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Highres-Audio: Streaming-Dienste im Vergleich

24.01.2021 | 08:00 Uhr |

Musik in CD-Qualität oder noch besser über das Internet hören? Kein Problem, wir haben vier Anbieter verglichen.

Was ist Highres-Audio?

Generell gibt es Audioformate, die entweder auf eine kleine Dateigröße oder maximale Qualität hin optimiert sind. Kleine Dateigrößen etwa weisen MP3 und AAC auf, zwei Formate, die im Apple Music Store oder bei Spotify zum Einsatz kommen.

Die kleine Dateigröße wird vereinfacht ausgedrückt dadurch erreicht, dass man beim Komprimieren Frequenzen beschneidet. Man versucht dies so zu gestalten, dass es für das menschliche Ohr immer noch angenehm anhört.

Im Gegensatz dazu ist die Audio-CD beziehungsweise CD-Qualität verlustfrei. Typische Dateiformate für verlustfreie Audiodateien sind beispielsweise WAV, Apple Lossless (ALAC) und FLAC. Am Mac gebräuchlich und auch das einzige verlustfreie Dateiformat, das iTunes beziehungsweise die Musik-App verwenden kann, ist Apple Lossless (ALAC).

Und was ist jetzt Highres-Audio?

Einfach ausgedrückt, alles was besser ist als CD-Qualität. CD-Qualität entspricht 16 Bit bei 44.1 kHz, was einer Bitrate von 1411 kbps entspricht. Zum Vergleich liegt die Bitrate bei MP3 oder AAC bei bis zu 320 kbps. Highres Audio ist die Qualität, wie sie zum Teil in den Studios beim Abmischen und für die CD-Produktion zum Einsatz kommt. Daher wird es auch Studiomaster genannt. Mit einer Bittiefe von 24 Bit und einer Abtastrate von bis zu 192 kHz, kommen Bitraten von bis zu 9216 kbps zustande. Für die heimische Stereoanlage beziehungsweise das heimische Netzwerk kein Problem, beim Streaming über das Internet hingegen braucht es ein schnelles Netz.

Für Highres-Audio gibt verschiedene Dateiformate wie ALAC, DSD, FLAC und MQA. FLAC ist das gebräuchlichste Dateiformat in den Downloadshops und bei Streaming-Anbietern wie Amazon, Highresaudio und Qobuz. DSD und MQA sind erst in den letzten Jahren neu hinzugekommen und unterscheiden sich grundlegend von den Dateiformaten ALAC und FLAC. DSD ist vereinfacht ausgedrückt der direkte Datenstrom, wie er auch bei der Super-Audio-CD zum Einsatz kam. Um DSD decodieren zu können, wird ein entsprechender Decoder benötigt.

MQA nimmt als Basis die Studiomaster-Dateien in Highres-Audio und komprimiert sie. Durch die im Vergleich zum Original kleineren Dateien verbrauchen MQA Audiodateien weniger Bandbreite beim Streaming, was gerade für Streamingdienste wirtschaftlicher ist. Die Abtastraten der Studiomaster-Datei bleiben hierbei erhalten, die Komprimierung ist jedoch verlustbehaftet. Für MQA-Audiodateien benötigt man einen entsprechenden Decoder, das kann eine spezielle App wie die von Tidal und Audirvana sein oder ein Hardware-Decoder.

In mehreren Artikeln werden wir uns mit dem Thema Highres-Audio beschäftigen. Zuerst geht es darum, wo man die entsprechende Musik herbekommt. Dann besprechen wir einige Methoden, wie man den Mac und das iPad beziehungsweise das iPhone als Abspielgerät einsetzen kann, denn ein Apple Homepod oder Sonos Five reicht für Highres nicht aus. Entsprechende Apps dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

In diesem Teil geht es um spezielle Streaming-Dienste, die Highres-Audio anbieten. Einige davon bieten auch den Kauf der Musik an.

