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Gute Pflege ist wichtig

20.09.2006 | 12:00 Uhr | Peter Müller

Gute Pflege ist wichtig

Die Reflex mindernden Eigenschaften der Display-Oberfläche setzen eine vorsichtige Pflege voraus. Fingerabdrücke sieht man wesentlich deutlicher als auf der matten Oberfläche bisheriger Panels. Für die Pflege selbst empfehlen wir ein Mikrofasertuch, das es zum Beispiel beim Augenoptiker gibt. Man sollte dabei nicht sparen, denn je hochwertiger das Tuch, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, Kratzer in der Oberfläche zu hinterlassen – auch damit dürften Brillenträger vertraut sein. Bei all den heißen Diskussionen wurde ein Faktor nicht berücksichtigt: Die Displays zeigen brillante Farben und sind deutlich lichtstärker als ihre matten Vorgänger. Zudem erzeugen sie knackige Farbkontraste. Die Helligkeitsverteilung, also die Homogenität des abgestrahlten Lichtes über die gesamte Monitorfläche ist sogar besser als bei den matten Displays der aktuellen Macbook-Pro-Reihe.

Bei der Farbraummessung (ICC-Profile gibt es online) stellen wir fest, dass sich die Macbooks nicht vor ihren großen Pro-Brüdern zu verstecken brauchen. Das 15-Zoll-Modell liegt zwar eine Nuance besser, aber das 17-Zoll-Display des Macbook Pro hat gegen die 13-Zoll-Macbooks in dieser Disziplin klar das Nachsehen.

Anders als beim 12-Zoll-Powerbook und iBook sollte die Monitorauflösung von 1280 mal 800 Bildpunkten auch Anwendern genügen, die mehrere geöffnete Fenster nebeneinander verwenden. Das 13-Zoll-Display bietet in diesem Fall schlicht mehr Platz zum Arbeiten.

Alles in allem hinterlässt der Macbook-Bildschirm einen guten Gesamteindruck, den auch die glänzende Oberfläche in der Praxis nicht sonderlich trübt.

Das neue Macbook-Gehäuse

Die Gehäusefarbe ist in erster Linie Geschmackssache. Bei einer Umfrage innerhalb der Redaktion hat das schwarze Modell einen leichten Vorsprung. Beim Geld allerdings hört der gute Geschmack auf. Außer der schwarzen Gehäusefarbe bringt das Top-Modell des Macbook lediglich eine um 20 Gigabyte größere Festplatte (80 statt 60 GB) mit. Sämtliche anderen Ausstattungsmerkmale sind identisch zum mittleren Modell. Dies rechtfertigt den Aufpreis von 200 Euro ein keinem Fall. Im Apple-Store kann man die Festplatte abspecken und bekommt auch das schwarze Modell mit dem kleinen 60 Gigabyte fassenden Laufwerk. Der Preisunterschied beträgt dann immer noch satte 150 Euro, allein wegen der Gehäusefarbe. Das finden wir nicht mehr fair und so muss sich das Top-Modell eine deutliche Abwertung in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis gefallen lassen.

Nicht nur das Gehäuse kommt mit einer neuen Optik und Haptik, auch die Tastatur hat Apple grundlegend überarbeitet. Wer das Zehnfingersystem beherrscht, findet sich schnell zurecht. Zwar sind die Abstände zwischen den Tasten etwas größer, als sie etwa am Macbook Pro ausfallen, der Anschlag ist aber angenehm stramm und kurz: im Vergleich zu den teils nachlässig verarbeiteten iBook-Tastaturen ist dies ein echter Fortschritt.

Insgesamt besitzen die Tasten des schwarzen Modells die gleiche matte Optik wie auch das übrige Chassis, auch nach mehreren Stunden Tipparbeit im Testcenter findet wir keine unschönen Fingerabdrücke oder Schweißränder auf der Handablage. Auf Dauer jedoch werden sie sich nicht vermeiden lassen.

Das weiße Modell ist genau genommen zweifarbig, denn die Handauflage und die Tastaturumrandung ist in hellem, matten Grau gehalten. Die Haptik ist dabei ähnlich der des schwarzen Macbook. Auch das Tastenoberflächengefühl und der Anschlag sind weit gehend identisch.

Insgesamt sind die Macbooks deutlich besser verarbeitet als es die iBooks jemals waren. Das fängt bei der Tastatur an, reicht über das matte Finish der Oberfläche bis hin zu Details wie der Miniatur-iSight im Deckel. Einen neuen Schließmechanismus haben die Macbooks außerdem bekommen. Statt eines Hakens, der über einen Magneten bemüht wird, „rastet“ das komplette Display magnetisch ein und bleibt zuverlässig geschlossen. Damit verzichtet das Macbook im Vergleich zu den iBooks auf eine fehleranfällige, mechanische Komponente.

Auch Abdrücke der Tastatur auf dem Display sollten beim Macbook nicht mehr auftreten, denn die Tasten sind insgesamt vertieft und schließen auf der gleichen Höhe wie der übrige Korpus ab.

Doch auch ein paar negative Details fallen uns auf: Die Optik der integrierten iSight stößt vor allem an den Rändern an ihre Grenzen. Dort liefert sie ein deutlich unschärferes und weniger kontrastreiches Bild als eine externe iSight-Kamera mit Firewire-Anschluss. Die Kanten der Umrandung des Laptops sind unangenehm hart – zwar nicht scharf, aber doch deutlich „kantiger“ als etwa beim iBook oder beim Powerbook. Der Riegel zum Lösen und Abschließen des Akkus ist aus Kunststoff und nicht mehr aus Aluminium. Schon nach einmaligem Öffnen sieht man entsprechende Abdrücke im Kunststoff, selbst wenn man äußerst vorsichtig herangeht.

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