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Features von macOS Sierra: Neues im Finder

20.07.2016 | 14:18 Uhr |

Mit macOS Sierra verbessert Apple das Dateisystem und die Verwaltung von Dateien mit dem Finder. So bringt das neue System optional eine verbesserte Ansicht der Ordner und Dateien. Auch der Papierkorb lÀsst sich nach 30 Tagen automatisch löschen.

Generell steht der originale Finder des Mac immer wieder in der Kritik, weil Apple mit jeder Version neue Funktionen einfĂŒhrt oder Funktionen nicht zur VerfĂŒgung stellt, die Sie gerne hĂ€tten. So nutzen viele von Ihnen daher nicht den originalen Finder in OS X , sondern etwa den Total Finder , der knapp 12 Euro kostet, oder andere Finder-Alternativen . In der aktuellen Public Beta von macOS Sierra lĂ€sst sich TotalFinder noch nicht nutzen, unter OS X El Capitan wegen der System Integrity Protection nur mit Umwegen.

Siri gibt neuen Zugang auf Dokumente

Mit Siri in macOS Sierra profitieren Sie natĂŒrlich auch von den Suchfunktionen des persönlichen Assistenten. Siri kann auch dabei helfen, schnell und einfach Dokumente zu finden. Dazu ist der Assistent in der Lage, innerhalb der indexierten Dokumente zu suchen, und die Ergebnisse anzuzeigen. Parallel kann der Suchassistent natĂŒrlich auch im Internet nach Informationen suchen. Siri nutzt direkt Funktionen des Finders und zeigt den Inhalt einzelner Verzeichnisse an. ( Mehr zu Siri unter macOS Sierra lesen Sie hier ).

Siri und der Finder arbeiten zusammen. Außerdem kann Siri auch nach Dokumenten suchen
VergrĂ¶ĂŸern Siri und der Finder arbeiten zusammen. Außerdem kann Siri auch nach Dokumenten suchen

Siri hilft aber auch bei der Verwaltung von Dokumenten. Sie können zum Beispiel mit „Zeige mir die Dokumente, die ich letzte Woche geöffnet habe“ eine Liste aller Dokumente per Sprachsteuerung anzeigen lassen, die diesen Kriterien entsprechen. Danach können Sie die Suche weiter einschrĂ€nken, zum Beispiel auf „Nur die Dokumente, die ich selbst erstellt habe“. Weitere Beispiele sind „Zeige mir alle PDFs in meinem Download-Verzeichnis“, und dann „Nur die PDFs, die ich letzte Woche geöffnet habe“. Auch Systemabfragen lassen sich durchfĂŒhren, zum Beispiel „Wie viel Speicherplatz habe ich auf meinem Mac noch frei?“

Siri kann auch den freien Speicherplatz auf dem Mac anzeigen und mehr.
VergrĂ¶ĂŸern Siri kann auch den freien Speicherplatz auf dem Mac anzeigen und mehr.

Dateien und Ordner besser sortieren und ĂŒbersichtlicher anzeigen

Sortieren Sie die Ansicht nach der Option „Namen“, können Sie die Ordner oberhalb der Dateien anzeigen lassen. Vor macOS Sierra konnten Sie Ordner und Dateien nur ĂŒber die Sortierreihenfolge „Art“ unterschiedlich anordnen, bei der alphabetischen Sortierung nach „Name“ unterschied das System nicht zwischen Ordner und Datei. Nun erscheinen erst die Ordner in alphabetischer Reihenfolge, danach die Dateien. Das Verhalten ist aber einstellbar, so dass Anwender natĂŒrlich auch weiter die alte Sortierreihenfolge nutzen können.

Im Finder von macOS Sierra lassen sich Ordner und Dateien übersichtlicher anzeigen.
VergrĂ¶ĂŸern Im Finder von macOS Sierra lassen sich Ordner und Dateien ĂŒbersichtlicher anzeigen.

Die Option dazu finden Sie ĂŒber in den Einstellungen des Finders, dort unter „Erweitert“. Aktivieren Sie die Option „Beim Sortieren nach Namen Ordner oben behalten“ erzielen Sie den gewĂŒnschten Effekt. Die Option ist ab Werk nicht gesetzt. So können Anwender selbst entscheiden, ob sie die Funktion nutzen wollen, oder nicht.

In den erweiterten Finder-Einstellungen aktivieren Sie die Option zum Anzeigen von Verzeichnissen über den Dateien.
VergrĂ¶ĂŸern In den erweiterten Finder-Einstellungen aktivieren Sie die Option zum Anzeigen von Verzeichnissen ĂŒber den Dateien.