Amazon Music HD

Der Musikkatalog von Amazon umfasst nach eigenen Angaben über 60 Millionen Titel in „HD“-Qualität und über 5 Millionen Titel in „Ultra HD“-Qualität. Dabei müssen wir zunächst aufklären, was die Bezeichnungen bei Amazon bedeuten. HD steht für CD-Qualität mit 16 Bit/44 kHz verlustfrei komprimiert. Ultra HD ist dann das, was man als Highres-Audio bezeichnet, also mindestens 24 Bit/44 kHz bei Amazon. Ganz neu kooperiert Amazon Music mit der Universal Music Group und der Warner Music Group.

Amazon Music Unlimited - 3 Monate gratis streamen

Den besten Zugriff auf den Musikkatalog hat man über eine App, die Amazon für macOS genauso wie iOS anbietet. Das beschränkt das Angebot ganz klar auf die Musik bei Amazon und verwirrt der Browser-Nutzer nicht mit dem Shop. Ein Hinweis im Browser weist den Nutzer auch darauf hin. Ein weiterer Vorteil, die Apps haben einen direkten Zugriff auf den Audioausgang und das ist Voraussetzung für maximalen Musikgenuss über einen kompatiblen Verstärker oder Wandler.

Konfiguration

Bevor wir allerdings Musik in verlustfreier Qualität genießen können, sind noch die Einstellungen anzupassen. In den erweiterten Einstellungen ist das die beste verfügbare Audioqualität, sonst kann es passieren, dass nur MP3-Qualität gestreamt wird. Eine schnelle und stabile Netzwerkverbindung ist natürlich Voraussetzung. Somit schließt sich eine Nutzung über das Mobilfunknetz meistens aus.

Unter iOS können wir dann direkt loslegen, auf dem Mac müssen erst noch die Einstellungen für den Audioausgang des Mac auf den des DAC (Digital Analog Wandler) anpassen. Das wird über das Audio-Midi-Setup gemacht. Im Falle des als Beispiel herangeführten Verstärker mit eingebauten DAC Teac AI-301DA-X sind das 32Bit/192kHz. Jetzt kann es auch auf dem Mac losgehen.

Wichtiger erster Schritt ist die Überprüfung der Konfiguration. Nur bei beste verfügbare Qualität, kommt man in den Klanggenuss von Highres Audio an seinem hochwertigen DA-Wandler.
Vergrößern Wichtiger erster Schritt ist die Überprüfung der Konfiguration. Nur bei beste verfügbare Qualität, kommt man in den Klanggenuss von Highres Audio an seinem hochwertigen DA-Wandler.

Das Kostenmodell

Bei den Kosten wird es erst einmal etwas unübersichtlich. Das hat aber in erster Linie damit zu tun, dass es Prime Music, Amazon Music Unlimited und Amazon Music HD gibt.

Amazon Music HD kostet 12,99 EUR/Monat für Prime-Mitglieder und 14,99 EUR/Monat für Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft. Nutzer von Amazon Music Unlimited mit Standard- oder Familienmitgliedschaft zahlen zusätzlich 5 EUR/Monat.

Die Nutzerführung

„Stöbern“ heißt die erste Rubrik bei Amazon Music HD und weil sich das so verlocken anhört, starte ich dort.

„Stöbern“ unterteilt sich allerdings wiederum in die „Startseite“, „Radiosender“, „Playlists“, „Neuerscheinungen“ und „beliebt“. Die Startseite ist ein großes Sammelsurium aus Empfehlungen, neuer Musik und was man zuletzt gehört hat. Meistens bleibt man hier hängen, um zu schauen, was Amazon aufgrund der eigenen Hörgewohnheiten empfiehlt.

Auf den ersten Blick etwas überladen, kommt man nach kurzer Einarbeitung mit den Apps von Amazon gut zurecht. Die Startseite der Rubrik Stöbern ist eine gute Anlaufstelle neues zu entdecken.
Vergrößern Auf den ersten Blick etwas überladen, kommt man nach kurzer Einarbeitung mit den Apps von Amazon gut zurecht. Die Startseite der Rubrik Stöbern ist eine gute Anlaufstelle neues zu entdecken.

