediglich die interne Festplatte. Bei der Schallmessung ermitteln wir einen Wert von 0,1 Sone, damit arbeitet das Macbook an der unteren Grenze zur Hörbarkeit. Bei andauernder und gleichzeitig voller CPU-Auslastung plus hoher Umgebungstemperatur laufen die Lüfter jedoch an und steigern sich auf eine Lautheit von bis zu 1,8 Sone. Das entspricht beispielsweise einem ebenfalls unter Last arbeitendem iMac.

Interessant ist das Verhalten der Macbooks, wenn man den Akku entfernt und das Gerät nur per Steckernetzteil betreibt. In diesem Fall schaltet der Powermanager den CPU-Takt fest auf ein Gigahertz herunter. Ob es sich dabei um einen Bug oder ein Feature handelt, muss uns Apple noch verraten. Bis Redaktionsschluss bekommen wir keine Auflösung des Rätsels.

Auf die Seite der Pluspunkte gehört der Mini-DVI-Anschluss, an dem sich neben den meisten digitalen und analogen Monitoren auch das 23-Zoll-Cinema Display anschließen lässt. Per S-Video/FBAS-Adapter steuert das Macbook auch Fernseher und Videorecorder an. Zudem verfügt das Macbook über digitale optische Audioein- und -ausgänge und besitzt sowohl eine Bluetooth- als auch eine Airport-Extreme-Schnittstelle. Selbst wer auf Datenfunk lieber verzichtet, kommt mit dem Gigabit-Ethernet-Port voll auf seine Kosten. So wie alle Einsteiger-Laptops bisher bringt das Macbook nur einen Firewire-400- und zwei USB-2.0-Schnittstellen mit.

Auf die Seite der Mankos gehört dagegen die fehlende Double-Layer-Unterstützung des eingebauten Superdrives. Apple setzt hier das gleiche Laufwerk ein, das auch im 15-Zoll-Macbook Pro arbeitet. Dieser extrem flache Brenner von Matsushita/Panasonic beschreibt DVDs nur mit vierfacher Geschwindigkeit, wobei der Unterschied zum Achtfach-Brenner des 17-Zoll-Modells beim Beschreiben einer vollen DVD in der Praxis allerdings nur etwa drei Minuten ausmacht.

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