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Wacom Intuos 4 L

10.04.2009 | 15:50 Uhr |

Die Grafiktabletts von Wacom sind im Mac-Bereich sehr bekannt und im Profibereich mit der Intuos- und der Cintiq-Reihe fast ohne Konkurrenz. Wir testen, ob auch die neue Generation 4 der Intuos-Serie diese Vormachtstellung rechtfertigt.

Wacom Intuos 4 L
Vergr├Â├čern Wacom Intuos 4 L
© Wacom

Unter Macintosh-Anwendern hat sich Wacom seit ├╝ber einer Dekade als Synonym f├╝r Grafiktabletts einen Namen gemacht. Insbesondere Grafikdesigner und Bildbearbeiter setzen auf Wacom-Produkte, wenn sie mit Stift anstatt Maus arbeiten wollen. Und Programme wie Adobe Photoshop oder Corel Painter X haben abgestimmte Malfunktionen, die auf Stiftandruck und Neigungswinkel von Wacom-Ger├Ąten reagieren. Nun hat der Hersteller die Profi-Serie Intuos ├╝berarbeitet und mit Intuos 4 die n├Ąchste Generation vorgestellt. Das Grafiktablett gibt es in vier Gr├Â├čen (S, M, L und XL), der Preis reicht je Variante von 225 Euro bis 800 Euro. Bis auf die gr├Â├čte Ausf├╝hrung, die sich eher an CAD-Anwender richtet, sind alle mit einer aktiven Zeichenfl├Ąche im Verh├Ąltnis 16:10 ausgestattet, was den ├╝blichen Mac-Monitorformaten entspricht. Angesichts der Zielgruppen ist das in Schwarz gewandete Grafiktablett auffallend gut designt, allenfalls st├Ârt die Staub- und Tapserempfindlichkeit der klarlackartigen Ger├Ąteoberfl├Ąche um die Funktionstasten herum. Durchdacht zeigt sich auch die Ber├╝cksichtigung der Links- und Beidh├Ąnder: An einer Schmallseite sind die Bedienelemente und ein OLED-Display (letzteres nicht bei Gr├Â├če S), auf der anderen an den Ecken zwei USB-Anschl├╝sse. So kann man das Tablett mit den Bedienelementen links (f├╝r Rechtsh├Ąnder) oder rechts (f├╝r Linksh├Ąnder) anschlie├čen - die Schriftanzeige des OLED-Displays sowie die Funktionszuordnung werden bei Installation oder per Systemeinstellung ausgerichtet. Die Express Keys sowie der neue Touch Ring sind frei und anwendungsspezifisch konfigurierbar. Der vierfach belegbare Touch Ring besteht aus einem ber├╝hrungssensitiven Kreisring ├í la iPod und einer Funktionswahltaste, mit ihm l├Ąsst sich beispielsweise die Pinselgr├Â├če steuern oder durch Ebenen wechseln. Gut durchdacht zeigt sich auch der Stifthalter, in seiner aufschraubbaren Basis sind weitere Stiftspitzen enthalten.

Ansprechverhalten

Gegen├╝ber dem Vorg├Ąnger Intuos3 zeigt sich das Ansprechverhalten deutlich verbessert. Mittels einer neuen, von Wacom Tip Sensor genannten Technologie ist der Stift bereits bei leichtesten Ber├╝hrungen der aktiven Zeichenfl├Ąche am Malen, was dem Einsatz eines normalen Bleistifts auf Papier vom Zeichengef├╝hl schon sehr entgegen kommt. F├╝r besonders sensible Korrekturen gibt es nun den Pr├Ązisionsmodus. Dabei wird der Zeichenweg verlangsamt und man kann so besonders exakt beispielsweise an Kanten arbeiten. Die ├ťbersetzung des Zeichenstiftandrucks ist zudem auf 2048 Stufen verdoppelt. Das macht sich jedoch nicht in allen Anwendungen gleicherma├čen bemerkbar: Anders als bei Photoshop CS3 wird die Druckempfindlichkeit erst in Photoshop CS4 in mehr als 254 Stufen ├╝bersetzt (16-Bit-Modus vorausgesetzt). Wir haben dies mit einem "Fallh├Âhe"-Test mit einem Intuos 3 verglichen und k├Ânnen eine merklich h├Âhere Druckempfindlichkeit best├Ątigen. Besonders gef├Ąllt uns der Zeichenstift-Ansatz am Anfang eines Malwegs, er geht nun wirklich nahtlos mit dem feinsten Malauftrag los. Wie ├╝blich sind die Wacom-Stifte, mitgeliefert ist der Grip Pen, mit einem Radierer und einem Zwei-Tasten-Seitenschalter ausgestattet. Wer von ├Ąlteren Modellen Zusatzstifte wie einen Airbrush am Intuos4 weiter verwenden will, wird allerdings entt├Ąuscht. Die neue Ger├Ątegeneration ben├Âtigt auch eine neue Stiftgeneration.

Konfigurierbar

├ťber den Wacom-Treiber sind die Bedienelemente Express Keys, Touch Ring und Stifttasten konfigurierbar - die jeweilige Funktionsbelegung erscheint bei den Express-Keys dann im OLED-Display als Wort oder Tastensymbol. Die Funktionsbelegung wechselt, sobald man man ein Programm aktiviert, f├╝r das anwendungsbezogene Belegungen definiert wurden. Dabei werden auch benutzterdefinierte Tastenk├╝rzel erkannt, wie wir es in Photoshop CS4 f├╝r das Verkleinern der Pinselspitze festlegten (das Standardk├╝rzel "├Â" funktioniert in der deutschen Mac-Photoshop-Version nicht). Neben den physikalischen Funktionstasten gibt es noch ein Radialmen├╝, das in Overlay-Anzeige auf dem Bildschirm erscheint und Programmwechsel sowie weitere konfigurierbare Anwendungsbefehle anbietet. Wir haben die Konfigurierbarkeit haupts├Ąchlich in Photoshop CS4 getestet, das von Adobe und Wacom auf Intuos4-Funktionalit├Ąt getrimmt wurde. So werden auch Open-GL-Funktionen wie das Drehen der Arbeitsfl├Ąche oder der Bildausschnittswechsel per Vogelperspektive unterst├╝tzt und auch der tempor├Ąre Werkzeugwechsel ("spring load keys") klappt. W├╝nschenswert w├Ąren mehrere Belegungssets pro Applikation, die verschiedenen Arbeitsszenarien angepasst sind.

Empfehlung

Das Wacom Intuos 4 ist ein gro├čer Wurf, an dem man nur wenig bem├Ąngeln kann: Der europ├Ąischen Ausstattung, obwohl teurer als der US-Preis, fehlt die Maus (auf die der Rezensent selber leicht verzichten kann) und das Softwarebundle ist weniger umfangreich. Das Tablett selber ist au├čerordentlich gut durchdacht und auf eigene Bed├╝rfnisse konfigurierbar. Die Hauptsache ist aber die Stiftleistung, und die hat Wacom mit dem Intuos 4 noch einmal deutlich bei Zeichenstift-Gef├╝hl und Ansprechverhalten steigern k├Ânnen. In einem Wort: Referenzklasse.

Mike Schelhorn

Macwelt Marktplatz

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