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Farbenrausch

12.10.2009 | 16:55 Uhr |

Hier zeigen sich wieder einmal die großen Vorzüge der digitalen Repräsentation: Man kann leicht variieren, passende Kombinationen bilden und das Ergebnis bequem per E-Mail versenden ... oder einem anwesenden Mypantone-Nutzer elegant per Bluetooth rüberwuchten. Insgesamt wird also Farbe wieder ein Stück leichter kommunizierbar. Man verzichtet auf ein Stück Exaktheit, gewinnt aber gleichzeitig Flexibilität. Tatsache ist: Oft genügt es, relative Farbwirkungen zu erproben, oder man hat bereits ein paar absolute Farben vorgegeben, zu denen man passende Begleiter suchen will. Für Anwendungen im Bereich Screendesign eignet sich die selbstleuchtende Darstellung des iPhone sogar besser als jeder Fächer. Und wer für das iPhone/iPod Touch entwickelt, hat mit Mypantone die perfekte Referenz gefunden. Pantone bietet ein kleines Einführungsvideo zum Programm.

Farbenrausch

Nach einer relativ langen (zehn Sekunden auf einem iPhone 3G ) dauernden Startzeit erscheint die recht funktionsarme Oberfläche, auf der man zwischen den Modi "Fandeck" und "Image" wählen kann.

Zuerst sollte man aber links oben auf den Fächer tippen, denn hier wählt man den für alle weiteren Funktionen maßgeblichen Farbfächer aus. Zur gleichen Zeit kann dies nämlich immer nur einer sein. Zur Verfügung stehen dabei: Pantone Matching System (coated, uncoated und matte), Pantone Goe (coated und uncoated), Pantone Pastels (coated und uncoated) sowie Pantone Fashion + Home (paper and cotton).

Der nette "Fandeck"-Schirm zeigt den berühmten Farbfächer, den man intuitiv scrollen kann. Was man in der Papierform nicht könnte, hier geht es problemlos: die Farben lassen sich auf zweierlei Art sortieren, und zwar entweder wie im Fächer ("classic") oder frei nach Regenbogen ("visual"). Hier könnte man sich durchaus mehr Varianten wünschen, insbesondere, da auch die Sortierung "visual" nicht jedermanns Sehgewohnheiten entsprechen dürfte.

Kreuzreferenzen und harmonische Paarungen lassen sich unter "More" ansehen.
Vergrößern Kreuzreferenzen und harmonische Paarungen lassen sich unter "More" ansehen.

Man kann Farben auch suchen, was besonders leicht fällt, wenn man ihre Farbnummer bereits kennt. Ist der zur Nummer passende Fächer aktiv (und nur dann!), dann kann man sich so rasch einen groben Eindruck von der Farbe verschaffen. Auf (englische) Wörter wie "Olive", "Khaki" oder "Fire" hin erhält man ebenfalls - teilweise überraschende - Ergebnisse. Bis zu fünf Farben kann man sich in jedem von insgesamt zehn Fächern notieren, was summa summarum 50 Farbspeicher ergibt. Man kann die einzelnen "Chips" jederzeit löschen oder überschreiben. Farbverbindlichkeit ist zwar keine der vielen hervorragenden Eigenschaften des iPhone-Bildschirms, dennoch ist die Darstellung meist überraschend nahe an der Wahrheit.

Wer farbliche Entsprechungen zwischen verschiedenen Katalogen ausfindig machen will, etwa um Stoffe mit Drucksachen abzustimmen - oder umgekehrt, wird auf der Detailseite "Color Details" zur Farbe fündig: dort steht nach Tippen auf das Symbol mit den drei Pünktchen der Schirm "More" zur Verfügung, der oben die Kreuzreferenzen und darunter (scrollen!) verschiedene harmonische und komplementäre Farben anbietet. (Das andere Symbol auf "Color Details", das aussieht wie ein Kofferanhänger, dient zur Vergabe von Schlagworten und Audionotizen.)

Ist man mit der Palette letztendlich zufrieden und will sie jemand anderem mitteilen, dann tippt man rechts unten auf den Ausgabebutton. Man hat nun die Wahl, die aktuellen fünf Farben per E-Mail zu versenden, auf Mypantone (kostenlos im Web) zu posten, einem anderen Mypantone -Benutzer per Bluetooth zuzubeamen oder im "Layout" zu betrachten. Letzteres wirkt gelinde gesagt recht verspielt - was aber kein Schaden sein muss.

Der unterste Menüpunkt, der an dieser Stelle etwas deplatziert wirkt, nennt sich "Palette Details" und dient nicht der Übermittlung, sondern der Eingabe der Meta-Informationen Name und Ort (!) der Palette. Letzterer ist übrigens nicht frei editierbar, sondern ausschließlich per "Ortungsdienste" zu bestimmen - dafür erscheint dann aber die komplette Straßenanschrift. Über den Sinn lässt sich streiten.

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