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Externe mobile SSD-Laufwerke 2022: Auf Speed mit USB-C und Thunderbolt

03.05.2022 | 15:15 Uhr |

Fotografen und Filmern ist die im Mac integrierte SSD immer zu klein für die vielen tollen Bilder und Videos.

Auch wenn man beispielsweise beim Mac Studio mittlerweile bis zu 8 TB SSD Speicher bekommt , gibt es zwei Gründe, die dagegen sprechen, Daten auf der internen SSD zu speichern. Das sind der hohe Aufpreis von bis zu 2.760 Euro für 8 TB – und Arbeitsdateien speichert man aus Gründen der Datensicherheit lieber auf externen Laufwerken. Das Verteilen der Daten auf mehrere Laufwerke reduziert die Gefahr des vollständigen Datenverlustes bei Ausfall eines Laufwerkes.

Für das interne SSD-Laufwerk der Macs spricht die hohe Geschwindigkeit von mehr als 3000 MB/s. Das ist mehr, als der Thunderbolt-3-Anschluss liefern kann. In der Praxis müssen es aber nicht unbedingt diese hohen Datentransferraten sein, um schnell die Bildbearbeitung und -verwaltung sowie den Videoschnitt erledigen zu können. Da reichen auch schon die rund 2400 MB/s, die schnelle Thunderbolt-3-Laufwerke erreichen können.

Einen anderen Grund für externe SSD-Laufwerke kennen alle Kreativen, die viel mit ihrem Macbook unterwegs sind: Sie müssen unterwegs viele Daten speichern. Hier geht erst recht nichts an den schnellen SSD-Laufwerken vorbei, wie wir sie hier im Test haben.

In unserem Vergleich haben wir daher den Fokus auf mobile SSD-Laufwerke gelegt, die nicht nur robust genug für den Profi-Einsatz sind, sondern auch eine Mindest-Geschwindigkeit von 10 Gbit/s bieten. In einem nächsten Artikel folgen dann schnelle SSD-Laufwerke für den stationären Einsatz, die auf maximale Geschwindigkeit und maximalen Speicherplatz ausgelegt sind.

Dem Einsatzzweck entsprechend haben wir die SSD-Laufwerke am Macbook Pro 13'' Intel 2020, dem Macbook Air M1 und dem Mac Studio M1 Ultra getestet. Die Ergebnisse haben uns vor manches Rätsel gestellt.

Laufwerke mit USB-C

ADATA SE800 und SE770G

© Thomas Berbgold

ADATA schickt gleich zwei Laufwerke in das Rennen, das kleinere SE800 und das von den Abmessungen größere SE770G mit seiner LED-Beleuchtung. Die Mittelklasse Laufwerke performen ähnlich gut, wobei das SE800 Vorteile im Praxistest hat. Das SE800 verfügt auch über das robustere Gehäuse.

Die 1TB-Version des SE800 kostet im Handel 142,- Euro und die des SE770G 153,90 Euro .

Lacie Portable SSD

© Thomas Bergbold

Mit das kleinste Laufwerk ist das Lacie Portable SSD. Das Kunststoffgehäuse setzt den SSD thermische Grenzen, die sich im Test bemerkbar machen. Wer nicht die maximale Leistung benötigt, aber ein kleines Laufwerk mit großem Speicher sucht, der ist hier richtig.

Mit 144,99 Euro für die 1-TB-Version , ist die Portable SSD eines der günstigsten Laufwerke im Vergleich.

Lexar SL660 Blaze

© Thomas Bergbold

Das Lexar SL660 Blaze kann seinen Vorteil des schnellen USB 3.2 Gen2x2 am Mac nicht ausspielen, was aber am Mac liegt. Bei der Datenrate für das Lesen gehört die SL660 zu den schnellsten Laufwerken. Das schicke Gehäuse ist leider sehr kratzempfindlich, gut, dass eine Schutzhülle für den Transport dabei ist.

Die größte Version mit 1 TB ist für 195,- Euro zu haben.

