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LED-Ringleuchten im Vergleich: Der neue Trend für Konferenz und Stream

11.03.2021 | 14:02 Uhr |

Ein Ring, sie zu finden und an die Helligkeit zu binden: Ringleuchten haben einige Vorzüge. Empfehlenswerte Modelle im Vergleich.

Einen kleinen Hype gibt es um die sogenannten Ringlichter. Hier sind die LEDs nicht auf einer rechteckigen Fläche verteilt, sondern auf einem Ring. So ein Ring hat mehrere Vorteile, die aktive Fläche vergrößert sich und man kann eine schöne schattenfreie Ausleuchtung erreichen. Daher kennen Fotografen Ringlichter beziehungsweise Diffusoren in Ringform in der Makrofotografie. Aber auch Porträtfotografen ist dieses Konstruktionsprinzip zum Beispiel als Beauty Dish bekannt.

Das würde jetzt nur zum Teil den Hype und das damit einhergehende riesige Angebot auf eBay und Amazon erklären. Es gibt nämlich noch einen anderen Grund, die natürlich aussehenden Augenringe, die Ringlichter zaubern. Allerdings muss dazu die Kamera, genauer das Objektiv, im Zentrum des Rings sein. Und das ist der Grund, warum keine Beauty-Youtuberin mehr ohne ein Ringlicht auskommt.

Extrem günstig und in einem unüberschaubaren Angebot sind die kleinen Ringlichter mit einem Durchmesser zwischen 6 und 10 Zoll. Bei Preisen ab 8,- Euro können sie schon eine Verlockung sein. Doch hier zeigt sich schnell, dass gerade die günstigen Vertreter nicht nur sehr schwach in der Lichtausbeute sind. Komfortmerkmale sind auch selten, so wird in der Regel immer noch ein 5-V-USB-Netzteil benötigt.

VJIM VL64

Für unseren Vergleich haben wir uns ein etwas höherwertiges Ringlicht mit 15 cm Durchmesser von VJIM das VL64 besorgt. Zu einem Preis von 19,95 Euro bietet es einen gebogenen Diffusor, der für eine gleichmäßige Abstrahlung der 64 LEDs sorgt. Eher selten bei so günstigen LED-Lampen ist der Farbwiedergabeindex von besser als CRI 95, was sich auch positiv im Test zeigt. Strom für rund 1,5 Stunden liefert der integrierte 2000-mAh-Akku, der über USB-C geladen wird. Ein Ein-/Aus-Schalter mit einer 4-LED-Akkuanzeige, einem Drehrad für die Helligkeit und einem Drehrad für die Farbtemperatur befinden sich zusammen mit dem USB-C-Anschluss auf der Oberseite.

Für die Montage auf einem Stativ kann man ein kompaktes Tischstativ, wie wir sie weiter unten Vorstellen nutzen oder ein Lampenstativ. Der Cold Shoe innerhalb des Rings ist nur für Mikrofone geeignet, was am geringen Durchmesser des VL64 liegt.

Klein kann auch ganz groß sein, wie beim VL64. Obwohl nicht sehr leuchtstark ist sie eine sehr gute LED-Lampe zum Aufhellen des Gesichtes während der Videokonferenz.
Vergrößern Klein kann auch ganz groß sein, wie beim VL64. Obwohl nicht sehr leuchtstark ist sie eine sehr gute LED-Lampe zum Aufhellen des Gesichtes während der Videokonferenz.
© Thomas Bergbold

Empfehlung

Kann ein so günstiges LED-Ringlicht überhaupt gut sein? Das war unsere erste Frage. Erstaunlicherweise ist das VL64 ordentlich verarbeitet und auch leicht zu bedienen.