Wie in den VorgĂ€ngerversionen kann man auch in macOS Sierra Ordner bequem in neuen Fenstern öffnen. Dazu mĂŒssen Sie den Ordner mit der rechten Maustaste anklicken, und die Option „ In neuem Tab öffnen “ auswĂ€hlen. Ziehen Sie die neue Registerkarte mit der Maus nach außen, öffnet sich im Finder ein neues Fenster. Das funktioniert bereits in OS X 10.10/10.11, aber eben auch mit den neuen Sortiermöglichkeiten von macOS Sierra, zudem lassen sich die Ordnerpfade kopieren. Dazu mĂŒssen Sie lediglich das Verzeichnis mit der rechten Maustaste anklicken und dabei die Alt-Taste gedrĂŒckt halten.

Objekte im Papierkorb automatisch löschen

Sie können in macOS Sierra Objekte automatisch löschen lassen, die seit mehr als 30 Tagen im Papierkorb liegen. Dazu rufen Sie im Finder die Einstellungen auf und klicken dann auf „Erweitert “ . Durch die Option „Objekte nach 30 Tagen aus dem Papierkorb löschen“ entfernt macOS Sierra die gelöschten Objekte automatisch. Leider lassen sich keine unterschiedlichen ZeitrĂ€ume festlegen, sondern nur die Option mit den 30 Tagen verwenden. Sollten Sie zu den Vergesslichen gehören, die nie ihren Papierkorb leeren, profitieren Sie von der automatischen Leerung und haben wieder mehr Speicherplatz zur VerfĂŒgung.

Apple File System erst einmal nur angekĂŒndigt

Zusammen mit macOS Sierra hat Apple auch das neue Dateisystem Apple File System (APFS) angekĂŒndigt. APFS wird jedoch nicht zusammen mit macOS Sierra in diesem Herbst erscheinen, und ist auch noch kein vollstĂ€ndiger Bestandteil der aktuellen Public Beta. FĂŒr externe Laufwerke lĂ€sst sich das System bereits testen. In der Vorabversion fehlt es noch an UnterstĂŒtzung von Boot-DatentrĂ€gern und Time Machine. VerschlĂŒsseln lassen sich die DatentrĂ€ger derzeit auch noch nicht.  Apple hat angekĂŒndigt, APFS erst im Laufe des Jahres 2017 verfĂŒgbar zu machen. In macOS Sierra wird es vermutlich durch eine Aktualisierung integriert. Auch auf iOS-GerĂ€ten soll APFS nutzbar werden.

Zusammen mit dem neuen Dateisystem lassen sich in macOS Sierra auch Software-RAIDs erstellen, doch dazu spĂ€ter mehr. APFS ist vor allem fĂŒr große Dateien und schnelle DatentrĂ€ger wie SSD optimiert. Generell bietet APFS alle Features, die auch in HFS integriert sind. ZusĂ€tzlich unterstĂŒtzt das neue Dateisystem aber weitere neue Funktionen, wie Snapshots, Sparse-Files, VerschlĂŒsselung, das Klonen von Dateien und Ordnern und mehr. Auch die Zusammenarbeit mit dem TRIM-Befehl, zum Löschen von Dateien auf SSD, will APFS verbessern.

Derzeit ist noch nicht klar, welche Anforderungen das neue Dateisystem an Hardware und Software stellt, und ob alle aktuellen Anwendungen fĂŒr macOS auch mit APFS funktionieren. Sie sollten auf alle FĂ€lle vorsichtig bei der Datenspeicherung auf in APFS formatierten DatentrĂ€gern sein, solange sich das System noch in der Testphase befindet.

Das sind die Vorteile von APFS

Sobald APFS aber in macOS Sierra integriert ist, profitieren Sie von einer schnellen Datenspeicherung und deutlich mehr Datensicherheit. Das schnelle Klonen von Dateien und Ordnern erstellt Kopien, die keinen Speicherplatz verschwenden. Denn APFS erkennt die Klone und behandelt diese wie getrennte Objekte. NatĂŒrlich lassen sich die Klone bearbeiten. In diesem Fall speichert macOS Sierra nur die Änderungen im Klon , aber nicht die doppelten Teile der Dateien.