OWC Envoy Pro Elektron

© Thomas Bergbold

Das OWC Envoy Pro Elektron überrascht gleich mit zwei Punkten, dem sehr gut verarbeiteten und robusten Aluminiumgehäuse und dem tollen Kabel. Das Kabel ist mit 60 cm nicht nur das längste, sondern es ist auch sehr flexibel. Die Datenraten sind durchweg an der Spitzengruppe dran, nur beim Praxistest Schreiben wird es etwas eingebremst. Das ist dem sehr kompakten Gehäuse geschuldet, das für die Kühlung nicht so viel Spielraum lässt.

Das Envoy Pro Elektron ist ab 242,90 Euro für 1 TB im Fachhandel zu haben.

OWC Envoy Pro FX

© Thomas Bergbold

Das Envoy Pro FX von OWC fällt etwas aus dem Rahmen, da die Schnittstelle nicht nur USB-C 3.2 sondern auch Thunderbolt 3 Unterstützt. Es ist daher perfekt für die geeignet, die zwischen Mac und iPad Pro wechseln. Das große Gehäuse überzeugt durch tadellose Verarbeitung und Robustheit. Wie bei allen OWC Laufwerken ist ein langes und sehr flexibles Kabel im Lieferumfang.

Von seiner Leistung ist es das schnellste Laufwerk, und zwar an allen Macs. Diese Leistung und Ausstattung haben aber auch mit 348 Euro ihren Preis .

Sandisk Extreme Pro Portable SSD V2

© Thomas Bergbold

Das Sandisk Extreme Pro Portable SSD V2 ist das zweite Laufwerk mit dem schnelleren USB 3.2 Gen2x2 Anschluss. Natürlich kann es am Mac seine eigentliche Leistung nicht zeigen. Trotzdem gehört es zu den schnellsten USB-C-Laufwerken am Mac. Nur am Macbook Air M1 fällt die Schreibrate etwas ab.

Das Gehäuse ist trotz des vielen Kunststoffs sehr robust und hat sich bei Outdoor-Fototouren im langsameren Sandisk Extreme Portable SSD V2 schon bewährt. Mac Nutzer würden wir auch eher dieses Laufwerk empfehlen, da der USB-C-Anschluss, dem der Macs entspricht.

Mit seinem Preis von 169,90 Euro für 1 TB ist das Sandisk Extreme Pro Portable SSD V2 sehr attraktiv.

Laufwerke mit Thunderbolt 3 und USB 4

Delock USB 4

© Thomas Bergbold

In einem unscheinbaren Aluminiumgehäuse kommt das einzige USB-4-Laufwerk daher. Wobei es streng genommen kein fertiges Laufwerk ist, wie die meisten anderen Testteilnehmer, sondern ein Leergehäuse zum selbst aufrüsten. Wir haben für unseren Test exemplarisch eine Lexar NM620 NVMe SSD verbaut. Von den Datenraten kann es beim Lesen mit den Thunderbolt 3 Laufwerken mithalten, nur beim Schreiben fällt es deutlich ab, ist aber deutlich schneller als USB.3.2.

Der Preis liegt derzeit bei 203,98 Euro.

G-Drive mobile Pro SSD

© Thomas Bergbold

Ein alter Bekannter ist das sehr robuste, aber auch große G-Drive mobile Pro SSD. Das Einzige, was sich geändert hat, ist der Markenname, das Laufwerk läuft jetzt unter dem Label Sandisk Professional. Egal an welchem Mac, das G-Drive mobile Pro SSD bildet zusammen mit den OWC Laufwerken die Spitzengruppe bei der Datenrate.

Die Preise beginnen bei 280,62 für die 500 GB Version.

OWC Envoy Express

© Thomas Bergbold

Unser zweites Leergehäuse kommt von OWC, das Envoy Express. Für unseren Test haben wir es mit einer Seagate FireCuda 520 ausgestattet. Die Datenraten sind deutlich langsamer als die anderen Thunderbolt 3 Laufwerke. Beim Schreiben liefert es die gleichen Werte wie das USB-4-Gehäuse von Delock und beim Lesen liegt es deutlich dahinter. Das Envoy Express ist kein Powergehäuse, sondern mit seinen sehr kompakten Abmessungen ein Laufwerk für unterwegs.

Das Leergehäuse ist für nur 75,90 Euro zu haben.