Radiosender und Playlists ist eigentlich ähnlich. Bei beiden gibt es nach Genre oder Stimmung eine passende Liste an Titel. Der Hauptunterschied liegt in der Anzahl der Titel und dem Komfort. Während man bei den Playlists sieht, welche Titel in der Liste sind, ist das bei den Radiosendern anders. Hier kann man nur den aktuellen Titel sehen. Dafür kann man im Gegensatz zu einem richtigen Radiosender zum nächsten Titel springen, wenn einem danach ist. Einen Vorteil haben Radiosender aber gegenüber den Playlists, die Listen sind länger. Leider sind manchmal weniger als 50 Titel in den Playlists, das sorgt dafür, das man zu oft wiederholen hat.

Wie so oft kann man sich über die Einordnung der Genres streiten, aber was hier Amazon in der Playlist zu „New Wave“ einordnen würde mir nicht einfallen. Für meinen Geschmack hat hier OMD beispielsweise nichts verloren, auch wenn ich die Musik sehr mag.

Was man gerne übersieht ist das Feld zum Suchen nach Titeln oder Künstler. Rechts oben ist es fast versteckt. Für das persönliche Musikerlebnis ist die Rubrik „Meine Musik“ besonders wichtig. Hier habe ich zum Beispiel direkten Zugriff auf Künstler, die ich schon mal gekauft habe oder ich kann Künstlern folgen. Dann bekommt man automatisch mit, wenn sie etwas Neues veröffentlicht haben.

Abspielen von Musik, zur Wiedergabeliste hinzufügen, Mediensteuerung oder Meine Alben. Alles auf einem Blick, aber auch etwas überladen, ist die Albenansicht.
Vergrößern Abspielen von Musik, zur Wiedergabeliste hinzufügen, Mediensteuerung oder Meine Alben. Alles auf einem Blick, aber auch etwas überladen, ist die Albenansicht.

Fazit

Amazon ist nicht nur ein großer Spieler im Onlinehandel, sondern auch beim Musikstreaming. Ein günstiger Preis und ein großer Katalog sprechen hier durchaus für sich. Highres-Audio war bisher das Metier für die kleineren spezialisierten Anbieter, jetzt möchte auch Amazon da mitspielen.

Fürs Erste klingt das auch ganz gut, ein Katalog mit 60 Millionen Titeln ist beeindruckend. Schaut man sich das Ganze näher an, folgt die Ernüchterung. Beim Blättern im Katalog fällt einem ganz oft „HD“ auf, doch was so hoch klingt, ist einfach nur CD-Qualität mit 16Bit/44kHz. Verlustfrei versteht sich natürlich. Highres-Audio gibt es erst mit dem Kürzel „Ultra HD“ und das sieht man zwar immer öfter, aber halt doch nicht durchgängig und eher bei Neuerscheinungen. Immerhin achtet Amazon bei Neuerscheinung darauf den „Ultra HD“ Katalog zu erweitern.

Noch bietet Amazon Music HD hauptsächlich die Einstiegsqualität in Highres-Audio von 24 Bit und 44.1 kHz. Doch Angebot wird langsam bis 192 kHz ausgebaut.
Vergrößern Noch bietet Amazon Music HD hauptsächlich die Einstiegsqualität in Highres-Audio von 24 Bit und 44.1 kHz. Doch Angebot wird langsam bis 192 kHz ausgebaut.

Auch wenn sich durch die Neuerscheinung der Katalog langsam erweitert, gibt es doch zwei Punkte, die mir noch aufgefallen sind. Wenn ein Album mit „Ultra HD“ markiert wird, heißt das noch lange nicht, dass auch alle Titel Highres-Audio sind. So zum Beispiel beim Album "Heaven" von "The Avener". Von 17 Titeln sind nur zwei in Highres, der Rest ist „HD“. Und der zweite enttäuschende Punkt ist die Audioqualität. Hier bietet Amazon mit 24 Bit/44 kHz nur die Einsteiger-Auflösung. Andere Anbieter können hier bis 192 kHz bieten. An diesem Kritikpunkt arbeitet aber Amazon und hat durch die Kooperation mit Universal Music Group und Warner Music Group, Tausende Songs remastered in Premium-Klangqualität mit bis zu 192 kHz aufgenommen.