APFS wird in der finalen Version mit Time Machine zusammenarbeiten. Die Snapshot-Funktion des Dateisystems erstellt Sicherungen ĂŒber Time Machine enorm schnell und belastet dabei das System nur wenig. Arbeiten Sie vorwiegend mit großen Dateien und Ordnern, sollten Sie von der besseren Leistung des Dateisystems profitieren, vor allem mit SSD oder anderen Flash-DatentrĂ€gern. Mehr zu APFS lesen Sie hier .  

Software-RAIDs wieder möglich

Mit dem neuen Festplattendienstprogramm in OS X El Capitan hat Apple Software-RAIDs abgeschafft. Diese Funktion ist in macOS Sierra aber wieder an Bord. Sie können in macOS Sierra RAID 0 ( Verteilt ) fĂŒr eine bessere Leistung und RAID 1 ( Gespiegelt ) fĂŒr eine höhere VerfĂŒgbarkeit nutzen sowie JBOD ( Just a buch of disks ), um einzelne Festplatten zusammen zu fassen, und damit als gemeinsamen DatentrĂ€ger zu verwenden. Den Assistenten starten Sie ĂŒber das MenĂŒ „Ablage > RAID-Assistent “ .

In macOs Sierra können Sie wieder RAIDs erstellen.
VergrĂ¶ĂŸern In macOs Sierra können Sie wieder RAIDs erstellen.

Mit diesem wÀhlen Sie aus, welche DatentrÀger auf dem Mac Sie im RAID einbinden wollen.

Im RAID-Assistenten wählen Sie die Festplatten aus, die Sie im RAID verbinden wollen.
VergrĂ¶ĂŸern Im RAID-Assistenten wĂ€hlen Sie die Festplatten aus, die Sie im RAID verbinden wollen.

Im Anschluss können Sie noch das Dateisystem bestimmten, das das verwenden soll. Hier legen Sie auch den Namen und die BlockgrĂ¶ĂŸe fest. Der Assistent zeigt darĂŒber hinaus die GrĂ¶ĂŸe des DatentrĂ€gers an.

Im Rahmen der Erstellung des RAIDs legen Sie das Dateisystem und den Namen fest.
VergrĂ¶ĂŸern Im Rahmen der Erstellung des RAIDs legen Sie das Dateisystem und den Namen fest.

Das RAID-System ist als herkömmliches Laufwerk verfĂŒgbar und erscheint Im Festplattendienstprogramm in einem eigenen Bereich. Sie können also durchaus mehrere RAIDs anlegen. Wollen Sie das RAID nicht mehr nutzen, markieren Sie es und klicken auf „RAID löschen “ . Dieser Vorgang löscht jedoch alle Daten auf den beteiligten Festplatten.

Storage Optimization - Dateien in die Cloud auslagern und mehr

macOS Sierra verspricht, Dateien, die nicht hĂ€ufig in Gebrauch sind, automatisch in iCloud auszulagern. Das soll den Speicher auf Macs deutlich entlasten, setzt aber auch eine stabile und schnelle Internetverbindung voraus. Diese „Storage Optimization“ befindet sich in einem frĂŒhen Stadium und ist natĂŒrlich stark umstritten. Parallel zum Auslagern von Daten in die Cloud kann Storage Optimization Ihnen auch Erinnerungen anzeigen, damit Sie nicht mehr benötigte Dateien löschen, zum Beispiel doppelte Downloads, Protokolldateien oder den Webcache.

Fazit

Richtig spektakulĂ€r sind die Neuerungen im Finder von macOS Sierra nicht gerade, dafĂŒr aber durchaus praktisch. Vor allem das neue Dateisystem APFS bringt echten Mehrwert fĂŒr die Arbeit mit großen Dateien auf einer SSD. Die Storage Optimization ist generell sinnvoll, wenn der Speicherplatz auf einem Mac ausgeht, allerdings sind nicht alle Anwender damit einverstanden, dass das Betriebssystem darĂŒber entscheidet, welche Daten in die Cloud ausgelagert werden sollen. Hier bleibt aber abzuwarten, welche Einstellungsmöglichkeiten in der fertigen Version von macOS Sierra enthalten sein werden. Das wieder eingefĂŒhrte RAID-System erlaubt Anwendern mit mehreren Festplatten das Zusammenfassen der DatentrĂ€ger. Zwar sind Hardware-RAIDs dazu besser in der Lage, aber auch Software-RAIDs können durchaus hilfreich sein. Wie bei fast allen Neuerungen gilt: Wer die neuen Funktionen nicht nutzen will, kann sie abschalten oder nicht nutzen. Das gilt hoffentlich auch fĂŒr die Storage Optimization in macOS Sierra.

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