OWC Envoy Pro S und Envoy Pro FX

© Thomas Bergbold

Das Pro im Namen unterstreichen die sich ähnelnden Laufwerke von OWC nicht nur mit den sehr robusten Aluminiumgehäusen, sondern auch in der Leistung. Sie bilden zusammen mit dem G-Drive die Spitzengruppe bei der Datenrate. Der einzige Unterschied, von der Farbe abgesehen, das FX hat einen kombinierten USB-C 3.2 Thunderbolt 3 Anschluss.

Die Qualität hat ihren Preis, mit 1 TB kostet das SX 311 Euro , das FX 348 Euro .

Benchmarks Thunderbolt-Laufwerke

Benchmarks USB-4-Laufwerke

Das Testfeld

Unser Testfeld ist weit gesteckt und umfasst, wie Sie oben sehen, zwei Gruppen, USB-C Laufwerke mit einer Mindest-Geschwindigkeit am USB-C-Anschluss von 10 GBit/s und Thunderbolt-3-Laufwerke. Die Laufwerke hatten 1 TB beziehungsweise 2 TB Kapazität.

Von ADATA kommen gleich zwei Laufwerke, zum einen das schon aus unserem letzten Vergleichstest bekannte SE800 und das neue SE770G . Das kompakte SE800 kommt in einem schicken Aluminiumgehäuse und einer Gummikappe zum Schutz der Schnittstelle. Die Staub- und Spritzwasserfestigkeit erfüllt IP68-Standard. Ganz anders das sehr auffällige und große SE770G. An der Schnittstelle angeschlossen zeigt es seine verspielte Seite durch das auffällige RGB-Licht auf der Kunststoffoberseite. Der Grundkörper ist aus robustem Metall, mit Kühlrippen.

Der nächste Testteilnehmer fällt ebenso durch eine bunte RGB-Beleuchtung auf, das Lexar SL660 . Als Zielgruppe sind wie beim ADATA SE770G die Gamer adressiert, daher ist das Gehäuse nicht so robust und nur aus Kunststoff. Dementsprechend verkratzt das schöne matte Gehäuse auch schnell im harten Einsatz der Fototasche. Von den meisten anderen Testteilnehmern setzt es sich durch die USB 3.2 Gen 2x2 Schnittstelle ab, die eine maximale Geschwindigkeit von 20 GBit/s unterstützt. Ob sich das am Mac bemerkbar macht?

Das nächste Laufwerk kommt von Lacie , einer bei Mac-Nutzern lang bekannte Marke. Die Portable SSD ist eines der kleinsten SSD-Laufwerke im Vergleich und kommt in einem sehr schicken Kunststoffgehäuse daher.

Von OWC wurden uns gleich zwei Laufwerke geschickt, das sehr kleine Envoy Pro Elektron und das recht große Envoy Pro FX . Beide Laufwerke wirken, als wenn sie aus dem vollen Aluminium gefräst sind und erfüllen den IP67-Standard. Auffällig sind die langen und flexiblen Kabel. Das Besondere am Envoy Pro FX ist die duale Schnittstelle, die neben USB-C auch Thunderbolt 3 unterstützt.

Der letzte Teilnehmer ist wieder mit der schnellen USB 3.2 Gen 2x2 Schnittstelle ausgestattet, die SanDisk Extreme Pro Portable SSD V2. Das Design ist schon vom kleinen Bruder Extreme Portable SSD V2 aus dem letzten Vergleichstest bekannt und überzeugt durch Robustheit mit Staub- und Wasserschutz nach IP55. Während es die meisten Mitbewerber nur bis 2 TB gibt, ist die Extreme Pro Portable SSD V2 auch mit 4 TB verfügbar .

Unsere zweite Gruppe verfügt über die schnellsten Schnittstellen, die der Mac zu bieten hat, Thunderbolt 3 und USB 4. Den Anfang macht ein neues Leergehäuse zum selbst bestücken von Delock , das USB4 Gehäuse 42012 . Das dezente Metallgehäuse lässt sich selbst mit M.2 PCIe NVMe SSDs bestücken – wir haben eine Lexar NM620 verbaut – und ist kompatibel mit Thunderbolt 3, Thunderbolt 4 und USB4.

