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Innere Werte

16.10.2006 | 15:43 Uhr |

Innere Werte

Erst wenn man den Mac Pro öffnet – die schraubenlose Klappe hat Apple beibehalten – erkennt man das wahre Ausmaß der Veränderungen. Nichts ist mehr so wie es war! Besonders auffällig sind die vier Einschübe für SATA-II-Festplatten, die gleichzeitig mit der Entriegelung der Gehäuseklappe zur Entnahme freigegeben werden. Ein Einschub ist ab Werk bereits bestückt, in der Standardkonfiguration ist es eine 250-Gigabyte-Festplatte von Seagate oder Western Digital. Die Halterahmen für die drei weiteren Laufwerke sind bereits vorhanden, selbst an die Schrauben hat Apple gedacht. Kabel muss man nicht anschließen, denn die Platten rasten in eine Backplane ein, die die Bus- und Stromverbindung erledigt. Ein echter Knüller wie wir finden, denn der Mac Pro lässt sich so in Minutenschnelle auf bis zu zwei Terabyte aufrüsten. Mit den neuen 750 Gigabyte fassenden Platten von Seagate (siehe Test auf Seite 46) sind sogar drei Terabyte möglich.

Clever ist auch der Steckplatz für die Grafikkarte. Wie schon beim Power Mac setzt Apple auf das moderne Bussystem PCI-Express. Insgesamt gibt es vier Steckplätze, der schnellste davon ist jedoch etwas von den anderen abgesetzt. Der Grund: hier kann man High-End-Grafikkarten einsetzen, die eine doppelte Bauhöhe benötigen. Der nächstliegende PCI-Slot wird dadurch nicht zur Nutzlosigkeit verdammt.

Schade ist allerdings, dass Apple keine herkömmlichen PCI-Steckplätze im Mac Pro anbietet. Es gibt noch genügend ältere PCI-Karten auf dem Markt, die sich nicht mehr einsetzen lassen. Dass es technisch möglich ist, neben PCI-Express auch PCI-X-Slots zu integrieren, beweist Apple selbst mit dem neuen Xserve, der wahlweise mit zwei PCI-Express oder mit einem PCI-Express und einem PCI-X-Slot zu haben ist.

Wer RAM-Speicher nachrüsten will, kann dies ebenfalls vergleichsweise einfach selbst erledigen. Die acht Speichersteckplätze befinden sich auf zwei so genannten Riser-Cards, die man mit einem einfachen Handgriff entnehmen kann (auch dies zeigen wir in der Macwelt-TV-Folge auf der Heft-CD). Apple setzt hier sehr schnelles Fully-Buffered-RAM ein, das über eine Fehlerkorrektur (ECC) verfügt. Dadurch sollen die Macs auch im Dauerbetrieb besonders stabil laufen. Der Nachteil dieser RAM-Bausteine ist zunächst einmal der Preis. Will man mehr als das ab Werk eingebaute Gigabyte verwenden, wird man mit etwa 300 Euro pro weiteres Gigabyte zur Kasse gebeten. Ein „normales“ DDR2-RAM (etwa für den Power Mac G5) kostet derzeit nur etwa 100 Euro pro Gigabyte.

Des Weiteren muss man die Steckplätze paarweise mit identischen Modulen bestücken. Eine asymmetrische Bestückung, wie bei allen anderen aktuellen Intel-Macs ist nicht möglich. Der Mac Pro lässt sich bis auf insgesamt 16 Gigabyte RAM aufrüsten. Das ist immerhin doppelt so viel, wie beim Power Mac G5.

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