Hervorragend für ein so kleine Lampe ist die Ausleuchtung, Portraits bei Videokonferenzen kann es gut ausleuchten und auch Produktaufnahmen gelingen einwandfrei. Hier merkt man nur schnell, dass wenn das Ringlicht auf der Kamera montiert wird, direkt vor der Kamera ein Schatten durch das Objektiv geworfen wird. Daher werden Ringlichter für den fotografischen Einsatz auch am Objektiv befestigt. Mit etwas Zubehör würde das sogar mit dem VL64 ausgezeichnet gelingen. Passendes Zubehör gibt es beispielsweise bei Novoflex (mehr dazu finden Sie hier) . Um eine Kamera innerhalb des Ringes zu montieren, ist der Ringdurchmesser zu gering. Der Cold Shoe innerhalb des Rings ist auch nur für Mikrofone gedacht. Als Aufhelllicht fürs Vloging oder für Videokonferenzen ist das VL64 bestens geeignet. Dafür benötigt man in der Regel auch nicht die volle Leistung und dann hält der Akku auch länger als 1,5 Stunden. Zur Not kann man auch ein Zusatz Akku über USB-C anschließen.

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Jinbei LR-480C

Je größer das Ringlicht, umso besser ist die Ausleuchtung, was sich speziell bei Porträts durch eine weichere Schattenausleuchtung positiv bemerkbar macht. Das Jinbei LR-480C ist mit einem Durchmesser von 18 Zoll so ein großes Ringlicht und bietet sich so für Beautyaufnahmen und Vlogs an.

Und genau für diesen Einsatzzweck ist es wichtig, dass das Ringlicht eine Montagemöglichkeit für eine Kamera innerhalb des Ringlichts bietet. Das LR-480C hat hier gleich zwei Möglichkeiten. Zum einen, den Schwanenhals mit Smartphone-Halterung und zwei ¼-Zoll-Gewinde für eine Digitalkamera. Während die Smartphone-Halterung mit dabei ist, muss man das nötige Zubehör für die Gewindebohrung erst besorgen. Das kann beispielsweise ein kleiner Kugelkopf sein. Hervorragende Erfahrungen haben wir hier mit dem sehr hochwertigen Ball 19 von Novoflex gemacht, wie er auch bei dem Ministativ (hier geht es zur Empfehlung) enthalten ist.

Besonders schwer sollte die Kamera aber nicht sein, die man im LR-480C montiert. Mit unserer über 600 g schweren Fujifilm X-T3 wackelte das Ringlicht zusammen mit dem Stativ sehr. Das liegt nicht nur an der Kunststoffkonstruktion des LR-480C, sondern auch an dem mitgelieferten Stativ, das für das große zusätzliche Gewicht nicht geeignet ist.

Die Steuerung der 480 LEDs erfolgt ganz simpel über zwei Drehregler. Einer für die Helligkeit auf bis zu 4200 Lux bei 0,5 m und der andere für die Farbtemperatur. Dieser ist stufenlos von 3200 bis 6500 Kelvin einstellbar. Markierungen gibt es nicht, so weiß man nie genau was man eingestellt hat. Der Farbwiedergabeindex liegt bei größer CRi 96, was das LR-480C auch ideal für Foto- und Videoaufnahmen macht. Im Lieferumfang ist auch ein Lampenstativ mit einer Auszugshöhe zwischen 50 und 180 cm enthalten.

Das LR-480C ist eine sehr gute Wahl für Einsteiger. Es hat die wichtigsten Features wie Farbtemperatureinstellung sowie Helligkeitsregelung, und bei einem günstigen Preis von 99,99 Euro ist auch das Stativ mit dabei.
Vergrößern Das LR-480C ist eine sehr gute Wahl für Einsteiger. Es hat die wichtigsten Features wie Farbtemperatureinstellung sowie Helligkeitsregelung, und bei einem günstigen Preis von 99,99 Euro ist auch das Stativ mit dabei.
© Thomas Bergbold

Empfehlung

Das LR-480C erledigt seine Aufgabe gut. Ob Foto, Video oder Livestreaming, der große Ring ermöglicht eine hervorragende Ausleuchtung für Personen oder Objekte. Auch wenn man nicht die typischen Ringe im Auge haben möchte, sind die weichen Schatten ein Vorteil.