Ein großer Katalog nützt natürlich nur etwas, wenn man darin seine Musik auch leicht finden kann. Hier leistet Amazon einen guten Job, die App für macOS und iOS überzeugt. Die Empfehlungen liefern einen guten Start ins Musikvergnügen. Die Playlists erfüllen nur die grundlegenden Erwartungen. Hier könnte ruhig mal ein überraschender Titel aus der zweiten Reihe auftauchen. So liefern die Playlists meist die Top-Titel der Rubriken, schade auch, dass meist nur 51 Titel in den Listen sind. Wegen der großen Anzahl an Playlists kann man aber schon mal den Überblick verlieren. Im Auto mit Apple CarPlay ist die App leider kaum zu bedienen, zu rudimentär, zu wenig Funktionen und nicht ganz fehlerfrei. Auch die direkte Unterstützung von Streaming-Player hinkt dem guten Eindruck der macOS und iOS Apps hinterher. Hier wird nämlich nur der normale Katalog ohne HD unterstützt.

HRA: Highres-Audio-Streaming aus Deutschland

Streaming oder Download, das ist die erste Frage, die einem der einzige Anbieter von Highres-Audio aus Deutschland stellt. Das Unternehmen mit dem Namen Highresaudio (abgekürzt auch HRA) aus Berlin bietet seinen Kunden nämlich beides, klassisches Kaufen oder alternatives Streaming zum Abo-Preis.

Das ist durchaus praktisch, fällt einem so der Einstieg in den Musikgenuss mit Highresaudio doch einfacher. Ein Album, wie zum Beispiel Ronan Keatings "Twenty Twenty" für 16,50 Euro, ist schneller gekauft als ein Jahresabo abgeschlossen. Ein Abo, die genaue Bezeichnung ist HRA-Streaming-Abonnement, kostet für 6 Monate 99,99 Euro. Wer nicht nur Streaming, sondern auch Download nutzen möchte, bekommt für 249,99 Euro im Jahr 30 Prozent Rabatt auf jedes gekaufte Album.

Was bietet HRA an Highres-Audio?

HRA setzt meist auf den FLAC-Codec und bietet eine Auswahl von über 650.000 ausgewählte Titel in 24 Bit. Das mag sich auf den ersten Blick nicht viel anhören, aber die Toningenieure von HRA überprüfen jeden Titel, bevor er in das Angebot aufgenommen wird. Stellen Sie fest, dass wie im aktuellen Fall bei AC/DC ein Album mal künstlich aufgeblasen wurde, also ein Upsampling durchgeführt wurde, so muss das Werk leider draußen bleiben. Den im Gegensatz zu den Mitbewerbern setzt HRA ausschließlich auf Musik in 24 Bit, das relativiert das vermeintlich kleine Angebot.

Neben dem Zugriff auf einzelne Alben, gibt es auch von erfahrenen Musikjournalisten, Redakteuren und Musik zusammengestellte Playlisten. Das merkt man übrigens an der Auswahl der Titel in den Playlisten. Neuheiten, Empfehlungen und Hörtipps runden das Angebot ab.

Die Pioniere des Download Musikdiensts für Highres Audio bieten einen feinen Katalog an Musiktitel in bester geprüfter Audio-Qualität.
Vergrößern Die Pioniere des Download Musikdiensts für Highres Audio bieten einen feinen Katalog an Musiktitel in bester geprüfter Audio-Qualität.

Was benötigt man?

Für die Nutzung benötigt man entweder eine kompatible App auf dem Mac, oder einen Streaming-Audio-Player. HRA arbeitet hier beispielsweise mit namhaften Herstellern wie Arcam, Lindemann oder Pro-Ject zusammen. Neben der eignen macOS App, unterstützt auch die universelle Highres-Audio-App Audirvana HRA.

