988730

Geschmackssache

01.07.2007 | 15:54 Uhr |

Geschmackssache

Geschwindigkeits- vergleich: WLAN-Router
Vergrößern Geschwindigkeits- vergleich: WLAN-Router

Neben der Technik stellt sich die Frage nach dem Design. Apples Basisstation kann hier überzeugen. Die Abmessungen der Airport Extreme entsprechen exakt denen eines Mac Mini, so dass sich die beiden Geräte kombinieren lassen. Auch sonst macht Airport Extreme die beste Figur im Testfeld. Die Basisstation ist schlicht und elegant, so dass man sie nicht in einer Ecke verstecken muss, sondern bei Bedarf auf dem Schreibtisch platzieren kann.

Auch der Router WNR854T macht – am besten hochkant – auf dem Schreibtisch eine gute Figur und stört dort kaum, abgesehen von den häufig blinkenden Piktogrammen. Die Router von Netgear und Apple profitieren dabei von den intern verbauten Antennen, die nicht wie bei den anderen Testkandidaten außen am Gehäuse montiert sind.

Die Router von D-Link, Trendnet und Zyxel warten mit drei, das Siemens-Modell mit zwei deutlich sichtbaren Antennen auf. Im Fall von Zyxel und Trendnet könnte man beinahe von „Masten“ sprechen. Das weiße Gehäuse des Routers von D-Link harmoniert noch am besten mit aktuellen Mac-Rechnern. Über das silberne Design von Siemens und Zyxel lässt sich streiten, das blaue Plastikgehäuse von Trendnet wirkt – passend zum Preis – vergleichsweise billig.

Reichweite

Externe Antennen führen nicht unbedingt zu einem besseren Abstrahlverhältnis und höheren Reichweiten. Die besten Ergebnisse im Test erzielen Apples Airport Extreme sowie Netgears WNR854T. Mit geringem Abstand folgen die Router von Zyxel, D-Link, Trendnet sowie Siemens.

Deutlich absetzen kann sich kein Testkandidat, der Abdeckungsbereich mit maximaler Übertragungsrate ist bei allen Modellen ähnlich groß. In den Randbereichen des Funknetzes sind die Transferraten derart niedrig, dass ein sinnvolles Arbeiten nicht mehr möglich ist. Reicht die Sendeleistung eines Routers nicht aus, sollte man in dem Fall über den Kauf eines zweiten Gerätes nachdenken (siehe Praxisartikel in dieser Ausgabe, Seite 94 oder Macwelt-TV-Video auf der Heft-DVD).

Info: Upgrade für ältere Mac-Rechner

Es gibt kein offizielles Upgrade-Kit, um die erste Intel-Generation mit Core-Duo-Prozessoren fit für Draft-n zu machen. Für mutige Bastler gibt es aber dennoch einen Ausweg. Die WLAN-Karte für den Mac Pro (Achtung, nicht die für das Macbook Pro) besitzt genau wie die Adapter der älteren Macbooks und Macbooks Pro nur zwei Antennen und ist dank passender Anschlüsse in diesen Geräten zu verbauen. Den Adapter gibt es nur im Fachhandel zu kaufen, nicht im Apple Store. Der Einbau der rund 50 Euro teuren Karte ist jedoch nichts für Ungeübte, man sollte ihn von einem Experten vornehmen lassen.

Kaufempfehlung

WLAN-Router: Ausstattung und Bewertung
Vergrößern WLAN-Router: Ausstattung und Bewertung

Wer WLAN nach dem vorläufigen Standard Draft-n an seinem Mac nutzen möchte, sollte am besten zu Apples Airport Extreme greifen. Die Basisstation besitzt ein komfortables Einrichtungsprogramm, bietet einen guten Datendurchsatz und ermöglicht es, Drucker und Festplatten am USB-Port anzuschließen. Ein gelungenes Design sowie eine hohe Reichweite runden die Lösung ab. Da lässt sich auch der im Vergleich hohe Preis verschmerzen. Einziges Manko: Die Netzwerkanschlüsse arbeiten noch nicht mit Gigabit-Ethernet. Wer seinen Mac per Kabel und WLAN schnell ins Netz bringen will, greift daher alternativ auf den DIR-655 von D-Link zurück, der mit Gigabit-Anschlüssen arbeitet. Bei etwas weniger Komfort bietet der Router von D-Link vergleichbare Funktionen.

Fazit

Wer sich für die neue WLAN-Technik vor allem wegen der viel beworbenen Geschwindigkeit interessiert, wird eher enttäuscht. Verkabelte Netzwerke sind nach wie vor deutlich schneller als ein Funknetz. Wer aber unbedingt ohne Kabel auskommen will, ist mit den Testgeräten in Verbindung mit aktuellen Mac-Rechnern gut bedient – trotz der künstlich verknappten Datenrate in Deutschland und Österreich. Apples Basisstation bietet insgesamt die beste Mischung aus Leistung und Funktionalität. Hier ist Apple ein guter Wurf gelungen. Als Alternative empfiehlt sich der D-Link-Router DIR-655, gefolgt vom Zyxel NBG-415N. Den Rest des Testfeldes können wir vor allem wegen vergleichsweise niedriger Datenraten nur eingeschränkt empfehlen. Stefan Rubner/mst

Feedback: christian.moeller@macwelt.de

So testet Macwelt

Testumgebung Der Test der WLAN-Router erfolgt in einer Büroumgebung mit einer Fläche von etwa 135 Quadratmetern. Dabei müssen die drahtlosen Übertragungen mehrere Wände und beim Test über mehrere Stockwerke auch eine Stahlbetondecke durchdringen.

Testrechner Als WLAN-Client für die Reichweiten- und Geschwindigkeitsmessungen dient ein 2 Gigahertz schnelles Macbook mit Core-2-Duo-Prozessor, mit integrierter Airport-Extreme-Karte sowie mit Mac-OS X 10.4.9.

Macwelt Marktplatz

988730