Von G-Technology (jetzt SanDisk Professional ) haben wir einen alten Bekannten zum Vergleich gebeten, das G-Drive mobile PRO SSD . Das robuste Laufwerk besitzt das größte Gehäuse im Vergleich und hat mit 500 GB den geringsten Speicher.

Die nächsten drei Teilnehmer kommen wieder von OWC . Das Envoy Pro FX , welches auch bei den USB-C Laufwerken mitläuft und das zum Verwechseln ähnliche Envoy Pro SX . Während das Envoy Pro FX mit einer Dualschnittstelle Thunderbolt 3 und USB-C ausgestattet ist, verfügt das Envoy Pro SX über Thunderbolt 3 und USB4. Das letzte OWC Laufwerk im Vergleich ist wieder ein Leergehäuse, das Envoy Express für M.2 PCIe NVMe SSDs. Hier ist das Thunderbolt-Kabel als einziges Gehäuse im Vergleich festmontiert.

Bedingt Betriebsbereit

In der Regel kommen die Laufwerke vorformatiert im für Mac und Windows Nutzer universellen Format ExFAT. Eine Ausnahme bildet ADATA, hier sind beide Laufwerke in NTFS formatiert. Als Mac-User muss man diese also zuerst neu formatieren, damit man sie einsetzen kann.

Eine weitere Ausnahme ist OWC. Die OWC Laufwerke haben nur eine kleine Startpartition mit zwei Hilfsprogrammen, eines für den Mac und eines für Windows.Das Hilfsprogramm bereitet das Laufwerk auf seine Nutzung vor. Ein Assistent führt den unerfahrenen Nutzer durch die Formatierung, die optionale Installation von Tools und die Dokumentation.

Der OWC Drive Guide führt den unerfahrenen Nutzer durch die Einrichtung des Laufwerks. Die Fragen sind leicht verständlich und bieten eine große Hilfe.
Vergrößern Der OWC Drive Guide führt den unerfahrenen Nutzer durch die Einrichtung des Laufwerks. Die Fragen sind leicht verständlich und bieten eine große Hilfe.

Als Tool lässt sich optional Acronis Cyber Protect Home Office installieren. Eine Backup- und Anti-Malware Lösung, die man ein Jahr lang kostenlos nutzen darf.

Ebenfalls mit extra Programmen werden die Laufwerke von Sandisk und Lacie ausgeliefert. Das Lacie Toolkit ist ein einfaches Programm zur Datensicherung und Sandisk Security dient zur Verschlüsselung der SSD.

Empfehlung USB-C

Eine ultimative Empfehlung für alle Mac Rechner abzugeben, fällt bei den unterschiedlichen Messwerten schwer. So schwanken nicht nur die Benchmarks mit Aja System Test Lite zwischen den drei Rechnern, sondern auch die Praxiswerte, bei denen teilweise die M1 Macs besser sind.

Wer auf der Suche nach einem in erster Linie kleinen Laufwerk mit viel Speicher ist, kann auch mit dem nominell langsamsten Laufwerk dem Lacie Portable SSD glücklich werden. In erster Linie fällt es beim Schreiben etwas ab

Bei klein, schnell und robust fällt die Wahl zwischen ADATA SE800, OWC Envoy Pro Elektron und SanDisk Extreme Pro Portable V2. Wobei Mac Nutzer beim SanDisk eher zur Version ohne Pro greifen sollten. Die schnelle 20Gbit/s kann der Mac nicht nutzen und das günstigere SanDisk Extreme Portable V2 hat in unserem letzten Test einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Trotzdem bietet das SanDisk Extreme Pro Portable V2 ein gutes Preisleistungsverhältnis.

Empfehlung Thunderbolt 3

Bei den Thunderbolt 3 Laufwerken ist das Ergebnis eindeutig, die Laufwerke OWC haben durch die Bank die besten Datenraten, dicht gefolgt vom G-Drive. Der Preisleistungstipp geht daher eindeutig an OWC. Das Delock USB4 Gehäuse zeigt, was man von USB4 noch erwarten kann, ist aber preislich derzeit noch nicht so interessant. Das kleine Envoy Express ist in erster Linie für den mobilen Einsatz oder wenn man noch eine NVMe SSD übrig hat eine Überlegung wert.

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