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Geschwindigkeits-Tests

19.03.2012 | 10:57 Uhr |

Geschwindigkeits-Tests

Im neuen iPad sitzt auch ein neuer Prozessor. Beim Apple A5X ist gegenüber dem Vorgänger A5 im iPad 2 aber im Wesentlichten der Grafikteil verbessert. Der Dual-Core-Prozessor bringt jetzt vier Grafikkerne mit, die jeweils vier Shader- und zwei Textureinheiten besitzen. Der A5 hat nur zwei Grafik-Kerne.

In Benchmarks, die vor allem die CPU-Leistung testen, ergibt sich deshalb kein Unterschied zwischen neuem und "altem" iPad. Im Browser-Test Sunspider oder im Geekbench 2 sind die Ergebnisse sogar nahezu identisch.

Apple hatte bei der Vorstellung des iPad 3 kühn behauptet, dass die Grafikleistung des A5X viermal so hoch liege wie beim Nvidia-Quad-Core-Prozessor Tegra 2. Das sorgte für Verwunderung bei Nvidia - vor allem weil Apple bis heute keine Benchmark-Werte vorlegt, die diese Behauptung stützt.

Wir messen die Grafikleistung der Tablets mit dem GL Benchmark 2.1.2 - und zumindest dieser Test belegt, dass Apple fast Recht hat. In den meisten Einzeltests werden beide Tablets in diesem Benchmark durch den Vsync gebremst: Sie erreichen nicht mehr als 60 Bilder pro Sekunde. In den beiden Tests Egypt Offscreen und Pro Offscreen ist diese Bremse aufgehoben, weil der Benchmark die Berechnungen nicht auf dem Bildschirm ausgibt, sondern in einen Pufferspeicher ablegt. Hier erreicht das neue iPad 140 beziehungsweise 251 Bilder pro Sekunde, das Asus Transformer Prime kommt nur auf 60 und 81 Bilder pro Sekunde: Im Teiltest Pro Offscreen ist das neue iPad also immerhin mehr als dreimal so schnell wie der Tegra 3. Selbst das iPad 2 schneidet in diesem Test besser ab als das Asus Transformer Prime.

Mehr RAM

Wer kennt das nicht vom iPad oder iPhone: plötzlich und unerwartet beendet sich die gerade im Vordergrund laufende App. Grund dafür ist in den meisten Fällen ein zu knapper Arbeitsspeicher (RAM). iOS geht hier rigide vor: Eine App, die zuviel RAM beansprucht wird gnadenlos zwangsbeendet, damit die Stabilität des gesamten Systems nicht ins Wanken gerät. Mehr RAM bedeutet, dass dieser Fall seltener vorkommt. Apple baut nun ein Gigabyte RAM ins iPad ein. In der Praxis dürfte der Fall von zwangsbeendeten Apps nun kaum noch vorkommen. Im Test passiert das tatsächlich deutlich seltener.

Der Retina-Bildschirm

Erst wenn man das iPad 3 anschaltet, erlebt man den Unterschied: Der Bildschirm misst nach wie vor 9,7 Zoll in der Diagonale, doch er zeigt jetzt 2048 mal 1536 Bildpunkte - Apple hat die Auflösung also verdoppelt und damit auch die Punktedichte: Sie liegt jetzt bei 264 ppi. Das iPad 2 zeigte 132 ppi, die meisten 10-Zoll-Tablets mit Android kommen auf 149 ppi. Durch die hohe Punktedichte sollen die einzelnen Bildschirmpixel nicht mehr zu unterscheiden sein: Apple nennt das Retina-Display, wie beim iPhone 4/4S.

Auf dem Startbildschirm fällt die hohe Auflösung nicht sofort auf, bei genauerem Hinschauen wird sie jedoch deutlich: Die Schriften der App-Icons wirken schärfer und runder, die Farben erscheinen satter. Auf dem Hintergrundbild sind plötzlich Details zu bemerken, die auf dem iPad 2 noch versumpften.

Auf Webseiten, in E-Books und PDFs überzeugt der scharfe Text noch mehr. Es ist nicht mehr auszumachen, dass die Buchstaben aus einzelnen Bildpunkten zusammengesetzt sind, selbst wenn man die Schriftgröße erhöht oder die Webseite stark vergrößern. Das Retina-Display von Apple macht sein Versprechen wahr. Besonders beim Vergrößern von Webseiten fällt aber auf, dass die Schrift zwar gestochen scharf ist, die meisten Grafiken aber matschig und pixelig wirken - das ist auf dem iPad 2 natürlich nicht anders: Dort verliert aber auch die Schrift beim Vergrößern an Schärfe.

Auf Fotos erscheinen nun nicht nur mehr Details, die höhere Auflösung macht auch feinere Farbverläufe möglich. Natürlich nur, wenn Sie Fotos mit entsprechend hoher Auflösung auf dem neuen iPad betrachten.

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