Für den Preis von 99,99 Euro bekommt man ein einsatzfähiges System aus Ringlicht und Stativ, mit dem iPhone-Nutzer direkt loslegen können. Das Stativ macht ein etwas wackeligen Eindruck, hält das Ringlicht aber ausreichend stabil in allen Lagen. Für den Transport kann man es schön kompakt zusammenlegen. Für Einsteiger ist das LR-480C eine optimale Empfehlung .

LR-480C für 100 Euro kaufen

Elgato Ring Light

Ein richtig ausgefallenes und intelligentes Ringlicht mit 17 Zoll Durchmesser kommt von Elgato das Ring Light. Trotz Kunststoff macht es einen hochwertigen Eindruck, die einzigen auffälligen Bedienelemente sind zwei Taster. Die Bedienung erfolgt nämlich wie auch schon beim Key Light Air über eine App. Auch wenn die Möglichkeit der Steuerung über eine App sehr elegant und gerade in Verbindung mit Streaming-Software wie OBS sehr clever ist, reichen auch die zwei Tasten am Ring Light zur Bedienung.

Sehr angenehm fällt das weiche Licht der Osram-LEDs auf, dass sich bis auf 2500 Lumen regeln lässt. Das ist nicht nur ausreichend für Portrait-Ausleuchtung, sondern auch für Oberkörper oder zusammen mit einem weiteren Licht auch für Ganzkörperaufnahmen. Die Farbtemperatur lässt sich von 2900 bis 7000 Kelvin regeln.

Strom bezieht das Ring Light ausschließlich über das mitgelieferte Netzteil. Für die Festmontage am Tisch wird eine sehr stabile Teleskopstange mitgeliefert. Die einstellbare Länge reicht von 42 bis 73 cm und die Klemmweite beträgt satte 6 cm. Wichtig für den optimalen Einsatz eines Ringlichtes ist die Möglichkeit die Kamera innerhalb des Ringlichtes zu montieren. Das erfolgt entweder direkt auf einer ¼-Zoll-Schraube oder mit dem mitgelieferten kleinen Kugelkopf. Die maximale Belastung gibt Elgato mit 2 kg an, der Konstruktion würden wir aber keine professionelle Digitalkamera mit mehr als 600 g anvertrauen. Mit unserer Fujfilm X-T3 wird die ganze Konstruktion geht das gerade noch gut. Daher empfiehlt es sich entweder, leichte Kameras zu nehmen oder schweren Kameras ein eigenes Stativ zu gönnen.

Empfehlung

Ein Ringlicht, das richtig Spaß macht, ist das Ring Light von Elgato . Zugegeben ist es für 199,- Euro nicht billig, aber in Anbetracht der Lichtqualität und der Steuerungsmöglichkeiten, ist es das wert. Überhaupt ist die Steuerung über die App ein Alleinstellungsmerkmal, das so manche Einsätze erst möglich machen.

Ein smartes Ringlicht ist das Ring Light von Elgato. Es bietet ein schönes weiches Licht und Steuerung über App, was OBS-Nutzer freuen wird. Darüber hinaus beinhaltet es ein sehr gutes Klemmstativ.
Vergrößern Ein smartes Ringlicht ist das Ring Light von Elgato. Es bietet ein schönes weiches Licht und Steuerung über App, was OBS-Nutzer freuen wird. Darüber hinaus beinhaltet es ein sehr gutes Klemmstativ.
© Thomas Bergbold

Es gibt aber auch winzige Details, die einen Nutzer freuen, dazu gehört die Teleskopstange. Sehr robust, mit Drehverschlüssen von Kamerastativen und einem guten Kugelkopf macht es nicht nur einen hervorragenden Eindruck, sondern es ist auch eine der wenigen Teleskopstangen, die an einem dicken Tisch passen. Und dann sind die Backen auch noch toll gepolstert. Hier an Elgato richtig mitgedacht. Wer das Ring Light anders montieren möchte findet noch vielfältiges Zubehör bei Elgato. Dann lässt sich das Ring Light auch toll für Produktpräsentationen oder Produktfotografie einsetzen.

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