Die App alleine reicht beim Mac natürlich nicht, so sollte beispielsweise ein hochwertiger USB DA-Wandler angeschlossen sein. Für unseren Test nutzen wir den hervorragenden Verstärker Teac AI-301DA mit eingebautem USB DA-Wandler.

Für die beste Audioqualität kann die HRA-App externe Digitalverstärker direkt ansteuern.
Vergrößern Für die beste Audioqualität kann die HRA-App externe Digitalverstärker direkt ansteuern.

Die HRA-App

Neben der Audirvana-App haben wir HRA natürlich auch mit der hauseigenen App ausprobiert. Die App gibt sich sehr einfach im Aufbau, auf der linken Seite eine Menüleiste und der Hauptbereich wird von den Album-Covern geprägt. Besondere Empfehlungen erscheinen in der Leiste ganz oben und im Hauptbereich kann man dann durch die Rubriken "Neuheiten", "Kürzlich hinzugefügt", "Tipps der Redaktion", "Charts", "Playlists", "Explore" und "Labels" scrollen. Das sind auch die Rubriken des sogenannten Dashboards.

Bevor man allerdings die Musik genießen kann, sollte man seine Tonausgabe konfigurieren. Der USB-DAC wird direkt angesteuert, so kann man sicher sein, besten Klang zu genießen. Das Ganze findet sich zusammen mit den Abo-Daten in den Einstellungen.

Neben dem Zugriff auf die kuratierten Playlists lassen sich auch eigene Playlisten erstellen. Damit man schnell seine Lieblingsmusik findet, lassen sich Alben und Playlists mit einem Herz markieren. Das ist simpel und gut gelöst, der Zugriff erfolgt dann entsprechend auch über die Rubrik „Meine Musik“. Apropos "Meine Musik", wer nicht nur streamt, sondern auch kauft, kann auch seine gekaufte Musik streamen. Die findet sich dann unter VirtualVault.

Die HRA-App orientiert sich vom Look her am Online Auftritt von Highresaudio. Der Zugriff auf eigene Alben oder Playlisten ist direkt zu finden und macht den Einstieg ebenso leicht wie die restliche Menüführung.
Vergrößern Die HRA-App orientiert sich vom Look her am Online Auftritt von Highresaudio. Der Zugriff auf eigene Alben oder Playlisten ist direkt zu finden und macht den Einstieg ebenso leicht wie die restliche Menüführung.

Fazit

Noch ein Streaming-Dienst? Highresaudio aus Berlin ist ein wenig anders als seine Mitbewerber. Sie haben zwar nicht den größten Katalog, aber hier zählt Qualität. Das Team um Lothar Kerestedjian hat sich auf die Fahnen geschrieben nur echtes Highres-Audio zu vertreiben. Dazu prüfen die Spezialisten die Titel auf Ihre Qualität und wenn sie feststellen, dass bei einem Titel beispielsweise ein Upsampling von 48 auf 96 kHz durchgeführt wurde, wird nur die „richtige“ Qualität vertrieben.

Im Gegensatz zu anderen Anbietern muss man auch nicht genau hinschauen, ob man jetzt einen Titel in MP3 ausgewählt hat, bei Highresaudio ist der Name Programm, es gibt nur 24 Bit. Daher ist das Angebot auch nicht so groß wie beispielsweise bei Amazon.

Qualität und Preise überzeugen daher. Und die App? Sie ist einfach gehalten und wirft daher keine Fragen auf. Lästig ist nur, dass sie sich immer auf voller Bildschirmgröße öffnet. Aber das stört vielleicht nicht jeden.

Qobuz: Kaufen und streamen in hoher Auflösung

Qobuz, von unseren Nachbarn aus Frankreich, ist wie Highresaudio sowohl ein Musikshop zum Kaufen von Audio Dateien als auch ein Streamingdienst. Mehr als 60 Milllionen Titel sind im Angebot und dabei unterscheidet Qobuz bei der Auswahl nicht zwischen Streaming und Download. An Audioqualitäten hat man die Wahl zwischen MP3 mit 320 kbps, CD-Qualität im Format FLAC und Studio mit bis zu 24 Bit und 192 kHz, ebenfalls im FLAC Format. Abgerundet wird das Angebot durch News aus der Musikwelt und Produktvorstellung aus dem Bereich Hifi. Im Download Musikshop wird nach Alben oder Titel abgerechnet.

