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SSD-Mysterium Trim-Befehl

14.12.2011 | 11:19 Uhr |

SSD-Mysterium Trim-Befehl

SSD-Platten altern. Nach einer bestimmten Zeit, die abhängig vom Nutzungsverhalten und Datenaufkommen ist, werden Schreibzugriffe spürbar langsamer.

Der Grund: Eine SSD schreibt Daten in Vier-Kilobyte-Blöcken, während der Löschvorgang über einen 512-Kilobyte-Block erfolgt. Am Anfang kann der SSD-Controller mit vollem Tempo in freie Blöcke schreiben. Mit zunehmender Nutzungsdauer schwinden die als frei gekennzeichneten Blöcke. Der Controller muss dann immer öfter vor dem Schreibvorgang 512-Kilobyte-Blöcke einlesen und prüfen, ob die Daten noch in Gebrauch sind, bevor er sie löschen kann. Dadurch bilden sich wiederum immer mehr Vier-Kilobyte-Blöcke mit Datenfragmenten, die bereits in anderen Zellen gespeichert sind, sprich: Beschriebene Blöcke, die für den Controller nicht als frei markiert sind. So ist die SSD irgendwann "zugemüllt" und der SSD-Controller muss ständig Blöcke einlesen, bevor er sie beschreiben kann. Das kostet zusätzliche Zeit und bremst so die Schreibrate aus.

Windows 7 löst das Problem mit einem speziellen ATA-Befehl. Der Befehl " Trim " löscht alle bereits beschriebenen, aber nicht mehr genutzten Vier-Kilobyte-Blöcke, wenn die Platte nichts weiter zu tun hat.

OS X 10.7 unterstützt den Befehl "Trim" ebenfalls. Allerdings nur bei von Apple gelieferten SSD-Laufwerken. Bei Laufwerken von Drittherstellern kommt der Befehl "Trim" nicht zum Einsatz. Selbst dann nicht, wenn das Laufwerk ihn offiziell unterstützt.

Stromverbrauch, Lautheit und Erschütterungen

Theoretisch müssten Flash-Speicher weniger Strom verbrauchen als magnetische Platten. Das Bild ist in unseren Tests allerdings uneinheitlich. Während wir bei einigen Flash-Laufwerken weniger als 50 Milliampere Stromaufnahme im Leerlauf messen, sind es bei anderen Modellen über 200 Milliampere. Bei Schreibzugriffen steigt der Wert unter Umständen auf über ein Ampere.

In der Praxis wirkt sich das jedoch kaum noch aus. Fast alle Hersteller verwenden inzwischen clevere Stromsparfunktionen in ihren Laufwerken. Die Akku-Laufzeit eines Macbook Pro wird durch den Einsatz einer SSD daher kaum beeinflusst. Grundsätzlich sind herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatten sehr leise. Mit 0,2 bis 0,4 Sone liegen sie an der Grenze der menschlichen Hörschwelle. Flash-Laufwerke sind in dieser Disziplin allerdings noch besser, denn da sie keinerlei beweg-te Komponenten enthalten, erzeugen sie überhaupt keine Geräusche. Auch gegen Erschütterungen zeigen sich Flash-Festplatten zweifellos robuster. Erschütterungen von 1000 bis 1500 G statt den typischen 300 G bis 400 G herkömmlicher 2,5-Zoll-Festplatten sind hier erlaubt. Eine SSD darf schon mal versehentlich vom Schreibtisch fallen, ohne dass sie Schaden nimmt.

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