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HDMI: Kopierschutz in der Hardware

13.02.2007 | 13:56 Uhr |

HDMI: Kopierschutz in der Hardware

Zunächst liegen die Videodaten auf dem Medium in verschlüsselter Form vor. Das ist auch bei der normalen DVD schon so, doch der DVD-Kopierschutz (CSS) konnte relativ leicht geknackt werden, seitdem ist es quasi kein Problem mehr, DVDs beliebig zu kopieren. Damit das bei HDCP nicht so einfach geht, findet die Entschlüsselung der Filminformationen erst im letzten Glied der Gerätekette statt, also im Fernseher oder im Monitor. Das bedeutet im Klartext, dass man nur bestimmte Monitore respektive TV-Geräte einsetzen kann. Ein Merkmal dafür ist die HDMI-Schnittstelle. Die meisten aktuellen Flachbildfernseher bieten diesen Eingang, doch Computermonitore mit HDMI-Port sind noch dünn gesäht. Auch die Grafikkarte muss HDCP-fähig sein. Sie sollte entweder einen HDMI-Ausgang bieten oder das HDCP-Protokoll über die DVI-Schnittstelle anbieten. Theoretisch geeignet wären die Grafikkarten des iMac (ATI Radeon X1600) und die Radeon X1900XT, die man für den Mac Pro als Option im Apple Store bekommen kann. Doch in der Praxis gibt es noch einen weiteren Stolperstein: die Abspielsoftware.

Der DVD-Player für Mac-OS X spielt keine Blu-Ray-Videos ab. HD-DVD soll jedoch gehen, testen konnten wir das mangels HD-DVD-Laufwerk noch nicht. Man kann zwar davon ausgehen, dass Apple die Software zukünftig auch für Blu-Ray anpassen wird, aber Fakt ist: derzeit gibt es keine Möglichkeit, die hoch aufgelösten Filme am Mac anzusehen.

Auf der Seite der kreativen Anwendungen sieht es leider nicht besser aus. Während die Firma Pinnacle Blu-Ray-Authoring-Software für Windows bereits seit geraumer Zeit anbietet, hinkt Apple mit DVD-Studio Pro gewaltig hinterher. Zwar unterstützt die aktuelle Version HD-DVDs, damit erstellte Images werden von den HD-DVD-fähigen Presswerken jedoch meist abgelehnt, weil sie sich nicht an die Spezifikationen halten. Blu-Ray unterstützt DVD Studio Pro derzeit gar nicht.

Damit bleibt nur eine Anwendung für einen Blu-Ray-Brenner im Mac übrig: das Speichern von Daten. Aber auch hier ist man auf zusätzliche Software angewiesen, denn Mac-OS X 10.4 kann Blu-Ray-Medien weder lesen noch beschreiben. Doch in diesem Fall gibt es eine funktionierende Lösung: Toast 8.

Im zweiten Teil unseres Blu-Ray-Brenner-Tests lesen Sie morgen, wie sich die Laufwerke im Einzelnen schlagen.

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