Drei Streaming Abonnements stehen zur Auswahl: Studio Premier für 19,99 Euro im Monat ohne Mindestlaufzeit und jederzeit kündbar. Günstiger ist Studio Premier wenn man gleich ein ganzes Jahr für 179,99 Euro bucht. Das macht umgerechnet 14,99 Euro im Monat. Eine Besonderheit ist das Abonnement Studio Sublime für 249,99 Euro im Jahr. Es entspricht dem Studio Premier Abonnement und ermöglicht zusätzlich einen Sonderrabatt auf den Kauf von Musiktiteln. Der Rabatt wird bei den entsprechenden Alben angegeben und kann bis zu 49 Prozent betragen.

Download-Musikshop

Der Musikshop zum Kaufen von Audio-Titeln ist übersichtlich gestaltet und begrüßt den Besucher unter anderem mit den aktuellen Neuheiten, sowie Empfehlung. Wählt man ein Album aus, gibt es eine Möglichkeit, die Titel probe zu hören und oft sind auch umfangreiche redaktionelle Informationen hinterlegt. Zu den gekauften Alben gibt es ein digitales Booklet und sie können immer wieder heruntergeladen werden.

Wie groß das Angebot von Qobuz ist wird beim überfrachteten Startbildschirm der App deutlich. Scrollen ist immer nötig, um eine Übersicht zu bekommen.
Vergrößern Wie groß das Angebot von Qobuz ist wird beim überfrachteten Startbildschirm der App deutlich. Scrollen ist immer nötig, um eine Übersicht zu bekommen.

Musik-Streaming

Das Streamen erfolgt ausschließlich über eine passende App, entweder für macOS oder iOS. Die passenden Apps bietet Qobuz selbst an, aber auch Apps von Streaming-Audioplayern integrieren Qobuz in ihre Steuerung. Dazu gehören beispielsweise Teufel, Linn, Sonos und Onkyo. Aber auch die universellen Dienste Google Chromecast und DTS Play-Fi verstehen sich auf Qobuz. Auf dem Mac ist es beispielsweise Audirvana.

Qobuz glänzt mit ausführlichen Informationen zum Künstler und seinem Album auch in der iOS-App.
Vergrößern Qobuz glänzt mit ausführlichen Informationen zum Künstler und seinem Album auch in der iOS-App.

Selbstverständlich unterstützen die Apps von Qobuz Airplay aber auch externe DA-Wandler oder Verstärker mit digitalem USB-Eingang, wie beispielsweise den kleinen Teac AI-301DA. Die Apps von Qobuz sind sehr übersichtlich und orientieren sich an dem Look des Download Musikshop. Auch ohne Anleitung findet man sich schnell zurecht.

Das Abspielfenster, wie hier am Mac glänzt mit sehr guter Übersicht und Informationen zur Titelqualität.
Vergrößern Das Abspielfenster, wie hier am Mac glänzt mit sehr guter Übersicht und Informationen zur Titelqualität.

Das Anlegen einer Playlisten ist ebenso vorgesehen, wie Alben mit einem Klick auf das Herz zu Favoriten hinzuzufügen. Natürlich dürfen Informationen zu den Künstlern und den Alben nicht fehlen. Wer unterwegs Bandbreite beim Streaming sparen möchte, kann mit einem Klick die gewünschten Alben auch herunterladen. Ansonsten wird die Audioqualität an die zur Verfügung stehende Bandbreite angepasst.

Das Abspielfenster, wie hier am Mac glänzt mit sehr guter Übersicht und Informationen zur Titelqualität.
Vergrößern Das Abspielfenster, wie hier am Mac glänzt mit sehr guter Übersicht und Informationen zur Titelqualität.

