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EZVIZ C3A Security Camera für den Außenbereich im Test

29.07.2019 | 12:43 Uhr | Peter Müller

Mit oder ohne Basisstation kommt die handliche Außenkamera, die sich auch ohne Cloud-Abo für die Aufnahmen nutzen lässt.

Wie sich der Name des Herstellers spricht, erfährt man, sobald die erste Kamera oder die Basisstation eingerichtet ist. EZVIZ ist kein Akronym, sondern spricht sich: Easy Vis. Also etwa: Leichte Sicht.

Das ist nicht zu viel versprochen: Das Einrichten geht erstaunlich leicht von der Hand, auf dem Akku, dessen Kapazität der Hersteller mit 5500 mAh angibt, ist ein QR-Code aufgedruckt, mit dem man die Kamera in das System mit aufnimmt. Die C3A sei mit ihrer Schutzart IP65 für alle Wetter gemacht, verspricht der Hersteller, wir haben sie dennoch erst im Haus getestet. Der Akku hält laut Hersteller drei Monate lang, bei zehn Alarmen täglich, dann muss er wieder per Micro-USB an ein Ladegerät. Kabel liegt bei, Ladegerät nicht.

Für unseren Test liegt uns eine Basisstation vor, diese wird aber nicht unbedingt benötigt – die EZVIZ-Kamera kann sich auch mit einem bestehenden Netz verbinden. Die Basisstation könnte unter Umständen aber die Reichweite erhöhen und den Datendurchsatz verbessern. Auch die Station ist mit wenigen Klicks in der App eingerichtet. Wir stellen in unserem Setting aber keine Unterschiede zwischen der Bild- und Tonqualität fest, wenn wir eine Kamera mit der Basisstation verbinden und die andere direkt mit dem WLAN, in etwa 15 Meter Entfernung von beidem.

Wasserdicht und vor Staub geschützt.
Vergrößern Wasserdicht und vor Staub geschützt.
© Macwelt

Die Kamera ist angenehm leicht und handlich, für die Montage an die Wand liegt eine magnetische Halterung bei, die sich mit drei Schrauben befestigen lässt, in Stein oder Holz. In unsere Terrassenwand haben wir ja schon etliche Löcher gebohrt, in die Bretterwand des Schuppens können wir die Schrauben einfach so eindrehen. Aber da der Boden der Kamera eben ist, können wir sie auch auf ein Regalbrett oder dergleichen stellen - oder für unsere Testzwecke auf das Schuppendach.

Lokaler Speicher oder Cloud - je nach Einsatzzweck

Die Handlichkeit kommt aber nicht ohne Nachteil: Denn von der Magnethalterung, auf der wie die Kamera stufenlos ausrichten können, ist sie recht schnell abgenommen - und mitsamt der Aufnahmen von potentiellen Eindringlingen mitgenommen. Die Speicherung erfolgt auf SD-Karte - es ist keine im Lieferumfang enthalten, der Hersteller verspricht aber, bis zu 128 GB zu unterstützten. Optional gibt es einen Cloud-Speicher, der Dienst ist aber nur im ersten Monat kostenlos. Danach kostet er mit Speicherung der Aufnahmen der letzten sieben Tage 5 Euro im Monat oder 50 Euro im Jahr. Will man Aufnahmen 30 Tage lang vorhalten, zahlt man 10 Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr. Will man die EZVIZ C3A aber tatsächlich als Sicherheitskamera einsetzen und nicht nur dazu, vom Büro aus zu sehen, ob daheim alles in Ordnung ist, sollte man in einen solchen Service auf jeden Fall investieren. Laut Hersteller stehen die Server für deutsche Kunden in Irland, unterliegen also den strengen Datenschutzregularien der EU (DSGVO). Die Bilder liegen verschlüsselt auf dem Server, das Passwort ist jeweils Kamera-spezifisch. Will man die EZVIZ-Kameras mit Alexa nutzen, um etwa ihr Bild auf einem Show sich anzeigen zu lassen, muss man diese Verschlüsselung deaktivieren. Neben Alexa unterstützt ZVIZ auch den Google Assistant, Apples HomeKit mit Siri aber nicht.

Es gibt einen Einsatzzweck, für den man weder eine Speicherkarte noch ein Cloud-Abo benötigt: Als Gegensprechanlage. Die Kamera hat zwar keine Klingel oder dergleichen, über die Paketboten auf sich aufmerksam machen könnten, hat man aber rasch genug sein Smartphone bei der Hand, wenn ein Alarm des Bewegungssensors gepusht wird, sieht man nicht nur ein Live-Bild, sondern kann auch Ton ausgeben und über das Mikrophon der Kamera empfangen. Die Verzögerungen waren in unserem Test angenehm kurz, der Ton klar und gut verständlich.

Hohe Bildqualität, minutengenaue Zeitpläne

Über die Optik haben wir auch nichts zu meckern, das 120-Grad-Weitwinkelobjektiv ist für Außenbereiche konzipiert. Das Bild löst mit 1080p auf, wir können in Live-Ansicht und bei Aufnahmen mit der berühmten Zangengeste in das Bild hineinzoomen: Schön. Auch nachts in Infrarotsicht sind Details gut zu erkennen.

Geradezu genial ist die Erstellung von Zeitplänen gelöst. Während wir uns bei anderen Kameras damit herumschlagen mussten, auf einem Gitter die richtigen Felder zu treffen, deren Breite oder Höhe mal eine Viertelstunde repräsentierte und mal eine ganze, hilft uns ein Uhrzeitpicker nun dabei, minutengenaue Zeitpläne zu erstellen, für einen Wochentag, mehrere oder alle sieben gleichzeitig. Und pro Tag können wir auch mehrere Zeitpläne einstellen, die sich nicht überschneiden dürfen, maximal vier.

Eindrücke der durchdachten App
Vergrößern Eindrücke der durchdachten App

Der PIR-Sensor ist nun in drei diskreten Stufen regelbar, ebenso der akustische Alarm. Ab Werk ist ein mittellautes Piepsen eingestellt, das bei jedem Ereignis ekrlingt, Abstellen kann man das auch und die dritte Einstellung ist ein Einbruchsalarm. Nun ja, die Bewohner werden davon eher nicht wach, der Eindringling kann aber sofort die Kamera lokalisieren, laut ist etwas anderes.

Kleiner Nachteil der App: Die Einstellungen gelten immer nur für eine Kamera, sie agieren in der App also unabhängig voneinander. Das macht sich auch beim Cloud-Abo bemerkbar, dieses gilt ebenfalls pro Kamera. Das Paket mit zwei Kameras und der Basisstation W2D kostet 399 Euro inkl. MwSt., eine einzelne Kamera ist für 169 Euro (inkl. MwSt.) erhältlich – jeweils unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers.

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Fazit

Bild- und Tonqualität sind exzellent, die App durchdacht und die Handhabung der Kamera recht einfach. Die Basisstation kann man sich für den Einstieg sparen, für größere Grundstücke sollte man allenfalls über eine solche nachdenken. Wer Wert auf hohe Sicherheit legt, kommt um das Cloud-Abo aber nicht herum. Dessen Kosten sollte man mit einkalkulieren, ebenso die für eine Micro-SD-Karte, was das Gesamtpaket ein wenig teuer macht.

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