Fazit

Qobuz bietet ein rundum gelungenes Angebot. Eine große Auswahl an Titeln sowohl für den Download als auch für das Streaming. Die Apps laufen stabil und sind komfortabel zu bedienen. Die Unterstützung für Apple CarPlay ist noch in der Beta-Phase. Mit einem der nächsten Updates sollte CarPlay auch gehen.

Ein toller Service ist, dass man auch die gekauften Alben und Titel streamen kann, auch wenn man kein Streaming Abonnement hat. Mit 170.000 Alben in Highres Audio Qualität, bietet Qobuz einen der größten Kataloge für hochaufgelöste Musik. Diese große Auswahl hat aber ihren Preis, so ist Qobuz nicht das günstigste Angebot auf dem Markt, aber eines der besten.

Tidal: Der Pionier

Tidal gehört zu den Audio-Streaming-Diensten der ersten Stunde. Das Besondere sind die von Experten kuratierten Playlisten, zur Anfangszeit noch fast ein Alleinstellungsmerkmal. Im Angebot sind aktuell über 60 Millionen Audio-Titel.

Das Basisangebot nennt sich Tidal Premium und bietet eine Streaming-Qualität von 320 kbps für einen Monatsbeitrag von 9,99 Euro. Eine bessere Audioqualität gibt es dann mit dem Angebot Tidal Hifi für 19,99 Euro im Monat. Bei Tidal Hifi gibt es zusätzlich zur verlustbehafteten Audioqualität, die Tidal „Hoch“ nennt, die Qualitätsstufe „Hifi“ die der Audio-CD entspricht und „Master“ mit Highres Audio im Format MQA. Der Katalog mit MQA Dateien ist derzeit rund 170.000 Audio Titel stark.

Zugriff und Steuerung

Webbrowser, App oder Streaming Player, Tidal bietet nicht nur die große Auswahl an Steuerungsmöglichkeiten, sondern vom lokalen Streaming im eignen Netz, auch unterwegs ein Streaming mit LTE an. Sehr praktisch ist dabei die Offline-Funktion, bei der man ausgewählte Titel auf sein iPhone oder iPad laden kann, um diese unterwegs zu hören. Super für auf Reisen, wenn nicht immer ein Mobilfunknetz zur Verfügung steht.

Das große Angebot von Tidal muss man sich erarbeiten, nicht immer erschließt sich hierbei die Nutzerführung.
Vergrößern Das große Angebot von Tidal muss man sich erarbeiten, nicht immer erschließt sich hierbei die Nutzerführung.

Wegen seiner großen Verbreitung wird Tidal auch direkt von vielen Streaming-Playern Herstellern wie Linn und Onkyo unterstützt aber auch von Player-Programmen wie Audirvana.

Vor den Genuss der Musikauswahl ist bei Tidal erst einmal Arbeit angesagt. Beim Künstler Memorie lernt Tidal unsere eigenen Vorlieben kenne, um uns dann bei der Musikauswahl beraten zu können.
Vergrößern Vor den Genuss der Musikauswahl ist bei Tidal erst einmal Arbeit angesagt. Beim Künstler Memorie lernt Tidal unsere eigenen Vorlieben kenne, um uns dann bei der Musikauswahl beraten zu können.

In der Praxis

Die Ersteinrichtung ist mühsam, aber auch spannend. Beim ersten Start wird man nach seinen Lieblingskünstler gefragt. Die Abfrage erfolgt durch Anklicken kleiner Bilder mit dem Namen der Künstler. Nach jedem Klick aktualisiert sich die Auswahl, nach Wahrscheinlichkeit, welcher Künstler zu der bisher getroffen Auswahl passt.

Wenn man einen Künstler z.B. Depeche Mode ausgewählt hat, werden weitere Künstler vorgeschlagen, die dazu passen z.B. "Tears for Fears". Das dauert unter Umständen recht lange und gleicht einem Spiel.

Was hier Tidal beispielsweise unter Electronic einstuft, ist nicht ganz nachvollziehbar. So passen für mich The Cure, U2 oder Roxy Music nicht zu Electronic.

Hat man fertig gespielt, geht es endlich an die Musikauswahl. Und hier kann man die Früchte, also das Ergebnis des Künstler-Memories, ernten. Tidal mach einem nämlich Angebote, was einem gefallen könnte und stellt auch schon passende Mixe für einen bereit. Faszinierend ist hier die Qualität der Auswahl. Auch wenn man zuvor einen Lieblingskünstler vergessen hat, kann er jetzt beispielsweise im „Welcome Mix“ auftauchen.

Wie sehr das System fähig ist zu lernen, merkt man dann beim Abspielen einer solchen Liste. In der übersichtlichen Steuerung gibt es eine Taste zum Blockieren eines Künstlers. Tidal merkt sich das und schlägt ihn nicht mehr vor. Damit man diese und andere Funktionen auch lernt, blendet sich eine Hilfe am Anfang ein.

Sehr schön gemacht sind die bei der ersten Nutzung automatisch eingeblendeten Hilfen.
Vergrößern Sehr schön gemacht sind die bei der ersten Nutzung automatisch eingeblendeten Hilfen.

Ansonsten hat der Player einiges zu bieten. Neben den üblichen Steuerelementen, Info-Tasten für Detailinformation zum Titel und dem dazugehörigen Album oder auch der zur Verfügung stehenden Audioqualität. Natürlich fehlen auch Funktionen nicht, um den aktuellen Titel zu teilen, in zu einer eigenen Playlist hinzuzufügen oder auch die Audioausgabe auf ein externes Wiedergabegerät zu lenken.

Fazit

Apropos Wiedergabegerät: Hier merkt man, das Tidal schon lange am Markt ist. Nahezu alle namhaften Hersteller von Verstärkern und Receivern unterstützen Tidal direkt, ob das jetzt Denon, Onkyo oder Sonos ist. Gibt es keine direkte Unterstützung, hilft das Streaming über Airplay.

Die App für iOS hinterlässt einen guten Eindruck, nur unter Apple CarPlay sieht es nicht so positiv aus. Sehr rudimentär und fehlerhaft, so wird beispielsweise beim Abspielen von Alben nach dem Abspielen des nächsten Titels die Anzeige nicht aktualisiert.

Ein besonderes Schmankerl gibt es für die DJ-Mixer der DJ Prime Series-Hardware von Denon. Mit dem Tidal Hifi Abo hat man direkten Zugriff aus den DJ-Mixern und damit auch einen Offline-Zugriff auf das komplette Tidal Angebot.

Sehr undurchsichtig ist zu Beginn die Preisstruktur, da sich die Preise im englischen Text über das Unternehmen verstecken. Wer sich nicht auf die Suche begibt, sieht die Preise erst, nachdem er sich angemeldet hat. Nächster unangenehmer Punkt ist das Prozedere des Probeabos von 30 Tagen. Das kann man nämlich erst beginnen, wenn man Zahlungsinfos hinterlegt hat.

Etwas enttäuschend ist die Anzahl an Master Audio Titeln, also an Titeln mit höherer als CD-Qualität. Hier hat Tidal ebenso wie Amazon Music HD noch Nachholbedarf und kann nicht mit Qobuz oder Highresaudio mithalten. Positiv ist aber hervorzuheben, das Tidal die Titel in Master-Qualität deutlich mit einem kleinen Master-Logo kennzeichnet. So hat man schon vor dem Anhören die Klarheit über die zu erwartende Qualität.

Davon abgesehen überzeugt die generelle Auswahl an Titeln und die Qualität der Playlisten. Vor allem die Qualität der automatisch erzeugten Playlisten ist sehr gut. Tidal sorgt dafür, dass man auch mal einen neuen Künstler findet, weil das System mit der Zeit den eigenen Musikgeschmack kennt.

Dazu trägt auch der Player mit der Herz-Taste für Favoriten, die Blockieren-Taste um Künstler nicht mehr vorgeschlagen zu bekommen oder die Taste für Titelempfehlungen, bei. Das ist sehr praxisnah und logisch umgesetzt.

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